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ARD: Warum Lutz Marmor gerade jetzt seine GEZ-„Charme- und Transparenzoffensive“ startet…

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Von Claudio Kummerfeld

Warum ARD-Chef Lutz Marmor gerade jetzt seine GEZ-„Charme- und Transparenzoffensive“ startet? Themenwoche für ein etwas, das bei jungen Leuten In ist, eine Talkrunde über Gebührenverwendung, Veröffentlichung von Geldverteilungen – da muss wohl jemand dringen schönes Wetter schaffen bis zum Frühjahr 2016. Aber warum? Eine Spurensuche…

I want you for GEZ ARD 2
Foto: Montgomery Flagg / Gemeinfrei

Haben Sie schon mal was von der KEF gehört? Das ist die angeblich unabhängige „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“. Sie errechnet, wie viel ARD & ZDF als Gesamtbudget in Zukunft wohl brauchen werden und macht den versammelten Ministerpräsidenten der Bundesländer einen Vorschlag zur Festsetzung der künftigen GEZ-Gebühr. Laut KEF soll ihr nächster Bericht (Vorschlag für die Bundesländer) im Frühjahr 2016 erscheinen. Bis dahin müssen ARD und ZDF kräftig schön Wetter machen, denn idR folgen die Ministerpräsidenten der Bundesländer der KEF-Empfehlung. Der KEF-Vorsitzende Heinz Fischer-Heidlberger sagte im Juli Zitat:

„Als KEF wollen wir unserer Aufgabe bestmöglich gerecht werden. Die Vorgaben dabei sind für uns Recht und Gesetz in Form der Rundfunkstaatsverträge, der von den Ländern festgelegte Auftrag an die Anstalten und als wichtigster Maßstab Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.“

Betonung mag man hier auf die beiden Wörter „Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ legen!

Nur einen Monat später verkündet ARD-Chef Lutz Marmor seine Anstalt benötige zur Finanzierung von Gehaltserhöhungen und für die „enormen“ Kosten der Digitalisierung die gesamte 1,16 Milliarden-Reserve, die durch die neue Gebührenordnung seit 2013 als Reserve angespart wurde und eher für die Entlastung der Gebührenzahler vorgesehen war. Und darüber hinaus benötige er nochmal eine Gebührenerhöhung, weil er noch 99 Mio extra oben drauf brauche. Mit dem sofort darauf folgenden medialen Gewitter, das auf ihn herabstürzte, hatte Marmor wohl nicht gerechnet. Zeitungen, Portale und Bürger begehrten in den letzten Wochen auf, sie „erdreisteten sich“ von ARD-Raffgier und noch Schlimmerem zu sprechen… und merkwürdigerweise (sicher nur ein zeitlicher Zufall) verkündet die ARD nur wenig später eine große Charme- und Transparenzoffensive, denn es könnte doch tatsächlich passieren, dass die Damen und Herren der KEF sich von der öffentlichen Revolte beeindrucken lassen und Herrn Marmor seine 1,16 Milliarden + 99 Millionen nicht zugestehen. Das darf natürlich nicht passieren, gegen so eine schlechte öffentliche Stimmung muss was gemacht werden.

Die große ARD-Transparenzoffensive

Am 19. Oktober um 21 Uhr LIVE (natürlich ein totaler zeitlicher Zufall) veranstaltet die ARD eine TV-Fragerunde genannt „ARD-Check“, zu der man schon vorab Fragen online einreichen kann. In einem lockeren Video sagt dort ARD-Chef Lutz Marmor z.B. „Was machen wir eigentlich mit ihrem Geld? Was können wir besser machen?“… Sie können dabei sein, stellen Sie uns ihre Fragen…

Hier aus der Original-Pressemeldung der ARD zu der Aktion:

