Europa wird sich einzäunen, ob wir wollen oder nicht!

Von Markus Fugmann

In Europa werden wieder in einigen Ländern Grenzkontrollen eingeführt – aber das dürfte erst der Anfang sein. Derzeit dreht sich alles um die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten (Syrien, Irak, im weiteren Sinne Afghanistan) – aber das eigentliche Problem liegt nicht nur dort, sondern vor allem in Afrika. Der wirklich Sturm von Flüchtlingen nach Europa wird daher aus Afrika kommen in den nächsten Jahren – und es macht Sinn, sich darauf mental vorzubereiten, um nach Handlungsspielräumen zu suchen.

Warum werden Afrikaner verstärkt versuchen, nach Europa zu gelangen? Vorwiegend aus ökonomischen und demografischen Gründen, die in der Kombination extrem explosiv sind. Zunächst zu den demografischen Gründen: während die Geburtenrate im Nahen Osten absehbar ihren Hochpunkt überschritten haben wird, sieht die Lage in Afrika ganz anders aus. Nicht etwa, weil die Zahl der Geburten pro Frau steigen werden, sondern weil die Lebenserwartung in Afrika konstant steigt und die Babyboomer-Generationen in Afrika dafür sorgen, dass die Zahl gebährfähiger Frauen stark zunehmen wird in den nächsten Jahren. Die UNICEF geht daher davon aus, dass sich die Bevölkerung Afrikas innerhalb der nächsten 35 Jahre verdoppeln wird. Und es ist in keiner Form absehbar, wie die so stark explodierende Bevölkerung ernährt werden könnte.

Denn die wirschaftlichen Perspektiven afrikanischer Länder sind – wenn sich die Lage nicht grundsätzlich bald ändert, wovon jedoch nicht auszugehen ist – katastrophal. Und das vorwiegend aus zwei Gründen:

– Der erste Grund ist der Fall der Rohstoffpreise. Zahlreiche afrikanische Länder haben in den letzten Jahren vom Aufstieg und Rohstoffhunger Chinas profitiert. Die Rohstoffpreise stiegen, damit die Einnahmen zahlreicher afrikanischer Staaten. Nun aber, mit dem Abschwung Chinas, sind die Rohstoffpreise im freien Fall. In 2015 gingen die Exporte afrikanischer Länder nach China um 38% zurück – Tendenz weiter rückläufig (siehe hierzu ausführlicher: „Zeichens des Abschwungs: Afrikas Exporte nach China -38%“). Durch den Abschung der chinesischen Wirtschaft gehen gleichzeitig die Investitionen von Chinesen in afrikanischen Ländern extrem zurück, was die Perspektiven für die zahlreichen jungen Menschen, die in Afrika auf den Arbeitsmarkt drängen, immer düsterer macht. Charles Schwab, der Gründer des Davoser Weltwirtschaftsforums, hat daher richtigerweise zukünftige Flüchtlingsströme von Afrika nach Europa antizpiert und so versucht, die derzeitige Fokussierung auf den Nahen Osten zu durchbrechen.

– Der zweite Faktor, warum die Perspektiven für afrikanische Länder absehbar deutlich schlechter werden, ist der Druck auf den Faktor (einfache) Arbeit. Große Teile der einst in China durch billige Arbeit produzierten Waren werden inzwischen in Afrika hergestellt – vor allem in Ländern wie Äthopien. Weil der Faktor Arbeit in China durch die Lohnsteigerungen der letzten Jahre immer teurer wurde, haben Chinas Unternehmer, plakativ gesprochen, ihre Firmen in China dicht gemacht und in afrikanischen Ländern Firmen neu eröffnet, in denen die Billigwaren durch niedrige Löhne noch rentabel herstellbar sind (siehe dazu die ZDF-Dokumentation „China, der schwankende Riese“, die Sie hier sehen können). Es ist genau dieser Prozeß, der eine wesentliche Ursache für den Abschwung Chinas ist – der Druck geht aus vom Niedergang des produzierenden Gewerbes im Reich der Mitte.

