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Immobilien: Anmerkungen über einen berauschten Markt vor dem Absturz

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Von Markus Fugmann

Gestern hat Mario Draghi faktisch versprochen, dass die EZB im März entweder die Einlagezinsen weiter senkt und/oder ihr Anleihekaufprogramm weiter ausweitet. Heute sind dann die Euribor-Sätze (also die Zinssätze, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen) auf ein neues Allzeittief gefallen – Geld wird also offenkundig immer billiger. Und weil dem so ist, steigen etwa heute die Aktien deutscher Immobilienfirmen wie Deutsche Wohnen und Vonovia um 6%, selbst die von Goldman Sachs heute auf „sell“ abgestufte LEG Immobilien steigen um 3%. Warum? Weil man davon ausgeht, dass die Refinanzierung der Branche noch günstiger wird – und Immobilienkäufer noch günstiger an Kredite zur Finanzierung ihres Immobilienkaufs bekommen.

Und vermutlich wird es erst einmal so kommen: Kredite werden noch günstiger, der Ruf, „Kauft jetzt“ wird immer lauter. Ist doch so schön günstig, der Kredit. Leitstern für die Zinsen ist die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe, die im Bund-Future gehandelt wird. Steigt der Bund-Future, fällt die Rendite, sprich die Zinsen für Kredite, die Banken anbieten, um es jetzt einmal etwas vereinfacht zu formulieren. Und der Bund-Future steigt und steigt, was die Kredite immer günstiger macht:

BundContinuos

Also alles wunderbar? Kurzfristig ja. Das gilt besonders für Großstädte wie Hamburg, der Stadt, in der ich als bayerischer Exilant lebe. Insbesondere die Elbvororte, wo ich wohne, haben einen massiven Anstieg der Preise in den letzten Jahren erlebt – schon weil die Lebensqualität durch die Nähe zur Elbe bei gleichzeitig naher Natur sehr hoch ist. Vor zwei Jahren hat sich ein Wissenschaftler aus Barcelona in unmittelbärer Nähe zu mir ein Reihenhäuschen gekauft – wir sind inzwischen gut befreundet. Er hat dafür 350.000 Euro bezahlt. Allerdings ohne Fußboden, er mußte also inklusive Makler, Notar und Innenausbau noch einmal ca. 50.000 Euro drauflegen. Jetzt hat er ein Angebot aus Dänemark bekommen, wo er eine für ihn sehr attraktive Professur übernehmen wird. Er wird also sein Haus verkaufen – am letzten Wochenende kam der Makler, sah sich das Haus an und sagte: „Wir gehen mit 450.000 Euro in den Markt und lassen uns maximal bis 415.000 runterhandeln. Aber wahrscheinlich ist das nicht nötig, die Leute reißen einem die Häuser aus der Hand“.

Das ist eine gute Nachricht für ihn gewesen, keine Frage. Von 350.000 auf 450.000 Euro in zwei Jahren – das ist das, was man als sportlichen Preisanstieg bezeichnen könnte. Tendenz nach oben scheinbar unbegrenzt. Und jetzt noch die Flüchtlinge, die alle in die Großstadt wollen und damit den scheinbar ebenso ununterbrechbaren starken Trend zur Großstadt weiter intensivieren. Gestern saßen wir zusammen, und ich habe ihm geraten, sein Haus möglichst zeitnah an einen Käufer zu bringen.

Warum? Aus mehreren Gründen. Der erste ist, dass Hamburg schwere Probleme bekommen wird. Finanzielle Probleme. Da ist zunächst einmal der für die Stadt eminent wichtige Hafen, für den ich dunkelschwarz sehe. Dafür gibt es mehrere Gründe: über Hamburg lief ein Großteil des Containertransports von und nach China, sowie nach Rußland/Mittelosteuropa. China ist in einem starken Abschwung, der Handel mit Rußland durch die westlichen Sanktionen eingebrochen. Wer an der Elbe sitzt, bemerkt seit längerem, dass die Zahl der Containerschiffe stark abnimmt – und die Schiffe, die man sieht, haben deutlich weniger Container an Bord. Seit Frühjahr 2015 hat sich daher die Aktie des Hamburger Hafens fast halbiert – und das, obwohl das Management des Unternehmens einen guten Job macht:

Hamburger Hafen

Dazu kommt, dass die gloablisierte Internetökonomie die Joblandschaft massiv verändern wird. So können etwa durch 3D-Drucker oder andere Automatisierungsmechanismen immer mehr Güter maschinell hergestellt werden, die noch vor kurzer Zeit von Menschen in Billiglohnländern hergestellt wurden – um dann über Containertransport im Hafen Hamburg zu landen. Das ist weniger geworden – und wird noch deutlich weniger werden.
Für die Stadt Hamburg insgesamt kommt dann noch dazu, dass in den 80er-Jahren massiv Beamte eingestellt wurden, die nun in näherer Zukunft in Rente gehen werden und die Stadt durch ihre Pensionsansprüche schwer belasten werden. Dazu noch die milliardenschweren Bürgschaften für die faktisch explodierte HSH Nordbank, die absehbar eingelöst werden müssen etc.

Aber es geht mehr als um Hamburg. Es geht darum, dass der Trend zur Großstadt bald abreißen wird – was derzeit ja fast niemand glauben will. Aber durch die technologische Revolution, die derzeit das große Thema auch in Davos ist, werden Millionen Jobs vor allem in Büros wegfallen. Und wo sind die meisten Büros, wo arbeiten die meisten Menschen in der Großstadt? Richtig, im Büro. Bislang zogen die Großstädte die Menschen magisch an, weil hier eben die Jobs waren. Aber die Jobs werden weniger, gerade in den bisher personalintensiven Bereichen (Büro!). Und wenn es in der Großstadt weniger Jobs geben wird, werden weniger Menschen in die Großstadt wollen. So einfach ist das. Und damit weniger Nachfrage nach Immobilien – und wo weniger Nachfrage ist, fallen die Preise.

