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Arbeitslosigkeit in Deutschland: Die Täuschung hinter der Täuschung

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Von Claudio Kummerfeld

Vor Kurzem hatten wir mit den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nachgewiesen, dass die Arbeitslosenquote statt bei 6,5 in Wirklichkeit bei 8,32% liegt. Heute analysieren wir die ganze Tiefe der tatsächlichen Arbeitslosigkeit in Deutschland – die Täuschung hinter der Täuschung…

Für Arbeitslosigkeit zuständig Vorstand der BA
Arbeitslosigkeit ist ihr Geschäft: Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit + „nahe dran“

Unter dieser „Rubrik“ möchten wir nochmal kurz die Berechnung zeigen, die wir in unserem letzten Artikel vom 30.04.2015 dargelegt hatten. Statt 2,8 Millionen Arbeitslosen sind es in Wirklichkeit 3,6 Millionen, und damit statt 6,5 tatsächlich 8,32% Arbeitslosenquote. Hier mit eingerechnet sind Arbeitslose, die laut Bundesagentur „nahe dran“ sind an richtiger Arbeitslosigkeit, die aber in der Tat alle richtig arbeitslos sind wie z.B. kranke Hartz 4-Bezieher, oder Hartz 4-Bezieher, die in Maßnahmen „untergebracht“ sind, oder Arbeitslose, die einfach nur zwischen 58-65 Jahre und damit „zu alt“ sind. Hierzu die Bundesagentur für Arbeit im Zitat “ Außerdem gelten nach § 16 Abs. 2 SGB III Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik als nicht arbeitslos.“ Die Agentur nennt das nicht „Arbeitslosigkeit“, sondern wie man hier sehen kann „Unterbeschäftigung„.

Arbeitslosigkeit sowie nahe dran...
Grafik: Bundesagentur für Arbeit / finanzmarktwelt.de

Berechnung der Arbeitslosigkeit

Wir sind aber noch weiter in die Niederungen des Zahlenmaterials eingetaucht. In einem Punkt sehen wir es identisch wie die Bundesagentur für Arbeit. Sie sagt Zitat:

„Beschäftigte Personen, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, aber wegen zu geringem Einkommen bedürftig nach dem SGB II sind und deshalb Arbeitslosengeld II erhalten, werden nicht als arbeitslos gezählt, weil das Kriterium der Beschäftigungslosigkeit nicht erfüllt ist.“

Die nun folgende Grafik bedarf der Erläuterung. 6,1 Mio Menschen beziehen insg. Hartz 4, darunter auch Kinder (nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte). So verbleiben 4,4 Mio Hartz 4-Empfänger. Von diesen 4,4 Mio Hartz 4-Empfängern, die arbeiten könnten (über 18 Jahre), werden nur 1,9 Mio Personen der Arbeitslosigkeit „zugerechnet“. Das heißt 1,9 Mio Hartz 4-Empfänger + 0,8 Mio „normale“ Arbeitslose (dämliche Zweiklassengesellschaft) ergeben zusammen die offizielle Zahl von 2,8 Mio Arbeitslosen (6,5% Quote). Sie blicken hoffentlich noch durch?

Arbeitslosigkeit Gesamtübersicht Grundsicherung
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Zieht man von den 4,4 Mio „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ (Hartz 4) die 1,9 Mio ab, die in die offizielle Arbeitslosenquote bereits einfließen, verbleiben 2,5 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht mit gezählt werden. Darunter fallen die von uns weiter oben bereits beschriebenen ca. 800.000 Menschen, die in Maßnahmen versteckt werden, die kurz mal krank sind und daher als nicht arbeitslos gelten sowie Menschen über 58, die arbeiten könnten, aber einfach weggelassen werden. Verbleiben noch 1,7 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht der „Arbeitslosigkeit“ zugerechnet werden.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslose ?!?

Diese 1,7 Mio Personen sind in der unten gezeigten Grafik enthalten, über dem grauen Strich. Hier wird es langsam zur persönlichen Ansichtssache des Betrachters, welche Personengruppen man in die „Arbeitslosigkeit“ mit einrechnet, um zu schauen, wie viele Menschen in Deutschland denn nun wirklich keine Arbeit haben. Es ist wirklich schwieriger, als man zuerst denkt. Hierin sind z.B. Menschen enthalten, denen „Arbeit nicht zumutbar war“, weil sie z.B. Angehörige pflegen, oder Menschen die arbeitsunfähig sind. Aber auch gibt es die Teilrubrik „Unbekannt“ und Studenten. 16% der „erwerbsfähigen“ Leistungsberechtigen sind „Aufstocker“, also arbeiten mind. 15 Stunden pro Woche. Entscheiden Sie selbst, was als Arbeitslos gezählt werden sollte oder nicht.