Durch die fortschreitende Autiomatisierung durch technischen Fortschritt aber werden viele Güter, die einst von Billiglöhnern in Billiglohn-Ländern hergstellt wurden, bald wieder in Europa selbst produziert werden. Man sieht diesen Trend bereits massiv beim Blick auf die Elbe (Zahl der Container auf Schiffen, Entwicklung der Zahlen beim Hamburger Hafen). Mittels 3D-Druckern wird sich also die Produktion, ohne nennenswerten Personalaufwand, wieder in die Industrieländer verschieben.

Das alles bedeutet, dass Millionen von Menschen in Afrika bald keine andere Perspektive mehr sehen werden als auszuwandern – und Europa ist das logische Ziel dieser Bewegung. Der demografische Druck mitsamt den ökonomischen Perspketiven läßt kaum eine andere Handlungsoption für diese Menschen.

Nun ist die Frage, wie wir in Europa damit umgehen. Und es ist leider so, dass Europa kaum anderes übrig bleibt, als genau diese Fluchtbewegung zu verhindern. Das wird nicht durech freundliche Worte funktionieren, wie sie kürzlich der deutsche Innenminster in Afghanistan gebrauchte, um die Bevölkerung vom Exodus nach Deutschland abzuhalten. Man wird sich nicht anders zu helfen wissen, als nicht nur die Grenzen zu kontrollieren, sondern sie sprichwörtlich dicht zu machen, weil Europa diese massive Einwanderung, die dann eine ganz andere Dimension haben würde als derzeit, nicht stemmen kann. Man wird das Signal geben: brecht gar nicht erst auf, es hat keinen Sinn, über diese Zäune werdet ihr nicht kommen. Und, was noch grausamer ist: an den Stränden Europas wird das, was die unselige AfD-Petry neulich ins Spiel gebracht hat, nämlich den Gebrauch der Schusswaffe gegenüber verzweifelten Flüchtlingen, aller Wahrscheinlichkeit nach Realität. Nicht weil Europa das wollte, sondern weil es sich nicht mehr anders zu helfen weiß.

Es wird dann, wie in den traumatischsten Szenarien von Science-Fiction-Filmen, ein Bereich des (gleichwohl abnehmenden) Wohlstands in Europa geben – und eine Zone, in der viel Elend herrscht (wo sich dann auch die relativ Wohlhabenden wiederum einzäunen werden). Innen und außen – das wird das entscheidende Kriterium werden für Chancen auf Arbeit, Wohlstand, Zukunftsperspektiven. Vielleicht können wir an diesem Horror-Szenario noch etwas ändern, wenn wir versuchen, Lösungswege zu finden. Es ist hohe Zeit, mit dem Nachdenken darüber zu beginnen – und den Fokus von der aktuellen zur kommenden Flüchtlingskrise zu verschieben, bevor es zu spät ist!


Kommentare

Europa wird sich einzäunen, ob wir wollen oder nicht! — 18 Kommentare

  1. Wieso schreibt der Autor „unselige Frau Petry“, wenn diese Frau doch diejenige ist, die im politischen Meinungsbildungsprozess zu der gleichen Schlussfolgerung kommt, wie er selbst.
    Ist das vorauseilende Abschottung zur Wahrung der politischen Korrektheit?
    Damit wird der an sich gute Artikel doch etwas geschmälert.

    • @fruuf, das hat mit „vorauseilender Abschottung zur Wahrung der politischen Korrektheit?“ nichts zu tun – ich halte die gute Frau einfach für eine verbiesterte Karrieristin und teile ihre politische Ansichten nicht – that´s all..