Dagegen sind Immobilien auf dem Land, die derzeit keiner haben will, extrem günstig. Voraussetzung: einigermaßen schnelles Internet, mit dem immer mehr Menschen ihr Geld verdienen werden. Denn die gloablisierte Internetökonomie wird immer mehr Jobs schaffen, die von zu Hause gemacht werden können – es braucht dann die großen, für Unternehmen teuren Büros, die es derzeit in den Großstädten gibt, nicht mehr. Zumindest nicht mehr in dem Umfang wie derzeit. Dazu kommt noch: die globalisierte Internetökonomie ist hochgradig deflationär – sprich Sachwerte wie Immobilien fallen, wie in jeder Deflation, im Preis. Was wir bei den Rohstoffen gesehen haben, ist nur der Anfang, das erste sichtbare Zeichen dieser massiven Deflationswelle. Menschen werden zunehmend durch Maschinen ersetzt, das übt Druck auf die Löhne aus. Global. Und damit auch in Deutschland.

Dazu kommt dann noch die Alterung der Gesellschaft sowie die absehbare Schrumpfung der Bewohnerzahl in Deutschland, die zu weniger Nachfrage nach Immobilien führen wird. Daran ändern auch die Flüchtlinge nichts. Denn diese werden, da muß man sich keine Illusionen machen, bestenfalls von leeren Baumärkten (wie in Hamburg) oder Wohncontainern irgendwann in Sozialwohnungen einquartiert werden. Für den „normalen“ Immobilienmarkt in Deutschland sind sie, so traurig das ist, keine wirkliche Konkurrenz, die die Nachfrage steigern könnte.

Eines jedenfalls scheint mir sicher: wer jetzt oder in nächster Zeit etwa in Hamburg, aber auch in München, Köln etc. eine Immobilie kauft, dürfte das möglicherweise später einmal bereuen. Zumal bei den derzeitigen Preise in den Großstädten. Wer schlau ist, geht short in deutschen Immobilien..

21 Kommentare

21 Comments

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    David

    22. Januar 2016 16:07 at 16:07

    Short in Immobilien? Welche Vehikel gibt es beispielsweise?

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      joah

      24. Januar 2016 10:21 at 10:21

      Spekulation treibt Preise in die Höhe. Gefährlich wird es genau dann, wenn man auf den eigenen Hintern oder den eines anderen spekuliert, denn der Immobilienmarkt ist genaus das. Was kann man noch tun, wenn man kein Dach mehr über dem eigenen Kopf hat?

      Manche Spekulationen sollte man sich ernsthaft überlegen, da die negativen Folgen dermaßen weitläufig sind, daß diese effektiv unkontrollierbar wieder auf einen oder das eigene Umfeld zurück strahlen. Es kommt den eigenen Quasi-Tod auf Raten gleich, da man selbst – ebenfalls mehrere andere parallel dazu – das eigene Leben nur durch die Suche nach mehr Rendite zerstört: irgendeiner muss immer zahlen, aber die Endbilanz im monetären System ist Null – wer zahlt also den Renditeaufschlag/-gewinn? Es ist man letztendlich wieder selbst und alle anderen, die das gleiche Spiel spielen. Es ist sinnlos.

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    Gerd

    22. Januar 2016 18:07 at 18:07

    Ihr Artikel gibt mir Gelegenheit zu einer Anmerkung am Rande, weil mich der Sachverhalt selbst erstaunt:

    Der Bundfuture notiert ungefähr auf Allzeithoch.
    Die Rendite einer 10-jährigen Bundanleihe liegt gleichzeitig bei rund 0, 4 8 % .

    Am 12.04.2015 lag diese Rendite im Tief bei 0,05% und am Tagesende bei 0, 0 8 %.
    (Damals lag der Bundfuture bei rund 160)
    Der jetzt maßgebende Bundfuture-Kontrakt müsste zeitnah um noch rund 4 volle Punkte steigen – also auf ca.165 – damit wir das Rekordtief bei den Renditen des letzten erneut erreichen. Es wirkt wie Zauberei, muss aber wohl mit der Berechnung der wechselnden Future-Kontrakte zu tun haben, die mal einen „Discount“ aufweisen und manchmal einen „Aufpreis“.

    Maßstab für Häuslebauer ist jedenfalls eher die „reale“ Rendite als der wechselnde Bundfuture-Kontrakt.

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    Sebastian

    22. Januar 2016 20:48 at 20:48

    Das stimmt mich jetzt nachdenklich, stehe ich doch kurz davor eine ETW im Zentrum von Düsseldorf zu kaufen zur Eigennutzung. Die Vision dass der run auf die Städte ändet und stattdessen die Menschen alle aufs Land wollen will ich in letzter Konsequenz (noch) nicht wahr haben. Ich schaue ihr Videos täglich und nehme das als gerne als Framework für mein Trading. Was diese These betrifft hoffe ich, dass Sie sich irren. BG

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    Sebastian

    22. Januar 2016 20:54 at 20:54

    Was für einen Zeithorizont?

