Die 20 neuesten Artikel auf einen Blick

Marktgeflüster (Video): Trump-Trade und Schizophrenie

Von Markus Fugmann

Seit Donald Trump gewählt wurde, herrscht bei den Finanzmarkt-Profis eine gewisse Schizophrenie: alle sitzen im selben Boot (haben Dollars, US-Banken, US-Nebenwerte etc. gekauft, Staatsanleihen, Euro und Pfund verkauft) und reiten so den Trump-Trade. Andererseits sehen eben diese Fondsmanager die größten Risiken für die Märkte in Protektionismus und Handelskriegen (also faktisch in Trump) sowie in Fehlern der US-Regierung (also auch in Trump) wie eine Umfrage der Bank of Amerika Lynch zeigt. Das ist hochgradig schizophren! Nun aber gerät der Trump-Trade in Gefahr, wenn der Dollar schwächer wird, US-Bankaktien fallen (vor allem gestern; heute Goldman Sachs trotz ganz starker Zahlen schwach heute). Alle sitzen auf der gleichen Seite desselben Bootes – und jetzt reicht eine Welle, dass einige unsanft von Bord gehen..

Warum der Trump-Trade jetzt in Gefahr ist! Positionierungen der Fondsmanager

FMW-Redaktion

Der Trump-Trade scheint mehr und mehr in Gefahr zu raten – das hat der gestrige Handelstag gezeigt, als die US-Banken so stark fielen wie seit der Wahl Trumps nicht mehr! Gleichzeitig war gestern der Dollar stark unter Druck – und folgende Grafik der Bank of Amerika Merill Lynch zeigt, warum diese Kombination für die Märkte sehr ungünstig ist, denn der Dollar und die US-Banken waren das Herz und der Motor der Trump-Rally gewesen. Und der Markt ist extrem Long im Dollar und in den Banken (gleichzeitig die Short-Quote bei US-Banken auf einem Allzeittief):


Quelle: Bank of Merika Merill Lynch
http://edge.alluremedia.com.au/uploads/businessinsider/2017/01/Trump-trade.jpg

Und der Markt ist immens short im Euro und im Pfund – beide sind gestern nach oben geschossen! Fast ebenso schmerzhaft sind und waren steigende Kurse bei Anleihen, die ebenfalls stark geshortet sind.

Die Bank of Amerika hat in ihrer regelmäßigen Umfrage die Fondsmanager befragt, welche Trades am populärsten sind, wo also das Boot am vollsten ist. Die Antwort:

1. Dollar-Longs
2. Staatsanleihen-Shorts
3. Volatilitätsarme Blue-Chips mit starker Dividende
4. Unternehmensanleihen aus der EU und den USA
5. Long im Russell (US-Nebenwerte-Index)
6. Pfund-Shorts
7. Yen-Shorts

Fast alle dieser „most crowded trades“ erlitten gestern einen empfindlichen Rückschlag: der Dollar fiel, Anleihen stiegen, das Pfund schoss durch die Decke, der Yen wurde stärker.

Dabei sind sich die von der Bank of Amerika befragten Fondsmanager durchaus bewußt, dass diese starke Positionierung für einen stärkeren Dollar etc. große Risiken beinhaltet. Gefragt, worin sie für 2017 die größten Risiken sehen, antworteten sie:

1. Protektionismus und Handelskriege
2. Fehler der US-Regierung („policy error“)
3. Abwertung des Yuan/ Immobilienblase in China
4. Desintegration Eurozone/ Probleme bei EU-Banken

Und das ist vielsagend: noch vor kurzen waren die Sorgen um die EU und ihre Banken an Nummer eins der Sorgen, zusammen mit China-Sorgen. Nun aber sind mit Protektionismus/Handelskriege und Fehler der US-Regierung faktisch zwei Dinge die Hauptsorge, die unmittelbar mit Trump und seiner Regierung zu tun haben! Und das, obwohl man selbst eben voll auf die Trump-Rally setzt mit Dollar-Longs, Banken-Longs etc.

Also geistig konsequent ist das nicht, aber: man muß mit der Herde mitlaufen, es gibt da einen harten Zwang, wenn man seinen Anlegern hinterher nicht gestehen will, dass man bei den Gewinner-Trades nicht dabei war!

Aktuelle Daten zum Ölmarkt aus dem OPEC-Monatsbericht für Januar

FMW-Redaktion

Der monatliche Ölmarktbericht der OPEC ist heute erschienen. Mit Spannung erwarten Beobachter, was hier zur Kürzung der Fördermenge durch OPEC und Nicht OPEC-Länder gesagt wird. Man hat ja vor bis Mai 2017 die Förderung um insgesamt 1,8 Millionen Barrels zu senken. Die OPEC selbst will um 1,2 Millionen auf 32,5 Millionen Barrels Ausstoß pro Tag senken. Dazu sagt die OPEC heute, dass man statt einer Nachfrage von 31,2 Millionen Barrels pro Tag in 2016 jetzt für 2017 mit einer Nachfrage nach OPEC-Öl von 32,1 Millionen Barrels rechne.

Also hat man aktuell bei der OPEC offiziell eine um 0,4 Millionen Barrels geringere Nachfrage eingeplant, als man auf den tiefsten Niveau produzieren will mit 32,5 Millionen Barrels. Also hat man offiziell selbst nach der Kürzung bis Mai bei der OPEC mehr Angebot als Nachfrage. Soll das der große WOW-Effekt für einen steigenden Ölpreis sein, möchten wir da fragen!? Im Dezember 2016 ist die OPEC-Produktion auf Monatsbasis um 220.000 Barrels pro Tag auf 33,08 Millionen Barrels pro Tag gesunken. Abzüglich des Angebots der Nicht OPEC-Länder erwartet man bei einer weltweiten Nachfrage von brutto 95,6 Millionen Barrels netto noch eine Nachfrage von 32,1 Millionen Barrels.

Stellt man diese Zahl in Relation zur von der OPEC vorgesehenen Menge von 32,5 Millionen Barrels Angebotsmenge bis Mai, ist immer noch ein Überhang beim Angebot vorhanden. Auch interessant: Laut heutigem OPEC-Report gab es in den USA 2014 noch 1.862 aktive Öl-Bohrstellen (Rigs), welche bis ins 2. Quartal 2016 auf nur noch 420 Stück zurückging. Seitdem geht es mit der Erholung des Ölpreises Monat für Monat spürbar bergauf bei der Anzahl der Rigs von November bei 580 auf 634 im Dezember. Und da soll mal jemand sagen, dass die im Raum stehende kräftige Fördermengen-Ausweitung der Fracker in den USA durch den Gesamtmarkt locker „absorbiert“ werden kann.

