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In der Ukraine gehen immer mehr Banken pleite

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Von Claudio Kummerfeld

Es kommt so wie befürchtet. In der Ukraine gehen immer mehr Banken pleite. Wir geben einen aktuellen Überblick .

Ukraine Nationalbank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nationalbank der Ukraine
Foto: Wikipedia / Alexander Noskin /Voevoda (CC BY-SA 3.0)

In der Ukraine passiert momentan das, was die logische Schlussfolgerung von Krieg, Misswirtschaft, Korruption und Wirtschaftskrise ist. Die Banken gehen pleite. Wie wir in eiem vorigen Artikel bereits schrieben, wäre es besser gewesen die Ukraine-Kredite von EU und sonstigen Geldgebern gleich als Schenkung zu deklarieren – denn wer glaubt ernsthaft, dass diese „Kredite“ zurückgezahlt werden? Aber das ist ein anderes Thema.

CB STANDART PJSCCB STANDART PJSC

Am 20.02.2015 meldete die CB STANDART PJSC Bank Insolvenz an. Hierzu die National Bank of Ukraine:

„In addition, during the period spanning from late September to late December 2014, CB STANDART PJSC performed transactions in cash worth approximately UAH 600 million in violation of the law on Prevention and Counteraction to Legalization (Laundering) of the Proceeds from Crime or Terrorist Financing.“

KREDITPROMBANK PJSC und OMEGA BANK PJSC

Am 02.03.2015 meldeten die KREDITPROMBANK PJSC and OMEGA BANK PJSC Insolvenz an. Die National Bank of Ukraine schrieb am 03.03.2013 hierzu:

„In connection with KREDITPROMBANK PJSC and OMEGA BANK PJSC’s involvement in risky activities, as evidenced by their deteriorating financials, in January 2015, the aforementioned banks were declared problem banks and NBU overseers were appointed to them. Following the decision to declare these banks problem banks, no credible resolution proposals to put these banks back on a sound footing have been submitted to the National Bank of Ukraine. At the same time, the banks‘ financials continued to deteriorate further. Thus, the banks suffered drastic losses of regulatory capital, which had fallen to a negative value. The banks kept on violating the NBU regulations. The owners of these banks have failed to take measures to provide financial support to the banks in order to bring their operations in compliance with applicable laws.“

Der letzte Satz ist hier ganz besonders interessant. Die Eigentümer der Bank haben keine Anstrengungen mehr unternommen die eigene Bank zu retten.

Delta Bank JSC

Ebenfalls am 02.03.2015 meldete die Delta Bank JSC (viertgrößte Bank der Ukraine) Insolvenz an. Wie aus der Veröffentlichung der National Bank of Ukraine hervorgeht, haben 94% aller Kunden mit Geldeinlagen bei dieser Bank einen Anspruch auf Erstattung aus dem Einlagensicherungsfonds der Ukraine. Wenigstens ein guter Aspekt! Natürlich bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Einlagensicherungsfonds selbst noch Geld ausspuckt – und wenn ja, wieviel ist dieses Geld dann noch wert? Ein Recht auf Erstattung der Einlagen hätten immerhin 554.000 Menschen – nicht gerade wenig! Auch hier hat der Eigentümer der Bank keine Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalausstattung der Bank ergriffen. Und welch ein Wunder, die Delta Bank ging auch deswegen unter, weil sie sich jede Menge Schrott in die Bücher geholt hat (kennen wir das nicht irgendwo her?) Hierzu sagt die National Bank of Ukraine wortwörtlich:

„The principal shareholder and the management team of Delta Bank JSC have opted for a high-risk strategy of rapid growth through the acquisition of poor-quality assets. In addition, the aggressive development of corporate banking business of Delta Bank JSC, coupled with a lack of experience in the selected segment, has led to a considerable deterioration in the quality of the bank’s loan book and shrinkage in bank liquidity.“

Auch erwähnenswert ist, dass die Delta Bank in 2014 Stützungsgelder von der National Bank of Ukraine in Höhe von 4,1 Milliarden ukrainische Hryvnia (ca. 178 Millionen Euro) erhalten hat, und im September 2014 nochmal 960 Millionen Hryvnia. Ist es nötig darüber zu spekulieren woher diese Gelder ursprünglich kamen? (Thema „Schenkung“)

Mehr Verantwortung

Und welch ein Wunder, nur einen Tag nach Verkündung dieser Pleiten verkündete die National Bank of Ukraine einen Maßnahmenkatalog, um die tatsächlichen Eigentümer von ukrainischen Banken besser identifizieren zu können; ebenfalls sollen Eigentümer und Manager mehr in die Verantwortung für das Herunterwirtschaften einer Bank übernehmen. Wäre das nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit? Aber meckern wir nicht über Andere. Bei uns hier im ach so seriösen Deutschland bekommen Bankvorstände für ihr totales Versagen auch goldene Fallschirme statt Haftstrafen.

