Die 20 neuesten Artikel auf einen Blick

Update! Keine Abstimmung, Obamacare bleibt in Kraft!

FMW-Redaktion

Und ewig grüßt das Murmeltier! Laut neuester Informationen wollen angeblich die Republikaner die Abstimmung über AHCA erneut verschieben – oder gar absagen! Zuvor soll ein Treffen der Republikaner hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Laut Insiderberichten habe Trump gegenüber der Washington Post erklärt, er werde den Gesetzesentwurf zurück ziehen.. Die Dinge überschlagen sich also aktuell, die Nachrichtenlage bleibt diffus..

Update: Paul Ryan, Sprecher der Republikaner im Abgeordnetenhaus, gibt eine Presseerklärung, um das Scheitern zu erklären..

Die Dinge scheinen sich nun zu bestätigen! Keine Ersetzung von Obamacare!
Es soll wohl kein neuer Anlauf zur Ersetzung von Obamacare unternommen werden!

FMW: Wir sehen das als Dollar-negativ (auch wenn der Dollar zunächst mit Gewinne reagiert hatte auf die Nachricht)!

Marktgeflüster (Video): Ganz heiße Nummer..

Von Markus Fugmann

Das ist schon eine ganz heiße Nummer, die Donald Trump da abzieht: er pokert hoch und schiebt nun den schwarzen Peter denjenigen zu, die bisher nicht für den Amercan Health Care Act stimmen wollen. Das kann klappen, muß aber nicht klappen – die Sache scheint eng zu sein (Abstimmung nach derzeitigem Stand ab 20.45Uhr deutscher Zeit). Eines ist wahrscheinlich: es wird, da das Ergebnis zu Marktschluss der US-Börsen wohl noch nicht vorliegt, zu einem Gap kommen am Montag – nach oben oder unten! Ansonsten starke Daten aus Deutschland und Frankreich bei den Einkaufsmanagerindizes, die den Euro beflügelten. Sollte Trump die Abstimmung verlieren, dürfte neben den Aktienmärkten auch der Dollar abverkauft werden..

Uneinigkeit bei der EZB? Na was denn jetzt? Zinswende Ja oder Nein?

FMW-Redaktion

Was ist denn jetzt mit der EZB? Zinswende Ja oder Nein? Vor einigen Tagen hatte sich EZB-Chefvolkswirt und EZB-Direktoriumsmitglied Peter Praet bereits ablehnend dazu geäußert. Man sei noch längst nicht so weit. Dann vor einer Woche äußerte sich EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny zu dem Thema. Seine Äußerungen hörten sich schon ganz anders an. Jenseits der Anleiheaufkäufe der EZB ging es ihm nur um die Zinsen.

So könne die EZB etwa zuerst den Einlagensatz für Gelder, die Banken bei der EZB parken (derzeit mit -0,4% verzinst), erhöhen, bevor man eine Leitzinserhöhung vornehme. Also doch die Einleitung der Zinswende, so langsam? Wenn man heute nur eine Woche später erneut sieht, dass Peter Praet sich gleich in zwei Medienpublikationen gegen diese Zinswende ausspricht, ist die Verwirrung komplett. Wer spricht denn nun für die EZB? Oder gibt es schlicht und einfach unterschiedliche Auffassungen im Direktorium und im Rat? Praet sagte heute zum Beispiel gegenüber der italienischen Zeitung Il Sole 24 Ore, dass das Deflationsrisiko zwar verschwunden sei, aber dass die Zeit für eine geldpolitische Wende noch nicht reif sei. Gespräche über einen Ausstieg aus der aktuellen Zinspolitik seien verfrüht.

„Talks about exit are premature“

Im Moment sehe man bei der EZB kein Anzeichen für ein Anziehen der Kerninflation. Die Wirtschaftsaussichten in der Eurozone seien immer noch abhängig davon, dass ein erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Lockerung beibehalten werde, so Praet. Der jüngste Schub bei der Inflation gehe auf die Ölpreise zurück (ach ne, wirklich…?), die aber zuletzt wieder um 10% gesunken seien. Man müsse warten, dass sich die Stimmungsindikatoren auch in harten Daten bestätigen. Zu „vorigen Anzeichen“ für eine Zinswende (Nowotny) sagte Praet, dass die EZB klar kommuniziert habe, dass die aktuelle geldpolitische Haltung „angemessen“ sei. Und obwohl die Aussagen von Ewald Nowotny anders klingen, sagt Praet heute, dass es aus dem EZB-Rat (wo Nowotny Mitglied ist) kein Signal für eine Änderung der geldpolitischen Haltung gegeben habe. Zitat Praet von heute:


Turning to the ECB monetary policy, the recovery is firming and inflation is picking up. Yet, you decided to leave your stance unchanged.

Yes, the economy is doing better, the recovery is both firming and broadening, across countries and across sectors. Again, in Italy the situation is more positive from a cyclical point of view, but growth is still a modest 1%, which shows a problem with potential growth, a sign of acute structural problems. Our policies have stabilized the Eurozone, we are seeing results and the deflation risk is gone. We are more confident on growth. But the economic outlook is still conditional on maintaining a substantial degree of monetary accommodation. Talks about exit are premature. Inflation is higher because of oil, which, by the way, has fallen by 10% recently, confirming the volatility and that we are right in looking through short-term, transient movements. We will also need to see sentiment indicators confirmed in hard data.

Are you looking more at core inflation and wages, now, rather than headline inflation?