Uppps, ach ja, das hatte ja vor Kurzem erst der saudische Öl-Minister so gesagt. Von US-Seite drückt momentan auf den Ölpreis, dass die US-Energiebehörde EIA gestern gesagt hatte, dass US-Produzenten ihre Fördermenge weiter ausbauen würden, was sich mit dem Anstieg bei den Rigs deckt. Laut heutiger OPEC-Aussage lag die weltweite Ölnachfrage im 4. Quartal 2016 bei einer Menge von 95,3 Millionen Barrels pro Tag. Alles zusammen addiert kommt man auf der Angebotsseite für das 4. Quartal auf 96,9 Millionen Barrels. Ziehen wir davon die gesamte Fördermengen-Kürzung von 1,8 Millionen Barrels ab, und legt man noch ein wenig Nachfrageanstieg drauf, gibt es vermeintlich ab jetzt einen kleinen Nachfrageüberhang. Wie gesagt, vermeintlich, denn sämtliche Zahlen sind ständig in Bewegung! Der Iran erhöht, Libyen genauso, die Fracker in den USA ebenfalls – all das erhöht auch wieder die Angebotsseite.

Also, wenn man mal grob über den Daumen peilt, könnten wir uns in den nächsten Monaten auf einer Ausbalancierung bewegen? Wie die Saudis erst jüngst verkündeten, sehen sie aber momentan (!) keine Notwendigkeit für eine Fortsetzung des Kürzungs-Deals über den Mai hinaus. Möglich ist es also, dass es alle ab dann wieder mit der Angst zu tun bekommen… bloß schnell die Fördermenge wieder raufsetzen, bevor uns die anderen Marktanteile wegnehmen. Der Ölpreis (WTI) ist seit gestern wieder leicht rückläufig auf 51,47 Dollar.

Den vollständigen aktuellen OPEC-Monatsbericht finden Sie hier.

Goldman überzeugt mit guten Zahlen, Citi geht so…

FMW-Redaktion

Goldman Sachs hat die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der Gewinn pro Aktie im 4. Quartal 2016 lag bei 5,08 Dollar pro Aktie (Erwartungen unter 5 Dollar) nach 1,27 Dollar pro Aktie ein Jahr zuvor – was für ein kräftiger Anstieg! Gut, man muss noch bedenken, dass die Zahl aus 2015 aufgrund einer milliardenschweren Strafzahlung der Bank so extrem niedrig ausfiel. Der Umsatz fällt mit 8,17 Milliarden Dollar deutlich höher aus als mit 7,2 Milliarden Dollar letztes Jahr. Auch der Umsatz wird mit mehr als 500 Millionen Dollar über den Erwartungen vermeldet – also liegt Goldman verdammt gut im Rennen zusammen mit JP Morgan bei positiven Quartalszahlen im Finanzsektor.


Die Zahlen von Goldman Sachs

Die Citigroup erzielt einen Umsatz im 4.Quartal von 17 Milliarden Dollar nach 18,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Also ein Rückgang, der aber nicht zu sehr überrascht. Der Gewinn von 1,14 Dollar pro Aktie nach 1,03 Dollar vor einem Jahr liegt im Rahmen der Erwartungen. Unten die Detaildaten in der Übersicht. Man spricht beim Umsatzeinbruch vom fehlenden Volumen aufgrund von Teilverkäufen einer Firmentochter. Es soll aber wieder aufwärts gehen. Ein Auszug aus der heutigen Mitteilung:

Citigroup revenues of $17.0 billion in the fourth quarter 2016 decreased 9%, driven by the absence of net gains on asset sales in Citi Holdings, partially offset by a 6% increase in Citicorp revenues. Excluding the impact of foreign exchange translation6, Citigroup revenues decreased 7%, driven by a 79% decrease in Citi Holdings, partially offset by an 8% increase in Citicorp.

Citigroup’s net income increased to $3.6 billion in the fourth quarter 2016, primarily driven by the lower operating expenses and cost of credit, partially offset by lower revenues. Citigroup’s effective tax rate was 30% in the current quarter compared to 29% in the fourth quarter 2015.
Citigroup’s operating expenses decreased 9% to $10.1 billion in the fourth quarter 2016. In constant dollars, operating expenses fell 6%, mainly driven by lower expenses in Citi Holdings largely due to divestitures.

„Our core businesses are beginning to produce the returns our investors expect and deserve. In 2016, we returned nearly $11 billion in capital to our shareholders. Even with this capital return, we ended the year with a Common Equity Tier 1 Capital ratio of 12.5%, 40 basis points higher than when we started the year, showing the capability of this franchise to consistently generate and return significant amounts of capital,“ Mr. Corbat concluded.


Die Zahlen der Citigroup.

Eurozonen-Inflation im steilen Anstieg – hier alle aktuellen Detaildaten

FMW-Redaktion

Wie die Vorabmeldung Anfang Januar bereits andeutete, zeigt die heutige Detailmeldung der Statistiker, dass die Eurozonen-Inflation in der Tat steil ansteigt. Im Dezember stieg sie auf Jahresbasis um 1,1% (in der Gesamt-EU +1,2%) nach 0,6% im November – was für ein deutlicher Sprung nach vorne! Er wird auch gut durch den Chart illustriert, wo die Kurve ganz am Ende nach oben schießt. Geht es so weiter, haben wir vielleicht schon im Sommer das 2% Inflationsziel der EZB erreicht? Dann müsste man im EZB-Tower die bisher heftig kritisierten Maßnahmen wie Negativzinsen und Anleihekäufe für Billionen Euros zügig einstellen bzw. zurückfahren.

Aber jetzt zurück zu den heutigen Detaildaten. Was auffällt (zweite Grafik): Die Teuerung steigt vor allem in den osteuropäischen Ländern deutlich stärker an als in Westeuropa. Länder wie Tschechien, Lettland etc liegen über 2%. Von den großen Flächenstaaten mit großer Bevölkerung ist Deutschland mit weitem Abstand vorne mit seinen +1,7%. Spanien folgt mit 1,4%, Frankreich mit 0,8% und Italien mit 0,5%. Wo bisher als stärkste treibende Kraft in den Preisen die steigenden Wohnungsmieten zu Buche schlugen, sind jetzt Gemüsepreise der Preistreiber, und siehe da wen wundert es: Die Treibstoffpreise ziehen alles mit sich nach oben.

