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Anleihen

Die Spatzen pfeiffen von den Dächern: China verkauft massiv US-Staatsanleihen für Stützung des Yuan

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FMW-Redaktion

Um den Yuan zu stützen, war und ist die chinesische Notenbank anscheinend fleißig dabei massiv Devisenreserven (US-Staatsanleihen) zu verkaufen und in Yuan umzuwandeln – so stützt man seine heimische Währung.

US-Staatsanleihen ausländische Inhaber
Grafik: US Treasury Department

Wie die Grafik (bis Juni) zeigt, hat das offizielle Volumen von China gehaltener US-Staatsanleihen im Frühjahr und Sommer 2015 sogar minimal zugenommen. Da man anscheinend keine Panik auslösen will, hält man (offenes Geheimnis in der Finanzbranche) große Summen von US-Staatsanleihen über Treuhänder in Belgien. Somit werden diese Summen dann in der offiziellen US-Statistik „Belgien“ zugerechnet (blau markiert). Unser EU-Nachbar ist relativ klein, ziemlich hoch verschuldet und hätte wohl kaum die Möglichkeit hunderte von Milliarden Dollar US-Staatsanleihen vorzuhalten.

Händler, Anleihe-Experten, viele vermuten es, keiner verkündet es offiziell – aber es gilt als offenes Geheimnis, dass China über Belgien abwickelt. Der weltweite Anleihe-Guru Nummer 1 Gill Gross schrieb „fragend“ heute Nacht diesen Tweet:

Die von Belgien gehaltenen US-Staatsanleihen haben sich merkwürdigerweise in den letzten Monaten um nette 150 Milliarden Dollar verringert. Man kann (mit gesundem Menschenverstand) davon ausgehen, dass sich diese Zahl in den letzten Wochen deutlich vergrößert hat. Die Societe Generale schätzt, dass China in den letzten 14 Tagen ca. 106 Milliarden Dollar Devisenreserven verkauft hat. Gerade aktuell wird man dieses frische Geld sofort dafür eingetzen den Yuan zu stützen und heimische Banken zu fluten, damit sie den Aktienmarkt fluten.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Jörg

    27. August 2015 15:31 at 15:31

    Tolle Information!
    Danke!

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    rote_pille

    27. August 2015 16:47 at 16:47

    Die sind aber noch weit von der 0 entfernt.

  3. Avatar

    Christian

    27. August 2015 18:20 at 18:20

    Die Frage ist: Wer hat die US-Staatsanleihen gekauft?

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    hubi stendahl

    27. August 2015 22:13 at 22:13

    Kaffesatzleserei!

    So lange die FED nebulöse Zahlen veröffentlicht und Belgien von nahezu 50 Staaten über Eurclear zu Verenbelung verwendet wird, ist alles Spekulation.
    Eine Zusammensetzung der Verkäufe “ Belgiens “ also
    (leider ) nicht verifizierbar.

    Aber der Crash kommt ja über den Anleihemarkt; insofern ist nur noch etwas Geduld angesagt.

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Anleihen

Rendite – Anleihen der Südländer als Objekt der Begierde

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Die Politik der Europäischen Zentralbank bringt viele Investoren in Anlagenotstand: Vor allem Großinstitutionelle, die nach ihren Anlagerichtlinien verpflichtet sind, Anleihen zu kaufen (und zu halten) und daraus die Rendite für ihre Verpflichtungen zu erwirtschaften. Mittlerweile ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn die letzten, mehr und mehr auslaufenden und gut rentierlichen Langläufer müssen demnächst ersetzt werden. Zusätzlich ist die EZB seit November weiter als Aufkäufer mit 20 Milliarden Euro pro Monat tätig und sorgt für eine Verknappung des Angebots.

Rendite: Der Drang in den Süden

Der Kampf um Rendite ist sehr gut an den Daten der elektronischen Handelsplattform Tradeweb erkennbar: Ende Dezember notierten 56 Prozent aller ausstehenden Staatsanleihen der Euro-Zone leicht im Minus. In Deutschland waren es über 80 Prozent, in Spanien 45 Prozent und selbst im hochverschuldeten Italien 25 Prozent. Damit verbessert die Zentralbank unwillkürlich die Situation der Staatsschulden in verschiedenen Staaten der EU-Zone und betreibt damit Staatsfinanzierung, auch wenn sie es niemals so bezeichnen würde. Die südeuropäischen Staatsanleihen sind gefragter denn je, wie es die jüngsten Anleiheauktionen beweisen, der Run in den Süden geht weiter. Beispiele:

Für eine neue, zehn Milliarden Euro schwere 10-jährige Staatsanleihe aus Spanien gab es mit 50 Milliarden Euro die höchste bisher verzeichnete Nachfrage eines europäischen Staates bei einer Auktion. Ähnlich hoch war auch die Nachfrage nach einer italienischen 30-Jährigen – 47 Milliarden Euro – , man gab sich mit sieben Milliarden Euro zufrieden. Investoren glauben an die Zuverlässlichkeit der EZB und spekulieren darauf, dass es infolge der weiteren Käufe durch die Zentralbank bald zu einer Verknappung des Angebotes kommen könnte.

