Rückkehr der Euro-Krise: EZB stützt griechische Banken mit Liquidität

Die EZB pumpt Liquidität in griechische Banken – das berichtet die Nachrichtenagentur DOWJONES Newswires unter Berufung auf einen Offiziellen der griechischen Notenbank. Demnach habe die EZB gestern Abend den griechischen Banken National Bank of Greece SA, Piraeus Bank SA, Eurobank Ergasias SA und Alpha Bank AS 12 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt – dafür müssen die betroffenen Banken jedoch neue Sicherheiten bei der EZB hinterlegen. Hintergrund dürfte sein, dass gestern erstmals die linke Partei Syriza in den Umfragen für die griechischen Wahlen im Februar vorne lag – bei ihrem Sieg könnte sich Griechenland aus dem Euro verabschieden.

Offenkundig fliehen die Investoren panisch aus Griechenland – die Rendite (=Risikoprämie) für die maßgebliche 10-jährige Anleihe des Landes erreichte soeben die 8%-Marke. Angesichts der Unsicherheit dürften die griechischen Banken Schwierigkeiten haben, sich Liquidität an den Geldmärkten zu besorgen – das Mißtrauen über die Bonität der hellenischen Banken scheint am Geldmarkt immer weiter zu steigen.

Möglicherweise markiert der gestrige Tag einen echten „Game Changer“: es scheint, als würde das bisher grenzenlose Vertrauen in die Omnipotenz der Notenbanken langsam der Ernüchterung darüber weichen, dass aller Maßnahmen der EZB zum Trotz die Konjunktur in der Eurozone nicht anspringt – ebensowenig die Kreditvergabe. Griechenland und seine Banken sind als schwächstes Glied in der Kette daher das erste Symptom für die Wiederauferstehung der tot geglaubten Euro-Krise!


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