Ansichtssache

Je nach Betrachtungsweise möchten wir sagen, dass man aus diesem Zahlenwerk bei vorsichtiger Betrachtungsweise (grob geschätzt) ca. 600.000 Personen heranziehen kann, die man zur Berechnung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit hinzuzählen kann, also 3,6 (wir runden jetzt nur noch grob) + 0,6 Mio = 4,2 Mio Arbeitslose, ergibt eine Arbeitslosenquote von 9,76%.

Rechnet man nicht so vorsichtig, sondern bezieht auch andere Teile der Grafik mit ein (Aufstocker etc), so sollte man ca. 1,7 Mio Menschen zu den 3,6 Mio dazu addieren = 5,3 Mio Arbeitslose = 12,3% Arbeitslosenquote in Deutschland.

Aber wir möchten betonen: Aufstocker, die also z.B. 15, 20 oder 30 Std. im Monat arbeiten, können zwar von ihrer Arbeit nicht leben, aber sie gehen einer Arbeit nach, sind daher nach unserer Meinung nicht arbeitslos. Nur das mal als Beispiel. Wir ziehen es also vor die vorsichtigere Herangehensweise zu verwenden und von einer realen Arbeitslosenquote von 9,76% zu sprechen.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitlose
Mit dieser Grafik hinkt die Bundesagentur für Arbeit immer mehrere Monate hinterher, daher verschwimmen die exakten Zahlen ein wenig, aber im Großen und Ganzen kommt es immer noch hin.

Kommentar zu Anmerkungen

Wir haben zu unseren vorigen Artikeln zum Thema Arbeitslosigkeit dankerswerterweise viele EMails und Kommentare erhalten. Wir möchten hier kurz erläutern, warum wir einige Teilaspekte nicht mit in unsere Berechnungen einfließen lassen.

Ja, es wird wohl eine beträchtliche Zahl von Menschen geben, vor allem Rentner, Geringverdiener und Scheinselbständige, die Anspruch auf Hartz 4 hätten als sogenannte „Aufstocker“, die aber aus reiner Scham kein Hartz 4 beantragen. Laut einer Studie des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (Tochter der Bundesagentur für Arbeit) aus 2013 sind das 3 – 5 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist mehr aus bedauerlich und eine menschliche Tragödie. Aber wir meinen wenn es um die Betrachtung geht, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von vollständiger Arbeitslosigkeit betroffen sind, kann man diese Menschen nicht mitzählen, denn entweder haben sie Arbeit (wenn auch schlecht bezahlt), oder sie sind Rentner, und fallen nicht mehr rein in die Personengruppe, die zur „Verfügungsmasse“ der arbeitenden Bevölkerung zählt, da sie ja in Rente sind.

Auch erhielten wir vor Längerem einen Hinweis, dass in den Statistiken Personen fehlen, die arbeitslos sind, aber keine Transferleistungen erhalten, weil der Ehepartner zu viel verdient. Nach unserem Kenntnisstand sind diese Personen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik enthalten, aber eben nicht in der Hartz 4-Statistik, weil sie ja kein Hartz 4 beziehen. Wenn Sie andere Informationen haben, teilen Sie uns diese bitte mit, damit wir hier weiter recherchieren können.

Fazit

Oft liegt es im Auge des Betrachters, was per Definition jetzt tatsächlich „Arbeitslosigkeit“ ist und was nicht. Wir haben aber viele nach unserer Meinung eindeutige Teilbereiche, die die Bundesagentur für Arbeit weglässt, in die Arbeitslosenquote mit eingerechnet, Die tatsächliche Arbeitslosenquote, rechnet man auch noch so zurückhaltend, liegt bei mind. 8,32%, realistischer ist aber wohl eher 9,76%.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Kritik? Diskutieren Sie gerne mit uns in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel auf www.finanzmarktwelt.de !



Quelle: Bundesagentur für Arbeit

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    saf

    7. Mai 2015 15:05 at 15:05

    Mit den Zahlen zur Arbeitslosigkeit verhält es sich wie mit den Zahlen zu den hier lebenden Muslimen. Sie sind erfunden.

