Aktuell: Panik? Deutsche Bank bekam Sonderbehandlung bei EZB-Stresstest!

FMW-Redaktion

Bekanntlich sind ja alle Banken vor der EZB gleich. Aber da scheint es doch eine Ausnahme zu geben: die Deutsche Bank. Das berichte die „Financial Times“. Demnach hat die EZB der Deutschen Bank bei ihrem Stresstest im Sommer 2016 eine Sonderbehandlung zukommen lassen. Konkret geht es um den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Bank Hua Xia durch die Deutsche Bank: demnach habe die EZB bei dem Stresstest die geplanten Einnahmen von vier Millarden Dollar aus dem Verkauf dieser Anteile bereits bei dem Test berücksichtigt – obwohl die Anteile noch gar nicht verkauft waren, dementsprechend noch gar kein Geld der Deutschen Bank zugeflossen war. Der Verkauf der Anteile an der chinesischen Bank wurde erst im Dezember 2015 genehmigt, aber der Deal ist immer noch nicht vollzogen und droht nun sogar zu scheitern, nachdem eine von den Regulatoren für den Verkauf gesetzte Deadline verstrichen ist!

Das Vorgehen der EZB wiederspricht dabei diametral den selbstgesetzten Regulairen: diese sehen vor, dass keine Einnahmen einer Bank bei dem Test berücksichtigt werden dürfen, die bis zum 31.Dezember 2015 nicht komplett abgeschlossen waren – was im Falle der Deutschen Bank definitiv nicht der Fall war. Anderen Banken wurde diese Sonderbehandlung explizit verweigert. Hat da jemand Panik gehabt und daher versucht, den Stresstest für die Deutsche Bank etwas „aufzuhübschen“? Sieht ganz danach aus – zumal man schon am Sinn eines solchen Stresstests insgesamt zweifeln kann, liegt doch sein offenkundiger Sinn darin, die Märkt zu beruhigen..

Den Artikel in der „Financial Times“ finden Sie hier:


Kommentare

Aktuell: Panik? Deutsche Bank bekam Sonderbehandlung bei EZB-Stresstest! — 2 Kommentare

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  2. Das passt zu dem 41 Mrd. (?) Derivate-Risiko von heute morgen.
    Auch da liegt der Gedanke an eine „Sonderbehandlung“ durch Bankenaufsicht und Wirtschaftsprüfer nahe.

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