We look at a number of indicators of underlying inflation, of which core inflation is one. Wages are another indicator. At the moment we do not see a pickup in underlying inflation. It is expected to happen with the closing of the output gap. Wage evolutions in the euro area remain subdued, even in Germany. This may reveal that there is more slack in the euro area labour markets than unemployment rates show. This could be attributed to discouraged workers dropping out of employment statistics and unvoluntary part-timers. We have to be patient.

Over the past few days, markets have interpreted your communications as if you are preparing for an exit.

We clearly communicated that our monetary policy stance remains appropriate. Our policies are working, and the inflation path is still conditional on our accommodative monetary policy stance. Against the backdrop of better economic conditions, and after such a long period of monetary policy accommodation, markets are very sensitive to any signal that may suggest a change in the policy stance.

At the last Governing Council, you reaffirmed your forward guidance and the sequence of end of asset purchases first, and interest rate hikes later. But markets read it differently, encouraged also by the statement of one Governing Council member.

The Governing Council has not signaled a change in the monetary policy stance, including its forward guidance. Our forward guidance has served us well and led to financial conditions that are appropriate. We reiterated it. We had no discussion on sequencing in the Governing Council.


Im heutigen Interview mit den VDI-Nachrichten formuliert Praet es allgemeiner. Gut, in diesem Interview wurde er zu dem Thema auch nicht intensiver befragt. Zitat:


Jetzt stehen Sie allerdings vor der Herausforderung, aus der expansiven Geldpolitik wieder herauszufinden. Dazu gehört auch ein Anstieg der Zinsen, wie er gerade in den USA erfolgt ist. Ist der Schritt der FED ein Signal für die EZB?

Wir haben ein klares Mandat und das bezieht sich auf die Eurozone. Und da müssen wir uns die Entwicklungen genau anschauen, bevor wir handeln. Bisher können wir nur feststellen, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung verbessert. Das stimmt uns zuversichtlich, aber der Aufwärtstrend und damit auch die Normalisierung der Teuerung sind noch sehr abhängig vom geldpolitischen Stimulus. Die Inflationsrate liegt zwar vorübergehend in der Nähe des angestrebten Wertes, aber das basiert zu einem guten Teil auf kurzfristigen Schwankungen der Energiepreise. Die unterliegende Dynamik der Teuerung ist immer noch auffallend schwach, und auf die müssen wir auch schauen, um unser Mandat Preisstabilität nachhaltig erfüllen.





Peter Praet (hinter Mario Draghi) ist Mitglied im höchsten Gremium der EZB, dem Direktorium. Foto: EZB

Quelle: EZB

Griechenland: Notfall-Dispo-Erhöhung durch die EZB, Aussichten für Wirtschaft drastisch reduziert

FMW-Redaktion

In Griechenland hat sich die Lage beruhigt oder stabilisiert? Dem ist nicht so, nur weil fast niemand mehr darüber berichtet. Zuletzt fiel das Bruttoinlandsprodukt kräftig zurück in die Rezession mit -1,2% im letzten Quartal. Ob das 86 Milliarden Euro-„Rettungsprogramm“, das nur in Einzel-Tranchen ausgezahlt wird, auch wirklich so weiterläuft wie geplant, daran haben die einfachen Griechen anscheinend wieder zunehmend Zweifel.

So verloren griechische Banken seit Jahresanfang 4 Milliarden Euro an Einlagen. Die Angst scheint zurückzukehren, dass es zu erneuten Einschränkungen beim Geldabheben kommt – von daher heben viele ihr Geld wieder ab – eine Todesspirale, wie sie schon einmal in Griechenland vorherrschte. Daher musste die EZB gestern mal wieder den „Notfall-Dispo“ für griechische Banken namens „Emergency Liquidity Assistance“ um 400 Millionen Euro aufstocken. Dieser Zugang zur Notflall-Cashzufuhr durch die EZB ist eigentlich nur für gesunde Banken gedacht, die „mal eben kurz“ Liquiditätsprobleme haben, aber das Thema hatten wir ja schon in den letzten Jahren zu Genüge. So sagt die EZB dazu, dass man aktuell die Geldflüsse bei privaten griechischen Einlagen berücksichtigen müsse.

In Griechenland wurde daraus eine Dauer-Einrichtung, weil man wohl sonst nicht wusste, wie man den Laden am Laufen halten kann. Beim Kollaps des griechischen Finanzsystems wäre nämlich endgültig alles zu Ende gewesen. Worüber gerade in diesen Tagen die Euro-Geldgeber mit Griechenland verhandeln, ist die Auszahlung einer Folge-Tranche aus dem Rettungspaket, welches sowieso eher ein Umschuldungspaket ist, das die Schulden lediglich weiter in die Zukunft verlagert. Im Juli muss Griechenland 7 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen, was eh nur über neue Schulden aus dem Rettungsprogramm funktionieren wird.

Lustig und traurig zugleich: Mal wieder ist es nur eine Drehtür-Nummer. Was die Euro-Gläubiger demnächst wohl so oder so genehmigen werden, landet im Juli als Kreditrückzahlung gut zur Hälfte bei der EZB, deren Kredite hier bedient werden müssen. Allen ist es doch klar: Es wird irgendeine Lösung geben, damit Griechenland an frisches Geld kommt. Wie auch immer diese Lösung aussieht – man wird eine Begründung präsentieren, nach der die Reformfortschritte in Griechenland im Soll liegen, und man von daher auszahlen kann. Über die Details streitet man derzeit, weshalb die Einigung auf Anfang April verschoben wurde.