    Speyer Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung

    Süddeutsche v. 17.04 2007

    Ein Arbeitsloser ist in Speyer vor den Augen seiner Mutter verhungert. Die beiden hatten offenbar nicht genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Arbeitslose habe offensichtlich seit Monaten keine ausreichende Nahrung zu sich genommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

    Die Polizei hatte den jungen Mann am Sonntagabend tot in seiner Wohnung gefunden. Eine Obduktion des stark abgemagerten 20-Jährigen ergab Herz- und Kreislaufversagen als Todesursache. Seine 48 Jahre alte Mutter, die mit in der Wohnung lebte, musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
    Bei ihr wurden ebenfalls Mangelerscheinungen festgestellt. In einer ersten Befragung gab sie an, die beiden hätten nicht genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Tod des jungen Mannes ist nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler auf eine Mangelversorgung seiner Organe zurückzuführen. Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben. Seit dem vergangenen Jahr habe er mehrmals den Wunsch geäußert, zu sterben.

    Ihr Sohn habe nach derzeitigem Stand keine staatliche Unterstützung mehr bekommen, weil er Arbeitsangebote und Untersuchungen ausgeschlagen habe.

    Gegen widerspenstigen H4 Empfänger, zwei sind schon erschossen worden, eine Afrikanerin im Frankfurter Jobcenter und eine psychisch Kranke Frau, wird der ganze Polizeiapparat in Gang gesetzt. Wirtschaftskriminelle hingegen werden bewundert und wieder gewählt.

    Die erschossene Afrikanerin:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/im-jobcenter-polizistin-erschiesst-frau-nach-messerangriff-1634211.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/verfahren-gegen-polizistin-eingestellt-die-frau-in-jobcenter-erschoss-a-823155.html

    Die erschossene Andrea H..

    http://de.indymedia.org/2011/08/314913.shtml

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    Bademeister

    7. Mai 2015 18:14 at 18:14

    Wenn man aus dem 13. Stock springt ist die Welt beim Herunterkommen noch heil – erst beim Aufschlag ist dann alles vorbei.

    Dieser metaphorische „Flug“ dauert schon sehr lange und wird noch eine Weile andauern.

    Bis dahin werden weiterhin Bilanzen und Statistiken auf das Gröbste frisiert und schöngeschrieben.

    Irgendwann kommt dann der tatsächliche Aufprall.

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    FreeSpeech

    7. Mai 2015 19:14 at 19:14

    Irgendwie lernt man nie aus.
    Was mich extrem verwundert, dass diese Schranzen mit einem Monatsgehalt von über 20.000 € immer noch durch die Gegend stolzieren, wie mit des Kaisers neuen Kleider.
    JEDER, zumindest mit einem IQ über Zimmertemperatur weiß doch, dass die Zahlen gefaket und verfälscht sind. Trotzdem stolziert man durch die Gegend, als ob einen das nichts bis gar nichts anginge?
    Es ist ja nicht die Frechheit, dass man angelogen wird – das kommt in den besten Familien vor.
    Aber es ist eine bodenlose Frechheit, dass man scheinbar glaubt, die Steuerzahler und „Normalbürger“ würden DAS noch glauben.

  4. Avatar

    Helmut Brandl

    7. Mai 2015 19:16 at 19:16

    „Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben.“
    Ist auch einleuchtend, wenn ich nichts zu beissen habe werde ich auch depressiv!
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

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    Uwe Greschuchna

    8. Mai 2015 06:53 at 06:53

    Arbeitslose, die keine Leistung nach SGB II beziehen weil der Ehe-/Lebenspartner zu hohes Einkommen hat, werden nirgends erfasst. Diese haben keinen Anspruch auf ALG 1, werden also nicht von der BA erfasst. Auf Grund des Einkommens des Ehe-/Lebenspartners haben sie keine Ansprüche auf Leistungen nach SGB II, werden also in den Jobcenter ebenfalls nicht erfasst.

    Das ist gängige Regelung und im Gesetz so vorgesehen. Zu hohes Einkommen als Bedarfsgemeinschaft, keine Ansprüche nach SGB II, keine Krankenversicherung, keine Leistung, keine Erfassung.

    Insofern gibt es in D. eine versteckte Arbeitslosigkeit, die nirgends statistisch erfasst wird.

