Draghi der Sozialist: Zu viel Wettbewerb zwischen den Banken ist ihr Hauptproblem

FMW-Redaktion

Wettbewerb zwischen privaten Unternehmen in einem freien Markt, das ist der Kern eine freien Marktwirtschaft, und auch einer sozialen Marktwirtschaft. Mario Draghi scheint in seinem goldenen Turm solche Grundprinzipien anscheinend vergessen zu haben. Anders sind seine aktuellsten Äußerungen wohl nicht mehr zu verstehen. Denn was hat er da gestern Unglaubliches gesagt? Er war Redner bei einer Konferenz in Frankfurt. Die wichtigsten Themen waren das von Draghi so genannte „Overbanking“ und die daraus resultierende niedrige Profitabilität der Banken in Europa.

Mit „Overbanking“ meint er, dass es ganz einfach zu viele Banken gibt. Also Folge dieses Überangebots gäbe es in Europa zu viel Wettbewerb zwischen den Banken – dieser verstärke den Druck auf die immer geringer werdenden Gewinnspannen der Banken. So eine Überkapazität bedeute, dass die Banken nicht effizient arbeiten würden. Häääääääh? Das muss man sich mal vorstellen. Mario Draghi verdreht hiermit das marktwirtschaftliche Prinzip genau ins Gegenteil. Normalerweise bedeutet viel Wettbewerb in einer Branche effizientere Produktionsmethoden, bessere Preise für die Kunden, Innovationen, die Schaffung neuer Produkte, hohe Lebensqualität, Schaffung von Vermögen und so weiter.

In diesem Fall tut Draghi so, dass der Wettbewerb die Wurzel allen Übels ist. Denn dies ist laut seiner Meinung wohl der Grund, dass die Banken ihre Kontogebühren nicht stark genug anheben können, weil aufgrund von zu viel Auswahl die Kunden sonst zur Konkurrenz wechseln. Also können die Banken die Folgen der Negativzinsen nicht ausgleichen. Laut seiner Meinung gibt es immer noch viel zu viele Banken – das müsse sich ändern! Also ist mal wieder nicht seine super tolle phantastische Negativzins-Politik schuld am Margenproblem der Banken, sondern die Banken selbst sind schuld, weil es zu viele von ihnen gibt. Das bedeutet auch: Es gibt zu viele Bankfilialen. Also weg damit, Filialen brauchen ja eh nur noch eine Hand voll alter Leute, und die haben ja eh genug Zeit den ganzen Tag mit Bus und Bahn 50 Kilometer in die nächste Stadt zu fahren, bis zur nächsten Bankfiliale.

Und der Kundenservice, der wird durch weniger Banken und weniger Bankmitarbeiter ebenfalls nur noch besser werden, denn heute nutzen doch eh schon alle „normalen“ Menschen Onlinebanking, und Onlineberatung, stimmt´s Herr Draghi? Dieser Mann dreht durch, und lebt inzwischen auf seinem eigenen kleinen Planeten. Hier ein Auszug aus seinem Redetext:


The overbanking in Europe, highlighted in the ASC’s report, is also a factor in the currently low level of bank profitability. A number of reasons have been mooted as the causes of this low profitability, including low interest rates. Long-term real interest rates have been falling in the major advanced economies for two decades. Technological change, demographics, income inequality and safe asset scarcity are just a few of the factors exerting downward pressure on long-term real rates.[6] Accommodative monetary policy by the European Central Bank and other major central banks, acting in accordance with their price stability mandates, has also contributed to low interest rates.

Low interest rates tend to squeeze net interest margins owing to downward rigidity in banks’ deposit rates.[7] But overbanking is also a factor in the current low level of bank profitability. Over-capacity in some national banking sectors, and the ensuing intensity of competition, exacerbates this squeeze on margins. Such over-capacity also means the sector does not operate at the efficient frontier, which is one reason why cost-to-income ratios remain high in some countries.

At the same time, banks benefit from revaluations in their fixed income portfolios. Moreover, profitability is boosted by a greater flow of lending and lower loan loss provisions than would have occurred in the absence of accommodative monetary policy. Analysis by the ECB suggests that these effects tend to outweigh the impact on net interest income over the short term, but the picture varies depending on banks’ business models.[8] In the broader context of generalised over-capacity and technological innovation, some banks will need to review their business models to bolster profitability. Other financial institutions also face challenges to their business models in this environment.[9] In particular, institutions providing longer-term return guarantees – notably guaranteed-return life insurers – face a future of weak profitability unless they adapt their business models to a changing world. Macroprudential policy can help to boost the collective resilience of these institutions and enhance recovery and resolution frameworks.


Kommentare

Draghi der Sozialist: Zu viel Wettbewerb zwischen den Banken ist ihr Hauptproblem — 6 Kommentare

  1. Nein es macht doch absolut Sinn. Jetzt wo „die“/einige Banken ihren Einfluss auf Politik und Zentralbanken sichergestellt haben, bleibt ja eine wichtige Sache übrig: die Konkurrenz auszuschalten und damit noch mehr Macht zu konzentrieren. In kleinen Ländern wie Griechenland ging es doch ganz leicht.

  2. Hat der verehrter Herr Draghi mit seiner Denkweise nicht zufällig die italienischen Banken gerettet? Mein Vorschlag ist die Erschaffung einer EZB DUE als Wettbewerb zur der EZB. Als Mitglied können alle National Banken werden die die Finanzpolitik einer der Zentralbanken befürworten. Mal sehen was passieren würde…

  3. Aus Sicht von Draghi konsequent.
    Die Zentralbanken produzieren Geld, setzen die Preise dafür fest, beaufsichtigen sich selbst, sind niemandem verantwortlich. Die übrig gebliebenen Funktionen der Banken kann man da doch gleich mit übernehmen. Wenn das Bargeld abgeschafft ist, sollte das kein Problem mehr sein. Dann ist man dem großen Ziel NWO wieder ein ganzes Stück näher gekommen. Man verrichtet halt „Gottes Werk“, so EX-Draghi-Boss Lord Blankfein. Und wer dem Papst Konkurrenz macht, schwebt weit über allem Irdischen.

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