Nach -1,1% im November steigen die Energiepreise auf Jahresbasis im Dezember um 2,6% – die entscheidende Wende von einem Minus ins Plus. Geht es im Januar so weiter, kann man wohl den Dezember 2016 als den entscheidenden Wendemonat für die Inflation in Europa ansehen, der durch steigende Energiepreise herbeigeführt wurde, und nicht durch die EZB. Selbst der größte Fan der EZB-Maßnahmen kann den deutlichen Zusammenhang zwischen dem kräftigen Dreh bei den Energiepreisen und dem kräftigen Anstieg der Gesamt-Inflation nicht leugnen. Ohne Energie stieg die Inflation sogar nur um 1,0%. Bisher war es all die letzten Monate immer so, dass die Inflation ohne Energie deutlich höher ausfiel als der Gesamtindex. Jetzt hat sich das Verhältnis umgedreht.

Dass all die Anleihekäufe und billigen Kredite der EZB der Preisentwicklung kaum oder gar nicht geholfen haben, das darf offiziell einfach nicht sein – aber es ist nun mal so. Erst gestern berichteten wir von der aktuellsten Bankenumfrage der EZB, wo die Banken bestätigten, dass die Kreditnachfrage nur deswegen anständig ausfällt, weil viele große Konzerne dank quasi nicht vorhandener Zinsen hohe Schuldenlasten aufnehmen um andere Unternehmen aufkaufen zu können. Die Kredite fließen also nicht in zusätzliche wirtschaftliche Aktivität von Handwerkern und Mittelständlern. Aber gut, sei es drum. Hier nochmal kurz die aktuelle Originalaussage von Eurostat zu den aktuellen Preistreibern:

Der stärkste Aufwärtsimpuls für die jährliche Inflation im Euroraum kam von den Teilindizes Kraftstoffe für Verkehrsmittel (+0,21 Prozentpunkte, Pp.), Gemüse (+0,07 Pp.) sowie Flüssige Brennstoffe (+0,05 Pp.), während Gas (-0,10 Pp.), Telekommunikation (-0,05 Pp.) und Körperpflegeprodukte (-0,04 Pp.) am stärksten senkend wirkten.

Daten + Grafiken: Eurostat

Aktuell: US-Verbraucherpreise wie erwartet, Realeinkommen besser

FMW-Redaktion

Die US-Verbraucherpreise sind mit +0,2 % ausgefallen wie erwartet (Prognose war +0,3%). Zum Vorjahresmonat stiegen die Preise um +2,1% (Prognose war +2,1%). In der Kernrate stiegen die Preise um 0,2% (Prognose war +0,2%) zum Vormonat, 2,2% zum Vorjahresmonat (Prognose war +2,2%).

Die Realeinkommen der Amerikaner stiegen um +0,1% (Prognose war -0,3%), allerdings sind die Realeinkommen des Vormonats auf nun -0,6% nach unten revidiert worden.

Humor am Mittwoch (Video) : Donald Trump, Melania Trump, Putin und Rex Tillerson

FMW-Redaktion

Wo gibt´s denn so was? Donald Trump, Melanie Trump, Putin und Rex Tillerson im Gespräch – das gibt es bei Alec Baldwin in der wöchentlichen „Saturday Night Live“. In den USA ist das Kult, zumindest bei jenen, die nicht Trump gewählt haben. Donald Trump selbst findet Baldwin und seine Show überhaupt nicht witzig, wie er immer wieder per Twitter mitteilt:

Wir aber schon, daher hier das Video:

Weltwirtschaftsforum: Interessantes und Informatives aus Davos

FMW-Redaktion

Ist es nicht traurig? Gestern am ersten Tag des Weltwirtschaftsforums in Davos (WEF) musste ausgerechnet Chinas Präsident Xi Jinping einen Appell für den freien Welthandel aussprechen. Dabei verbietet doch gerade China konsequent den Kauf chinesischer Unternehmen durch Ausländer. Wenn das mal kein freier Handel ist… eine interessante und klare Aussage traf hingegen gestern der noch zwei Tage im Amt befindliche US-Außenminister John Kerry. 85% der weltweiten Vernichtung von Arbeitsplätzen geschehe durch die Automatisierung, und nicht durch freien Handel, so Kerry in Davos. Damit möchte er wohl Kritikern des freien Handels die Argumente nehmen. Woher er die Zahl hat, bleibt offen. Aber wir meinen: Beides, totaler zollfreier Welthandel ist verantwortlich für viele Verluste einfacher Jobs in Industrieländern.

Ebenso vernichtet die fortschreitende Automatisierung viele Jobs. Die Bemerkung von Kerry und auch der Appel von Xi Jinping zeigen die Marschroute dieses Jahres. Obwohl man offiziell darüber debattieren möchte, wie man die globale Ungleichheit und die ungerechte Verteilung von Reichtum bekämpfen will, wird es doch wohl eine Anti Trump-Veranstaltung werden. Die versammelte Community aus Konzernbossen, Politikern und Ökonomen wird alle Argumente auffahren um klar zu machen, dass Donald Trump mit seinem protektionistischen Kurs völlig falsch liegt. Totaler freier Welthandel ist ein großer Vorteil für alle, so ist wohl die unausgesprochene Leitlinie des WEF in diesem Jahr, obwohl interessant ist, wer mit „alle“ gemeint ist.

Aber wer mal reinhören möchte in die Plauderrunden beim Weltwirtschaftsforum, für den haben wir hier einige Gesprächsrunden zum Angucken. Im ersten Video wird John Kerry einzeln interviewt. Die Einleitung spricht der WEF-Veranstalter Klaus Schwab, der übrigens wohl verdammt viel Geld machen wird mit dem WEF, das ja keine Gratis-Spaß-Veranstaltung ist. Konzernbosse müssen verdammt tief in die Tasche greifen um überhaupt anwesend sein zu dürfen.

Die Zukunft der Geldpolitik mit dem Chef der Schweizerischen Nationalbank.

Hier geht es um die Zukunft der Finanzindustrie, unter anderem mit Deutsche Bank-Chef John Cryan.