  6. Avatar

    Robert Krol

    8. Mai 2015 10:10 at 10:10

    Es gibt eine weitere Gruppe tatsächlich arbeitsloser und arbeitssuchender Menschen, die vorsätzlich nicht mitgezählt werden in der Statistik:
    Alle diejenigen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind, aber in einem Lebensverhältnis stehen (v. a. Ehe oder Partnerschaft in Wohngemeinschaft), wo nach derzeitiger Gesetzgebung dann keine SGBII-Leistung zu zahlen ist, sondern der Partner mit seinem Einkommen ja den Arbeitslosen versorgen kann.
    Der Statistik-Trick: wer keine Leistung von der ARGE erhält, wird auch nicht als Arbeitslos mitgezählt, auch wenn er ganz offiziell als arbeitslos- und -suchend dort gemeldet ist.

    Um in der Statistik gezählt zu werden, muss man _unbedingt_geichzeitig_(!)_ alle Kriterien erfüllen: arbeitssuchend + dem Markt vollzeitig zur Verfügung stehend + Leistungen von der ARGE bekommend.

    Wenn eines dieser Kriterein nicht erfüllt wird, ist man laut offizieller Statistik nicht arbeitslos. Diese Gruppe von Menschen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind und dann, weil verheiratet mit einem Geld verdienenden Partner, keine Unterstützung mehr bekommen, ist sicherlich statistisch relevant, aber bisher gar nicht erfasst. Das sind ganz bestimmt mehrere hundertausend betroffene Menschen.

    Die Arbeitslosenstatistik ist ein ganz großer Betrug, und das Ärgerlichste daran ist, dass unsere ganzen Medien, ob seriöse Tageszeitungen oder ÖR-Rundfunk und -Fernsehen, den Betrug mitmachen, anstatt zu jeder monatlichen Meldung eine Klarstellung zu bringen, mit der den „offiziellen“ Zahlen die wahren Zahlen gegenübergestellt werden. Hier sind unsere Medien total devot vor der Politik und versagen trotz der vielbeschworenen Meinungs- und Pressefreiheit total.

  7. Avatar

    Margret

    8. Mai 2015 20:29 at 20:29

    Leider werden die Menschen, die von den Arbeitslosen leben werden auch nirgends berücksichtigt. Wenn es keine Arbeitslosen gäbe, müßten diese ja auch produktiv Arbeiten.
    Wieviele sind denn in…
    – Jobcenter, Arbeitsämtern und ARGEn (Betreuung von ALG I, ALGII, Grundsicherung)
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzten in den Landes- und Bundesverwaltungen der BA
    – Amtsärzte, Amstpsychologen, Sozialermittlern
    – Mitarbeiter in den Beratungsstellen
    – Anwälte und ihre Sekretärinnen die sich auf das SGB spezialisiert haben
    – Mitarbeiter an den Sozialgerichten, die die Schwächen des SGB ausgleichen dürfen
    – Sozialarbeiter, Dozenten und deren Vorgesetzten in Maßnahmen
    – Sozialarbeiter, Betreuer und deren Vorgesetzten in Arbeitsgelegenheiten
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in privaten Jobvermittlungagenturen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in Leih- und Zeitarbeitsfirmen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte von Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern, Tafeln und ähnlichen Einrichtungen

    Schon die Menge an Unternehmen, Institutionen und Behörden die ihr Geld mit den Arbeitslosen verdienen zeigt mir wie krank das System ist.

    • Avatar

      joah

      13. Mai 2015 09:29 at 09:29

      Ein „Arbeitsamt“ gibt es nicht mehr – heißt jetzt nur noch „Jobcenter“, da unsere Regierung langsam aus der Täuschung im Rechtsverkehr raus will – gleiches gilt für das ehenmals benannte „Einwohnermeldeamt“, welches jetzt auch nur noch „Bürgerbüro“ heißt. Ich warte nur noch auf eine Konvertierung zu einem „Finanzcenter“.

  8. Avatar

    Rainer Wenk

    9. Mai 2015 15:47 at 15:47

    S. 21 aktueller Arbeitsmarktbericht BA
    „Außer den Leistungsempfängern gab es fast 289.000 arbeitslose Menschen, die im Dezember keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben.“

    Eine aktuelle Zahl kann oder will die BA nicht nennen. Auf meine Anfrage vor einigen Jahren wurde mir bestätigt, dass diese Gruppe nicht als arbeitslos zählt.
    Im Schnitt sind seit Jahren ca. 300.000 Personen betroffen. Da diese Gruppe aufgrund des Nichtleitungsbezuges keinerlei Leistungen wie z.B. Bewerbungskurse, Umschulung, VGS erhalten, zählen sie auch nicht als arbeitslos. Vergleichbar ist da mit einer Krankenmeldung, wobei diese Gruppe immer noch finanzielle Leistungen von der BA erhält.

