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Halleluja: Ukraine erhält den ersten 5 Mrd Dollar-„Kredit“ vom IWF

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Von Claudio Kummerfeld

Halleluja! Die Ukraine erhält den ersten 5 Milliarden Dollar-„Kredit“ des IWF. Insgesamt sollen es 17,5 Milliarden Dollar sein. Wie die „National Bank of Ukraine“ bestätigte, hat man die erste Tranche von 5 Milliarden jetzt erhalten. Hierzu hatten wir bereits am 19.02.2015 geschrieben es wäre besser diese Kredite einfach „Schenkung“ zu nennen, denn nichts Anderes ist es! Es wäre ehrlicher für alle Seiten, für die Ukrainer, den IWF, Europa, die Politik und die Steuerzahler, wenn wir von vorneherein alle wüssten, dass unser Geld, dass ja auch beim IWF-„Kredit“ mit dabei ist, als Schenkung in einer Budget-Lücke in Kiew verschwindet.

Zitat über Erhalt der Gelder:
At the meeting, the Governor of the National Bank of Ukraine also informed the bankers that the funds from the first tranche of around USD 5 billion under the IMF’s EFF had been credited to the accounts of the National Bank of Ukraine. She emphasized that achieving financial stability is one of the main criteria to be fulfilled to remain on track with the program. The increase in the gold and foreign exchange reserves contributes to achieving this goal. „Under the IMF’s EFF, Ukraine’s foreign exchange reserves will have expanded to reach USD 17 billion by the end of 2015,“ added the Governor of the National bank of Ukraine.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schreibt selbst, dass alleine von den ersten 5 Milliarden US-Dollar gleich 2,7 Milliarden direkt in den Staatshaushalt zum „Löcher stopfen“ fließen. Zitat:

The approval of the extended arrangement under the EFF enables the immediate disbursement of SDR 3.546 billion (about US$5 billion), with SDR 1.915 billion (about US$2.7 billion) being allocated to budget support. Further disbursements will be based on standard quarterly reviews and performance criteria.

Dass dieser „Kredit“ gar nicht zurückgezahlt werden kann, zeigt schon das Original-Statement des Internationalen Währungsfonds (IWF) von letzter Woche. Hier heißt es zunächst voller Euophorie:

“Demonstrating strong resolve, Ukraine’s authorities have developed a new program to restore macroeconomic stability and address long-standing structural obstacles to growth, including weak governance. The authorities recognize that the resolute implementation of the program is critical to restore confidence and growth, bring inflation to single digits, keep external deficits manageable, and replenish international reserves.

Am Ende heißt es dann:

Macroeconomic Outlook
In the current difficult environment, real GDP is expected to contract by about 5½ percent in 2015. Inflation is expected to spike temporarily in response to the exchange rate depreciation and gas and heating tariff increases, before subsiding to about 27 percent at end-2015.

Zusammenfassend kann man sagen: Der IWF glaubt an eine tolle politische und wirtschaftliche Restrukturierung in der Ukraine, geht aber gleichzeitig von einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts in 2015 um 5,5% aus, und von einer Inflation von 27%. Auch wenn man für die Folgejahre an einen Aufschwung glauben sollte… es kann nicht funktionieren, zumal das ja die offiziellen Schätzungen des IWF sind. Und offizielle Schätzungen sind immer recht blumig und freundlich ausgelegt. Bedenkt man dazu noch den Krieg in der Ostukraine und wie schnell hier Gelder verbrannt werden…. wer glaubt da noch ernsthaft an eine Rückzahlung? Wir nicht. Es wäre doch so einfach den Steuerzahlern die Wahrheit zu sagen.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Chris

    18. März 2015 15:25 at 15:25

    Der gemeine Steuerzahler hat überwiegend einen 3stelligen IQ-Wert.Das bedeutet,dass er getrost auf Politikeraussagen zu einem Sachverhalt verzichten kann!Im Umkehrschluss könnten die Politapparatschiks beginnen zu registrieren,dass sie sich eher lächerlich machen mit vollkommen geschönten Zahlen&Zusammenhängen!Realitätskonforme Aussagen wären der Beginn vom Ende der Politikverdrossenheit&Wahlmüdigkeit.

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    Chris

    18. März 2015 16:11 at 16:11

    Na endlich,da kann die Ukraine wieder Waffen kaufen, um das Land weiter nach unten zu ziehen und die Interessen von USAEU vertreten!

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    Westwood

    18. März 2015 19:39 at 19:39

    „Kredit“ steht doch in Anführungszeichen weil es eher eine „Spende“ ist 😀

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    Mark

    18. März 2015 23:09 at 23:09

    Das ist Geld für den Krieg gegen Russland !!