Während man offiziell in Griechenland von einem Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt für 2017 von 2,7% ausgeht, haben gerade die Banken Citigroup und Barclays ihre Prognosen für Griechenland auf 0,5% gesenkt. Laut Citi werde es im ersten Halbjahr sogar einen Rückgang geben, so wie es schon im letzten Quartal war! Da kann man geneigt sein eher den Bankprognosen zu glauben. Denn realwirtschaftliche Fortschritte sind in Griechenland an keiner Stelle zu sehen. Obwohl es nichts wirklich Neues im Kontext der letzten Jahre ist, möchten wir Folgendes an dieser Stelle ansprechen.

Bayerns Finanzminister Markus Söder sagte diese Woche mal wieder, dass es für Griechenland sehr unwahrscheinlich sei auf lange Sicht innerhalb der Eurozone überleben zu können. Wie wahr, wie wahr, so mag man meinen. Doch der Punkt, wo man über so etwas diskutieren kann, ist doch schon lange überschritten, möchten wir hierzu ergänzen. Denn die Euro-Partner haben schon so viel Geld eingeschossen – bei einem Euro-Austritt und der Wiedereinführung einer eigenen griechischen Währung würde diese gegen den Euro sofort derart dramatisch abwerten, dass die griechischen Schulden gegenüber den Euro-Partnern explodieren würden, noch stärker als ohnehin schon. Dann würde die Rückzahlungswahrscheinlichkeit dieser Schulden von aktuell 0% auf vielleicht -50% sinken?

In China platzt ein Ponzi-Schema! Auftakt für das Platzen des Ponzi-Schemas namens China?

FMW-Redaktion

Am Aktienmarkt in Hongkong hat sich heute Nacht Spektakuläres zugetragen: die Aktien von China Huishan Dairy Holdings, dem größten Molkereibetrieb Chinas, sind um sage und schreibe 91% abgestürzt. Was ist da passiert?


China Huishan Dairy Holdings – der Absturz in Hongkong heute Nacht

China Huishan Dairy Holdings war zuletzt vor allem dadurch aufgefallen, dass das Unternehmen in großem Umfang eigene Aktien zurück gekauft hatte – zwischen März und September 2016 alleine 820 Millionen Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar. Seit Juli 2016 war daher der Aktienkurs um 72% gestiegen, während der Hang Seng-Index im selben Zeitraum 22% verloren hat. Um in großem Umfang eigene Aktien zu kaufen, braucht man jede Menge Cash Flow, und den meisten Firmen Chinas fehlt schlicht dieser Cash Flow, um solche Aktienrückkäufe zu stemmen. Also wählen die meisten Firmen in China den Weg, über Unternehmensanleihen Geld aufzunehmen – doch hat Peking zuletzt versucht, die sich am chinesischen Anleihemarkt gebildete Blase zu deckeln und solche Anleiheemissionen erschwert.

Bei China Huishan Dairy Holdings aber hat vor allem ein Mann das Sagen: CEO Yang Kai, der 74% der Aktien besitzt. Und Yang Kai hat nicht Anleihen seiner Firma emittiert, sondern kam auf einen genialen Gedanken, um das für die Aktienrückkäufe erforderliche Cash zu generieren (da die Aktienrückkäufe ein größeres Geldvolumen aufwiesen als durch die Geschäftstätigkeit eingenommenen Gelder): er verkaufte offensichtlich Kühe!

Ca. 50.000 Tiere habe der CEO verkauft (etwa ein Viertel des gesamten Tierbestands des Unternehmens) – um sie dann von den Käufern zurück zu leasen. Genial, oder? Mit dem durch den Verkauf der Kühe eingenommenen Gelder kaufte er die Aktien des eigenen Unternehmens, offensichtlich mit der Absicht, dass ein höherere Aktienkurs vorteilhaft nicht nur für das eigene Portemonnaie sein müsse, sondern auch, weil dadurch potentielle Kreditgeber eher geneigt sein müssten, der Firma Kredite zu geben. Ein wunderbares Ponzi-Schema also!

Aber irgend etwas scheint nun schief gelaufen zu sein! Nun sind Kühe als Sicherheit für Kredite nicht eben üblich, der Verkaufspreis der Tiere schwankt stark und hängt unter anderem von den volatilen Milchpreisen ab. Der plözliche Absturz der Aktien aber muß mit dem CEO der Firma zu tun haben – denn nur er selbst scheint in der Lage zu sein aufgrund des Volumens seiner Aktien, die er an dem Unternehmen hält, den Preis der Aktien durch Verkäufe so massiv abstürzen zu lassen!

Nun muß man wissen: Huishan Dairy Holdings hat über zehn Milliarden Yuan Schulden, davon muß die Hälfte innerhalb eines Jahres zurück gezahlt werden, in kurzer Zeit hatte sich das Volumen kurzfristig zurück zu zahlender Kredite verdoppelt. Aufgrund der Aktienrückkäufe stieg der Preis der Aktien massiv und machte CEO Yang Kai zwischenzeitlich sogar zum reichsten Mann Chinas – während gleichzeitig die Umsätze der Firma einbrachen, weil der Milchpreis stark gefallen war. Das legt den Verdacht nahe, dass CEO Yang Kai versucht hat, die Firma und vor allem finanziell sich selbst am Leben zu halten, in dem er den Aktienkurs nach oben pushte!