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    Sebastian

    22. Januar 2016 21:18 at 21:18

    Das stimmt mich jetzt nachdenklich, stehe ich doch kurz davor eine ETW im Zentrum von Düsseldorf zu kaufen zur Eigennutzung. Die Vision dass der run auf die Städte ändet und stattdessen die Menschen alle aufs Land wollen will ich in letzter Konsequenz (noch) nicht wahr haben. Ich schaue ihr Videos täglich und nehme diese als Framework für mein Trading. Was diese These betrifft hoffe ich, dass Sie sich irren. An was für einen Zeithorizont denken Sie? 10,20,50 Jahre? BG

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      Markus Fugmann

      23. Januar 2016 10:50 at 10:50

      @Sebastian,

      ich habe in dem Artikel versucht aufzuzeigen, dass der Trend zur Großstadt und damit einhergehende Preissteigerungen bei Immobilien in einer sehr späten Phase sind und bald kippen wird. Wann das sein wird? Vielleicht ein Jahr, vielleicht drei, maximal fünf Jahre. Die Dynamik der aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt durch Maschinisierung ist immens und wird sich noch weiter beschleunigen. Grundsätzlich ist es doch so, dass die meisten Menschen eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen und daher Jahre, wenn nicht Jahrzehnte als Zeithorizont haben. Und daher dürfte eben für diese Menschen diese von mir beschriebene Entwicklung so oder so zum Problem werden, wenn der Preis der von ihnen teuer gekauften Immobilie fallen wird. Wer Millionen hat und eine Immobilie gewissermaßen aus der Portokasse zahlen kann, kann das entspannt sehen. Wer allerdings einen erheblichen Teil auf Kredit finanziert hat, wird Probleme bekommen. Denn wenn der Preis der Immobilie gefallen ist, wird die finanzierende Bank neue Sicherheiten verlangen, da ihr Kredit durch die Immobilie gewissermaßen nicht mehr gedeckt ist. Genau das ist in den USA passiert während des Crash der Blase am amerikanischen Immobilienmarkt. Auch wenn die Rechtssituation in Deutschland anders ist – in den USA konnten die Käufer einfach die Schlüssel der Banken schicken, das Haus fiel an die Bank, aber die Immobilienkäufer waren schuldenfrei, und das geht so in Deutschland nicht. Im worst case ist dann also die Immobilie weg und die Schulden bleiben.
      Meine Kernaussage lautet daher: wer jetzt oder bald eine Immobilie in deutschen Großstädten kauft zu den derzeitigen Preisen, geht faktisch ein Klumpenrisiko ein – und das im Glauben, in Sicherheit investiert zu haben (Betongold!). Mithin ist also der Kauf einer Immobilie (wenn man sie nicht entspannt aus dem Eigenkapital finanzieren kann) eine extrem risikoreiche Investition..

      Viele Grüsse!

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    bademeister

    23. Januar 2016 14:58 at 14:58

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    bademeister

    23. Januar 2016 16:18 at 16:18

    Lieber Herr Fugmann!

    Ich habe Ihren Beitrag und die Rückmeldungen mit großem Interesse gelesen, Sie haben damit wieder einmal den Nagel des Zeitgeistes mit Feingefühl für die Materie mehr als getroffen….

    Ich wohne in einer strukturschwächeren Region in Österreich an der ungarischen Grenze…..und da geht der Immo-Pimp derzeit voll ab.

    Kurze Beispiele aus Ende 2015:

    In meiner (Klein-) Stadt wurde 2012 ein abbruchreifes „Hotel“ in Stadtrandlage mit Grundstücksgröße ca. 850 m2 zu wirklich damals marktüblichen EUR 120.000,- an den Höchstbietenden versteigert….2015 hat es der Käufer für EUR 320.000,- weiterverkauft, im selben Zustand, + 3 Jahre weiterer Verfall.

    In einem nahen Dorf an der Grenze zu Ungarn (komplett strukturschwache Region) wurden 2015 zwei unbebaute Grundstücke/Bauplätze mit jew. ca. 1500m2 mit einem Meterpreis von EUR 130,- als „Anlageobjekte“ gekauft….vorher lag der Höchstpreis (!) in diesem Dorf lange Zeit bei EUR 100,- als Referenzwert.

    Kittsee im Nordburgenland (nahe Nickelsdorf), Nachbarort von Bratislava in der Slowakei:
    Bis zur Ostöffnung vor mehr als 25 Jahren war Kittsee das Ende der westlichen Welt…..heute kostet der m2 Bauland zwischen EUR 200-350.
    Da ist Omas alter Marillenbaum-Acker plötzlich besonders sexy…..

    Mein Fazit: Bei den klassischen Anlageformen wie Zinshäusern und Einkaufs- und Technologiezentren, Wohnungen und Einfamilienhäusern ist (dann irgendwann in den nächsten Jahren wirklich) der Deckel nach oben drauf.

    Bei Acker und Wald geht’s dafür erst los…..obwohl die Preise auch schon angezogen haben.

    Raus aus der Stadt, zur globalisierten Sinnsuche aufs Land……und tausende ehemalige und arbeitslose Banker und Verwaltungsangestellte in ihren mittleren Jahren treten an, die marktüblichen Preise für Wald und Acker in bisher ungeahnte Höhen zu katapultieren…..um das wahre und echte Leben zu entdecken.

    Liebe Grüße aus dem tiefverschneiten Nordburgenland!

    • Avatar

      joah

      24. Januar 2016 10:30 at 10:30

      „Da ist Omas alter Marillenbaum-Acker plötzlich besonders sexy…..“

      Sexy ist es immer nur für einen selbst, denn ansonsten verliert man Substanz – diese kommt nicht zurück. Man sollte sich nicht durch zu hohe Geldwerte blenden lassen, denn Wertschätzung ist das komplette Gegenteil dessen.

  8. Avatar

    Olaf

    23. Januar 2016 18:09 at 18:09

    Lieber Herr Fugmann,
    ich gehe, wie mit den meisten Ihrer Einschätzungen, auch diesmal konform und bin schon länger in Immobilien „short“ (verkaufe geerbtes Bauland).
    Jetzt aber die Frage: Wenn überall Deflation herrscht (Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Löhne, etc.), wo gehen dann Draghis ständig neu erschaffenen Milliarden irgendwann hin? Das Geld wieder einzusammeln ist doch auch nicht mehr möglich, oder?
    Herzliche Grüße aus dem Rheinland.