„Was macht die ARD mit den Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag? Stimmt die Qualität der Programme in Hörfunk und Fernsehen, und wie steht es um die Glaubwürdigkeit der ARD? Diesen und anderen Fragen stellen sich der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Lutz Marmor sowie WDR-Intendant Tom Buhrow in einer 90 minütigen Sendung im Ersten. Rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer sind als Gäste dabei und können am 19. Oktober den Intendanten unmittelbar Fragen stellen. Sandra Maischberger wird den ARDcheck aus dem Hamburger Hafen moderieren.“

Da hat sich die ARD doch eine Frage schon selbst beantwortet: Verprassen! Denn was liest man da? Diese Talkrunde wird nicht kostensparend in einem NDR-Studio oder z.B. in den Räumen des „Studio Hamburg“ veranstaltet, das dem NDR gehört. Nein, man mietet dafür extra eine Location im Hamburger Hafen an. Den Veranstaltern der Aktion ist wohl schon gar nicht mehr bewusst, dass man Kosten sparen könnte, wenn man die Talkrunde in den eigenen Räumen veranstaltet. Warum auch, wenn es eh ein sattes Budget für alles gibt. Und zu allererst sollte die Frage geklärt werden, nach welchen Kriterien denn die 150 Zuschauer/innen im Studio ausgewählt wurden. Kommt es dann zu Fragen, wo Herr Marmor dann antworten kann „ich bin Ihnen dankbar, dass sie gerade diese Frage gestellt haben“… ?

Verwendung der GEZ-Gelder

Auch vor wenigen Tagen (wieder ein Zufall, bestimmt!) am 23. September veröffentlichte die ARD einen „Produzentenbericht„, zum ersten Mal. Ausdrücklich legte man in der Pressemitteilung darauf wert, dass satte 70% von Produktionskosten an externe Produzenten flossen. Damit möchte man wohl den Eindruck erwecken „schaut her, das Geld fließt ja auch an Private, es bleibt nicht nur bei der ARD, andere haben auch was davon“. Liest man den Originaltext unten, könnte man doch wirklich auf die Idee kommen die GEZ-Gelder würden massenhaft in die Privatwirtschaft zurückfließen. Doch 493,5 Mio Euro für externe Produzenten sind relativ wenig, wenn man bedenkt, dass die ARD derzeit ein Gesamtbudget von 6,3 Milliarden Euro hat.

„Der Gesamtwert aller Auftrags, Ko- und Mischproduktionen der ARD-Landesrundfunkanstalten und der Degeto lag im vergangenen Jahr bei 707,1 Millionen Euro. Von den ARD und Degeto-Vergaben ging der überwiegende Anteil, nämlich 493,5 Millionen Euro (das entspricht rund 70 Prozent), an unabhängige Produzenten. Diese Zahlen gehen aus dem ARD-Produzentenbericht 2014 hervor, den die ARD nach der Intendantensitzung in Stuttgart erstmals veröffentlicht hat. Die ARD-Gremien werden sich in den kommenden Wochen mit dem Bericht befassen. Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor: „Der ARD-Produzentenbericht ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz.“

Das ist „IN“ bei jungen Leuten

Ja, dieses Zitat ist wirklich gefallen, gleich mehr dazu. In der 20 Uhr Tagesschau-Ausgabe vom Dienstag 29.09. zeigte sich ganz deutlich, wie krampfhaft die ARD jetzt ihr Image aufpolieren will. Minutenlang betrieb man da Eigenwerbung für die ARD-Themenwoche „Heimat“, die am Sonntag startet. ARD-Chef Lutz Marmor gönnte sich selbst einen Auftritt in der Tagesschau und schwärmte über die ARD-Themenwoche „Heimat“ und der 12 Stunden-Doku „Deutschland Dein Tag„, wo man laut Vorschau z.B. so hochspannende Sachen sehen kann wie einer Bahnschaffnerin dabei zuzugucken, wie sie Fahrkarten kontrolliert. Zitat Lutz Marmor:

„Dazu sagen wir: Wir machen mal was anderes, wir gehen mal vom üblichen Schema ab. Wir geben hier Deutschland viele Gesichter, die dokumentarisch dargestellt werden. Ich glaube dazu ist das Öffentlich Rechtliche Fernsehen auch da, abzubilden was ist – eine besondere Anstrengung“.