Was genau nun heute Nacht passiert ist, wissen wir noch nicht. Aber eines wissen wir ziemlich sicher: Carson Block, der bekannte Short-Seller und Gründer von Muddy Waters, dürfte jetzt gute Laune haben. Er hatte das Ponzi-Schema durchschaut und in seinem Blog Mitte Dezember gepostet, dass die Aktien von China Huishan Dairy Holdings kaum mehr wert seien als Null – und diese daher leerverkauft..

Und das Problem an der Geschichte ist: im Grunde ist der Fall von China Huishan Dairy Holdings nur das nun sichtbare Symbol für ein viel größeres Ponzi-Schema: das chinesische Finanzsystem mit seiner gigantischen Verschuldung!

Jean-Claude Juncker klipp und klar: Briten sollen 50-60 Milliarden Euro für Brexit zahlen (VIDEO)

FMW-Redaktion

Wir hatten vor Kurzem über Spekulationen berichtet, dass die EU den Briten für den Brexit eine extrem deftige Rechnung präsentieren dürfte. Spekuliert wurde über eine Summe in Höhe von 60 Milliarden Euro. Resultieren tut diese Summe aus finanziellen Verpflichtungen, die jedes EU-Mitglied hat. In der Regel schieben viele Länder aber Zahlungen für ausstehende Verpflichtungen in die Zukunft. Da Großbritannien nun aber aus der EU austritt, muss eine Art Endrechnung präsentiert werden.

Letztlich ist das nichts anderes als in der Kneipe, wenn man nach und nach seinen Deckel „aufgebaut“ hat. Irgendwann muss auch mal bezahlt werden. So sagte es EU-Kommissionspräsident im BBC-Interview heute klipp und klar. Es gehe nicht darum die Briten zu bestrafen oder Sanktionen zu erheben. Es gehe nur darum, dass man respektieren müsse, dass man als EU-Mitglied Verpflichtungen eingegangen sei. Diese könnten jetzt nicht ignoriert werden.

Auf die entscheidende Frage angesprochen, ob die EU von den Briten für den Austritt eine Summe von 50-60 Milliarden Euro verlangen würde, sagte er diese Summe komme ungefähr hin. Aber man müsse sie noch ganz genau kalkulieren. Damit steht also fest, dass wohl mindestens 50 Milliarden Euro (oder vielleicht nur 48?) in Rechnung gestellt werden. Da darf man jetzt schon gespannt sein auf die Reaktion eines Boris Johnson und so einiger anderer amtierender britischer Offizieller.

Nächste Woche wird es interessant. Mittwoch steht die offizielle Brexit-Verkündung von Theresa May in Brüssel an. Je nachdem ob irgendwem dann irgendeine ungeplante Äußerung herausrutscht, kann es bei Indizes und Währungen zu außergewöhnlichen Ausschlägen kommen. Der EU-Chef-Unterhändler für den Brexit Michel Barnier hatte bereits gesagt die „Austrittsrechnung“ für die Briten müsse fertig sein, bevor die Verhandlungen über eine neue Handelspartnerschaft mit UK beginnen könne. Mal sehen, was dazu demnächst zu hören ist. Im Video sieht man die heute extrem wichtige Aussage Junckers im Wortlaut. Sie wird wohl  noch für einigen Ärger in London sorgen…


EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Foto: EU-Kommission

Hinweis: Abstimmung im Abgeordnetenhaus nach US-Börsenschluss! Update: doch ab 20.45Uhr deutscher Zeit?

FMW-Redaktion

Nach neuesten Information wird die Abstimmung über den American Health Care Act erst nach US-Börsenschluss beginnen! Eine genau Zeit steht noch nicht fest.

Update: laut neuester Information könnte die Abstimmung zwischen 20.45Uhr und 21.45Uhr deutscher Zeit beginnen. Änderungen, das zeigt die Erfahrung der letzten Tage, jederzeit möglich!

Nach wie vor ist nicht klar, ob mehr als 21 Republikaner gegen AHCA stimmen werden.

Unterdessen hat der republikanische Senator und Mitglied des Freedom Caucus, Thomas Massie, in einem Tweet seinen Unmut über das Vorgehen Trumps ausgedrückt: wenn die Exekutive (also Trump) der Legislative vorschreibe, wann sie wählen solle und wie sie wählen solle und was passiere, wenn die Abstimmung nicht so ausfalle, wie er wolle – ist das dann noch eine Republik?

Unterdessen hat im Abgeordnetenhaus die Diskussion über AHCA begonnen – hier geht es zum Live-Stream..

Aktuell: US-Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter

FMW-Redaktion

Die US-Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter sind mit +1,7% besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +1,2%; Vormonat war +2,0%).

In der Kernrate stiegen die Aufträge aber nur um +0,4% (Prognose war +0,5%).

Ohne den Bereich Verteidigung liegen die Aufträge bei 2,1%

Russische Zentralbank mit überraschender Zinssenkung – weitere Schritte angekündigt, merkwürdige Reaktion im Rubel

FMW-Redaktion

Die russische Zentralbank hat den Leitzins, der seit einem halben Jahr bei 10% lag, heute überraschend auf 9,75% gesenkt. Als Grund hierfür gibt man an, dass die Inflation in Russland schneller zurückgehe als zunächst gedacht. Aktuell liegt sie bei offiziell 4,6% und soll in 2017 noch auf 4% zurückgehen. Die Inflationsrisiken seien auch weiter zurückgegangen. Daher schreibt die Zentralbank, dass man es für durchaus wahrscheinlich hält, dass man im den beiden nächsten Quartalen den Leitzins weiter senken wird.