  9. Avatar

    Lu

    31. Mai 2015 03:32 at 03:32

    Wirklich interessant wäre es doch, dieser Untersuchung hier nun eine entsprechende Analyse VOR der Agenda 2010 entgegenzustellen und daraus Schlussfolgerungen über die tatsächliche ENTWICKLUNG der Arbeitslosenzahlen zu ziehen. Würde mich jedenfalls sehr interessieren!

  10. Avatar

    F.Schuler

    1. Juni 2016 14:43 at 14:43

    Rentner können per Definition kein Hartz IV beziehen, ebensowenig, wer erwerbsunfähig ist. Neben dem sgb 2 (Hartz IV) gibt es nach wie vor Sozialhilfe nach dem sgb 12, hier die Kapitel 3 – 9. Die Sozialhilfe nennt sich seit 2005 Grundsicherung, es sind gut 3 Millionen Menschen in Sozialhilfe.

    Hartz IV erhält, wer mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann und zwischen 15 und 65 Jahre alt ist (außer die Zwangs-Frühverrenteten ab 63 mit lebenslangen Rentenabschlägen). Das sind derzeit rund 4,4 Mio Berechtigte nebst rund 1,5 Millionen Kinder (unter 15 Jahren) in den Familien.

  11. Avatar

    müller

    20. August 2016 22:09 at 22:09

    alles quatsch
    weils keine
    arbeit gibt , gibts keine arbeitslosen
    problem gelöst. oder?

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Wie das Coronavirus wirtschaftliche Wunden wieder aufreißt

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Coronavirus Beispielbild

Die allgemeine Erwartung einer V-förmigen Erholung der Weltwirtschaft nach der Eindämmung des Coronavirus könnte ein Trugschluss sein. Die Nebenwirkungen der Epidemie sind erheblich. Die schwächsten Glieder der globalen Wirtschaftskette drohen zu reißen.

Warum das Coronavirus der Auslöser eines Dominoeffekts werden könnte

Bislang fehlen noch harte Daten zur Beurteilung der tatsächlichen Schäden, den das Coronavirus im Welthandel sowie der gesamten Weltwirtschaft verursacht. Doch neben plausiblen Vermutungen und einigen ersten Indizien für einen signifikanten konjunkturellen Rückschlag gibt es bereits Kollateralschäden, die momentan noch kaum Beachtung finden. Der Einbruch der Ölpreise beispielsweise belastet die Haushalte der arabischen Staaten und die Bilanzen der noch preissensibleren Fracking-Konkurrenz aus den USA. Die Petro-Dollar fehlen aber nicht nur in den Produktionsländern selbst, sondern auch in den Staaten, in denen die Dollars in Form von Investitionen „recycelt“ werden.

Die bereits am Boden liegende Ölindustrie in Venezuela, die gerade erst dank finanzieller und technischer Unterstützung aus China und Russland ihre Fördermenge leicht ausweiten konnte, erlebt ebenfalls einen erneuten Rückschlag. Zwar entlasten rückläufige Preise für fossile Energieträger die gewerblichen und privaten Verbraucher. Doch auf die könnte im Zuge der Lieferkettenunterbrechung mit China noch eine spürbare Knappheits-Teuerung bei bestimmten Gütern zukommen, die den Effekt günstigerer Treibstoffpreise egalisiert.

Deutlich ernster ist die Lage in den Ländern, die sich bereits seit geraumer Zeit mit zu hohen Dollar-Schulden herumschlagen und wie Argentinien kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehen. Aber auch Brasilien, Chile und die Türkei erleben gerade ein Déjà-vu: das Wiederaufflammen ihrer Krisen aus dem Jahr 2019. Schuld daran ist zum einen der Einbruch der Exporte nach China und der krisenbedingt wieder deutlich aufwertende US-Dollar.

US Dollar Index Chart - Coronavirus drängt Markt in den Dollar

Wenn „Schwarze Schwäne“ Junge kriegen

Diese Entwicklung am Devisenmarkt verstärkt die ohnehin schon hohe Inflation in Ländern wie Argentinien und der Türkei. Zusätzlich steigt der in US-Dollar angehäufte Schuldenberg in heimischer Währung weiter an. Das Gleiche gilt für die Zinslasten, die in der schwindsüchtigen heimischen Währung erwirtschaftet und in dem teuren US-Dollar an die Gläubiger überwiesen werden müssen.