Silke Hillesheim, ARD-„Koordinatorin“ der Themenwoche „Heimat“, merkte direkt danach an Zitat:

„Wir wollen einen modernen Heimatbegriff diskutieren, einen positiven Wertewandel, die Heimat ist insbesondere IN bei jungen Leuten“.

Ja, das war ein Zitat, das haben wir uns nicht ausgedacht, schauen Sie selber, hier der Originallink zur Tagesschau vom 29.09. Möchte man Herrn Marmor und Frau Hillesheim böse Absichten unterstellen (das wollen wir natürlich nicht), könnte man meinen die ARD wolle sich plump und oberflächlich bei der jungen Zielgruppe einschleimen, auf die Schnelle nochmal Schönwetter machen, die Stimmung in der Öffentlichkeit aufpolieren. Aber NEIN, eine Doku zu produzieren über Heimat, weil das Thema jetzt IN ist bei jungen Leuten, ist ein tiefgründiger und ernsthafter Themenkomplex!

Keine Angst Herr Marmor

Warum macht er all das der Herr Marmor, und warum jetzt? Er will an den 1,16 Milliarden-Reservetopf und er will noch eine weitere Erhöhung – da möchte er in der Öffentlichkeit Schönwetter machen, dass alles total super läuft, dass man „hart an der Kante“ haushaltet, und dass man wirklich Inhalte auch für junge Leute bietet, dass man wirklich eine Daseinsberechtigung hat usw, denn die KEF bekommt den zunehmenden Groll der Gebührenzahler ja auch mit.

Aber einen Trost haben wir für Sie, lieber Herr Marmor (der liest mit, das wissen wir inzwischen): Die Ministerpräsidenten-Konferenz, die Ihr Budget beschließt, wird bestimmt jede Menge frisches Geld durchwinken. Um den „Volkswillen“ zu beruhigen, wird man sich in dieser Runde sicherlich darauf einigen, z.B. die von Ihnen geforderte 99 Mio-Gebührenerhöhung nicht umzusetzen und die von Ihnen geforderten kompletten Reservegelder von 1,16 Milliarden Euro nicht ganz auszuschütten, sondern z.B. nur 850 Mio Euro. Warum so eine krumme Summe? Wir vermuten, dass die herauskommt als Zahlung an die ARD, damit man den Bürgern suggerieren kann man habe bei KEF + Ministerpräsidentenrat „hart“ nachgerechnet und abgewogen, was die ARD wirklich mindestens braucht, und man habe ihr nur genau so viel zugebilligt, und keinen Cent mehr. Deswegen muss eine krumme Summe rauskommen. Damit werden Sie sicherlich auch morgen noch Daily Soaps, Skispringen, Galas und Glaspaläste finanzieren können – also ruhig Blut Herr Marmor – das Leben geht weiter!


4 Kommentare

4 Comments

  1. Uwe Pompös

    2. Oktober 2015 12:04 at 12:04

    Und auch deshalb, kämpfen wir bei gez-boykott mit über 11 000 Mitgliedern gegen den Rundfunkbeitrag.

    Es ist schön das endlich die Presse, wie zb. Finanzmarktwelt über dieses
    perverse System berichtet.

  2. joah

    2. Oktober 2015 13:01 at 13:01

    Offenheit? „Aktenzeichen XY“ sendet Beitrag wegen Hautfarbe nicht – dann doch noch „kurzfristig“ umentschieden. Quelle:
    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/zdf-zeigt-fahndungs-beitrag-ueber-schwarzen-verdaechtigen-doch-id11009016.html
    Falsche Offenheit ist keine. Zensurverein bleibt Zensurverein.