Merkwürdig ist Folgendes: Durch Zinssenkungen wird eine Währung weniger attraktiv. Denn dadurch werden Zinsanlagen in der jeweiligen Währung unattraktiver, die Investoren ziehen tendenziell Geld ab und schichten es in andere Währungsräume um. Daher fällt eine Währung lehrbuchmäßig nach einer unerwarteten Zinssenkung. So hätte es heute auch kommen müssen. Aber es kam vorhin anders. Der Rubel steigt (das Währungspaare US-Dollar vs Rubel /USDRUB fällt), obwohl die große Mehrheit der Analysten heute keine Zinssenkung erwartete, und obwohl die Zentralbank ja ganz konkret für dieses Jahr weitere Zinssenkungen angekündigt hat im heutigen offiziellen Text.

Im Chart sieht man gut (roter Pfeil), wie direkt nach der Zinssenkung der Dollar gegen den Rubel lehrbuchmäßig ganz kurz aufwertete. Danach sackte der Kurs aber gleich ab von vorher 57,35 auf jetzt 57,22. Gut, das ist noch kein großer Absturz, aber wie gesagt. Die Zinssenkung sowie die konkrete Ankündigung weiterer Schritte in den nächsten Quartalen, da hätte USDRUB eigentlich jetzt einen netten Satz nach oben machen können.


US-Dollar vs Rubel seit heute früh um 10 Uhr.

Hier die russische Zentralbank auszugsweise mit den wichtigsten Aussagen von heute:


On 24 March 2016, the Bank of Russia Board of Directors decided to reduce the key rate from 10.00 to 9.75% p.a. The Board of Directors notes that inflation slowdown overshoots the forecast, inflation expectations continue to decline and economic activity recovers. Inflation risks have slightly dropped but remain elevated. In these circumstances, given the moderately tight monetary policy, the 4% inflation target will be achieved by the end of 2017 and will be maintained at this level further.

While assessing evolving inflation dynamics and economic developments against the forecast, the Bank of Russia admits the possibility of cutting the key rate gradually in coming Q2-Q3.

Inflation dynamics. Inflation declines ahead of the forecast. Over the first twenty days in March, annual consumer price growth dropped to an estimated 4.3%, from 5.0% in January 2017. February saw a continued slowdown in price growth across all key groups of goods and services, and a reduction in seasonally adjusted monthly inflation. Inflation slowdown was broadly facilitated by the ruble appreciation amid higher than expected oil prices, persistent interest in investment in Russian assets among external investors, and a drop in the sovereign risk premium. Bumper harvests of 2015-2016 resulted in high stocks of agricultural products, leading to a material slowdown in food inflation and falling vegetable and fruit prices.

Disinflationary drag from domestic demand persists. Households broadly tend to demonstrate savings behaviour patterns. There are signs of revival in consumption and wages are growing both in nominal and real terms. Consumer lending dynamics does not pose any risks for inflation. Noticeable inflation deceleration will be conducive to a further reduction in inflation expectations among households and businesses. Given the decision taken and persistent moderately tight monetary policy, the Bank of Russia forecasts that the annual consumer price growth will reduce to 4% by the end of 2017 and will remain within this target range in 2018-2019.

Inflation risks. The risks that inflation will miss the 4% target by the end of 2017 have slightly abated. Nevertheless, there are still risks that inflation may fail to anchor at the target level in the medium run. These risks are implied by the inertia of inflation expectations, as well as a possible rapid decline in households’ propensity to save. Volatility in the global commodity and financial markets may weigh negatively on expectations with regard to exchange rate and inflation. The said risks may also materialise over the mid-term horizon. Moderately tight monetary policy will allow to limit their effects and maintain consumer price growth rates close to 4%.

US-Trader: „Warum ich alle Aktien verkauft habe!“

FMW-Redaktion

Während der Trump-Rally sind vor allem die US-Nebenwerte gestiegen, die im Russell2000 notiert sind. Die Aktien aus diesem Index sind stark auf den amerikanischen Heimatmarkt fokussiert und würden, so die Logik, besonders stark von der Stimulus-Politik Donald Trumps profitieren. So stieg der Russell2000 16% seit der Wahl Donald Trumps, aber seit etwa Mitte Dezember geht es für den Index nicht mehr weiter nach oben. Im Gegenteil: in den letzten Tagen zeigt der Russell eine deutlich schwächere Entwicklung, am Dienstag kam er mit einem Minus von 2,7% stärker unter Druck als der Gesamtmarkt. Gegenübe dem S&P500 zeigt der Index Schwäche, und häufig gelten die Nebenwerte als Frühindikatoren für das, was kommt.


Der Russell2000

Das ist einer der Gründe, warum der US-Trader Todd Gordon sagt: ich habe alle meine Aktien verkauft! Sorgen bereitet ihm aber auch der Nasdaq. Hier können Sie sehen, warum Gordon so skeptisch ist für den US-Aktienmarkt..

Die Sicht der Wall Street: „Washington ist im Chaos!“

FMW-Redaktion

Donald Trump will es darauf ankommen lassen und pokert hoch: entweder, so seine Botschaft an die republikanischen Gegner des American Health Care Act, ihr schluckt das, oder ihr müßt damit leben, dass Obamacare so bleibt es wie es ist. Das wäre für vor allem für die Mitglieder des Freedom Caucus, also jenes rechtskonservativen Flügels innerhalb der Republikaner, ein Desaster. Also setzt ihnen Trump jetzt die Pistole auf die Brust mit der indirekten Drohung: das habt ihr dann zu verantworten, wenn die Sache schief läuft. Trump spekuliert also darauf, dass die Opponenten die schwächeren Nerven haben – aber er selbst hat eben auch viel zu verlieren, wenn er das neue Gesetz nicht durchbringt. Wer zuckt zuerst?

