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Interview mit Sandra Navidi: Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren

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FMW-Redaktion

Sandra Navidi arbeitete eng zusammen mit dem „Superstar“ unter den Ökonomen, Nouriel Roubini. Roubini erlangte Berühmtheit, als er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2007 vor der nahenden Finanzkrise und dem Crash am US-Immobilienmarkt warnte. Zuerst verlacht, wurde Roubini mit dem Eintreten der Krise gewissermaßen zum Haus- und Hof-Profeten der Finanzelite.
Nicht zuletzt dadurch kam Sandra Navidi in Kontakt mit den „Super-Hubs“ der Finanzbranche, also den hervorragend vernetzten Entscheidern von Banken, Notenbanken etc. Dadurch gewann sie einen einzigartigen Einblick, wie die Netzwerke dieser Super-Hubs funktionieren. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Sandra Navidi vor allem durch ihre TV-Berichterstattung von der Wall Street bekannt. Mit Ihrem Buch „$uper Hubs. Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren“ legt sie die erste wissenschaftliche Untersuchung dieses kleinen, exlusiven und elitären Zirkels vor.

Sandra Navidi
Sandra Navidi

1. finanzmarktwelt.de: Frau Navidi, Ihr Buch „$uper Hubs. Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren“ beschreibt erstmals mit einem wissenschaftlichen Ansatz die Bedeutung von menschlichen Netzwerken im Finanzbereich. Können Sie erläutern, was Sie mit „Netzwerktheorie“ meinen – und warum sich der Blick bislang auf Institutionen statt auf die extrem gut vernetzten, mächtigen Personen (den Super Hubs) im Finanzwesen fokussiert hat?

Sandra Navidi: Die Netzwerktheorie ist eine Ausprägung der Komplexitätswissenschaft. Ich argumentiere, dass das Finanzsystem ein komplexes, sich selbst organisieren des System ist, bei dem die bestvernetzten Menschen Knotenpunkte – Super-hubs – sind, die zwar einen enormen Einfluss auf das System haben, aber keine Kontrolle darüber besitzen. Diese Grundsätze kann man genauso auf Finanzinstitutionen anwenden. Da wären dann zum Beispiel Großbanken wie Goldman Sachs, Vermögensverwalter wie BlackRock und Zentralbanken die Super-hubs. Aber die Verlinkung von Finanzinstituten ist nach der Finanzkrise von 2008 schon sehr genau untersucht worden. Kaum Beachtung bei der Untersuchung systemischer Risiken haben bisher die Menschen an der Spitze dieser Institutionen und ihre Beziehungsgeflechte gefunden, obwohl es ja Menschen sind, die Entscheidungen treffen, und keine Institutionen. Und diese Menschen sind alle rund um den Globus herum durch einflussreiche Netzwerke eng miteinander verzahnt. Die Risiken, die sie für die Stabilität des Systems darstellen, sind schwer einzuschätzen, weil Menschen und ihre Beziehungen schwer messbar und berechenbar sind. Menschliche Beziehungen werden normalerweise erst in Krisen “ge-stresst testet“. Aber man sollte sich dieser Strukturen und ihrer Bedeutung bewusst sein, um entgegensteuern zu können.

2. finanzmarktwelt.de: Sie sind Stammgast beim Weltwirtschaftsforum in Davos und anderen Veranstaltungen der mächtigen „Super Hubs“, viele davon – etwa George Soros – kennen Sie persönlich. Gibt es bestimmte Muster oder Eigenschaften, die sich bei diesen (überwiegend männlichen) Personen durchgängig zeigen? Und wenn ja, liegt in diesen Mustern oder Eigenschaften nicht auch eine Gefahr für die 99,999% der restlichen Menschheit?

Sandra Navidi: Ja, sie haben viele Gemeinsamkeiten: Die typische Alpha Persönlichkeit, Ehrgeiz und den unbedingten Willen zur Macht. Sie sind top-gebildet, hochmotiviert und sehr lernbegierig. Ihr entscheidender Wettbewerbsvorteil liegt jedoch in ihren Beziehungen, die sie Zeit ihres Lebens knüpfen und pflegen. Dieses Beziehungsnetz verbunden mit ihrem überlegenen Wissen, verleiht ihnen sozusagen Supermacht.