Künstliche Intelligenz

Brexit, London und Banken: Paris gegen Frankfurt 1:0

FMW-Redaktion

Gestern war der Präsident des Bankenverbandes BdB, Hans-Walter Peters, nach der Brexit-Rede von Theresa May für den Standort Frankfurt noch optimistisch: der harte Brexit werde dazu führen, dass die Londoner Banken ihren EU-Pass verlören, und davon würden andere Standorte wie Frankfurt profitieren.

Nun hat die erste Großbank nach der gestrigen Rede von Theresa May und der darin enthaltenen Bestätigung für einen harten Brexit, HSBC, verkündet, einen Teil seiner Geschäftstätigkeit aus London zu verlagern – aber nicht nach Frankfurt, sndern nach Paris! Das sagte der CEO von HSBC, Stuart Gulliver, bei einem Interview in Davos. Aktivitäten der Bank, die mit EU-Regularien verknüpft seien, würden nach Paris verlegt – es handele sich etwa um 20% des derzeitigen Umsatzes. Dabei werde man jedoch „ziemlich langsam“ vorgehen – vermutlich also erst in zwei Jahren, wenn der Brexit wirksam werde. Gulliver wiederholte seine Einschätzung, die er schon vor Monaten getroffen hatte, dass es sich um ca. 1000 Stellen handele. Man verfolge derzeit intensiv die Entwicklungen beim britischen Arbeitsrecht nach der Brexit-Entscheidung für die in London verbleibenden Mitarbeiter der Bank: sie beschäftigt in London 2100 Mitarbeiter aus der EU, 1300 weitere kommen aus anderen Ländern.


Ein Wahrzeichen Londons: Die „Guzrke“
Foto: Aurelien Guichard
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Gleichwohl werde London ein globales Finanz-Zentrum bleiben, so Gulliver. Der Brexit werde die Bank zwar Geld kosten, das habe man aber in zwei oder drei Jahren dann wieder kompensiert. Betroffen von dem Umzug seien vor allem einige Derivate-Abteilungen der Bank, andere Geschäftszweige wie der Anleihehandel und der Aktienhandel würden jedoch in London verbleiben.

Einige andere Banken, so Gulliver weiter, müssten sich nun beeilen und schnelle Entscheidungen treffen – HSBC aber habe vorgesorgt und besitze in Frankreich die erforderlichen Lizenzen. Derzeit verlagert HSBC ohnehin viele Aktivitäten nach Asien: man verlegt Assets im Volumen von 150 Milliarden Dollar in die Region um Hongkong, wo man auch 4000 neue Mitarbeiter einstellen will.

Die von Gulliver erwähnte 20%-Abwanderung aus London dürfte also die neue Benchmark sein für das, was London als Banken-Standort zu erwarten hat – ähnlich hatte etwa auch der Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, im September den erwartbaren Abzug aus London schon im September eingeschätzt.

Die Äusserungen des HSBC-Chefs Gullivers zeigen aber eben auch, dass zwar Standorte wie Paris profitieren können von der Abwanderung aus London, viele Banke aber in Asien die größten Wachstumspotentiale ausmachen und sich dorthin orientieren.

Spruch des Tages: Christine Lagarde in Davos

FMW-Redaktion

Es gibt ja viel Kritik in diesem Jahr an der Veranstaltung der Reichen, Wichtigen und Schönen in Davos. Und dass das nicht ganz unberechtigt ist, zeigt einmal mehr eine heute Morgen getätigte Aussage von Christine Lagarde während einer Diskussion zwischen Larry Summers und Lagarde!

Dort sagte sie nämlich: „Wenn wir wollen, dass der Anteil am Kuchen für alle größer wird, müssen wir den Kuchen größer machen“ („If we want a larger share of the pie for all, we just need a larger pie“).

Großartige Lyrik – erinnert stark an den (historisch nicht gesicherten) Spruch von Marie Antoinette: „Wenn sie kein Brot haben, warum essen sie dann keinen Kuchen“?


IWF-Präsidentin Christine Lagarde
Foto: Fonds monétaire international / Gemeinfrei

Zurück zu Lagarde: was die Sache doch etwas schwierig macht ist die Tatsache, dass vor allem die entwickelten westlichen Gesellschaften aufgrund ihrer stetigen Vergreisung eben kaum in der Lage sein werden, den Kuchen größer zu machen, sprich wirklich Wachstum zu erzeugen. Genau darauf basierten doch die Aktionen der Notenbanken, die eben dieses fehlende Wachstum durch Geldpolitik künstlich ersetzen wollen – was auf Dauer nicht funktionieren kann.

Und wenn es gelänge, den Kuchen größer zu machen, was würde dann passieren? Die ohnehin Reichen mit den schon größten Stücken am Kuchen würden sich noch größere Stücke einverleiben – so wie in den letzten Jahrzehnten! Ohne eine Reform, eine Umwälzung, eine Umverteilung werden die Superreichen aufgrund ihrer Machtposition immer in der Lage sein, sich die Sahnestücke am Kuchen zu sichern – das ist doch das eigentliche Problem!

Und unter Donald Trump wird sich diese Tendenz fortsetzen: die ohnehin Reichen werden extrem begünstigt durch die geplanten Steuersenkungen und die Steueramnestie für geflüchtete Dollars, die dann wiederum in Aktienrückkaufe investiert werden. Dem Fußvolk dagegen werden zur Ruhigstellung Jobs versprochen, damit man nicht allzu sehr meckert und nicht merkt, dass da etwas faul ist im Gesamtsystem. Es deutet also wenig darauf hin, dass sich der Trend ändern wird.

Erstaunlich ist dabei, dass die Rechtspopulisten eine Veranstaltung wie die in Davos einerseits extrem kritisch sehen, den Sieg Trumps, der im Grunde all das umsetzen will, was von ihnen kritisiert wird (weitere Verteilung zu den Reichen) jedoch feiern..

Warum ein schwacher Dollar schlecht für die US-Aktienmärkte ist – die nächste Trump-Revolution!

Von Markus Fugmann

Noch ist Donald Trump nicht im Amt – und kündigt schon die nächste Revolution an! So mit seinen gestern veröffentlichten Aussagen, wonach der Dollar zu stark sei, was die amerikanischen Firmen „killt“. Trump sagte das bezugnehmend auf China, aber man macht sicher keinen Fehler, wenn man davon ausgeht, dass Trump insgesamt einen schwächeren Dollar möchte.