Unterdessen steigt die Volatilität deutlich an: in den letzten drei Handelstagen liegt der Durchschnitt zwischen Hochpunkt und Tiefpunkt der US-Indizes im Tageshandel bei 1,03% – seit Jahresbeginn waren es zuvor nur 0,53%.

Die Wall Street ist leicht verwirrt über das „Chaos in Washington“. Die Sicht der Wall Street bringt wie immer Peter Tuchman gut auf den Punkt:

Großbritannien: Die schon sichtbaren positiven wie negativen Brexit-Auswirkungen

FMW-Redaktion

Nochmal kurz ein Rückblick. Diese Woche gab es bereits so einige aufschlussreiche Daten aus UK. Die Inflation stieg auf 2,3% (über das Inflationsziel der Bank of England), womit die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in UK stark ansteigt. Die Einzelhandelsumsätze zeigen sich mit +3,7% erstaunlich robust, wobei aber gleichzeitig die Einzelhandelspreise um 3,2% im Februar gestiegen sind.

Der Wind weht vom Brexit aber kräftig auf die Insel über die Importpreise. Da das Pfund seit Juni 2016 stark gefallen ist, sind somit im Umkehrschluss Dollar und Euro gegen das Pfund aufgewertet worden. Also müssen britische Importeure für Waren aus dem Ausland deutlich mehr bezahlen. Somit legen die Import-Erzeugerpreise seit mehreren Monaten stetig zweistellige Zuwachsraten hin, was langfristig mit voller Wucht auf die UK-Verbraucher durchschlagen wird. Im Februar stiegen die Import-Erzeugerpreise um satte 19,1%.

Erfreuliches

Aber wie es nun mal so ist mit Währungsabwertungen: Wo es Nachteile gibt, sind auch die Vorteile sichtbar. So ist es bei der britische Automobilindustrie gut erkennbar, die stark exportlastig ist. Gerade asiatische Hersteller mit Standorten auf der Insel verschicken viele Autos über den Kanal auf den EU-Binnenmarkt. Nach dem Brexit könnte sich das aufgrund eingeführter Zölle oder Ähnlichem ändern. Aber so lange in dieser Hinsicht noch nichts passiert, wirkt das schwache Pfund extrem positiv auf die Hersteller.

Da die Kunden aus der Eurozone das Pfund schön billig kaufen können, erhalten sie die UK-Autos nun drastisch günstiger. Das pusht die Autoproduktion in UK, wie aktuelle Daten des britischen Branchenverbandes SMMT belegen. Im Februar lag die Produktion auf der Insel so hoch wie seit 17 Jahren nicht mehr mit 153.041 Autos. Das ist ein Plus von 8% gegenüber Februar 2016. Während die Inlandsnachfrage deutlich zurückging mit -7,4%, stieg die Auslandsnachfrage um 13,4%. Jedem geneigten Beobachter ist klar, dass dies ein Resultat des schwachen Pfund ist.

Aber gut, der Branchenverband muss natürlich blumige und schöne Worte finden. So liege diese Steigerung an der fortgesetzten Popularität von in England hergestellten Autos. Da 8 von 10 in UK produzierten Autos in den Export gehen, und davon die Hälfte in die EU, sei es laut SMMT extrem wichtig Handelsbarrieren für die Zukunft zu vermeiden. Zitat:

„Today’s figures illustrate the continuing global popularity of British-built vehicles and the export-led nature of the industry. With eight out of every 10 cars we produce destined for international markets – and half of those for customers in the EU – we must avoid barriers to trade, whether tariff, customs or other regulatory obstacles, at all costs. To do otherwise would damage our competitiveness and threaten the continued success of UK automotive manufacturing.“

Einkaufsmanagerindizes: Es boooomt!

FMW-Redaktion

Blickt man auf die soeben veröffentlichten EInkaufsmanagerindizes aus der Eurozone, scheint die Konjunktur geradezu zu boomen! Etwa in Deutschland, wo der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex auf 57,0 steigt und damit den höchsten Wert seit 70 Monate erreicht (Prognose war 56,0). Besonders rund laufen die Geschäfte im verarbeitenden Gewerbe mit 58,3 – deutlich über der Prognose von 56,5 und höchster Wert seit 71 Monaten. Besser als erwartet auch der Dienstleistungssektor mit 55,6 (Prognose war 54,6), der beste Wert seit 15 Monaten. Dazu die Industrieproduktion so stark wie seit 38 Monaten nicht mehr mit 59,6 (Februar war 59,3). Markit, das die Daten ermittelt, spricht daher vom „stärksten Wirtschaftswachstum in Deutschland seit knapp sechs Jahren“.

„Rekordverdächtig“ sei auch der Stellenaufbau (zweithöchster Wert seit Berechnung des Index, also seit 1998!), aber eben auch die gestiegenen Preise, die nun so stark gestiegen seien wie seit knapp sechs Jahren nicht mehr. Preistreibend hier vor allem der Industriesektor mit stark gestiegenen Preisen für Stahl, Mineralöl-Produkte sowie der starke Dollar. Aber Herr Draghi wird uns sicher erklären, dass man das alles nicht überbewerten dürfe mit der Inflation..