  3. Super Intendant

    3. Oktober 2015 17:54 at 17:54

    Auch die Anstalten des öffentlich rechtlichen Rundfunks ARD & ZDF sowie die Landesanstalten müssen viel mehr in der aktuellen Flüchtlingssituation leisten. Anstatt Millionengagen und Millionenbudgets für Einzelindividuen oder gedopten Sportmüll zu bezahlen, sollten weite Teile der Beiträge nun für Flüchtlinge eingesetzt werden. Das „Wir schaffen das“ muß vom ARD & ZDF aktiv vorgelebt werden. Nicht nur moderieren, sondern selbst aktiv Flüchtlingsarbeit leisten. Berichte über sinnlose Promis sind überflüssig, besser wäre es aktiv mehrere hundert Flüchtlinge in die Rundfunkarbeit zu integrieren.
    Jedes Betriebsgelände einer Sendeanstalt muss Bereiche für Flüchtlingsunterbringung ausweisen. Einige der überflüssigen Spartenkanäle sollten sofort umgebaut werden zu Flüchtlingssendern. Mehrsprachiges Programm von Migranten für Migranten kann hier eine echte Integrationshilfe werden. Staatskunde und Sprachunterricht kann hier zeitnah flächendeckend vermittelt werden. Hier kann der ÖRR endlich sinnvoll tätig werden.
    Leider habe ich das Gefühl, dass der ÖRR meint den Bürgern, dass „Ihr schafft das schon“ mit einem Prosecco in der Hand zuprostend von der „Tribüne“ aufdrücken will. Welcher Moderator leistet aktive Flüchtlingshilfe und stellt seine Immobilie zur Verfügung???

  4. Hinterfrager

    4. Oktober 2015 17:29 at 17:29

    Tja, den (Alpha-) Männchen bei Kreischberger ist selbstredend eine rein zweckmäßige Location unter keinen Umständen zuzumuten. Vielmehr sollte es eine sein, die der (vermeintlichen) Größe und Bedeutung des Hahnenkamms auf dem Kopf jener Gockel entspricht…

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Handelskrieg – nach dreizehn Verhandlungsrunden zurück bei „Phase 1“

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Containerschiffe - Symbole im Handelskrieg

Die hochrangigen Gespräche in Washington endeten gestern Abend mit Absichtserklärungen und weiteren Zeitplänen. Einen Deal gab es im Handelskrieg noch nicht. Alle etablierten Zölle und Sanktionen bleiben vorerst in Kraft. Zentrale Fragen sind weiterhin offen.

Handelskrieg – keine weitere Eskalation

Eine gute Nachricht vorweg: Die für kommenden Dienstag geplante Zollanhebung von 25 auf 30 Prozent auf Importe aus China im Gesamtwert von 250 Mrd. US-Dollar wird ausgesetzt.

Zudem sprachen beide Seiten von „substanziellen Fortschritten“ in den Verhandlungen. Wobei Donald Trump erneut rhetorisch über das Ziel hinausschoss und von einer „substanziellen Einigung“ sprach, die es aber laut chinesischer Nachrichtenagentur Xinhua nicht gab, ebenso wenig wie einen Deal oder einen Teil-Deal. Lediglich den Ankauf von US-Agrarprodukten hat die chinesische Seite verbindlich zugesagt. Eine schriftliche Zusammenfassung der erreichten Verhandlungsergebnisse gab es ebenfalls nicht. Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin, der zusammen mit Robert Lighthizer die Verhandlungen für die US-Seite führte, äußerte sich daher auch zurückhaltend und sprach davon, dass es noch viel Arbeit zu tun gäbe, auf dem Weg zu einer Teilübereinkunft. Das liegt auch daran, dass bei den wichtigsten Kernthemen keine Kompromisse erzielt werden konnte. Das gilt insbesondere für die Huawei-Sanktionen, den Schutz geistigen Eigentums und für die staatlichen Subventionen an chinesische Unternehmen.

