Deutsche Wirtschaft: Optimismus nimmt ab, Inflationsdruck ebenso – Frankreich aber „boomt“

FMW-Redaktion

Die deutsche Wirtschaft zeigt laut dem von Markit ermittelten Einkaufsmanagerindex leichte Bremsspuren, vor allem im Dienstleistungssektor. So fiel der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung auf 54,7 (Prognose war 55,5; Vormonat war 55,6). Besser dagegen die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe mit 58,2 (Prognose war 58,0; Vormonat war 58,3).

Dabei zeigen sich vor allem beim Beschäftigungsaufbau, bei den Geschäftsaussichten und auch bei den Preisen erste Bremsspuren: so fielen die Anstiege sowohl der Einkaufspreise als der Verkaufspreise der Unternehmen erstmals seit August 2016 wieder etwas zum Vormonat – gleichwohl stiegen aber die Preise weiter, aber eben nicht mehr so schnell.

Auffallend ist ein zunehmendes Auseinanderklaffen zwischen dem Bereich Industrie und dem Bereich Diestleistung. Während die Industrie die Geschäftsaussichten der nächsten 12 Monate so optimistisch sieht wie seit Januar 2014 nicht mehr, fielen im Servicesektor die Geschäftsaussichten auf den tiefsten Stand seit November 2016, der Auftragsbestand war erstmals seit drei Monaten wieder rückläufig.

Damit setzt sich ein Trend fort, der in Deutschland schon länger zu beobachten ist: die Industrie floriert, der Dienstleistungssektor, der lange den deutschen Aufschwung getragen hatte, beginnt immer deutlicher zu schwächeln.

Trevor Balchin, Senior Ökonom bei IHS Markit vermutet anhand der schwächeren Zahlen aus dem Dienstleistungssektor daher, „dass der Aufschwung in den kommenden Monaten weiter nachlassen könnte“.

In der Eurozone insgesamt bleibt das Bild dagegen sehr positiv: sowohl der Bereich Herstellung (56,8, Prognose war 56,0, Vormonat war 56,2) als auch der Dienstleistungssektor (56,2; Prognose war 56,0; Vormonat war 56,0) zeigen sich weiter verbessert. Das sind die stärksten Werte seit sechs Jahren, vor allem Frankreich entwickelte sich gut mit den besten Werten seit dem Jahr 2011.

Es boomen in der Eurozone ingesamt auch – wohl wegen des schwachen Euros – die Exporte: höchstes Plus seit sechs Jahren. In der Industrie der Eurozone zeigen die heutigen Daten den stärksten Beschäftigungsaufbau seit sage und schreibe 17 Jahren, insgesamt bleibt – anders als in Deutschland – der Preisdruck in der Eurozone hoch.

So langsam scheint sich also die Lücke zwischen Deutschland und Frankreich zu verkleinern, auch die anderen Länder der Eurozone zeigen weitere Erholungszeichen. Summa summarum sind die Daten aus Europa derzeit deutlich besser als in den USA, vermutlich holt Europa nun die Entwicklungen der USA wie immer mit einiger Verzögerung nach..


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