Die Auftragsbestände stiegen nicht nur nun den zehnten Monat in Folge, sondern auch so schnell wie seit Mai 2011 nicht mehr, bei den neuen Stellen wurden Rekorde erreicht: bei den Dienstleistern so stark wie zuletzt im Jahr 2006 (dem bisherigen Allzeithoch), im produzierenden Gewerbe wie seit Juli 2011 nicht mehr.

Ganz ähnlich auch die Entwicklung in Frankreich: dort allerdings ist es der Dienstleistungssektor, der den höchsten Wert seit 70 Monaten erreicht (57,6; Februar war 56,4), während das produzierende Gewerbe mit 53,4 deutlich hinter her hinkt. Insgesamt aber sieht Markit in den Zahlen die ersten konkreten Früchte der Reformen der französischen Regierung. Auffallend ist auch, dass in Frankreich, anders als in Deutschland, kaum Inflations-Druck herrscht: die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen zwar erstmals seit April 2012, aber nur minimal.

All das gilt auh für die Eurozone: das stärkste Wachstum seit knapp sechs Jahren (Sammelindex bei 56,7; Prognose war 55,8). Auch hier der Aufbau neuer Stellen so stark wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Auch in der Eurozone insgesamt zeigt sich ein verstärkter Preisdruck, daher sieht Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson nun die Zeit gekommen, in der die EZB ihre Geldpolitik „restriktiver“ gestalten sollte.

Auffallend ist aber auch: der Boom scheint sich vor allem auf Deutschland und Frankreich zu konzentrieren, in den anderen Ländern schwächte sich das Wachstum dagegen sogar minimal ab. Da diese beiden Länder aber aufgrund ihrer Größe dominant sind, ziehen sie die Einkaufsmanagerindizes der ganzen Eurozone in den Headline-Zahlen nach oben..

Ups! Deutsche Bank sagt: deutsche Aktien verkaufen – zu teuer!

FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank sieht auf einmal rot und sagt: deutsche Aktien seien zu teuer, daher empfehle man den Verkauf. Was ist denn da los? Die Deutsche jedenfalls vergleicht deutsche Aktien mit anderen europäischen Werten und meint, die Preise seien im Vergleich zum Buchwert schlicht zu hoch. Ausserdem würden deutsche Unternehmen im Vergleich zu anderen europäischen Aktien weniger Dividende zahlen – und das, obwohl bekanntlich dieses Jahr ein Jahr der Rekordausschüttungen etwa bei den Dax-Unternehmen wird.

Die Deutsche Bank scheint dabei den deutschen Aktienmarkt als am wenigsten aussichtsreich einzustufen – die Aktien keines anderen bedeutenderen europäischen Landes sind aktuell von der Bank so stark auf „untergewichten“ gestellt. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten nun, dass sich zyklische Werte schlechter entwickeln werden als defensive Aktien – und der Dax zeige immer dann Schwäche, wenn Zykliker nicht gut performen würden, so die Deutsche.

Zyklische Aktien sind Aktien, die besonders Konjunktur-sensitiv sind, als stark von einer Erholung der Konjunktur profitieren, jedoch bei Konjunkturabschwüngen sich schlechter entwickeln. Zyklische Aktien sind Werte etwa aus dem Maschinenbau, Chemie, insgesamt Industriewerte, sowie Rohstoff-Aktien und Bank-Aktien. Defensive Werte sind etwa Telekom-Aktien, die viel weniger auf die Konjunkturzyklen reagieren, weil ihr Geschäftsmodell stetig und wenig abhängig ist von konjunkurellen Zyklen.

Wenn die Deutsche Bank also nun diese Einschätzung vertritt und meint, defensive Werte würden sich besser entwicklen als Zykliker, sagt sie damit indirekt: die Periode ungebremsten Sonnenscheins bei der deutschen Konjunktur ist vorbei, wir haben konjunkturell den Hochpunkt überschritten, es geht nun bergab. Kein anderer Index sei so zyklisch zusammen gesetzt wie der Dax, und in den Kursen spiegele sich die Erwartung wider, dass die Eurozone weiter positive Konjunktur-Entwicklungen zeigen werde. Dieser Optimismus aber sei übertrieben, so die Deutsche.

Skeptisch ist die Bank auch für französische Aktien – diese orientierten sich stark an den europäischen Einkaufsmanagerindizes, die zuletzt stark zugelegt hatten. Nun aber seien alle positiven Entwicklungen auch beim französischen Leitindex Caceron vollständig eingepreist. Anders sieht die Deutsche Bank die Situation für britische Aktien: der FTSE100 sei eher defensiv ausgelegt und werde sich daher besser entwickeln. Positiv erscheint den Deutschbankern auch der schweizerische SMI, den man als „defensives Dollar-Spiel“ übergewichte.

Dax: Hängepartie!

FMW-Redaktion

Was für eine Hängepartie, was für ein Durcheinander und Chaos! Mal so, mal anders, mal soll die Abstimmung stattfinden, dann doch wieder nicht. Die offizielle Version des Wießen Hauses ist: es wäre doch sonst so spät geworden mit der Abstimmung, die sehr viel wahrscheinlichere ist, dass Trump schlicht die erforderlichen Stimmen fehlten. Und nun ergreift Trump die Flucht nach vorne: wenn ihr nicht zustimmt, dann bleibt Obamacare eben in Kraft – wobei Trump darauf spekuliert, dass diejenigen, die nicht für sein AHCA stimmten, das als noch schlechtere Alternative sehen. Trump setzt also alles auf eine Karte, sein Blatt ist jedoch nicht das Allerbeste, also muß er bluffen, und jetzt kommt alles darauf an, ob man seinem Bluff glaubt.