Mit dieser Supermacht beeinflussen sie das System zu ihren Gunsten. Da die Interessen des 1% und der 99% häufig nicht deckungsgleich sind, geht dies oft zum Nachteil der 99 %. Das zeigt sich vor allem auch in der ständig weiterwachsenden Wohlstandsschere.

Eine konkrete Gefahr liegt in der Homogenität der Super-hubs. Sie sind sich sehr ähnlich, haben ähnliche Erfahrungen gemacht, denken ähnlich, haben Zugang zu den gleichen Informationen. Sie operieren in einer Echokammer und weil sie auch persönlich alle sehr eng miteinander verbunden sind, besteht die Gefahr, dass sie sich mit ihren Ansichten und Handlungen gegenseitig “anstecken“. Genauso wie es eine gegenseitige Ansteckung unter Marktteilnehmern oder Bankkunden gibt, die zu einem Börsencrash oder einem bank-run führen können, können sich auch Super-hubs untereinander mit ihren Ansichten und Handlungen anstecken. Aufgrund der Tragweite ihrer Entscheidungen kann dies weitreichende Folgen für das System haben.

3. finanzmarktwelt.de: Der Unter-Titel Ihres Buches dürfte vielen Verschwörungstheoretikern gefallen: „Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren“. Warum sind diese Verschwörungstheorien, etwa über die Bilderberger-Konferenz, dennoch Unfug?

Sandra Navidi: Direkt einmal vorweg: ich sage nicht, dass es keine Verschwörungen gibt. Ich weise auch darauf hin, dass der enge Kontakt zum Beispiel von Zentralbankern, Finanzpolitikern und Finanzministern mit Investoren und Chefs großer Unternehmen hinter verschlossenen Türen ohne Kontrollmechanismen problematisch sein kann. Auch wenn dort keine konkret umsetzbaren Entscheidungen getroffen werden oder sonst wie gemauschelt wird, so ist doch zumindest von einer unbewussten Beeinflussung auszugehen. Das gefährlichste Zusammenwirken zum Nachteil der Allgemeinheit findet aber zum größten Teil in der Öffentlichkeit stattfindet, zum Beispiel durch Lobbyismus. Denn die Leute, die bei Bilderberg, in Davos oder beim IWF zwecks Gedankenaustauschs zusammenkommen, können sich jederzeit auch woanders treffen. Wenn man etwas zu verheimlichen hätte, wäre die große Medienaufmerksamkeit, die diese Treffen mit sich bringt, eher unwillkommen. Diese Menschen kennen sich alle, sie haben direkten Zugang zueinander und können sich jederzeit in ihren Büros, zu Hause zum Dinner oder in ihren Golfclubs treffen. Auch wenn man davon ausgeht, dass es auf diesen Plattformen keine Verschwörungen gibt, so werden durch solche Treffen doch zumindest die Beziehungen der Teilnehmer vertieft. Sie wirken dann noch enger zusammen, was ihren Einfluss weiter vergrößert.

4. finanzmarktwelt.de: Während der Finanzkrise erlebten Sie die Mächtigen aus Politik und Finanz hautnah. Ihr Eindruck war damals: „Sie verfügten über keinerlei überlegenes Wissen. Sie hatten keinen Masterplan zur Überwindung der Krise. Ich war regelrecht schockiert über ihr geringes Verständnis, ihre fehlende Kontrolle und völlige Überforderung“. Dennoch schafften es die Verantwortlichen damals, den Kollaps des Finanzsystems zu verhindern durch konzertierte Aktionen etwa der Notenbanken. War das dann Glück – oder Zufall?

Sandra Navidi: Das war schon Kompetenz, verbunden mit einem Quäntchen Glück. Aber es war auf den letzten Drücker und völlig improvisiert. Auch hat man keine grundlegenden, systemischen Verbesserungen vorgenommen, sondern vor allem durch die lockere Geldpolitik das berühmte “kicking the can down the road“ betrieben. Das globale Finanzsystem ist in vielerlei Hinsicht noch fragiler geworden.