All das ist eine radikale Abkehr der bisherigen US-Politik, mindestens seit Clinton. Denn bisher haben sich Präsidenten oder gewählte Präsidenten nicht zum Dollar geäußert, wenn überhaupt hieß es immer, dass man einen starken Dollar wolle, weil das die ökonomische Stärke des Landes widerspiegle das waren zwar meist Lippenbekenntnisse, aber immerhin. Aber kein US-Präsident hat je den Dollar als zu stark bezeichnet – Trump aber als president-elect tut das, weil er für seine Vorhaben faktisch einen schwachen Dollar braucht.

Und das könnte Konsequenzen haben für die US-Aktienmärkte – denn die Erzählung an der Wall Street seit dem Sieg Trumps geht so: weil Trump Wachstum bringt, steigt die Inflation, was die Anleihemärkte unter Druck bringt, daher schichten Investoren von Anleihen in US-Aktien um. Und wenn die Inflation steigt, muß die Fed die Zinsen anheben, was den Dollar stärker macht. Darauf basierte der sogenannte Reflations-Trade, die Trump-Rally. Der steigende Dollar und die gleichzeitig steigenden US-Aktienmärkte waren damit Ausdruck von Wachstumsoptimismus, von Risikobereitschaft an den Märkten.

Daher steht der Dollar seit dem Trump-Sieg für Risikobereitschaft – auch wenn das in den vergangenen Jahren oft anders war, und für die Emerging Markets vor allem ein steigender Dollar eher schädlich ist.

Dazu kommt: der Dollar-Long-Trade ist gewissermaßen die Grundüberzeugung der Wall Street, ist der „most crowded trade“. Wenn die Sache aber schief läuft, wird das für viele schwere Verluste bringen. Ebenso wie der zweite Grundkonsens: dass US-Anleihen im Kurs fallen und in der Rendite steigen werden – wegen der Inflation und dem Wachstum etc.

Derzeit sind US-Anleihen so stark geshortet wie selten in der Geschichte der Finanzmärkte. Geht der Zug dann doch in die andere Richtung (weil Märkte bekanntlich dazu neigen, den Weg des größten Schmerzes zu gehen), sind massive Verluste die Folge, erfolgen margin calls, die auch andere Positionen wie Long-Positionen am US-Aktienmarkt gefärden. Und die erwartete Umschichtung von Anleihen in Aktien fällt aus, was dem US-Aktienmarkt einen wesentlichen Treiber entziehen würde.

In der Regel ist es derzeit so: fallen die US-Anleihekurse (steigt also die Rendite), steigt der US-Dollar – und umgekehrt, wie folgender Chartvergleich zwischen dem Dollar-Index (schwarz) und der 10-jährigen US-Anleihe (blau) zeigt, die sich gegensätzlich verhalten:

Und hier die weitgehend parallele Entwicklung zwischen dem Dollar-Index (schwarz) und dem S&P500 (orange) – seit Anfang Januar bricht der Dollar-Index jedoch nach unten weg, während die US-Aktienmärkte stagnieren:

Man kann davon ausgehen: wird der Dollar noch schwächer, wird der Druck auf die US-Aktienmärkte so groß, dass es dort eine größere Korrektur gibt – rein technisch überfällig wäre das ohnehin, und die Stimmung ist so bullisch, dass es schon knarzt (gestern der bekannte CNBC-Moderator Bob Pisani: „Die Leute beten für einen Rücksetzer von 5%, damit sie noch mehr kaufen können“!)..

Deutsche Bank: 7,2 Milliarden Dollar Strafe in den USA – hier die offiziellen Statements von beiden Seiten

FMW-Redaktion

Wir hatten Ende Dezember bereits von der 7,2 Milliarden Dollar-Strafe berichtet, welche die Deutsche Bank in den USA wohl bezahlen soll. Damit kommt man deutlich glimpflicher davon als die maximal geforderten 14 Milliarden Dollar. Auch ist es zeitlich wohl kein Zufall, dass die US-Justiz die aktuelle endgültige Bestätigung heute 2 Tage vor dem Ende von Trumps Amtszeit durchwinkt. Von beiden Seiten gibt es dazu offizielle Aussagen. Hier zunächst die Deutsche Bank im Original-Zitat von John Cryan an seine Mitarbeiter:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich hoffe, Sie hatten einen guten Start ins neue Jahr. Die Intensität des vergangenen Jahres war bis unmittelbar vor Weihnachten spürbar, als wir uns im Grundsatz mit dem US-Justizministerium einigen konnten. Es ging um Geschäfte mit hypothekengedeckten Wertpapieren (RMBS) vor Ausbruch der Finanzkrise 2008. Nun haben wir den Vergleich unterschrieben.
So gut es ist, dass wir diese Angelegenheit abschließen können, so zahlen wir doch einen hohen Preis dafür. Das US-Justizministerium kritisiert die Geschäfte unserer Bank im Vorfeld der Finanzkrise in deutlichen Worten. Das Verhalten in den Jahren 2005 bis 2007 entspricht nicht unseren Standards und ist nicht akzeptabel. Wir entschuldigen uns uneingeschränkt dafür. Wir haben uns inzwischen aus vielen der betroffenen Geschäfte zurückgezogen und unsere Standards umfassend verbessert.
Der Vergleich mit dem US-Justizministerium belastet uns auch finanziell sehr. Wie bereits im Dezember bekannt gegeben hat sich die Deutsche Bank verpflichtet, eine Zivilbuße in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar zu zahlen und 4,1 Milliarden Dollar an Erleichterungen für Verbraucher (Consumer Relief) in den Vereinigten Staaten bereitzustellen, die sich über fünf Jahre verteilen. Für das vierte Quartal 2016 rechnen wir durch die Zivilbuße mit einem negativen Ergebniseffekt von knapp 1,2 Milliarden Dollar vor Steuern.
Trotz dieser finanziellen Auswirkungen freuen wir uns, diese Angelegenheit beilegen zu können. Viel Kraft und Zeit haben wir in diese Verhandlungen investieren müssen. Dass wir dieses Thema nun abschließen konnten, schafft viel Sicherheit.
Angesichts weiterer Rechtsverfahren ist es noch zu früh, von einem Schlussstrich zu sprechen. Aber wir kommen unserem Ziel näher, uns vor allem auf die Zukunft konzentrieren zu können, anstatt immer wieder in den Rückspiegel schauen zu müssen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben in den vergangenen zwölf Monaten bewiesen, wie widerstandsfähig wir sind – dank Ihres Engagements und Ihrer unermüdlichen Arbeit auch in harten Zeiten. Wir alle wissen: Wir sind noch lange nicht am Ziel, wir werden weitere schwierige Entscheidungen treffen müssen. Aber wir können dies nun mit weitaus mehr Zuversicht tun.
Herzliche Grüße
Ihr John Cryan