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    Lossless

    24. Januar 2016 11:02 at 11:02

    Draghi sein Geld will doch keiner mehr. Was dieser Notenbänker im letzten Jahr getan hat ist unverantwortlich. Ohne Not wurde Geld in die Märkte gepumpt. Was passiert wenn wir wirklich einen Crash bekommen? Was kann er dann noch unternehmen um den Markt zu stützen? Nichts… was dann wirklich noch helfen könnte.

  10. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 11:56 at 11:56

    Wieder mal eine sehr einseitige Betrachtung der Stadt- und Immobilienlage. Wobei die Argumente selbst nicht zu kritisieren sind.

    Es fehlen halt nur die Entwicklungen, die für die Stadt sprechen, welche bei der Analyse von Herrn Fugmann nicht bzw. kaum eingepreist sind.

    So bleibt zu konstatieren, das der Oberarzt vor zwei Jahren gut getan hat nicht auf Herr Fugmann zu hören und wohl schon auf ca. 250.000€ Gewinn sitzt (Bericht vor ca. 2 Jahren).

    http://finanzmarktwelt.de/nicht-kaufen-extremrisiko-immobilienerwerb-433/

    Wer noch viel bessere Anlageberatungen und Böresentipps sucht wendet sich bitte vertrauensvoll an Herr Riße, Supertrader und Monster-Börsenguru und Kumpel von Herr Fugmann, der mit seinem Fond aktuell bei -50% steht aber fröhlich hier auf dieser Seite auf Kundenfang gehen darf.

    http://www.ariva.de/ri%C3%9Fe_inflation_opportunities_ui_b-fonds/chart?layout=neu

    • Avatar

      Markus Fugmann

      24. Januar 2016 13:00 at 13:00

      @Judas, wären Sie dann vielleicht so freundlich, dann die Argumente für die Stadt zu nennen?

      Der von ihnen angesprochene Oberarzt hat tatsächlich gekauft – aber er sitzt seltsamerweise nicht auf 250.000€ Gewinn, er ist kürzlich eingezogen (weil sich der Bau, wie fast immer, deutlich länger hingezogen hat als erwartet. Und das hat ihn eine Menge Geld gekostet, weil er natürlich seine bisherige Wohnung gekündigt hatte und dann erst einen Zwischenumzug organisieren und finanzieren musste. Ob der Kauf ein gute Idee war, wird sich dann in ein paar Jahren zeigen…

      Und wenn Sie alles ohnehin so fragwürdig finden bei FMW – warum lesen Sie es dann?

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    Olaf

    24. Januar 2016 13:28 at 13:28

    Heute regen wir uns über die vermeintlich so blöden Chinesen auf, die kreditfinanziert Aktien gekauft und nun große Probleme haben.
    Ob alle meine zahlreichen Freunde, die aktuell kreditfinanzierte Häuser gekauft haben, in ein paar Jahren evtl. auch ihre Entscheidung bereuen, scheint mir jedenfalls recht wahrscheinlich.
    Erinnert sich noch einer an die staatlich geförderte Immobilienblase Anfang der ´90er im ach so goldenen Osten und deren Ende? Für einige ist das wohl schon zu lange her.

  12. Avatar

    Lossless

    24. Januar 2016 14:04 at 14:04

    @Judas Ich glaube, Herr Riße wird auf kurz oder lang mit seiner Börsenprognose sogar Recht behalten. An der Börse zählt das Momentum. Im Moment sind wir in einer sehr angespannten Situation die sich aber in den kommenden Tagen auflösen wird ob nun nach oben oder nach unten. Ein guter Trader sollte genügend Cash haben um solche Situationen überstehen zu können. Grundsätzlich hat sich an den Märkten nichts geändert. Öl wird sich wieder erholen und somit werden die Finanzmärkte die Bestätigung bekommen. Würde sogar soweit gehen und sagen, in der kommenden Woche werden die 10.300 im DAX aufgerufen.

  13. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 16:31 at 16:31

    @Herr Fugmann, wie schon erwähnt sind ihre Argumente absolut in Ordnung. Sie gründen auf rationalen Erkenntnissen. Nur ist der Mensch und die Politik nicht (immer) rational und es kommen Einflüsse und Strömungen, welche wir noch nicht sehen oder sehen wollen. Geht mir genauso.

    Vielleicht ein Argument für Immobilien und warum ich glaube das es länger als 5 Jahre so weiter geht. Danach, keine Ahnung.

    2005 wohnte ich im Umland von Barcelona (Spanien). Als ich einen geschätzten Freund in seinem Appartment besuchte fiel mir auf, das von zehn Appartments lediglich zwei bewohnt waren. Bei den umliegenden Gebäuden war es genauso. Da kündigte sich der Immobilien-Crash also schon 2 Jahre vorher an (völliges Überangebot).

    In der BRD hingegen ist jeglicher Wohnraum in der Stadt oder Umgebung bewohnt oder vermietet (kein Überangebot).

    Warum ich FMW lese? Ich liebe Sarkasmus und ab und zu sind wirklich gute Sachen dabei 🙂

    Aber ich habe gelernt, nicht auf den Sarkasmus zu hören (generell, nicht auf ihre Person gemünzt) und somit einfach erfolgreich zu traden und zu handeln.

    Mir sind bzr ab und zu ihre Meinungen zu einseitig und ich denke, dass das ihre Leser zuviel Rendite kostet.

    Schauen wir uns mal Warren Buffett an. Hätte er so negativ gedacht, würde er immer noch seine alte Karre fahren und in der gleichen Bruchbude wohnen wie vor 60 Jahren…

    … achso, das tut er ja tatsächlich 😉

    Scherz beiseite, mittel- bis langfristig baut man Vermögen auf durch eine positive Lebens-Einstellung.

  14. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 17:08 at 17:08

    @Olaf, ob sie es glauben oder nicht, ich habe auch eine Zeit lang in China gelebt. Da wiederum ist es genauso wie ich es in Spanien beschrieben habe. Absolutes Überangebot an Wohnungen. Das Ding fällt uns tatsächlich mal auf die Füsse.