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    Hans Ludwig

    20. März 2015 18:34 at 18:34

    Wie verträumt sind denn die Schreiber dieses Artikels noch?
    Es geht bei Staats-Krediten/Staatsschulden NIEMALS darum, die Kreditsumme zurückzuerhalten.
    Es geht IMMER NUR darum, die Zinsen zu kassieren und auf diese Weise das Land in den Griff zu halten.
    Und natürlich geht es LETZTENDLICH darum, die SICHERHEITEN, die ein Land ja auch für jeden Kredit stellen muß (Landwirtschaftsflächen, Schürfrechte, Infrastruktur etc.), in die Hände der Großbanken zu bekommen.
    So gehört am Ende die ganze Welt denselben Typen…

    Und deshalb ist es zwingend notwendig, bei einer Neuordnung der Weltwirtschaft sämtliche Kredite als Luftschöpfungen zu anullieren.

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Coronavirus: CNN berichtet über erste Erkrankung in USA – Wall Street reagiert

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Laut dem US-Sender CNN wird die amerikanische Behörde zur Abwehr von Epidemien (CDC; US Centers for Disease Control and Prevention) den ersten Fall einer Erkrankung eines US-Bürgers mit dem Coronavirus bekannt geben:

Und die Wall Street reagiert:

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Handelskrieg: Phase-1-Deal ist weltwirtschaftlich kein Erfolg

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Handelskrieg entschärft? Trump und Liu He im Weißen Haus

Für den Welthandel und für die beteiligten Parteien bedeutet der Phase-1-Deal kein Ende im Handelskrieg. Die Konflikte bleiben bestehen und Handelsströme werden lediglich zwangsweise umgeleitet.

Der Schaden im Handelskrieg bleibt größer als der Nutzen

Bis auf die Reduzierung eines Teils der Zölle bleibt der Großteil der „Punitive Tariffs“ und damit die Mehrkosten für Importeure und Verbraucher in den USA in Kraft. Das Gleiche gilt für die Vergeltungszölle aufseiten Chinas. Selbst nach dem Abkommen wird der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Importe aus China immer noch 19,3 Prozent betragen, eine marginale Senkung gegenüber dem Stand vor dem Abkommen von 21 Prozent und fast das Sechseinhalbfache vor dem Beginn des Handelskriegs in Höhe von 3 Prozent.
In dem vor einer Woche unterzeichneten ersten Deal verpflichtet sich China, in den nächsten zwei Jahren landwirtschaftliche und industrielle Gütern, Dienstleistungen sowie fossile Energieträger in einem jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu kaufen.

Bei der Unterzeichnungszeremonie zum Phase-1-Deal bezeichnete Trump das Abkommen als „Durchbruch“ und „historisch“, was beides natürlich übertrieben ist. Aber das ist man von der Trumpschen Rhetorik bereits gewohnt. Ungeachtet der Behauptung von Trump, dass die Zölle von den Chinesen bezahlt werden, sind sich die Ökonomen nun praktisch einig, dass sie stattdessen nahezu vollständig von den Amerikanern getragen werden. Selbst der Fed of New York zufolge bedeutete der Handelskrieg bisher höhere Preise für US-Verbraucher, ein geringeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und lediglich einen Rückgang der Agrarexporte. Im Jahr 2019, so die Notenbanker weiter, „verzeichneten die USA einen erheblichen Preisanstieg bei Zwischenprodukten und Fertigwaren aus China. Es kam außerdem zu einer Verringerung der Verfügbarkeit importierter Güter und die Zölle wurden vollständig auf die Inlandspreise importierter Waren umgelegt“. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion aus den USA bestätigen die Aussagen der Fed of New York.

Ob es einen weiterführenden zweiten Deal geben wird und ob der erste Deal, den der Staatspräsident der Volksrepublik Chinas, Xi Jinping, sich weigert, zu unterzeichnen, überhaupt wort- und zahlengetreu umgesetzt wird, ist fraglich. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Vertrag, sondern eine Aneinanderreihung aufgezwungener Zusagen und Wunschvorstellungen der Amerikaner. Aber Papier ist bekanntlich geduldig.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Trump: Rede auf dem Weltwirtschaftsforum Davos – Live-Feed

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Donald Trump spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – wird er wieder protektionistische Aussagen machen, nach dem Phase 1 Deal mit China eventuell Europa in den Blick nehmen mit der Androhung von Strafzöllen? Hier der Live-Feed zur Rede:

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