Im Zuge der Neuwahlen in Argentinien hat sich die Krise dort weiter verschärft. Der jetzige China-Schock drückt den Argentinischen Peso noch mehr gen Süden. Und dass, obwohl der IWF das Land mit der größten Hilfszahlung seiner Geschichte unterstützt und die Regierung in Buenos Aires den Devisenmarkt strengen Auflagen unterzogen hat. Die aktuellen Verhandlungen mit den Gläubigern über ein Schuldenmoratorium laufen ohnehin schlecht, da das Vertrauen in die neue Führung des südamerikanischen Landes zusehends schwindet, die wirtschaftliche Krise lösen zu können. Ein Staatsbankrott Argentiniens mit einem Schaden von über 100 Mrd. US-Dollar wäre ein weiterer „Schwarzer Schwan“ für die schwächelnde Weltwirtschaft.

Argentinischer Peso vs US-Dollar

Ebenso wie in die politische Führung in Argentinien schwindet auch das Vertrauen in die türkische Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan. Seine militärischen Abenteuer, die denen in Sachen irrationaler Geldpolitik in nichts nachstehen, gefährden die zwischenzeitliche Beruhigung der Lira-Krise. Die Türkische Lira befindet sich erneut im Sinkflug und diese Schwäche droht die Inflations- und Schuldenproblematik des Landes wieder anzuheizen. Die Türkei ist für Europa ein wichtiger Handelspartner. Auf der Liste der größten Volkswirtschaften der Welt steht das Land am Bosporus nach Saudi Arabien auf Platz 19.

Türkische Lira vs US-Dollar

Das Coronavirus verkürzt die Zündschnur der BBB-Schuldenbombe

Erst gestern läutete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Alarmglocken in Sachen weltweiter Unternehmensverschuldung. Dabei bereitet der supranationalen Organisation vor allem die schlechte Qualität der Schulden große Sorgen: Über die Hälfte der Unternehmen, die sich im letzten Jahr auf dem Rekordniveau des Jahres 2016 neu verschuldet hatten, sind mit dem schlechtesten “Investmentgrade“-Rating „BBB“ bewertet.

Hier droht ein Dominoeffekt, wenn im Zuge der Krise, ausgelöst durch den Coronavirus, die Ratings weiter abgestuft werden. Dann müssten sich große institutionelle Investoren zwangsweise aus diesen Schuldpapieren zurückziehen und dürften von den betroffenen Unternehmen auch keine neuen Schulden mehr erwerben. Eine globale Pleitewelle bereits jetzt angeschlagener Unternehmen könnte ein weiterer neuer „Schwarzer Schwan“ für die Weltwirtschaft werden. Auch dieser müsste wiederum mit „unkonventioneller“ Geldpolitik bekämpft werden. Dies würde die Notenbanken noch schneller an ein unkontrollierbares Inflationsszenario heranführen.

Fazit und Ausblick

Das immer wieder vorgebrachte Mantra: „Der Markt handelt die Zukunft“ ist erwiesener Maßen Quatsch. Hätten die Märkte im Spätsommer letzten Jahres neben der sich damals unerwartet zuspitzenden Handels-Fehde zwischen den USA und China bereits erahnt, was zum Jahresauftakt 2020 mit dem Coronavirus noch auf die Weltwirtschaft zukommt, wären viele Marktteilnehmer vielleicht nicht so in Vorfreude einer Lösung des Handelsstreits in Euphorie verfallen. Wer kann also absehen, was in drei oder sechs Monaten passiert. Zumal die Weltwirtschaft bereits vor der Virus-Epidemie signifikante Dynamikverluste verzeichnete und die Schulden weiter fröhlich explodierten.

Vielleicht sollten sich die Marktteilnehmer nicht allzu unbekümmert auf die Zukunft freuen und auf eine V-förmige Erholung der Konjunktur, wie sie ja bereits für die Zeit nach einem Deal im Handelskrieg fest eingepreist wird. Wie hieß es in dem Film Forrest Gump mit Tom Hanks so treffen: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt. “. Und so könnte das Coronavirus für die Märkte noch so manche Überraschung bereithalten. In diesem Sinne sollte man weiterhin auf alles vorbereitet sein. Auch darauf, dass die ökonomischen Spätfolgen durch das Coronavirus noch für längere Zeit spürbar bleiben werden.

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Berliner Mietendeckel: ifo beschreibt die wohl logische desaströse Folge!