    @Lossless, ein sehr gut gemanagter Fond zeichnet sich dadurch aus, dass er in schlechten Zeiten einen geringen Drawdown vorzeigen kann, respektive den Index, wenn auch mit negativem Vorzeichen, schlägt. Seit 12 Monaten hat der DAX im kleinen einstelligen Prozent-Bereich verloren, der Fond von Herr Riße aber mehr als 50%.

    Das Momentum und auch die Volatilität ist dabei völlig unerheblich bei so einem Ergebnis!!

    Übrigens, ein Trader der ein funktionierendes Risk- und Moneymanagement hat (über Jahre bewährt und erprobt mit Echtgeld), muss über Cash nicht nachdenken und wird auch immer Cash haben weil es seine Strategie verbietet Harakiri zu veranstalten. Anders wie bei Herrn Riße der offensichtlich keine Strategie verfolgt.

    Naja, außer der Strategie den Menschen mit nutzlosen Seminaren und Signaldiensten das Geld aus der Tasche zu ziehen und gut davon zu leben. Dabei fusst die „Expertise“ von Herr Riße nur auf das Kennenlernen von André Kostolany und dem Buch „Die Inflation kommt“, welche ja jetzt doch nicht kommt. Der Mann hat von erfolgreichem Trading keinerlei Ahnung!!

    Anbei noch ein weiteres Depot von Herr Riße 🙂

    http://www.wikifolio.com/de/de/profil/hpmrisse

  15. Avatar

    Lossless

    24. Januar 2016 20:23 at 20:23

    @Judas, ich kenne Herrn Riße nicht persönlich und kann mir kein Urteil über seine Person erlauben. Sein Buch habe ich nicht gelesen und werde es auch nicht lesen. Ich kann nur empfehlen, nicht jede Aussage zu ERNST zu nehmen. Wer intensiv den Markt beobachtet wird sich selbst ein Bild machen können und bemerken, bitte erst denken bevor man Geld in die Hand nimmt! …Zahlen lügen nicht.

  16. Avatar

    Martin Sommer

    24. Januar 2016 22:54 at 22:54

    Ich glaube nicht, dass die Preise in den Ballungszentren dauerhaft fallen werden, auch wenn sie kurzfristig einbrechen sollten. Im Zuge der technischen Entwicklung werden viele Jobs verloren gehen, andererseits werden solche Arbeitsplätze wichtiger und wahrs. in Zukunft besser bezahlt, die genau diese Technologien weiterentwickeln. Zumeist haben sich diese Firmen in Städten mit führenden Universitäten etc. angesiedelt. Um z.B. komplexe Software, Roboter und Kommunikationstechnologien zu verbessern, braucht es einen regen Austausch, der nicht nur von Zuhause möglich ist. Ich gehe also davon aus, dass, während die höherwertigen Immobilien in der Nähe von zukunftsträchtigen Zentren ihren Wert erhalten werden, weiter entfernt liegende Objekte und Wohnungen mit niedriger Ausbauqualität weiter fallen werden. So sind z.B. die Immobilienpreise in Silicon Valley praktisch wieder auf den Stand wie vor der Immokrise.

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Coronavirus: Das Problem mit den Krankheitsdaten

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Ist das nur eine allgemeine Beruhigungspille in Sachen Coronavirus? „95 Prozent der Kranken genesen wieder und alle, die gestorben sind, hatten bereits ernste Vorerkrankungen.“ So Walter Riccardi, Professor für Gesundheitswesen und Berater des italienischen Gesundheitsministers, der die Öffentlichkeit aufrief, sich zu beruhigen. Dabei wird ein spezielles Problem deutlich: Es gibt noch zu wenig Daten über das Virus und seine menschlichen Wirte.

Coronavirus: Medizinische Aspekte

Der ärztliche Direktor der Uniklinik Düsseldorf, Professor Dr. Häussinger, brachte es bei der Frage eines Journalisten in einer Pressekonferenz nach eventuellen Vorerkrankungen des sich in Lebensgefahr befindlichen Coronavirus-Patienten in Nordrhein-Westfalen auf den Punkt: „Sie erwarten doch nicht von mir, dass ich Ihnen vertrauliche Patientendaten übermittle.“ Damit wird klar, wie schwierig es ist, diese Viruserkrankung allgemein einzuordnen, in puncto Gefährlichkeit und Letalität.

Die meisten durch das Coronavirus Verstorbenen hatten Vorerkrankungen wie Herzinfarkte, Karzinome, Diabetes u.ä. und damit ein geschwächtes Immunsystem. Dazu war nach ersten Auswertungen ein Sechstel der Todesopfer zwischen 80 und 90 Jahre alt. Aus diesem Aspekt sollte man die Letalitätsrate von 2 Prozent auch einmal betrachten. Wie lautet derzeit die allgemeine Beurteilung von Virologen? „Bislang ist aber die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.“ Besondere Verhaltensregeln gelten daher im Moment nur bei Menschen, die Kontakt zu einer Person hatten, die mit dem Virus infiziert ist und die in einem Gebiet unterwegs waren, in dem Fälle von Covid-19 aufgetreten sind. So war die Lage zumindest, bevor die Infektionszahlen in NRW in die Höhe sprangen. Bisher konnte bei allen neuen Fällen in Deutschland die Ansteckungskette nachvollzogen werden: Sie gehen direkt oder indirekt auf Kontakte zurück, die sich in Italien mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Was sich aber unglaublich fatal entwickelt, ist der ökonomische Effekt vor allem aus psychologischer Sicht.