Nach dem Besuch des chinesischen Verhandlungsführers Liu He im Weißen Haus musste der US-Präsident dann auch eingestehen, dass man sich nach 18 Verhandlungsmonaten, sieben Zoll-Eskalationsstufen und diversen Sanktionen gegen Bürger, Unternehmen und Organisationen nun wieder in „Phase 1“ der Verhandlungen im Handelskrieg befinde.

Chronologie der Zoll-Eskalation zwischen den USA und China:

Handelskrieg USA China Verlauf

Zeitpläne und Fortschritte

Die USA halten sich weiter die geplante Zollanhebung für Mitte Dezember offen. So will man den Druck auf die chinesische Seite aufrecht erhalten. Wie glaubhaft diese Androhung neuer Zölle noch ist, steht auf einem anderen Blatt. Dem Präsidenten nahe stehende und mit den Verhandlungen vertraute Mitarbeiter hatten laut Reuters bereits im Vorfeld von dem Wunsch Donald Trumps berichtet, weitere Zollanhebungen nach Möglichkeit zu verhindern. Positive Signale vonseiten der chinesischen Verhandlungsdelegation könnten dafür schon ausreichen. Genau so kam es dann auch. Vermutlich scheut der Präsident mittlerweile eine erneute Eskalation im Handelskrieg mit weiteren Belastungen für die US-Wirtschaft und die Wall Street. Durch den innenpolitischen Druck in der Syrienfrage und das drohende Amtsenthebungsverfahren ist seine Autorität auch im Handelskrieg angeschlagen. Das weiß auch die chinesische Seite. Die kommunistische Führung Chinas ist jedoch ebenfalls mit innenpolitischen Problemen, v. a. in Hongkong, und wirtschaftlicher Eintrübung konfrontiert. Beide Entwicklungen könnten im Reich der Mitte zur Ausbreitung sozialer Unzufriedenheit bis hin zu offenem Protest und Unruhen führen. So scheint es, dass beide Seiten diesmal tatsächlich dazu bereit sind, zumindest eine Teilübereinkunft zu erzielen, die weitere Belastungen für China und Amerika abwendet. Für beide Seiten steht mittlerweile zu viel auf dem Spiel. Damit besteht erstmals seit Anfang Mai die berechtigte Hoffnung, dass zumindest auf Ebene der Zölle keine weitere Eskalation stattfindet. Das schließt gleichwohl Zölle gegen andere Handelspartner der USA und Provokationen auf Ebene von Sanktionen und verbaler Provokation durch den US-Präsidenten nicht aus.

In Anbetracht der noch zu findenden Kompromisse ist der weitere Zeitplan ambitioniert. In den nächsten drei Wochen sollen weitere konkrete Vereinbarungen schriftlich fixiert und finalisiert werden. Bereits in vier Wochen möchte sich Donald Trump nach eigenem Bekunden anlässlich des Asien-Pazifik-Gipfels mit Präsident Xi Jinping in Chile treffen, um ein Teilabkommen zu unterzeichnen.

Bedeutung für Weltwirtschaft und Märkte

Bereits im Mai hatte China einen von den USA ausformulierten Handelsvertrag zusammengestrichen, woraufhin der Handelskrieg weiter eskalierte. Seitdem sind die wirtschaftlichen Belastungen für China, die USA und die gesamte Weltwirtschaft angestiegen und bereits deutlich spürbar. Der Internationale Währungsfonds (IWF) beziffert den möglichen Schaden auf 700 Mrd. US-Dollar. Fast alle Regionen der Welt seien mittlerweile negativ betroffen, so die Direktorin des IWF Kristalina Georgiewa.

Der Welthandel leidet unter dem generellen Trend zum Protektionismus, der sich in weiteren Handelskonflikten zeigt. Von ökonomisch besonderer Bedeutung ist dabei der zuletzt eskalierte Konflikt zwischen Japan und Südkorea sowie den USA und Europa. Aber auch zwischen den USA und Indien gibt es noch offene Streitpunkte. Ob die deutsche Automobilindustrie erneut in den Fokus von Präsident Trump gerät, hängt auch davon ob, ob es für ihn von wahltaktischem Nutzen ist.