Hier das Statement des US-Justizministeriums. Wie immer geizt man nicht mit interessanten Detailinfos. Wer sich darin vertiefen möchte, hier gibt es was zu lesen:

The Justice Department, along with federal partners, announced today a $7.2 billion settlement with Deutsche Bank resolving federal civil claims that Deutsche Bank misled investors in the packaging, securitization, marketing, sale and issuance of residential mortgage-backed securities (RMBS) between 2006 and 2007. This $7.2 billion agreement represents the single largest RMBS resolution for the conduct of a single entity. The settlement requires Deutsche Bank to pay a $3.1 billion civil penalty under the Financial Institutions Reform, Recovery and Enforcement Act (FIRREA). Under the settlement, Deutsche Bank will also provide $4.1 billion in relief to underwater homeowners, distressed borrowers and affected communities.
“This resolution holds Deutsche Bank accountable for its illegal conduct and irresponsible lending practices, which caused serious and lasting damage to investors and the American public,” said Attorney General Loretta E. Lynch. “Deutsche Bank did not merely mislead investors: it contributed directly to an international financial crisis. The cost of this misconduct is significant: Deutsche Bank will pay a $3.1 billion civil penalty, and provide an additional $4.1 billion in relief to homeowners, borrowers, and communities harmed by its practices. Our settlement today makes clear that institutions like Deutsche Bank cannot evade responsibility for the great cost exacted by their conduct.”
“This $7.2 billion resolution – the largest of its kind – recognizes the immense breadth of Deutsche Bank’s unlawful scheme by demanding a painful penalty from the bank, along with billions of dollars of relief to the communities and homeowners that continue to struggle because of Wall Street’s greed,” said Principal Deputy Associate Attorney General Bill Baer. “The Department will remain relentless in holding financial institutions accountable for the harm their misconduct inflicted on investors, our economy and American consumers.”
“In the Statement of Facts accompanying this settlement, Deutsche Bank admits making false representations and omitting material information from disclosures to investors about the loans included in RMBS securities sold by the Bank. This misconduct, combined with that of the other banks we have already settled with, hurt our economy and threatened the banking system,” said Principal Deputy Assistant Attorney General Benjamin C. Mizer, head of the Justice Department’s Civil Division. “To make matters worse, the Bank’s conduct encouraged shoddy mortgage underwriting and improvident lending that caused borrowers to lose their homes because they couldn’t pay their loans. Today’s settlement shows once again that the Department will aggressively pursue misconduct that hurts the American public.”
“Investors who bought RMBS from Deutsche Bank, and who suffered catastrophic losses as a result, included individuals and institutions that form the backbone of our community,” said U.S. Attorney Robert L. Capers for the Eastern District of New York. “Deutsche Bank repeatedly assured investors that its RMBS were safe investments. Instead of ensuring that its representations to investors were accurate and transparent, so that investors could make properly informed investment decisions, Deutsche Bank repeatedly misled investors and withheld critical information about the loans it securitized. Time and again, the bank put investors at risk in pursuit of profit. Deutsche Bank has now been held accountable.”
“Deutsche Bank knowingly securitized billions of dollars of defective mortgages and subsequently made false representations to investors about the quality of the underlying loans,” said Special Agent In Charge Steven Perez of the Federal Housing Finance Agency, Office of the Inspector General. “Its actions resulted in enormous losses to investors to whom Deutsche Bank sold these defective Residential Mortgage-Backed Securities. Today’s announcement reaffirms our commitment to working with our law enforcement partners to hold accountable those who deceived investors in pursuit of profits, and contributed to our nation’s financial crisis. We are proud to have worked with the U.S. Department of Justice and the U.S Attorney’s Office for the Eastern District of New York.”
As part of the settlement, Deutsche Bank agreed to a detailed Statement of Facts. That statement describes how Deutsche Bank knowingly made false and misleading representations to investors about the characteristics of the mortgage loans it securitized in RMBS worth billions of dollars issued by the bank between 2006 and 2007. For example:
• Deutsche Bank represented to investors that loans securitized in its RMBS were originated generally in accordance with mortgage loan originators’ underwriting guidelines. But as Deutsche Bank now acknowledges, the bank’s own reviews confirmed that “aggressive” revisions to the loan originators’ underwriting guidelines allowed for loans to be underwritten to anyone with “half a pulse.” More generally, Deutsche Bank knew, based on the results of due diligence, that for some securitized loan pools, more than 50 percent of the loans subjected to due diligence did not meet loan originators’ guidelines.

• Deutsche Bank also knowingly misrepresented that loans had been reviewed to ensure the ability of borrowers to repay their loans. As Deutsche Bank acknowledges, the bank’s own employees recognized that Deutsche Bank would “tolerate misrepresentation” with “misdirected lending practices” as to borrower ability to pay, accepting even blocked-out borrower pay stubs that concealed borrowers’ actual incomes. As a Deutsche Bank employee stated, “What goes around will eventually come around; when performance (default) begins affecting profits and/or the investors who purchase the securities, only then will Wall St. take notice. For now, the buying continues.”

• Deutsche Bank concealed from investors that significant numbers of borrowers had second liens on their properties. In one instance, a supervisory Deutsche Bank trader specifically instructed his team that if investors asked about second liens, “‘[t]ell them verbally . . . [b]ut don’t put in the prospectus.’” Deutsche Bank knew that these second liens increased the likelihood that a borrower would default on his or her loan.

• Deutsche Bank purchased and securitized loans with substantial defects to provide “flexibility” to the mortgage originators on whom Deutsche Bank’s RMBS program depended for a continued supply of loans. Indeed, after the president of a large mortgage originator told Deutsche Bank he was “very upset with the rejection percentage,” Deutsche Bank’s diligence team was instructed, on three separate occasions, to clear loans it previously determined should be rejected.

• While Deutsche Bank conducted due diligence on samples of loans it securitized in RMBS, Deutsche Bank knew that the size and composition of these loan samples frequently failed to capture loans that did not meet its representations to investors. In fact, Deutsche Bank knew “the more you sample, the more you reject.”