5. finanzmarktwelt.de: Wir erleben derzeit, dass die extremen geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken verpuffen, die Inflation will nicht mehr zurück kommen, die Märkte tun das Gegenteil des Erwartbaren – so etwa die massive Aufwertung des Yen trotz der Einführung von Negativzinsen in Japan. Ist das ein Kontrollverlust? Herrscht bei den Super Hubs, zu denen Sie Kontakt haben, Panik?

Sandra Navidi: Ja, das ist ein Kontrollverlust. Ich würde noch nicht sagen Panik, aber durchaus Alarmstimmung. Einige der Super-hubs, wie zum Beispiel Hedgefonds Manager schlagen aus der großen Volatilität auch Profite. Aber natürlich muss auch dafür zumindest das System als Gesamtkonstrukt bestehen bleiben.

6. finanzmarktwelt.de: Derzeit sind besonders die regulierten Banken unter Druck. Immer höhere Anforderungen der Regulierer machen die Institute unflexibel, ganze Geschäftsfelder (Investmentbaking) werden praktisch eingestellt oder massiv verkleinert, weil die Politik in Reaktion auf die Finanzkrise es so will. Die Probleme etwa der Deutschen Bank mit den CoCo-Bonds sind eine direkte Folge davon. Auf der anderen Seite profitieren Schattenbanken wie BlackRock von der starken Regulierung der Banken, sie werden immer größer und mächtiger. Haben die Super Hubs (also die CEOs) der Großbanken versagt, hat man sie fallen lassen im Netzwerk der Super Hubs, dass sich die Lage der offiziellen Banken so rapide verschlechtert hat?

Sandra Navidi: Viele der Probleme sind noch Altlasten, die man lange verschleppen konnte. Das grundsätzliche Problem der Banken ist, dass sie zu groß sind. Niemand kann solche Kolosse effizient managen. Denken Sie an den Whale Trade bei JP Morgan, der einen 6 Milliarden Dollar Verlust verursacht hat, ohne dass irgendjemand in der Firma davon etwas mitbekommen hat. Und selbst als das Debakel einige Zeit später öffentlich wurde, konnte das Unternehmen nicht einmal sagen, ob es sich um ein Absicherungsgeschäft oder ein Spekulationsgeschäft gehandelt hatte. Während der Finanzkrise sagte mir mal ein Bank CEO, dass er natürlich nicht jedes strukturierte Finanzprodukt verstehen könne, und sich insofern auf seine Untergebenen verlassen müsse. In den USA sind die Großbanken jetzt noch größer als vor der Krise. Gegenüber kleinen Banken haben sie aufgrund ihrer Größe und der implizierten Staatsgarantie Wettbewerbsvorteile. Ihre Profite sind jedes Jahr weiter gestiegen, genau wie die Bezahlung ihrer Chefs. Die haben einer Bankenverkleinerung durch ihre Einflussnahme auf die Politik erfolgreich entgegen gewirkt.

7. finanzmarktwelt.de: Derzeit finden sich viele Parallelen zum Jahr 2008 nach dem crashartigen Abverkauf an den Märkten zu Jahresbeginn. Wie schätzen Sie die derzeitige Lage ein? Teilen Sie den Eindruck, dass sich die Super Hubs verkalkuliert haben und nun permanent die Dosis eines geldpolitischen Medikaments erhöhen, dessen Wirkung sich bisher nicht belegen läßt? Ist das nicht ein extrem gefährliches Experiment?

Sandra Navidi: Man muß die verschiedenen Arten der Super-hubs unterscheiden. Ich nehme an, Sie meinen die Zentralbanker, die ja auch Super-hubs sind. Sie haben zwar einen enorm großen Einfluss auf das System, aber keine Kontrolle darüber. Das ist typisch für ein komplexes, sich selbst organisierendes System. Die anderen Super-hubs haben von der lockeren Geldpolitik am meisten profitiert.

Die Geldpolitik ist ein gefährliches Experiment. Allerdings gibt es auch nicht viele Alternativen. Wir haben uns in eine Ecke manövriert, aus der wir jetzt nicht mehr so schnell herauskommen. Feststeht, dass die lockere Geldpolitik anfangs geholfen hat, dass sie gemäß dem “Gesetz abnehmender Erträge“, immer weniger bewirkt je länger sie andauert, und dass sie unbeabsichtigte Folgen hat, die wir jetzt noch gar nicht abschätzen können.

