FXCM-Aktie fällt immer weiter – Forex-Umsätze außerhalb der USA stark rückläufig

FMW-Redaktion

Wir erinnern uns. Der ehemals größte US-Forex-Broker FXCM war gezwungen aufgrund eines Skandals sein gesamtes US-Geschäft an den Konkurrenten GAIN Capital abzugeben. So weit, so schlimm. Aber das US-Geschäft machte nur 20% des gesamten Forex-Umsatzes von FXCM aus. Man betreibt weiterhin rechtlich eigenständig operierende Auslandstöchter, die weiterhin ihren Umsatz machen. Wir hatten auch schon über die Bemühungen von FXCM USA berichtet, sich ein neues Image zu verpassen.

In diesem Zusammenhang hatte man vor Kurzem einfach die gesamte Firma umbenannt in „Global Brokerage“ samt neuem Börsenkürzel (vorher FXCM, jetzt GLBR). Das half nicht eine Sekunde. Seit dem Desaster in den USA ist die Aktie (jetzt Global Brokerage) von 7 Dollar auf einen Knall auf 3 Dollar gefallen. Dann ging es bis jetzt weiter runter, immer weiter auf jetzt 1,71 Dollar. Gestern verlor die Aktie 15%. Der aktuelle Absturz rührt vor allem her von den vorgestern veröffentlichten Umsatzzahlen für das noch vorhandene Geschäft außerhalb der USA.

Der Forex-Umsatz (Devisenmarkt = Forex) ging hier von Januar auf Februar um gleich mal 21% auf 201 Milliarden Dollar zurück. Das war der schlechteste Monatswert seit zwei Jahren. Wenn man die Konkurrenten vergleicht, muss man fairerweise anmerken, dass der Forex-Umsatz im Januar um grob gesagt 10% rückläufig war. Aber mit -21% sticht FXCM doch deutlich negativ hervor. Wir hatten es bereits angemerkt, und erwähnen es heute erneut. Das US-Desaster ist einfach ein Image-Problem auch für die rechtlich eigenständigen Auslandstöchter.

„Global Brokerage“ hält 50,1% an der FXCM Group, wo die Umsätze im Ausland produziert werden. Bei diesen Töchtern schwebt nach wie vor zusätzlich zum Imageproblem das Risiko im Raum, dass ausländische Aufsichtsbehörden die selben Prüfungen vornehmen wie die US-Börsenaufsicht. Folglich könnten auch im Ausland noch weitere Probleme entstehen – das ist aber Stand heute aber noch reine Spekulation! In den USA hatte FXCM gegenüber Kunden so getan, als würde man Kundenorders direkt in den Markt routen und am Market Making nichts verdienen, was sich aber als unwahr herausstellte.

Dies betraf das US-Geschäft, und man sollte den Auslandstöchtern nicht etwas Ähnliches unterstellen, ohne dafür Beweise zu haben. Aber das US-Imageproblem scheint wie schon befürchtet auch auf die Auslandstöchter abzustrahlen. Das sieht man jetzt an den Februar-Umsatzzahlen. Der Aktienkurs von „Global Brokerage“ reflektiert dann am Ende die Erwartung des Marktes, wie die ganze Story am Ende ausgeht.


Die Global Brokerage-Aktie seit Anfang dieser Woche.


Die Global Brokerage-Aktie seit Oktober 2016.


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