Die Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben

Diese Effekte sind am Beispiel Italien derzeit nachzuvollziehen. Denn der Coronavirus lähmt aktuell die wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes. Mit den Provinzen Pavia, Lodi, Cremona und Mailand, den Zentren des Ausbruchs, liegen 12 Prozent der italienischen Wirtschaft darnieder. Es leidet insbesondere der Tourismus, der in Italien zehn Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Anfang der Woche wurde der berühmte Karneval in Venedig abrupt beendet, anschließend die Schließung von Museen, Kirchen, Kinos und Theatern angeordnet. Das in der Kultur-Hochburg Italien. Da ist es schon fatal, dass einige Länder bereits Reisewarnungen nach Italien ausgesprochen haben mit der Folge von massenhaften Stornierungen im Tourismus. Manche Quellen sprechen schon von einer Quote von bis zu 40 Prozent, der Tourismusverband von „unschätzbaren Schäden“.

Coronavirus: Die Reaktionen an der Börse

Reihenweise sind die großen Indizes in den Korrekturmodus gerutscht. Ob Dow Jones, S&P 500, Nikkei oder der Dax, alle haben in kürzester Zeit 10 Prozent von ihren Höchstständen verloren. Damit wurde schon mehr Kapital vernichtet als das Coronovirus vermutlich an Schäden in den Volkswirtschaften anrichten wird. Natürlich war eine Preisbereinigung aufgrund des extremen vorherigen Anstiegs geradezu unerlässlich. Doch eine Börsenpanik könnte im Zusammenhang mit einer möglichen Pandemie eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzen.

Denn hier kommt die Psychologie ins Spiel. Weiter fallende Aktienkurse könnten über den Vermögenseffekt den Konsum der Menschen so einbremsen, so dass es unabhängig von Störungen der Lieferketten und der Industrieproduktion zu einer Rezession kommt. Das sieht man bereits an den weltweiten Auswirkungen in der Tourismus- und Verkehrsbranche. Kein Wunder, dass sich der Ölpreis seit einigen Tagen im freien Fall befindet. Bei einer Panik infolge stark steigender Covid-19-Zahlen kann es in diesen Zeiten von einem Tag zum anderen zu einem totalen Einbruch kommen. Dazu können auch die Medien beitragen, die jeden Einzelfall als Sondermeldung ins Bewusstsein der Bürger bringen, unaufhörlich und rund um die Uhr.

Fazit

Es wäre wirklich verkehrt die Gefährlichkeit dieser Virusinfektionen zu verharmlosen und vorbeugende Vorsichtsmaßnahmen zu ignorieren.

Aber der Schaden, der durch eine mediale Dauerberieselung entstehen könnte, dürfte extrem ansteigen, wenn der Normalbürger in Panik gerät, sich teilweise unwirksame Atemschutzmasken anschafft, Lebensmittelvorräte anlegt und sich in seiner Wohnung verschanzt.

Auch Wochen nach dem ersten Auftreten des Coronavirus herscht ziemliches Rätselraten über die Gefährlichkeit der Lungenkrankheit, seinen Infektionswegen, auch vonseiten der Experten.

Beschwichtigungen über das Coronavirus, das nicht viel gefährlicher sein soll als Influenza und Schreckensvisionen über Millionen Infizierte mit vielen Toten wechseln sich ab. Seit das Virus in Europa angekommen ist, hat sich das Medieninteresse potenziert, eine Sondersendung jagd die nächste.

Es gibt Unsicherheiten über die wirklichen Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten

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Friedrich und Weik: Coronavirus – das Ende der Globalisierung!

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Der sogenannte Coronavirus (COVID-19) breitet sich immer weiter aus. Weltweit sind bereits über 82.000 Menschen infiziert und über 2.800 daran gestorben (Stand 27.02.2020). (Video)

In China stehen 760 Millionen Menschen unter Quarantäne – das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung!
Seit Januar wurden global 200.000 Flüge gestrichen und hunderte von Containerschiffen liegen vor Anker. In Japan (zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens) bleiben die Schulen bis Ende März geschlossen! In Korea (drittgrößte Volkswirtschaft Asiens) stehen bei zahlreichen Firmen die Bänder still und die Anzahlahlen der Infizierten steigt rasant (1596). Erstmalig gibt es eine Ausgangssperre in Europa und zwar in Italien für 50.000 Menschen! Aber auch in Südamerika, Australien und in den USA gibt es erkrankte Personen. Bereits Ende Januar haben die USA und Australien ein Einreiseverbot für Reisende aus China verhängt. Ausgenommen sind Staatsbürger und Menschen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung. Diese müssen sich bei ihrer Rückkehr ins Land jedoch in eine zweiwöchige „Selbstquarantäne“ begeben.

Matthias Weik und Marc Friedrich schreiben über das Coronavirus
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Die CDU/ SPD-GroKo-Regierung unternahm jedoch nichts um uns Bürger zu schützen. Bundesgesundheitsminister Spahn kommt nach ewigen Beschwichtigungen mittlerweile zu der Aussage: „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie„. Wir sagen: Wir haben bereits eine Pandemie – denn mittlerweile sind 32 Länder auf allen Kontinenten betroffen. Die Gefahr einer globalen Pandemie mit fatalen Folgen für die globalisierte Weltwirtschaft wird unserer Ansicht noch völlig unterschätzt. Bereits seit einer Woche geht es an den Aktienmärkten abwärts und die Talsohle ist noch keineswegs in Sicht.

Deutschland: Miese Wirtschaftsdaten bereits vor Coronavirus

Bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus sank die Industrieproduktion in Deutschland stetig. Knallhart gesagt: sie bricht seit 2018 kontinuierlich ein. Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe ist seit knapp zwei Jahren Rückläufig und es besteht keine Aussicht auf Besserung.

In Punkto Auftragseingänge sieht es bei der deutschen Industrie besorgniserregend aus. Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie sinkt seit August 2019 kontinuierlich.

Rohstahlproduktion in Deutschland bricht ein

Ebenso drastisch sieht es im Bereich der Rohstahlproduktion aus. Im Januar 2020 sank der Output der deutschen Hüttenwerke um 17,7 Prozent zum Vorjahresmonat (Worldsteel). Bereits 2019 sank in Deutschland der Output um 6,5 Prozent zum Vorjahr, der niedrigste Stand seit 2009.