Fazit und Ausblick

Die jüngsten Verhandlungen in Washington zeigen eines ganz deutlich: Beide Seiten zeigen im Handelskrieg Ermüdungserscheinungen und sind auf ein Herunterkühlen des Konflikts bedacht. Ein Ende des Kampfes um die globale Dominanz auf verschiedenen Ebenen ist damit aber nicht eingeleitet. Sollte Trump tatsächlich wiedergewählt werden oder seine demokratische Kontrahentin Elisabeth Ann Warren sein Amt übernehmen, sind neue Spannungen zwischen den beiden führenden Machtblöcken vorprogrammiert.

Kurzfristig bedeutet die Deeskalation zumindest eine psychologische Entlastung für die Märkte. Auch der für die Gesamtwirtschaft in den USA so wichtige Konsument kann nun voller Hoffnung in die bevorstehende Weihnachtssaison starten. Was bleibt, ist das Nachrichtenrisiko oder besser gesagt das Twitter-Nachrichtenrisiko, welches man bei Donald Trump auch weiterhin nicht unterschätzen sollte.

Der grundsätzliche Konflikt um den Machtanspruch in der Welt, den Peking bis 2050 realisieren möchte und die USA auf keinen Fall aufgeben wollen, bleibt bestehen. Ebenso wie die grundsätzlichen ökonomischen Herausforderungen. Die Weltwirtschaft befindet sich in einem sehr reifen übergeordneten Verschuldungszyklus, der die weitere Entwicklung geldpolitisch, geopolitisch und ökonomisch dominiert. Diese Erkenntnis steht den Märkten noch bevor, die in Anbetracht der Fortschritte in den Verhandlungen kurzfristig in Verzückung geraten sind. Umso ernüchterter wird man feststellen, dass gar nichts gelöst ist und die eigentliche Krise des künstlich am Leben erhaltenen Finanzkapitalismus noch bevorsteht.

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Aktuell: USA-China-Gespräche im Weißen Haus – Update 22:06 Uhr mit Trump-Aussage

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Vor wenigen Minuten hat die chinesische Delegation das Weiße Haus betreten zu Gesprächen über eine Lösung im Handelskrieg zwischen China und den USA. Hier die wichtigsten Infos in Kurzform. Bitte aktualisieren Sie diesen Artikel für neue Infos.

Angeblich Teil-Deal für „Waffenstillstand“ im Handelskrieg, damit Donald Trump und Xi Jinping später im in diesem Jahr echten Deal vereinbaren können.

Kleiner Deal für Waffenstillstand könne dafür sorgen, dass geplante Zollanhebungen erstmal nicht in Kraft treten.

Update 21:05 Uhr:

Gleich ist es soweit. Presse soll wohl gleich ins Oval Office kommen.

Update 21:38 Uhr:

WH lässt Reporter zappeln. Vermutung: Man wartet bis 22 Uhr deutscher Zeit, bis die US-Aktienmärkte geschlossen haben?

Update 21:41 Uhr:

Trump: Erster Schritt eines Deals mit China, Abschluss Mitte November. Solange dauert es den Deal schriftlich zu fixieren. Deal beinhaltet:

– Geistiges Eigentum
– Finanzdienstleistungen
– Große Käufe von Agrargütern
– Devisenkurse

„Sell on good news“? Dow fällt in letzten 10 Minuten um 120 Punkte.

Update 21:53 Uhr:

Finanzminister Mnuchin: Zölle gegen China werden nächste Woche nicht erhöht.