      • Nun ja,
        wer von Grenzsicherung spricht, spricht automatich auch von Gewaltanwendung.
        In welcher Form, hängt doch von der Situation oder Notwendigkeit ab.
        Deutschland oder die EU (fall sie bis dahin noch existiert – siehe Cameron Deal) wären nicht die einzigen auf dieser Welt, die notfalls auch schießen.
        Frau Petry hat das nur 2 Wochen zu zeitig und etwas zu direkt gesagt.
        Wie anders als mit dieser oder jener Ausprägung von Gewaltanwendung will man denn seine Staatsgrenzen (EU? Deutschland? Griechenland?) gegen Überfälle von Uneinsichtigen sichern – auch wenn es einem widerstrebt?
        Nur weil solche Dinge innerhalb Deutschlands über viele Jahre nicht gut ankamen, ist doch das Grundprinzip nicht falsch.
        Ach ja, weil Grenzsicherung durch uneinsichtige Politik nun schon mal zum Tabu des Mainstreams erklärt wurde, ist „die gute Frau einfach eine verbiesterte …“.
        Da teile ich die politische Ansicht des Autors aber nicht zeigt sie doch etgegen einiger Passagen im Artikel eine gewisse Blindheit gegenüber aktuellen bzw. zu erwartenden Vorgängen.

        So, nun erwarte ich aber auch die üblichen Beschinpfungen als „Pack“ (Zitat Gabriel) oder „Idiot“ (Kommentar auf einem Staatssender – vergessen welcher), nicht zu vergessen Nazi, Ausländerhasser und so weiter.

        Schöne Tage noch
        Hans

        • Es macht mir hier den Eindruck eines sachlichen Meinungsaustausches auf neutralem Niveau, soweit ich das als Neuling hier beurteilen kann.
          Von daher hoffe ich, dass Ihre Erwartungen unbegründet sind und gehe von einem weiterhin anständigen Diskussionsverlauf in Ton und Inhalt aus.

      • Mein Freund ist Polizist. Er kennt die Lage in Köln aus „Internas“. Er sagt, die Polizisten waren überfordert und hatten Angst. Von 100ten umgeben, könne man allein nichts machen. (Schießen ist ja böse und menschenverachtend, bzw. unselig.) Und was schreibt der eine Polizist im Express, „ich mußte die beiden anderen Frauen ihrem Schicksal überlassen.“ Schade, daß er selbst noch nie vergewaltigt wurde. Er hätte sicher gekämpft wie ein Löwe, um die Frau zu befreien! Zitat des Polizisten: „Sie sei am Unterkörper auch unsittlich berührt worden. „Ihre drei Freundinnen konnten wir nicht aus dem Pulk retten, denn wir selbst wurden mit Böllern beworfen.“
        http://www.express.de/koeln/sexuelle-uebergriffe-polizist–so-brutal-war-das-chaos-am-koelner-hbf-an-silvester-23252866
        Vielleicht bin ich in dem Augenblick auch eine Flasche, aber ich sabber wenigstens nicht rum wie Gutmenschen. Vielleicht würde ich mich ja auch trauen, in die Luft zu schießen.
        Vor 3 Wochen wurde ich von der Polizei angehalten, Autokontrolle. (Ich hätte beim Fahren geschlingert.) Als ich mit den Papieren aus dem Auto eilte und dem Polizisten gab, meinte er, ich solle sitzen bleiben. Er müße sonst schießen. „In den Usa hätte man jetzt schon geschossen.“ Na, geht doch! Zumindest bei ungefährlichen Bürgern.

  2. Nun, das ist Ihr gutes Recht, ändert aber nichts an meiner Kritik. Machtgeile Karrieristen die gibt es in allen Parteien. Allerdings erscheint mir eine Frau Petry, die hier den Sachverhalt benennt weit weniger unselig, denn eine Frau Merkel, die Recht bricht zum Schaden Deutschlands und sich weigert Abhilfe zu schaffen.

    Wessen politische Ansichten teilen Sie denn dann, wenn Sie zwar zu denselben Erkenntnissen wie Frau Petry kommen, aber deren Ansichten nicht teilen?
    Hier erscheint mir ein Widerspruch in sich, es sei denn, Sie hätten eine Partei, die auf Ihrer wie ich finde logisch begründeten Erkenntnis zu denselben logischen Schlussfolgerungen kommt.
    Gibt es die?