Die Parameter sind nicht so eindeutig aufgestellt wie bei der 2008 Krise, aber dafür gibt es global noch mehr Risikofaktoren, die sich überlagern und zum Teil gegenseitig verstärken: Mangelnde Liquidität, steigende private und öffentliche Verschuldung, Deflationsdruck, niedrige Energiepreise, Volatilität, geopolitische Krisen, neben vielen anderen. Märkte und Regierungen sind von den Zentralbanken abhängig, und die haben ihr Pulver mehr oder weniger verschossen. Und die Politik hinkt mit wachstumsschaffenden Maßnahmen meilenweit hinterher. Die langfristigen Auswirkungen von Negativzinsen sind noch offen, aber klar ist, dass auch sie Risiken mit sich bringen. Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Risiko ist der Vertrauensverlust der Marktteilnehmer. Ihre Überreaktionen schaffen “volatile Volatilität”, die eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zur Folge haben kann. Aber wann die nächste Finanzkrise ausbrechen wird und was der Auslöser sein wird, kann niemand vorhersagen.

Super-Hubs

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Walmart-Quartalszahlen (sehr wichtig): Gewinn besser, Erwartung angehoben

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Walmart als größter Einzelhändler der USA hat soeben seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 128,0 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 124,9/erwartet 128,6).

Der Gewinn liegt bei 1,16 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,08/erwartet 1,09).

Die Aktie notiert in der frühen Vorbörse mit +3,7%.

Hier die Headline-Aussage von Walmart

„We’re pleased with our performance for the quarter. Our associates are responding to change in an inspiring way, and we’re proud of them. The Walmart U.S. business saw strong comp sales and expense leverage, and operating income grew for the sixth consecutive quarter. We also celebrated the first anniversary of Flipkart and PhonePe as part of the Walmart family. It was great to see record sales in India during The Big Billion Days event. Looking ahead, we’re prepared for a good holiday season. Our integrated offering with stores and eCommerce delivers value and convenience for our customers. Our associates are working hard to ensure we succeed — one customer, one interaction at a time.“
Doug McMillon
President and CEO, Walmart

Aussichten:

Gesamtjahresgewinn soll etwas besser ausfallen. Zitat:

• FY20 Adjusted EPS is now expected to increase slightly compared to FY19 adjusted EPS, including Flipkart, and is expected to increase by a high single-digit percentage range, excluding Flipkart.
• Expectations for the dilution from Flipkart remain unchanged, excluding a non-cash impairment charge.
• The effective tax rate is now expected to range between 25% and 25.5%

Walmart Quartalszahlen

Walmart Logo
Foto: MikeMozartJeepersMedia CC BY-SA 3.0

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E-Mobilität: Jetzt kommt der Durchbruch

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Lieber Börsianer,

Autoaktien sind gegenwärtig nicht unbedingt der Liebling der Anleger. Der Diesel-Skandal stürzte die Unternehmen der Branche in eine veritable Sinnkrise. VW, Daimler und Co. lebten lange in der Welt von gestern. Man wollte den heißgeliebten Diesel nicht verabschieden und stand der Elektro -Mobilität skeptisch gegenüber. Die Kritikpunkte sind bekannt: Zu teuer, zu wenig Reichweite, keine Lade-Infrastruktur. Nun, die Zeiten ändern sich. Mittlerweile haben alle großen deutschen Autobauer ihre Chefs in die Wüste geschickt, und die neue Führungsgeneration glaubt an die Stromer. Man hat wieder einen klaren Kompass und gibt nun richtig Gas. Tesla, der aktuelle Marktführer, wird sich warm anziehen müssen.