Das werden jetzt heiße Tage: nach dem Gezerre um AHCA kommt mit der Anhebung der Schuldenobergrenze das nächste Großthema gleich im Anschluß, und auch das wird hart. Noch glauben die Märkte, dasss Trump auf jeden Fall mit seiner Steuersenkung durchkommt, aber da hängen sogar noch mehr Interessen dran als beim Gesundheitssystem – also wird das eher noch schwieriger! Sollte Trump heute verlieren, wäre das ein Signal dafür, dass es selbst dan zu einem politischen Stillstand kommen kann, wenn eine Partei in beiden Kammern des US-Parlaments das Sagen hat. Und für Trump wäre das – angesichts seiner „Ich siege immer-Ideologie“ – ein herber Gesichtsverlust mit Signalwirkung.

So oder so: gestern waren die Märkte zunächst nach oben gelaufen, weil sich abzuzeichnen schien, dass Trump sich durchsetzen würde. Dann aber eine Achterbahnfahrt je nach aktueller Meldungslage. Nun scheinen die Märkte ihren Optimismus wieder gefunden zu haben, die US-Futures höher, in Asien Japan stark, zum Handelsende hin auch in China steigende Kurse:

Shanghai Composite +0,64%
CSI300 +0,78%
ChiNext +0,86%
Nikkei +0,93%

Dementsprechend bleibt der X-Dax deutlich über der 12000er-Marke:

Aber noch hat es der Dax eben nicht geschafft, wieder in den gebrochenen Aufwärtstrend einzutauchen:

Wir haben gestern nun das gesehen, was am Mittwoch noch ausgeblieben war: eine Erholung. Diese Erholung nun läuft ziemlich genau zum gebrochenen Aufwärtstrend hin. Der X-Dax muss also in diesen Aufwärtstrend wieder eintauchen, um die gestrige Rally fortsetzen zu können, ansonsten war das gestern nicht mehr als eine technische Erholung! Erst wenn der Bereich 12080/12100 nachhaltig überwunden ist, wäre charttechnisch „die Kuh vom Eis“.

Es wird wohl so wie gestern: die Meldungen über den Stand der Dinge wird zu Schwankungen führen, bis klar ist, wohin die Reise für Trump und damit für die Märkte geht..

Videoausblick: Drama und Trumps Ultimatum

Von Markus Fugmann

Gestern ein Hin und Her um die Abstimmung über die Ersetzung von Obamacare – schließlich wurde die Abstimmung auf heute verschoben, angeblich, weil es sonst bis tief in die Nacht gegangen wäre, wahrscheinlicher ist, dass die Trump-Administration nicht die erforderlichen Stimmen hatte (mehr als 30 Nein-Sager). Nun wagt Trump den Bluff und setzt dem Freedom Caucus die Pistole auf die Brust: wenn ihr nicht „Ja“ sagt, bleibt Obamacare eben bestehen und wir kümmern uns um das Steuerthema. Aber es ist eben ein Bluff, weil Trump die Mitglieder des Freedom Caucus braucht, um seine Steuersenkungen durchzusetzen – aber diese wollen knallharte Gegenfinanzierungen (Importsteuer!), und das nächste große Gezerre wird daher sicher kommen. Die Aktienmärkte gehen nach gestriger Nervosität optimistisch in den Tag..

TdT: Gold (XAUUSD) mit glänzenden Aussichten für einen Trade

Gold (XAUUSD) glänzt wieder, so zumindest nach dem ersten Blick auf den Chart, denn seit dem Tief am 10. März waren die Notierungen wieder positiv ausgerichtet. Doch zeugt das von ewig währenden Kauffreuden? Wir werden sehen, doch ergibt sich aus dem aktuellen Chartbild eine sinnvolle Trading-Idee, die wir gerne nutzen wollen.

Marktgeflüster (Video): Wird schon gut gehen..

Von Markus Fugmann

Heute gibt es kein anderes Thema als die Frage, ob AHCA im Abgeordnetenhaus ausreichend Stimmen bekommt. Nach anfänglicher Skepsis gehen die Märkte nun davon aus, dass Trump die erforderliche Mehrheit bekommen wird – ob diese Annahme stimmt? Nach letzten Informationen ist der Beginn der Abstimmung auf 19Uhr Washington Ortszeit terminiert, also Mitternacht deutscher Zeit. Sollte die Mehrheit jedoch nicht erreicht werden, könnte die Abstimmung auch erst am Wochenende stattfinden, damit Trump noch Zeit hat, die Zweifler umzustimmen. Der Dax kann im Gefolge der US-Indizes zulegen und kratzt derzeit am gebrochenen Aufwärtstrend (im Bereich 12040 Punkten). Gewißheit gibt es so oder so erst nach Börsenschluss in den USA..

Aktuell: Abstimmung doch erst morgen? Update: Spicer – Votum doch heute

FMW-Redaktion

Laut Aussagen einiger Republikaner wird es vermutlich doch heute nicht mehr zur Abstimmung kommen – offenkundig steht die Mehrheit für Trump (noch?) nicht. Vermutlich, so neuester Stand, wird die Abstimmung erst morgen oder am Wochenende stattfinden..

Zuvor hatte es noch geheißen, die Abstimmuing erfolge 19Uhr Washington Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit)..

Update: Soeben Spicer, Sprecher dees Weißen Hauses: Votum wird doch heute stattfinden..