• Deutsche Bank knowingly and intentionally securitized loans originated based on unsupported and fraudulent appraisals. Deutsche Bank knew that mortgage originators were “‘giving’ appraisers the value they want[ed]” and expecting the resulting appraisals to meet the originators’ desired value, regardless of the actual value of the property. Deutsche Bank concealed its knowledge of pervasive and consistent appraisal fraud, instead representing to investors home valuation metrics based on appraisals it knew to be fraudulent. Deutsche Bank misrepresented to investors the value of the properties securing the loans securitized in its RMBS and concealed from investors that it knew that the value of the properties securing the loans was far below the value reflected by the originator’s appraisal.

• By May 2007, Deutsche Bank knew that there was an increasing trend of overvalued properties being sold to Deutsche Bank for securitization. As one employee noted, “We are finding ourselves going back quite often and clearing large numbers of loans [with inflated appraisals] to bring down the deletion percentages.” Deutsche Bank nonetheless purchased and securitized such loans because it received favorable prices on the fraudulent loans. Ultimately, Deutsche Bank enriched itself by paying reduced prices for risky loans while representing to investors valuation metrics based on appraisals the Bank knew to be inflated.

• Deutsche Bank represented to investors that disclosed borrower FICO scores were accurate as of the “cut-off date” of the RMBS issuance. However, Deutsche Bank knowingly represented borrowers’ FICO scores as of the time of the origination of their loans despite the bank’s knowledge that these scores had often declined materially by the cut-off date.

Dax: Was jetzt?

FMW-Redaktion

Was passiert jetzt beim Dax nach dem wilden Ritt gestern? Erst das Abtauchen, dann der Anstieg wegen der Rede von Theresa May – wenn auch die Gründe für die Euphorie um die Rede der britischen Regierungschefin nicht wirklich nachvollziehbar sind: es wird einen harten Brexit geben, so oder so, und ob das für den exportlastigen Dax wirklich so erfreulich ist, darf man getrost bezweifeln!

Der Euro zeigt Stärke nach den gestrigen Aussagen Trumps, wonach ein starker Dollar schädlich sei für die USA – es ist also zu erwarten, dass der Dollar wohl schon sein Hoch gesehen hat, respektive der Euro stärker werden dürfte. Auch das eigentlich kein Grund zum Abfeiern für den Dax.

Die US-Märkte stagnieren weiter, Banken werden dort verkauft (wichtig heute die Zahlen von Citigroup und Goldman Sachs), alles, was die Trump-Rally im Dezember getragen hat, hat jetzt im Januar den Trump-Blues, alles fokussiert sich nun auf den Freitag und die Rede Trumps bei seiner Amtseinführung.

In Asien zieht der Nikkei zum Handelsende nach oben und zieht so die US-Futures mit rauf, Chinas Märkte dürfen nicht fallen, so lange Xi Xinping in Davos weilt:

Shanghai Composite +0,13%
CSI300 +0,39%
ChiNext -1,16%
Nikkei +0,43%

Der X-Dax eröffnet heute nach zwei Handelstagen mit einem Abwärts-Gap zur Eröffnung wieder einmal mit einem Aufwärts-Gap:

Das ist momentan weder Fisch noch Fleisch beim Dax. Wenn der Index nach unten rauscht, wird er gekauft, steigt er, wird die Luft da oben dann wiederum zu dünn. Wir sind scheinbar derzeit in einer Seitwärts-Schiebephase, der Markt wartet auf den nächsten Trigger für die nächste größere Bewegung. Wichtige Bereiche sind nun als Unterstützungen 11480 und das getsrige Tagestief bei 11424, oben die sattsam bekannten Marken 11600/05, 11650 und das bisherige Jahreshoch bei 11694.

Grundsätlich scheint uns, dass die Dinge für die Aktienmärkte nicht einfacher werden, jetzt, da Donald Trump ins Amt kommt. Vorher war viel Hoffnung, jetzt kommt viel Realität, und es wäre nicht das erste Mal, dass Hoffnungen auf die ganz große politische Wende, die dann den ganz großen Wirtschafts-Boom nach sich zieht, sich nicht erfüllen würden. Die Welt wird ab Freitag sicher nicht sicherer, eher viel ungewisser, und normalerweise sagt man doch: Börsen mögen keine Unsicherheit. 2017 aber wird jede Menge Unsicherheit bringen!

TdT: K+S (SDF), für kurze und für längere Trades

Der Düngemittelhersteller K+S (SDF) stand lange Zeit deutlich unter Druck, konnte aber im Herbst letzten Jahres sein Revival feiern und seit dem 50 % zulegen. Doch wie lange kann ein solcher Aufschwung gehen? Jetzt noch einsteigen oder doch auf den Dreh setzen? Wir sehen aktuell eine sinnvolle Trading-Überlegung, die vermutlich auch für längerfristig Orientierte interessant sein dürfte.

Videoausblick: Das neue Schema

Von Markus Fugmann

Es gibt ein neues Schema seit Jahresanfang an den US-Märkten: was in der Trump-Rally gut gelaufen ist, läuft seit Jahresbeginn nicht mehr gut: das gilt für Energiewerte, vor allem aber für US-Banken (gestern gute Zahlen von Morgan Stanley, die Aktie wurde trotzdem abverkauft; heute Zahlen von Goldman Sachs und Citigroup). Gleichzeitig: seit die Fed die Zinsen angehoben hat, sinken die Renditen an den Anleihemärkten – eigentlich paradox. Und das ganz neue Schema, gewissermaßen die neue Trump-Rally, wird lauten: verkauft den Dollar – gestern hatte Donald Trump gesagt, dass Amerikas Firmen Nachteile hätten gegenüber chinesischen Unternehmen hätten wegen des starken Dollars, der starke Dollar „is killing us“..

Marktgeflüster (Video): Das Ende der Trumpflation

FMW-Redaktion

Heute war, keine Frage, ein bedeutender Tag! Das aber weniger wegen der Rede von Theresa May zum Brexit, die nicht viel Neues enthielt – mit Ausnahme ihrer Aussage, dass der mit der EU fertig verhandelte Brexit-Deal den beiden Kammern des Parlaments vorgelegt werde (den Brexit rückgängig machen wird das aber so oder so nicht!). Wichtiger aber war das, was Donald Trump heute kundgetan hat: er werde die Grenzensteuer (Border Adjustment Tax) nicht einführen, weil der Dollar schon zu stark sei (diese Steuer hätte den Dollar stark aufwerten lassen). Entscheidnd ist die Botschaft: Trump will einen schwachen oder schwächeren Dollar, damit die US-Firmen am Weltmarkt wieder erfolgreicher sind. Damit ist der Glaube an Dollar-Stärke durch Trumpflation, also die Kette Wirtschaftswachstum-Inflation-Zinsanhebungen, obsolet – mit weitreichenden Folgewirkungen..