12 Banken dieses Jahr in der Ukraine

Allein in 2015 wurden 12 Banken in der Ukraine in den Liquidationsprozess geschickt, d.h. Abwicklung und am Ende komplette Schließung. Hier die gesamte Liste aller Banken, die derzeit im Liquidationsprozess sind.

Im Großen und ganzen kann man sagen, das Banksystem in der Ukraine geht den Bach runter.




Quelle: National Bank of Ukraine

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Coronavirus: CNN berichtet über erste Erkrankung in USA – Wall Street reagiert

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Laut dem US-Sender CNN wird die amerikanische Behörde zur Abwehr von Epidemien (CDC; US Centers for Disease Control and Prevention) den ersten Fall einer Erkrankung eines US-Bürgers mit dem Coronavirus bekannt geben:

Und die Wall Street reagiert:

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Handelskrieg: Phase-1-Deal ist weltwirtschaftlich kein Erfolg

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Handelskrieg entschärft? Trump und Liu He im Weißen Haus

Für den Welthandel und für die beteiligten Parteien bedeutet der Phase-1-Deal kein Ende im Handelskrieg. Die Konflikte bleiben bestehen und Handelsströme werden lediglich zwangsweise umgeleitet.

Der Schaden im Handelskrieg bleibt größer als der Nutzen

Bis auf die Reduzierung eines Teils der Zölle bleibt der Großteil der „Punitive Tariffs“ und damit die Mehrkosten für Importeure und Verbraucher in den USA in Kraft. Das Gleiche gilt für die Vergeltungszölle aufseiten Chinas. Selbst nach dem Abkommen wird der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Importe aus China immer noch 19,3 Prozent betragen, eine marginale Senkung gegenüber dem Stand vor dem Abkommen von 21 Prozent und fast das Sechseinhalbfache vor dem Beginn des Handelskriegs in Höhe von 3 Prozent.
In dem vor einer Woche unterzeichneten ersten Deal verpflichtet sich China, in den nächsten zwei Jahren landwirtschaftliche und industrielle Gütern, Dienstleistungen sowie fossile Energieträger in einem jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu kaufen.

Bei der Unterzeichnungszeremonie zum Phase-1-Deal bezeichnete Trump das Abkommen als „Durchbruch“ und „historisch“, was beides natürlich übertrieben ist. Aber das ist man von der Trumpschen Rhetorik bereits gewohnt. Ungeachtet der Behauptung von Trump, dass die Zölle von den Chinesen bezahlt werden, sind sich die Ökonomen nun praktisch einig, dass sie stattdessen nahezu vollständig von den Amerikanern getragen werden. Selbst der Fed of New York zufolge bedeutete der Handelskrieg bisher höhere Preise für US-Verbraucher, ein geringeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und lediglich einen Rückgang der Agrarexporte. Im Jahr 2019, so die Notenbanker weiter, „verzeichneten die USA einen erheblichen Preisanstieg bei Zwischenprodukten und Fertigwaren aus China. Es kam außerdem zu einer Verringerung der Verfügbarkeit importierter Güter und die Zölle wurden vollständig auf die Inlandspreise importierter Waren umgelegt“. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion aus den USA bestätigen die Aussagen der Fed of New York.

Ob es einen weiterführenden zweiten Deal geben wird und ob der erste Deal, den der Staatspräsident der Volksrepublik Chinas, Xi Jinping, sich weigert, zu unterzeichnen, überhaupt wort- und zahlengetreu umgesetzt wird, ist fraglich. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Vertrag, sondern eine Aneinanderreihung aufgezwungener Zusagen und Wunschvorstellungen der Amerikaner. Aber Papier ist bekanntlich geduldig.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Trump: Rede auf dem Weltwirtschaftsforum Davos – Live-Feed

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Donald Trump spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – wird er wieder protektionistische Aussagen machen, nach dem Phase 1 Deal mit China eventuell Europa in den Blick nehmen mit der Androhung von Strafzöllen? Hier der Live-Feed zur Rede:

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