Automobilbranche und Maschinenbau befinden sich in einer Rezession!

Obendrein verschärft sich insbesondere die Krise in der Automobilindustrie stetig. Der ideologische geführte Kampf gegen das Automobil wird mit Vehemenz weitergeführt. Ob es tatsächlich zielführend ist eine der wenigen Schlüsselindustrien sturmreif zu schießen, welche nebenbei noch 21 Prozent zu BIP beiträgt, wagen wir zu bezweifeln. Bereits im Jahr 2018 war die Produktion um 9,4 Prozent zum Vorjahr eingebrochen! Im Gesamtjahr 2019 sank der Output um 9 Prozent zum Vorjahr, auf 4,66 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Stand seit 23 Jahren! Nicht zu verkennen ist, dass drei von vier in Deutschland hergestellten PKW bisher in den Export gingen. Folglich wird selbst ein bis dato besserer Binnenabsatz den Einbruch im Export nicht ansatzweise ausgleichen können. Noch immer sehen wir keinerlei Antworten von Seiten der Politik auf diese Entwicklung.

2008 hat Deutschland – und vor allem unsere Autobauer – neben dem vielen billigen Geld insbesondere China aus der Krise herausgezogen. Dies wird in Zukunft nicht der Fall sein, denn China hat gegenwärtig grundlegend andere Probleme.

Minus 92 Prozent – Automobilmarkt in China stürzt ab

Der weltweit größte Automarkt China bricht seit knapp zwei Jahren ein. 2018 schrumpfte der chinesische Automarkt erstmalig seit über zwanzig Jahren geschrumpft. 2019 gingen die gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zurück. Jetzt grassiert das Coronavirus in China mit bis dato verheerenden Konsequenzen für den dortigen Automobilmarkt.

Im Zuge des Coronaviruses wurden zahlreiche Produktionsstätten in China geschlossen. Wichtig zu wissen in dieser Causa: China allein steht inzwischen für 18 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und knapp 50 Prozent des Wachstums der Welt in den letzten Jahren. Fast alle europäischen Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in China sind mittlerweile von den Folgen der Coronavirus-Krise betroffen. Einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Handelskammer und der deutschen Außenhandelskammern in China sehen fast 60 Prozent „schwere“ und weitere 30 Prozent „mittelschwere“ Folgen für ihr Chinageschäft. Bis dato sind die Folgen dessen noch die Bürger in Deutschland noch überschaubar. Bald wird es jedoch knüppeldick kommen. In den ersten beiden Februarwochen sind die Autoverkäufe in China um 92 Prozent eingebrochen. Es wurden lediglich noch 4.962 PKW´s verkauft. Katastrophal für die deutschen Autobauer! Denn der chinesische Markt ist für 40 Prozent des Absatzes verantwortlich.

Der Beginn der Deglobalisierung

Sollten die Chinesen weiterhin kaum mehr Autos kaufen wird dies desaströse Konsequenzen für VW, Audi, BMW und Daimler haben aber auch für die Zulieferer und schlussendlich für alle anderen Branchen in diesem Land. Den Rattenschwanz, der die Quarantäne auslöst haben viele noch gar nicht auf dem Schirm. Durch die Just in Time Produktion sind die Läger weltweit kostenoptimiert auf Straßen und Seewege verlegt worden. Jetzt zeigt sich die Kehrseite der Abhängigkeit von der billigen Werkbank Chinas.. Die Zulieferkette ist gestört und es werden erste Engpässe deutlich. Mit jedem Tag, mit dem die Krise anhält, die Menschen in China nicht zu Arbeit gehen, Häfen geschlossen sind und Flüge gestrichen werden, potenzieren sich die Auswirkungen auf unsere globalisierte Weltwirtschaft. Viele Unternehmen weltweit werden erkennen, dass man sich in eine gefährliche Abhängigkeit von China begeben hat. Man wird wieder umdenken. Dies bedeutet: Arbeitsplätze und Produktionen wieder nach Hause holen, Alternativen schaffen um die Abhängigkeit zu reduzieren. Das wird China Wachstum kosten und schlussendlich die KP zu Fall bringen. Wir sehen gerade den Beginn der Deglobalisierung!

China – Geld vor Gesundheit?

Mittlerweile versuchen der Staat und die Unternehmen alles Erdenkliche zu tun um die verängstigten Bürger wieder an ihre Arbeitsplätze und zum Arbeiten zu bringen. Regionen haben die Transport- und Reisebeschränkungen gelockert. Selbst Staatspräsident Xi Jinping sah sich gezwungen, die Unternehmen Chinas dazu aufzurufen, ihre Arbeit wiederaufzunehmen. Städte wie Schanghai und Peking organisieren Shuttle-Fahrten. Kostenfreie Züge und Busse sollen die Arbeiter, die jetzt wegen des Coronaviruses wochenlang zuhause waren, rasch zurück zur Arbeit Werkbänke zurückbringen. Auch mit Geld versucht die Wirtschaft ihre Arbeiter wieder an ihren Arbeitsplatz zu bringen. Foxconn, produziert unter anderem das iPhone versucht seine Arbeiter zu kaufen hat ihnen ein Bonus von bis zu 7000 Yuan monatlich (anstatt üblichen 3000 Yuan) in Aussicht gestellt, wenn die zur Arbeit kommen. Ob sich die Chinesen tatsächlich kaufen lassen ist noch offen. Gesundheit ist wichtiger als Geld – das ist auch in China bekannt.

Italien – Coronavirus, der Supergau für ein schwer angeschlagenes Land?