Europäische Banken erschweren Kreditrichtlinien für Unternehmen – zu früh?

FMW-Redaktion

Die EZB veranstaltet quartalsweise eine Umfrage ein Banken in der Eurozone, um die aktuelle Lage bei deren Kreditvergabe besser zu verstehen. Heute wurde für das 4. Quartal 2016 die aktuellste Umfrage veröffentlicht. Sie zeigt, dass die europäischen Banken zum ersten Mal seit drei Jahren die Kreditstandards für Unternehmenskunden (also bankinterne Vergaberichtlinien für die Vergabe von Krediten) verschärft haben. Die EZB erwähnt, dass diese Verschärfung der Vergabekriterien vor allem in den Niederlanden stark zugenommen hat. Denn man erinnere sich bitte: Abseits von Spanien, Irland und Großbritannien wütete der Überschuldungsteufel während der Finanzkrise auch extrem im niederländischen Immobiliensektor. Der totale Zusammenbruch blieb dort aus – daher darf man davon ausgehen, dass in den Niederlanden das Problem überschuldeter Haushalte und Immobilienkäufer immer noch vor sich hin schlummert.

Laut EZB sei die Risikotoleranz der Banken schlicht und einfach zurückgegangen. Auch erwähnt die EZB, dass jenseits der Vergabekriterien die reale Kreditvergabe der Banken im 4. Quartal aber immer noch zugelegt hat, und das in allen Bereichen. Also hat eine verschärfte Vorgabe noch nicht sofort die Realität erreicht, was aber nicht dauerhaft so bleiben dürfte. Und welch Wunder: Wir Schlaumeier bei FMW hatten ja immer schon unsere Zweifel an den offiziellen Daten der EZB, zumal sie sich mit anderen Daten der EZB widersprechen. Aber geschenkt. Wie die EZB heute selbst schreibt, nennen die befragten Banken als Hauptgrund für die hohe Kreditnachfrage von Unternehmen nicht die erhöhte Aktivität von Handwerkern und Mittelständlern, sondern schlicht und einfach die Zunahme von Übernahmen und Fusionen, die oft mit billigeren Krediten (dank der EZB) finanziert würden. Was bringt´s für die Erhöhung der realen wirtschaftlichen Aktivität? Nichts!

Die insgesamt immer noch ordentliche Nachfrage bei Immobilienkrediten basiere auf den niedrigen Zinsen, dem Verbrauchervertrauen und der guten Entwicklung am Immobilienmarkt (steigende Preise), so die EZB. Die Banken hätten laut Umfrage im 2. Halbjahr 2016 ihre regulatorischen Anforderungen weiter angepasst, ihre Kapitalpolster weiter aufgefüllt sowie risikobehaftete Anlagen weiter abgebaut. Insgesamt im Schnitt würden die Banken berichten, dass regulatorische Verschärfungen keine wirklich negativen Auswirkungen hätten auf die Kreditstandards oder Margen.

Also haben die Banken, folgt man ihrer eigenen Verschärfung der Maßstäbe, dies in Eigenregie gemacht, richtig? Die Verschärfung der Kreditvergabe, wenn sie denn jetzt gerade anlaufen sollte, käme für die Konjunktur in der Eurozone sicher noch locker zwei Jahre zu früh, so schätzen wir mal ganz grob. Denn die Konjunktur in Europa erholt sich immer noch in winzigen Schritten. Außerdem blenden solche durchschnittlichen Betrachtungen für die gesamte Eurozone völlig aus, dass in einigen Ländern alles ok ist, während in anderen Ländern im Bankensektor der Baum brennt (Italien, Griechenland). Da ist nicht viel los mit „munterer Kreditvergabe“.

Mehr Details zur aktuellen Bankenumfrage der EZB finden Sie hier.

Apple mit neuestem Beweis für Brexit-Auswirkungen

FMW-Redaktion

Letzten Oktober hatte Apple bereits seine Preise in Großbritannien für einige Macbooks kräftig angehoben, was viel beachtet wurde. Es war einer der Beweise für die Auswirkungen des bevorstehenden Brexit durch das schwache Pfund bis hin zum Endverbraucher. Heute nun legt Apple nach. Man erhöht die Preise im online betriebenen „App Store“ von Apple, wo man Musik downloaden kann. Für die meisten Titel liegen Standardpreise bei 0,99 US-Dollar, was bisher für britische Kunden mit 0,79 Pfund berechnet wurde. Hier stellt Apple nun die Parität zwischen Dollar und Pfund her, obwohl ein Pfund am Devisenmarkt aktuell 1,23 Dollar kostet.

So zahlt man in UK in Kürze 0,99 Pfund pro heruntergeladenem Song, während die Dollar-Zahler 0,99 Dollar abdrücken müssen. Somit zahlt der UK-Konsument bei Apple jetzt deutlich mehr. Eine vorweg genommene Einpreisung eines vermeintlich noch weiter fallenden Pfund-Kurses? Apple sagt laut Sky zu der Preisänderung, dass Preisstufen für den App Store weltweit basierend auf mehreren Faktoren festgelegt würden, wie Währungsschwankungen, Geschäftspraktiken, Steuern sowie den Kosten für die Durchführung von Geschäften. Diese Faktoren würden je nach Region von Zeit zu Zeit schwanken.

Auch viele andere Anzeichen wir zum Beispiel die Einfuhr-Erzeugerpreise in Großbritannien (heute vermeldet mit +15,8% auf Jahresbasis) zeigen mehr und mehr die realen Auswirkungen der Pfund-Schwäche auf den Alltag für die Verbraucher. Wir hatten vorhin schon über die steigende Inflation und die weiteren Aussichten berichtet. Erstaunlich dabei ist lediglich, dass die offizielle Inflation im Jahresvergleich von Dezember 2015 bis Dezember 2016 nur um lumpige 1,6% gestiegen ist. Schaut man sich viele Details an, würde man gefühlt auf eine deutlich höhere Zahl kommen.