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Berliner Mietendeckel und die Folgen - Berlin Innenstadt Foto

Die Intention bei einer staatlichen Verzerrung von am Markt gebildeten Preisen ist natürlich in der Regel gut. Man will einfach etwas Gutes tun, schaut aber nur auf die direkte sofortige Auswirkung. Aber man achtet nicht auf die mittel- und langfristigen Folgewirkungen, welche die eigentlichen positiven Effekte zu Nichte machen. Am Ende, so möchten wir anmerken, gibt es immer katastrophale Folgen, wenn der Staat den freien Preisbildungsprozess beeinflussen will. So auch beim Berliner Mietendeckel.

Bevor wir zur aktuellen Lage und Analyse in Berlin kommen, schweifen wir noch kurz ab in die Schweiz. Da versuchte die Notenbank jahrelang durch massives Dagegenhalten den Schweizer Franken auf Aufwerten zu hindern. Jahrelang war Euro gegen Franken bei 1,20 eingefroren. Dann, völlig überasschend, sahen die Notenbanker Anfang 2015, dass sie diese Einfrierung so nicht aufrechterhalten konnten. Die Verzerrung wurde aufgehoben, der Markt konnte wieder frei agieren. Und siehe da, der Schweizer Franken explodierte. Ein Desaster für sehr viele Anleger, und ein Desaster für die Schweiz, weil alle ausländischen Käufe Schweizer Produkte sich schlagartig extrem verteuerten. Auch Urlaub in der Schweiz wurde über Nacht deutlich teurer.

Aber nun zurück zur Marktverzerrung in Berlin, zum Berliner Mietendeckel, der laut der dortigen Stadtverwaltung und Politik (rot-rot-grün) für alle Mieter und Mietsuchenden natürlich nur Vorteile bringen wird. Denn wie gesagt, man will ja etwas Gutes tun! Das Münchner ifo-Institut hat zusammen mit dem Portal „Immowelt“ die Berliner Mietpreise analysiert. Zunächst die noch relativ naheliegenden sofortigen Folgen. Zitat ifo:

Bereits die Ankündigung des Mietendeckels hat die Vermieter in Berlin beeinflusst: Seit Juni 2019 steigen die Mieten von regulierten Wohnungen langsamer als in den übrigen 13 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Bei nicht regulierten Wohnungen (Neubauten ab 2014) stiegen die Mieten hingegen schneller als in den anderen deutschen Großstädten.

Aber wie werden die Vermieter im größeren Bild gesehen auf den Berliner Mietendeckel reagieren? ifo hat da eine klare Meinung, was passieren wird (was wir für eine durchaus logische Folgewirkung halten, wenn der Markt derart verzerrt wird). Zitat ifo:

„Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass die Eigentümer der regulierten Mietwohnungen einen Teil ihrer Mieteinnahmen verlieren. Man kann damit rechnen, dass freiwerdende Wohnungen vielfach dem Mietmarkt entzogen und als Eigentumswohnungen verkauft werden. Neben den Vermietern sind auch Wohnungssuchende in Berlin die Verlierer des Mietendeckels“, sagt Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts.

Frage: Entziehen sich die Vermieter tatsächlich in großem Umfang dem Berliner Mietendeckel, in dem sie Mietwohnungen umwandeln und als Eigentum zum Verkauf stellen… muss die rot-rot-grüne Regierung dann zwecks Aufrechterhaltung des Gesamtvorhabens die nächste staatliche Verzerrung erzeugen, in dem man die Neuumwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verbietet? Schöne neue Planwirtschaft in Berlin, möchten wir dazu sagen.

Und weiter heißt es von ifo im Wortlaut:

Die Schere am Berliner Immobilienmarkt geht damit weiter auseinander: Neubauten, die häufig in bevorzugten Lagen zu finden sind, werden immer teurer. Der Bestand entwickelt sich preislich schwächer. Dadurch sinkt der Anreiz, in die Aufwertung von Bestandsimmobilien zu investieren.

„Die beobachteten Auswirkungen des Berliner Mietendeckels werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den gewünschten Entlastungseffekt haben, sondern das Auseinanderdriften am Wohnungsmarkt weiter verschärfen“, sagt Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt AG. „Das zeigt das deutlich stärker steigende Mietpreisniveau bei nicht regulierten Neubauten. Eine solche Entwicklung kann für eine Stadtgesellschaft nicht gut sein und widerspricht dem eigentlichen Zweck des Gesetzes. Statt in das Eigentumsrecht von zumeist privaten Vermietern einzugreifen und Investitionen in die Wohnungswirtschaft zu hemmen, sollte die Politik sich darauf konzentrieren, geförderten Wohnraum zu schaffen, wo er gebraucht wird.“

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Unternehmensschulden erreichen weltweit neuen Rekordstand

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Weltweite Unternehmensschulden laut OECD auf Rekordniveau

Die in Form von Anleihen verbrieften weltweiten Unternehmensschulden haben ein neues Rekordhoch erreicht. Warum die OECD die Alarmglocken läutet?