Ausgerechnet das wirtschaftlich stärkere Norditalien wird vom Coronavirus heimgesucht. Dies hat nicht nur drastische Auswirkungen für das faktisch bankrotte Italien, sondern auch für deutsche Unternehmen. Deren Lieferketten sind eng mit Norditalien verflochten. Allein Knapp 1500 deutsche Unternehmen haben Niederlassungen. Besonders Autozulieferer, Elektro- und Chemiebetriebe. Am stärksten von der Epidemie betroffen ist die Lombardei. Sie ist die wirtschaftlich stärkste Region Italien. Sie und stellt etwa ein Fünftel der Wirtschaftskraft. Um die Bedeutung der Lombardei für Deutschland zu veranschaulichen: Das Handelsvolumen Deutschlands mit der Lombardei ist beinahe so groß wie das mit der wirtschaftlichen Großmacht Japan. Für die sich bereits in einer erheblichen Rezession befindende norditalienische Industrie ist das Coronavirus katastrophal. Aber auch für Deutschland sind die Auswirkungen auf die hiesige Konjunktur nicht zu unterschätzen. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier: „Schließlich ist Italien mit einem Handelsvolumen von über 125 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands, und täglich gehen insbesondere unverzichtbare industrielle Vorleistungsprodukte in beide Richtungen über die Alpen.“ Allein daran zeige sich, „dass das Coronavirus erhebliche Ausstrahlung auf den Welthandel zu entwickeln beginnt„. Ferner ist das Coronavirus fatal für die italienische Tourismusbranche. Aber auch für den Tourismus weltweit. Die Chinesen gelten als besonders reisefreudig. Frankreich hat bereits jetzt einen Einbruch von 35 Prozent zu verzeichnen. Weitere Länder werden folgen. Die Fluglinien, Hotels und Kreuzfahrtanbieter werden besonders darunter leiden. Schon jetzt stornieren Urlauber und Geschäftsleute am laufenden Band ihre Buchungen. Diese ist jedoch, dem Kultur- und Tourismusministerium zur Folge, verantwortlich 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sorgt für Lohn und Brot für 4,2 Millionen Menschen. Solle sich der Coronavirus in Italien weiter ausbreiten und die dortige Wirtschaft mehr und mehr zum Erliegen bringen wird dies fatale Konsequenzen für das Land, für die EU und Eurozone und folglich auch für uns Bürger in Deutschland haben.

Globale Crashgefahr

Bekanntlich haben die Notenbanken ihr Pulver verschossen. Die Zinsen sind in der Eurozone bei Null und auch in anderen Ländern existieren relativ niedrige Zinssätze. In Zeiten wirtschaftlichen Stillstands wird die Kreditnachfrage äußerst gering sein Folglich werden weitere Zinssenkungen nicht mehr zielführend sein. Somit können viele Notenbanken nur noch Geld an ihre Bürger verteilen (Helikoptergeld) um den Konsum zu steigern. In Hongkong soll jeder ständige Bewohner rund 1300 Dollar (10.000 HK-Dollar) erhalten. Ob das sinnig ist, wagen wir zu bezweifeln, denn mit Gelddrucken lassen sich niemals Probleme nachhaltig lösen. Nichtsdestotrotz werden wir nun das größte Notenbankexperiment in der Geschichte sehen: Die Druckerpressen werden so viel Geld in das System reinpumpen wie noch niemals zuvor. Wir gehen von Billionen aus und die Zinsen werden weiter sinken. Für die USA erwarten wir dieses Jahr schon die 0 Prozent und danach Negativzinsen und für die Eurozone nicht unerhebliche Negativzinsen. Doch auch dadurch wird das Virus nicht stoppen lassen.

Gegenwärtig sind die Unternehmen weltweit, dank des billigen Geldes, oftmals extrem verschuldet. Dies stellt kein Problem dar, solange die Wirtschaft läuft und bestenfalls noch wächst. Ist dies jedoch nicht mehr der Fall stehen zuerst die Unternehmen (können ihre Zinsen nicht mehr bezahlen) und dann die Banken vor unlösbaren Problemen. Werden im Zuge der Krise die Unternehmen folgerichtig herabgestuft werden, dann sind Kursverluste die Folge. Investoren werden die Papiere freiwillig oder gezwungenermaßen, weil sie Papiere nur bis zu einem bestimmten Investment-Grade halten dürfen, auf den Markt werfen. Genau dann besteht die Gefahr, dass das Coronavirus die Real- und Finanzwirtschaft zum Zittern bringt.

Egal wie sich das Virus entwickelt – die Notenbanken werden weiter Geld drucken und wir stehen vor dem größten Vermögenstransfer der Geschichte! Dies bedeutet: Es ist ratsam in durch die Natur limitierte Sachwerte zu investieren. Seit unserer Empfehlung in Edelmetalle zu investieren ist das goldene Geldmetall auf neue Rekordniveaus in Euro gestiegen. Für uns erst der Anfang. Wir stehen vor einer goldenen Dekade. Seien Sie dabei!

Sollte sich der Coronavirus weiter Verbreiten und die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen, wird dies fatale Konsequenzen nicht nur für Deutschlands und den Rest der Welt haben. Obendrein sollten wir nicht vergessen, dass China mit seinem gigantischen Schattenbankensystem und seiner auf Pump laufenden Wirtschaft, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist. Sollte das chinesische Finanz- und Wirtschaftssystem tatsächlich crashen wird dies die Welt wesentlich heftiger erschüttern als die Finanzkrise 2008/ 2009.

Über die Autoren – www.friedrich-weik.de
Marc Friedrich und Matthias Weik sind Finanzexperten, fünfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorarberatung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Ihr aktueller Nummer 1 SPIEGEL Bestseller heißt: „Der größte Crash aller Zeiten“.

Sie kommentieren das aktuelle Geschehen auf ihrem Blog, auf Twitter und in ihrem kostenfreien Newsletter mit spitzer Feder, knallhart und faktenbasiert. Auch auf ihren zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland sowie auf ihrem YouTube-Kanal nehmen sie kein Blatt vor den Mund sondern sprechen Klartext.
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