    • @fruuf, ich habe zunächst einmal ein Problem aufgezeigt, das in der öffentlichen Debatte noch gar nicht wahrgenommen wird – unabhängig von meiner Zuneigung oder Abneigung gegenüber Frau Petry oder meiner politischen Ansicht. Ich jedenfalls würde lieber in einer Welt leben, die ohne Zäune und Gewaltanwendung auskommt, sehe aber noch keine Lösung, wie das von mir beschriebene Szenario verhindert werden könnte..

      • Gut, wenn ich Ihnen sagen würde, wie meine Wunschwelt aussieht, würden Sie vielleicht auch staunen, aber hier reden wir ja von der Realität, den tatsächlichen Gegebenheiten, wobei das Problem Afrika zwar öffentlich noch nicht genannt wurde, aber erkannt wurde es doch schon auf breiterer Ebene. Schon damals als die USA mit ihren Willigen Gaddafi gestürzt hatten, war das abzusehen.
        Das zu bennen ist das Eine, im gleichen Absatz aber die Vertreterin derselben Erkenntnis als „unselige Person“ darzustellen hat für mich keinen besonderen Stil, ja es wirkt eben gelinde gesagt „etwas widersprüchlich“.

  3. Hat der Verfassungsschutz oder andere administrative Organe des Staates den Initiatoren der FMW zugetragen ,daß der sogenannte Rechtstaat nur mit Bibelsprüchen und nich mit treffunsicheren Heckler+Koch Gewehren verteidigt werden kann. Bei derartiger humanitärer Gehirnerweichung allenthalben bekommt sogar derDAX schon weiche Knie. Da wird ideologisch das von den linken “ Intelektuellen “ etablierte Hausbesitzerprinzip gleich mit allen abstrusen Begündungen (humanitär,zivilisiert,…..)
    zur Okkupation eines Staates , durch andere Kulturen als Blaupause herangezogen.

  4. Leider muss ich diesem Artikel zustimmen, obwohl ich als Anti-Nationalist eigentlich empört über das Geschriebene sein müsste.
    Die aktuellen Bevölkerungsprognosen der UNO (2015 erst deutlich nach oben korrigiert) lauten für Afrika:
    Bevölkerung 2015 : 1,1 Milliarden
    2050 : 2,5 Milliarden
    2100 : 4,4 Milliarden
    Die Probleme, die insbesondere Afrika noch zusätzlich hat:
    – von dem wahrscheinlich fortschreitenden Klimawandel ist Afrika überdurchschnittlich betroffen. Die gegenwärtige Dürre in Ostafrika ist ein Vorgeschmack darauf. Mit dem steigenden Meeresspiegel werden Städte wie Lagos, Port Harcourt, Accra, Luanda, Daressalam, Abidjan, Alexandria u.v.a. in Teilen unbewohnbar werden. Fast ein Drittel des Kontinents ist schon heute kaum kultivierbar oder dicht zu besiedeln.
    – die meisten afrikanischen Staaten haben gering entwickelte zivilgesellschaftliche Strukturen, die im Krisenfall problemmindernd wirken könnten.
    – die meisten afrikanischen Länder verfügen über willkürlich von den einstigen Kolonialmächten gezogene Grenzen, die keine Rücksicht auf ethnische oder religiöse Zusammenhänge nehmen. Man kann in vielen Ländern von ethnisch-religiösen „Flickenteppichen“ sprechen, die im Krisenfall Bürgerkriegen Vorschub leisten werden. Der Bewaffnungsgrad sowohl auf der Ebene der Staaten als auch nichtstaatlicher Milizen in einigen Staaten nimmt ständig zu. Die Afrikanische Union ist zu schwach und uneinig für die Lösung inner- und zwischenstaatlicher Konflikte.
    – etliche Regionen in den Tropen sind für eine langfristige intensive landwirtschaftliche Nutzung ungeeignet (starke Erosion durch tropische Starkniederschläge, wenn der schützende Regenwald vernichtet ist.
    – die afrikanische Landwirtschaft wird durch die hochsubventionierte europäische und US-Landwirtschaft in etlichen Ländern stark geschwächt.
    – die Fischgründe vor der westafrikanischen Küste werden bis Mitte des Jahrhundert kollabiert sein (u.a. durch Überfischung durch EU-Trawler)

    Heinrich Heine würde heute dichten:
    „Denk ich an Afrika in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“…

  5. Das Verlangen nach Billig-Zuarbeit (Produktion in Afrika) bzw. fast kostenlosem Abgreifen (Fischerei vor den Küsten) ist es also, der – neben der Bevölkerungszunahme – die „Perspektivlosigkeit“ der Menschen verursacht.

