Aus diesen zwei Gründen haussiert der Ölpreis schon vor den heutigen Lager-Daten

FMW-Redaktion

Der Ölpreis haussiert. Seit Wochen gibt es Gerüchte und Andeutungen aus mehreren Golfstaaten, dass man die bis Ende Mai laufende Fördermengenkürzung von insgesamt 1,8 Millionen Barrels pro Tag um weitere sechs Monate verlängern wolle. Gestern kam der Bericht des WSJ, dass Saudi-Arabien als de facto treibender Faktor der OPEC mit voller Kraft darauf drängt, dass die Kürzung um eben diese sechs Monate fortgesetzt wird.

Außerdem gibt es derzeit Marktgerüchte, dass die OPEC im März ihre Fördermenge noch stärker reduziert hat als ohnehin vorgesehen. Gerade jetzt in diesem Minuten veröffentlicht die OPEC ihren Monatsbericht März, wo man dann schlauer sein wird. Also Augen auf, ob der Ölpreis gleich erneut spontan schwankt! Und da war doch noch was? Ja, gestern wurden die jeweils einen Tag vor den offiziellen Lagerdaten veröffentlichten API-Lagerbestände für Öl in den USA veröffentlicht.

Mit -1,3 Millionen Barrels ist der gestrige Stand der größte Rückgang der Lagerbestände im Jahr 2017. Das gibt dem steigenden Ölpereis ein wenig Anschluss-Hoffnung, zumal auch die Benzinbestände laut API um 3,7 Millionen Barrels gefallen sind. Dass unserer Meinung nach der Ölpreis eigentlich zu hoch steht, weil die Fracker mit ihrer Produktionsausweitung gegen die Kürzungen arbeiten, geschenkt! So ist der Ölmarkt eben – momentan lebt man stark von der Hoffnung, dass die Golfstaaten mehr kürzen, als die Fracker hochfahren können.

Und die Lager? Selbst wenn nachher minimale Rückgänge rauskommen bei den offiziellen Daten, so sind die Lager doch immer noch randvoll. Im Chart sieht man gestern den ersten Schub nach oben im Ölpreis durch die WSJ-Aussagen zu den Saudis, danach der zweite Schub durch die API-Daten. Der dritte Schub im Chart entstand durch die jeweils nächtliche kurze Trading-Unterbrechnung am Terminmarkt. Danach ging es mit dem Anstieg weiter – durch den kurzen Cut entsteht im Chart der plötzliche Anstieg nach Wiederaufnahme des Handels.


Der WTI-Ölpreis seit gestern früh.


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