Anders die Situation in Deutschland: Wie bereits berichtet, gab es bei der Emission neuer 10- und 30-jähriger Staatsanleihen eine so genannte Unterdeckung, was bedeutet, dass die Nachfrage nach den Nullkupon-Anleihen geringer war, als das Angebot.

In Summa entsteht durch diese Käufe der Investoren mit ihrem Kampf um Rendite eine absurde Divergenz zwischen Risiko und Ertrag bei Anleihen nach früheren Maßstäben. Demzufolge hat der (Fast)-Pleitestaat Griechenland auch niedrigere Zinsen als der (vermeintlich) sicherste Schuldner der Welt – die USA.

Der aktuelle Vergleich der Renditen für die 10-Jährigen lautet: Griechenland 1,402 Prozent – USA 1,794 Prozent.

Die Effekte der bisherigen Bilanzausweitung der EZB auf die Rendite

Das ständige Intervenieren am Markt für Anleihen durch die EZB hat trotz fallender Zinsen in den letzten Jahren doch noch zu recht ansehnlichen Renditen der Bonds geführt. Grund hierfür ist natürlich der Kursanstieg von Anleihen, der selbst beim Sturz in den negativen Verzinsungsbereich stattfindet.

In den vergangenen fünf Jahren konnten Anleger mit Staatsanleihen der Euro-Zone noch 2,5 Prozent pro Jahr verdienen, bei Unternehmensanleihen mit vernünftigem Rating waren es auch noch 2,3 Prozent. Auf Sicht der ganzen Dekade betragen diese Erlöse sogar durchschnittlich 4,3 Prozent bei EU-Staatsanleihen, beziehungsweise 4,1 Prozent bei Unternehmensanleihen.

Die Zinsen sind weiter gefallen, mit Nullkupons und Renditen im Minusbereich.

Aber der Minuszins schafft mehr und mehr Probleme, wie die schwedische Zentralbank mit ihrer Leitzinsanhebung ganz klar zum Ausdruck gebracht hat.

Und hiermit verschärft sich das Problem mit der Zinssituation in Europa.

Fazit

Aus den oben angeführten Überlegungen ergibt sich sehr anschaulich die Zwangslage für die europäische Notenbank im Hinblick auf ihre Anleihekäufe. Die Kurse liegen absonderlich hoch, die Zinsen ebenso niedrig aber damit wird auch sofort erkennbar, was passieren würde, sollte sich die Zentralbank als Käufer am Markt zurückziehen oder sogar ihre Bilanz zurückführen. Ein sofortiger Sprung bei der Rendite für viele Länder wäre die Folge, die Zinsbelastung schösse in die Höhe.

Damit wird klar: Die Anleihen der EZB dürften nie mehr am Markt auftauchen, sondern werden irgendwann einfach ausgebucht werden, um einen Finanzierungskollaps der Staaten zu verhindern. Man muss nur nach Japan blicken, wo die Bank of Japan schon die Hälfte der Staatsschulden in den eigenen Büchern hält. Unmöglich diese wieder am Markt loszuwerden. Das große Experiment der Notenbanken. Wohin wird es irgendwann führen? In Vertrauensverlust und Inflation?

Auf der Jagd nach Rendite kaufen Investoren südeuropäische Anleihen

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Anleihen

Deutsche Staatsanleihen – das Interesse lässt nach

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Die Flucht in vermeintliche Sicherheit hatte im vergangenen Jahr schon unglaubliche Entwicklungen auf dem Markt für Staatsanleihen ausgelöst – besonders deutsche Staatsanleihen waren gefragt. Über ein Viertel der weltweiten Staatsbonds (17 Billionen Dollar) notierte daher im negativen Bereich. Diese Summe hat sich in den letzen Wochen wieder der 10 Billionen-Dollar-Marke genähert. Als einer der sichersten Häfen waren die deutschen Staatsanleihen gefragt, mit kurzzeitig negativer Verzinsung in allen Laufzeiten – bis zur 30-jöhrigen Staatsanleihe. Doch inzwischen hat sich doch einiges geändert, wie die jüngsten Emissionen zeigen.