Keine Frage: Die Angebotspalette für den interessierten Kunden ist mittlerweile groß. Im Kleinwagen-Segment tummeln sich besonders die Franzosen etwa mit den Modellen Renault Zoe oder dem neuen Peugeot iOn. BMW wiederum hat zuletzt den bewährten i3 optisch aufgehübscht und neu aufgelegt. Allen vorweg wird allerdings in den kommenden Monaten der neue ID.3 aus dem Hause Volkswagen fahren. Tatsächlich sind die Kunden aus dem Häuschen. Derzeit liegen dem norddeutschen Autobauer 30.000…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

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Streaming-Krieg voll ausgebrochen! Disney-Angebot gewinnt 10 Millionen Abos – Aktie +7%

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Streaming-Krieg in USA nun voll in Gange

Der Streaming-Krieg ist nun volle Pulle ausgebrochen in den USA! Netflix war bis jetzt der Branchenführer. Aber vor geraumer Zeit machten vor allem Disney und Apple Verlautbarungen eigene Streaming-Services mit Bezahl-Abos auf den Markt bringen zu wollen. Apple geht aktuell an den Start, und auch Disney mit seinem Angebot namens „Disney+“. Und man halte sich fest. Disney+ wurde am Dienstag gestartet, und hat Stand gestern Abend schon 10 Millionen Abonnenten akquirieren können! Wow, was für ein Schock für den Platzhirsch Netflix!

Disney prescht vor im Streaming-Krieg

Die Disney-Aktie schoss gestern Abend direkt nach der offiziellen Verkündung dieser Zahl nach oben, und schloss den gestrigen Handelstag ab mit +7,32%. Wohl vor allem Familien mit Kindern wird Disney erreichen können, weil man grundsätzlich das familienfreundliche Image „gepachtet“ hat. Dieses Plus bei Disney hatte gestern Abend auch dem Dow Jones 30-Index weiter nach oben geholfen, weil die Disney-Aktie dort enthalten ist als Aktie mit der zwölft stärksten Gewichtung.

Die Aktie von Netflix verlor gestern unterm Strich 3%, Discovery verlor 2,8%, CBS verlor 2,4%. Nun geht er also so richtig los, der Streaming-Krieg in den USA. Es ist kaum vorstellbar, dass sich eine breite Masse an US-Konsumenten 3 oder mehr Streaming-Dienste parallel leisten wird, um wirklich alle Filme und Serien sehen zu können. Die Anbieter werden nun wohl brutal ihre Budgets für Eigenproduktionen raufschrauben, was für die Giganten Disney und Apple aufgrund gigantischer Resourcen (Geld bei Apple und Content bei Disney) kein Problem sein wird. Netflix selbst hatte ja schon unlängst seine Budgets massiv hochgefahren, wird nun aber zunehmend unter Druck geraten.

Augen auf bei Netflix

Bei den nächsten Quartalszahlen von Netflix wird es besonders spannend sein, ob die Zahl neu gewonnener Kunden, die für die Aktie der Gradmesser schlechthin ist, sogar ein Minus aufweist, weil man Kunden an Disney und Apple verliert? Wäre dem so, könnte die Netflix-Aktie massiv einbrechen. Gut denkbar, dass Angebote wie die von Disney und Apple auch nach Europa kommen. Was würde das bedeuten? Eine Aufsplittung von Filmen und Serien auf mehrere Anbieter auch hierzulande? Obwohl die einzelnen Anbieter wohl günstige Angebote machen werden um die Kunden anzulocken, wäre es doch mehr als nervig und auch ein Kostenfaktor für den einzelnen Konsumenten zwei oder drei Abos gleichzeitig nutzen zu müssen.

In diesem Krieg werden wohl kaum alle Anbieter dauerhaft durchhalten. Wird Netflix langfristig als kapitalschwächster Anbieter untergehen? Vielleicht war man der erste Anbieter am Markt, und man ist auch vielleicht der beste Anbieter? Aber wird man in einigen Jahren untergehen, weil man diesen Streaming-Krieg aufgrund der geringsten finanziellen Reserven nicht durchhalten konnte? Denn mal ehrlich. Im Vergleich zum anfälligen Winzling Netflix sind Apple und Disney als finanzieller Sicht Giganten!

Disney vs Netflix-Aktie
Im folgenden Chart sieht man die ansteigende Disney-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate, mit dem ganz frischen Move nach oben. Dazu in blau die Netflix-Aktie, die weniger gut lief.

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