Unternehmensschulden erreichen ein nie da gewesenes Niveau

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Finanzkrise nie aufhörte zu existieren, kann man u. a. an dem Stand der weltweit verbrieften Unternehmensschulden erkennen. Gemäß den jüngsten Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich die Anleiheschulden der Unternehmen seit dem Jahr 2008 bis zum Ende des Jahres 2019 auf 13,5 Billionen US-Dollar verdoppelt. Die OECD sieht in diesem Zusammenhang gleich mehrere Entwicklungen problematisch und warnt u. a. vor dem anhaltenden Rückgang der Qualität der im vergangenen Jahr verbrieften Unternehmensschulden. Über die Hälfte der neu ausgegebenen Anleihen sind mit „BBB“ geratet und erfüllen nur noch knapp den Status „Investment Grade“. Sollte es zu einer weiteren Eintrübung der Konjunktur kommen, bestünde die Gefahr massenhafter Qualitätsabstufungen in den „Ramsch“-Bereich. Dies würde es vielen institutionellen Käufern dieser Schuldpapiere verunmöglichen, die Anleihen der betroffenen Unternehmen weiterhin zu erwerben oder in ihren Beständen zu halten.

Die in ihrer Bonität herabgestuften Unternehmen hätten dann kaum alternative Finanzierungsquellen und müssten deutlich höhere Kreditkosten in Kauf nehmen. Beide Effekte erhöhen wiederum die Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen weiter und können zu einem gefährlichen Dominoeffekt führen. Die OECD weist daher auf das Risiko hin, dass ein künftiger Abschwung zu deutlich höheren Ausfallraten führen kann als in früheren Kreditzyklen. So waren in den Jahren 2000 bis 2007 am Kapitalmarkt aufgenommene Unternehmensschulden nur zu 39 Prozent mit dem schlechten Rating „BBB“ bewertet.

Besorgniserregend ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Unternehmen weltweit in neue Schulden stürzen: Seit dem Jahr 2010 gewinnt die Schuldenaufnahme an Dynamik. Im vergangenen Jahr haben Firmen außerhalb des Finanzsektors neue Verbindlichkeiten in Höhe von 2,1 Billionen US-Dollar aufgebaut. Dieses Volumen entspricht dem bisherigen Rekord aus dem Jahre 2016 – mit einem Unterschied: Damals wuchs die Weltwirtschaft noch mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent, im Jahr 2019 waren es nur knapp 3 Prozent. Für das laufende Jahr wird hingegen, je nach Schätzung, nur noch mit einem Wachstum von 2,3 bis 2,8 Prozent gerechnet, einhergehend mit einem neuen Rekord bei den Unternehmensschulden. Der Trend hin zu immer weniger Wachstum, das durch immer höhere Schulden erkauft wird, setzt sich damit fort. Besonders stark explodierten die Unternehmensschulden seit dem Jahr 2018 in den Schwellenländern. Auch dieser Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, da gerade in China, das nach wie vor als Schwellenland geführt wird, immer mehr Unternehmen nur noch dank massiver Ausweitung ihrer Verbindlichkeiten zahlungsfähig bleiben. Die Coronavirus-Epidemie wird diese Entwicklung zusätzlich verstärken.

Die Gründe für die Emissionsflut bei Unternehmensanleihen

Positiv zu werten ist, dass die weltweit sinkenden Kapitalmarktzinsen die Kreditkosten in den letzten Jahren massiv gesenkt haben. Dadurch ist es für Unternehmen attraktiver geworden, sich direkt am Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Anleihen zu refinanzieren, anstatt teurere Bankkredit in Anspruch nehmen zu müssen. So fanden im Zuge der sinkenden Kapitalmarktzinsen in den letzten Jahren in hohem Volumen auch Umfinanzierungen statt. Für die Banken bedeutet dies einen Marktanteilsverlust bei Unternehmensfinanzierungen. Banken, die über kein eigenes Anleihegeschäft verfügen, leiden besonders unter diesem Trend.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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