Deutsche Staatsanleihen – Unterdeckung

Der Renditeanstieg bei deutschen Staatsanleihen schreitet voran. Während man zum Höhepunkt der „Kurshausse“ bei den deutschen 10-jährigen Bunds Anfang September 2019 noch eine Verzinsung von minus 0,74 Prozent akzeptierte, sind es aktuell nur noch minus 0,21 Prozent. Aber mehr noch: Bei der Emission neuer 30-jähriger deutscher Staatsanleihen am Mittwoch kam es zu einer Unterdeckung, sprich die Nachfrage fiel geringer aus als das Angebot des deutschen Staates. Man hatte 1,5 Milliarden Euro angeboten, die Nachfrage belief sich aber nur auf 1,2 Milliarden Euro. Dies war auch schon vor Wochenfrist der Fall, als es für eine neue 10-Jährige auch schon zu wenig Nachfrage gab.

Mit dem Rückgang der Negativrendite zeigt sich damit ein Trend: Der Hunger der Investoren auf deutsche Staatsanleihen mit einem Nullkupon hat nachgelassen, die Schwelle für die Negativverzinsung liegt derzeit bei einer Laufzeit von 14 Jahren. Bisher wurden viele Papiere, die eine Negativverzinsung geboten hatten, sehr zur Verwunderung mancher Beobachter gekauft – einfach auch aus dem Grund, weil man bei weiter nachgebenden Zinsen schöne Kursgewinne einfahren konnte. Dies scheint aber jetzt vorbei zu sein, der Kauf von Anleihen mit Negativverzinsung und langer Laufzeit könnte sich wegen der Duration zu einem waghalsigen Geschäft entwickeln.

Fazit

Die Angst vor einem weiteren Absacken der Konjunktur hat nachgelassen, die Kurse deutscher Staatspapiere haben nachgegeben und den spekulativen Anlegern sehr viel Geld gekostet. Was wird erst die österreichische 100-Jährige an Kursverlusten eingefahren haben? In Deutschland wird die Diskussion um die Abkehr von der schwarzen Null auch immer lauter, es werden nicht nur von der EZB von Deutschland staatliche Investitionsprgramne gefordert, auch Maßnahmen gegen den Klimawandel könnten zur Emission neuer Papiere führen. Also doch ein langsamer Zinsanstieg? Dies würde aber (kurzfristig) die Anleihen noch einmal unattraktiver zu den Dividendenpapieren machen – TINA könnte nochmals einen kleinen (letzten?) Schub bekommen.

 

Deutsche Staatsanleihen waren zuletzt weniger gefragt - wohl nicht zur Freude von Bundesfinanzminister Scholz

Olaf Scholz. Foto: Christoph Braun CC0

 

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Anleihen

Anleihen mit 100 Jahren Laufzeit: Das sind die Gründe ihres Booms!

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Negative Zinsen haben einen Boom für 100-jährige Anleihen ausgelöst. Denn das sind eine der letzten verbliebenen Bastionen positiver Zinsen. Der Nachteil: Die Zinsen sind trotz der langen Laufzeit erstaunlich niedrig und für 100 Jahre festgeschrieben. Gibt es in der Zwischenzeit Inflation oder geht der Schuldner pleite, haben Sie als Anleger Pech gehabt!

Die Bundesrepublik Deutschland beschränkt sich bis jetzt auf eine maximale Laufzeit von 30 Jahren bei neu emittierten Anleihen. Die Rendite liegt dabei derzeit bei nur 0,31%. Angesichts dieser historischen Niedrigzinsen haben aber bereits einige andere staatliche und private Emittenten begonnen, Anleihen mit 100-jähriger Laufzeit auszugeben. Die Zinsen sind dabei zwar deutlich höher als bei 30-jähriger Laufzeit, aber im historischen Maßstab niedrig. Der Emittent sichert sich damit das derzeit niedrige Zinsniveau für die kommenden 100 Jahre, während Anleger deutlich höhere Zinsen bekommen, als es bei Anleihen mit kürzerer Laufzeit möglich wären.

So erzielen Sie überproportionale Kursgewinne bei weiter fallenden Zinsen!