    Wie wäre es dann mal damit, DAS zu verändern? Dazu würde auch gehören, die heimischen Märkte nicht mehr mit Billigst-Exporten (Hühner, Klamotten) kaputt zu machen, Umweltstandards auch in Afrika zu beachten und natürlich auch keinen Müll dorthin zu exportieren, anstatt ihn am Ort der Entstehung legal und aufwändig zu entsorgen.

    • Richtig!
      Und das ist das Dilemma: wenn in einem Forum, das sich mit der Reichtumsmehrung von Wohlhabenden beschäftigt (wie diesem hier) Probleme beschrieben werden, die nicht unwesentlich durch eben diese Reichtumsmehrung und die daraus entstehende verschärfte soziale Spaltung der Menschheit verursacht werden. Man beschreibt also Probleme, die man als kleines Rädchen in den Finanzmärkten selbst mit befördert, muss das zwiespältig sein.
      Und obwohl ich nicht an der Börse aktiv bin, kann ich mich als Durchschnittseuropäer ebenfalls nicht davon freisprechen, ein Teil des Problems zu sein, das uns jetzt in Form der Migrationskrise selbst zunehmend zu schaffen macht.

        • Hallo Herr Fugmann,
          sagen wir so: Erkenntnismehrung, meist zum Zwecke der Vermögensmehrung.
          Ich wollte das auch gar nicht als Vorwurf an Sie oder die anderen Autoren dieser Internetseite verstanden wissen. Dafür bin ich viel zu sehr „Mittäter“, als dass ich irgendjemandem Vorhaltungen machen könnte.

          Immerhin: wenn uns die Erkenntnisse wie die in diesem Artikel dazu bringen, über Sinn und Unsinn unserer materiellen Ansprüche nachzudenken, ist ja schon etwas erreicht.
          Auch ich habe da noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

  6. Das Frau Merkel sich über die Gesetze stellte und alle ohne Obergrenze einlud, war der Supergau schlechthin. Wenn Gesetzte aufgehoben werden, fordert das das Chaos heraus. Das war von vornherein klar, daß das eine Welle auslösen wird, die ohne diese Einladung anders verlaufen wäre.

    Selbstverständlich hat Europa riesige Kapazitäten. Mit einreisenden Verbrechern aber nicht. Und dieses Scheiden, von wahrscheinlich geeignet, und wahrscheinlich ungeeignet, hätte sofort an den Grenzen mit klaren Asylregeln und klaren Einwanderregeln angestrebt gehört.

    Es ist Wahnsinn seine Grenzen zu kriegsführenden oder Krisengeschüttelten Ländern einfach zu öffnen und erst mal alle rein zu lassen, und man erst dann wenn es im Inneren eskaliert, sich dran macht, um darauf zu reagieren. Mir fällt kein anderes Wort außer Wahnsinn dazu ein, weil es das eben ist. Man hat da einen groß Plan um Europa zu schaffen, und den setzt man um, ohne die Wirklichkeit zu beachten.

    Selbstverständlich gehören die Grenzen gesichert, und kann das Europa an seinen Außengrenzen nicht, dann muß daß wieder National geschehen. Diese Frau verlangt von den Außenstaaten, daß sie Europa schützen, ohne es jedoch tun zu dürfen, und ohne daß es eine Europäische Armee gibt.

    Wenn man sich mal einen lebenden Organismus, wie Menschen oder Tiere anschaut, dann hat ein jeder eine Haut, der Ort an dem Innen und Außen geschieden wird. Die Grenze. Und wenn da jemand rein will, der für den Organismus nicht gut ist, dann wird da die Abwehr hingeschickt, und zwar ohne wenn und aber. Jemand der einzudringen versucht, muß mit Abwehr rechnen.