Update 21.58 Uhr:

US-Handelsbeauftrager Lighthizer: Wir werden einen aufwändigen Konsultationsprozess zur Durchsetzung der Vereinbarungen haben, und sind auf die letzten Details angewiesen, was passiert, wenn es keine Lösung gibt. FMW: Also noch jede Menge offene Fragen und Probleme, und jede Menge Raum für Trump um böse Tweets abzusetzen? Fällt der Dow deshalb vom Top von vorhin aktuell um 150 Punkte?

Trump: Er denkt nicht, dass das Abkommen in den nächsten Wochen bröckeln wird, obwohl das passieren könnte.

Aktuelle Zollanhebungen entfallen, aber für Dezember noch keine Entscheidung (FMW: Na, das kann ja ein heiteres Chaos geben in den nächsten Wochen).

Huawai noch nicht Teil der heutigen Vereinbarung.

Update 22:06 Uhr:

Kurz-Fazit in Frageform: USA tauschen kurzfristig im Oktober Sojabohnen gegen Zollaussetzung? Und dann für November und Dezember bleibt man noch schön unverbindlich? Jede Menge offene Fragen. Dow hat in den letzten 30 Minuten 200 Punkte verloren.

Trump: Ab Mitte November soll dann Phase 2 des Deals mit China folgen usw. Es sei besser so einen Deal in einzelnen Abschnitten umzusetzen. Im Klartext: Man konnte sich einfach in vielen Punkten nicht einigen, und verschiebt die Probleme in die Zukunft?

Weißes Haus in Washington DC

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Aktien

Deutsche Bank baut ab, Handelskrieg, Apple, Silber

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Diese Woche ist einiges los an den Märkten. Volatilität kommt in die Kurse durch den Handelskrieg. Sissi Hajtmanek und Manuel Koch besprechen im folgenden Video die aktuelle Gemengelage mit ihrer möglichen Auswirkung auf die Börse. Aber auch viele andere Themen bewegen die Börsianer derzeit wie die Deutsche Bank, Commerzbank, Apple und Silber.

Deutsche Bank und Commerzbank

Die Commerzbank schließt 250 Filialen. Die Deutsche Bank hat im Aktiengeschäft viel abgebaut. Wie geht es weiter? Es wird wohl zunehmend mehr weg verlagert von den Filialen ins Digitale. Die DB hatte jüngst nach Medienberichten eine Klarstellung veröffentlicht. Hier nochmal im Wortlaut:

Die Deutsche Bank plant keinen weiteren Stellenabbau über die Pläne hinaus, die der Vorstand am 7. Juli verkündet hat. Damals gab die Deutsche Bank eine neue Strategie bekannt, die mit dem Abbau von weltweit 18.000 Stellen bis 2022 auf dann 74.000 Stellen einhergehen soll. Ziel des Abbaus ist es, die bereinigten Kosten des Deutsche-Bank-Konzerns um mehr als ein Viertel auf 17 Milliarden Euro zu senken. Eine Aufteilung nach Regionen und Bereichen haben wir damals nicht kommuniziert, und wir werden dies auch weiterhin nicht tun. Sobald Entscheidungen über den konkreten Stellenabbau gefallen sind, werden sie zu allererst mit den Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Bereichen besprochen. Wiederholt hat der Vorstand deutlich gemacht, dass alle Teile unserer Bank ihren Beitrag leisten müssen. Selbstverständlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl von Stellen wegfallen, da es der mit Abstand größte Standort der Deutschen Bank ist. Dabei ist der schon geplante Abbau von Arbeitsplätzen im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl von 18.000 Stellen enthalten.

Apple und Silber

Die Apple-Aktie wird im folgenden Video ab Minute 3 im Detail besprochen, fundamental wie auch charttechnisch. Ist die Aktie ein Kauf? Im Video werden auch konkrete Kursmarken genannt. Aber auch Silber wird besprochen mit 37% Plus in wenigen Monaten. Auch hier wird für einen möglichen Kauf ein Einstiegsszenario besprochen.

Kursverlauf der Deutsche Bank-Aktie seit Mitte 2018
Kursverlauf der Deutsche Bank-Aktie seit Mitte 2018.

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