Solange die Zinsen weiter sinken, können Anleger sogar überproportionale Kursgewinne mit den lang laufenden Anleihen erzielen. Denn Kurse und Renditen sind bei Anleihen negativ miteinander gekoppelt. Anleihen des gleichen Emittenten mit gleicher Laufzeit haben stets die gleiche Rendite. Eine im Jahr 2005 herausgegebene Anleihe der Bundesrepublik Deutschland mit Fälligkeit im Jahr 2030 wirft pro Jahr 6,25% Zinsen ab. Eine neue Anleihe mit Fälligkeit im Jahr 2030 bringt hingegen nur noch 0% Zinsen. Wäre der Kurs beider Anleihen gleich, würden alle Anleger die Anleihe aus dem Jahr 2005 kaufen, die 6,25% Zinsen abwirft. Dadurch steigt der Kurs dieser alten Anleihe. Derzeit müssen Sie für diese alte Anleihe 165,81% des Nennwerts bezahlen.

Sie bezahlen also heute 1.658,10 Euro, bekommen aber nur auf 1.000 Euro 6,25% Zinsen und im Jahr 2030 auch nur 1.000 Euro Rückzahlung. Alle Zahlungsströme zusammengerechnet ergibt das ein Nullsummenspiel: 0% Rendite. Genauso wie die heute neu emittierte Anleihe mit 0% Zinsen und 10 Jahren Laufzeit.

Sinken also die Zinsen am Markt, müssen die Kurse bereits emittierter Anleihen steigen, um die niedrigere Marktrendite zu reflektieren. Je länger die Restlaufzeit einer Anleihe und je höher deren Zins ist, umso stärker steigen die Kurse, um die sinkende Marktrendite zu reflektieren. Es ist dieser Effekt, der die überdurchschnittlich gute Rendite von Anleihefonds und Rentenversicherungen in den vergangenen Jahren erzeugte.

Doch es ist nur ein temporärer Effekt. Bis zur Endfälligkeit der Anleihen sinkt der Kurs wieder auf 100%. Rentenfonds haben also heute eine gute Performance, dafür in den kommenden Jahren eine schlechtere. Mit möglichst lang laufenden Anleihen kann dieser Effekt noch ein wenig in die Zukunft verschoben werden. Denn bei den Langläufern wie den 100-jährigen Anleihen sind die Kursgewinne exorbitant, solange die Zinsen weiter fallen. Eine im September 2017 mit 2,1% Zinsen herausgegebene Anleihe Österreichs erzielte bis heute fast 61% Kursgewinn. Denn der Marktzins für 100-jährige Anleihen Österreichs sank in diesen nicht einmal 30 Monaten von 2,1% auf 1,04%.

Eine vor zehn Monaten herausgegebene 100-jährige Anleihe Nordrhein-Westfalens bringt es auf 36,7% Kursgewinn. Und behält der Wirtschaftswissenschaftler, über den ich gestern berichtete, Recht, dann wird diese Entwicklung auch noch in den kommenden Jahrzehnten weitergehen. Denn er geht davon aus, dass bis zum Ende des Jahrhunderts auch die Mehrheit der lang laufenden Anleihen weltweit negative Renditen aufweisen wird.

Langläufer-Anleihen haben auch große Risiken!

Die Sache hat nur zwei Haken:

1)
Kehrt sich der Zinstrend wider Erwarten um, werden diese Anleihen überproportionale Kursverluste aufweisen, um den steigenden Marktzinsen zu folgen.
2)
Geht der Emittent in diesem für Menschen unüberschaubaren Zeitraum pleite, ist das Geld zum Großteil bis vollständig verloren.

Und so sicher auch Emittenten wie Österreich oder Deutschland wirken, sie sind es nicht. In den vergangenen 102 Jahren fiel das Deutsche Kaiserreich, es gab Hyperinflation, den 2. Weltkrieg, die DDR entstand und ging unter. Wer eine Deutsche 100-jährige Anleihe im Jahr 1918 zeichnete, weil er von sinkenden Zinsen in den kommenden 100 Jahren ausging, hatte also gleich mehrmals die Chance, damit all sein Geld zu verlieren.

Wie schnell das gehen kann, erleben gerade diejenigen Anleger, die erst Ende Dezember 2017 100-jährige Anleihen Argentiniens zeichneten. Die warfen schon damals 7,125% Zinsen ab. Heute liegt die Rendite schon bei 15,6% und der Kurs sank um 52,5%! Denn die Bonität Argentiniens wird heute, kaum mehr als zwei Jahre nach der Emission, deutlich schlechter eingeschätzt.

Der morbide Charme von Anleihen mit 100 Jahren Laufzeit

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