    Frau Merkel hat diesen natürlichen Vorgang der Kontrolle, zwischen geeignet oder ungeeignet, Freund oder Feind, mit ihrer Einladung außer Kraft gesetzt. So als gäbe es nur Wohlgesonnene im Außen. Eine nicht zu übertreffende Fehlleistung. Und das betrifft nahezu die gesamte Regierung, denn die Meisten haben da zugestimmt.

    Daß sich Polizei und Militär nicht sofort dagegen positioniert haben, ist ebenso absolut nicht nachvollziehbar. Es hätte jedem klar sein müssen was das gerade für sie bedeutet. Denn wenn nur 10% der so hereingekommenen, Feinde oder einfach ungeeignet sind, dann ist das ein Problem, denn Gewalt erzeugt gegen Gewalt, und durch wenige Feinde können im gegenseitigen Aufwiegeln, wahre Schlachten im Inneren entstehen.

    Und das war von vorn herein absolut vorhersehbar. Jetzt ist man nicht mehr in der Situation, daß man es in der Hand hat, sondern man ist zum reagieren verdammt. Dieser Regierung gehört seitens Militär und Polizei ein Ultimatum gestellt, und im Falle der Weigerung die Gesetze wieder zu befolgen, gehören sie arrestiert und eine Übergangsregierung gewählt, welche die Gesetze wieder hält, zu denen auch die Sicherung der Grenzen gehört.

  7. Verehrter Herr Fugmann,

    Ich danke Ihnen für diesen sehr wertvollen Beitrag. Sie haben die Intelligenz, die Bildung, die Weitsicht und die in Deutschland leider nicht selbstverständliche Courage, Ross und Reiter zu nennen. Die Reihenfolge soll indes keine Gewichtung darstellen. Natürlich sind selbst die dramatischen letzten Monate nur ein Vorgeschmack auf die kommenden, leider kaum umkehrbaren Entwicklungen.

    Ich weiß wovon ich rede: ich bin selbst vor 15 Jahren als junger, alleinreisender Mann nach Deutschland gekommen, weil ich in meiner Heimat damals keine Perspektive gesehen habe. Im Gepäck hatte ich zwar kein teures Smartphone wie die heutigen Migranten, dafür aber einen sehr guten Gymnasialabschluss und Deutschkenntnisse, die sich seither vor allem in der geschriebenen Sprache nicht großartig verbessert haben. Diese Stagnation fällt aber in meinem Berufsleben wenig negativ auf.

    Ich war aber nicht der einzige Auswanderer. Wir waren Tausende. Jahr für Jahr hat meine osteuropäische Heimat rund die Hälfte ihrer Absolventen der Mathematik- und Fremdsprachengymnasien verloren.

    Deutschland hat uns mehr sachlich als freundlich aufgenommen. Wir mussten uns erstmal beweisen. Aufenthaltsgenehmigungen haben wir nur für 1-2 Semester bekommen, danach mussten wir belegen, dass wir wirklich erfolgreiche Studenten sind, um weiterhin bleiben zu dürfen. Kaum jemand hat diese Politik kritisch hinterfragt, wir wussten, das Deutschland ein starkes Land ist, das starke Leistungen von Einheimischen und Migranten braucht, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

    Was ist heute aus diesen Ansätzen in der Einwanderungspolitik geblieben? Deutschland und Europa können nicht alle Probleme der Welt importieren, um sie hier zu lösen. Sie müssen stark bleiben, um Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können. Das kann aber nicht passieren, wenn die öffentliche Sicherheit binnen Monate schwere Vertrauensverluste erleidet, wenn die Politik kopflos und unehrlich ist, wenn essentielle Infrastrukturprojekte abgesagt werden, um extrem teuere und wenig aussichtsreiche Integration hierzulande zu finanzieren. Menschen in Not muss geholfen werden, aber mit Vernunft und ohne die eigene Leistungsfähigkeit zu gefährden. Denn es gibt nur wenige Helferländer und die sind ebenfalls schutzwürdig, damit sie weiterhin helfen können.

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