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Ist man schon eine Bank, wenn man „hier und da“ ein wenig Geld einsammelt? Ein Erklärungsversuch

Was ist ein Kredit, was ist eine Geldanlage, was ist Einlagengeschäft, was ist Bankgeschäft? Wo sind die Grenzen? Verdammt gute Frage, oder? Und regelmäßig gibt es sagen wir es mal so…

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FMW-Redaktion

Was ist ein Kredit, was ist eine Geldanlage, was ist Einlagengeschäft, was ist Bankgeschäft? Wo sind die Grenzen? Verdammt gute Frage, oder? Und regelmäßig gibt es sagen wir es mal so „Menschen mit interessanten Konzepten“. Oft handelt es sich um relativ plumpe Maschen von Menschen, die meistens ohne jegliche Fachkenntnis an das Thema herangehen, und die glauben das schnelle Geld machen zu können. Sie offerieren zum Beispiel Privatpersonen, die dank Nullzins-Umfeld auf der Suche nach etwas Rendite sind, gute oder sehr gute Verzinsungen im Rahmen einer Kapitalanlage.


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

Dazu soll man als Anleger zum Beispiel über einen extrem plump aufgesetzten Darlehensvertrag Geld an einen Herrn X überweisen. Oft erkennt man solche Verträge schon an schlechter Rechtschreibung, falschem Satzbau und merkwürdig formulierten Sätzen. Der Anlageberater (oder als was er sich auch immer vorstellt), verspricht dieses Darlehen nach gewisser Zeit mit saftig guter Verzinsung zurückzuzahlen. Jetzt wird es knifflig. Gewähren Sie zum Beispiel ihrem Nachbarn so ein Darlehen, und ihr Nachbar nimmt nur von Ihnen einmalig so ein Darlehen entgegen, dann ist das wohl ein privates Darlehensgeschäft zwischen zwei Personen. Alles gut soweit!

Nur was ist, wenn Ihr Nachbar mit 10, 20 oder 30 Personen solche Darlehensverträge schließt? Und was ist, wenn Ihr Nachbar mit den ständig neu aufgenommenen Darlehen die Rückzahlungen und Zinsversprechen an die älteren Darlehensgeber bedient? Denn dann ist man schon beim Schneeballsystem. Aber abgesehen davon stellt sich auch die Frage, ab welchem Punkt so ein Mensch das sogenannte „Einlagengeschäft“ betreibt. Denn wer nicht ein oder zwei Mal, sonder wer in größerem Umfang solche Nummern abzieht, der nimmt gewerbsmäßig „Geld entgegen“, was von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als sogenanntes Einlagengeschäft betrachtet wird.

Man nimmt Geld entgegen, sammelt es, gewährt Zinsen usw,  und das regelmäßig und in bedeutendem Umfang. Dann hat das schon den Charakter von Bankgeschäften, deren Kerngeschäft eben das „Einlagengeschäft“ ist. Würde die BaFin hier nicht strikt darauf achten, dass dubiose Personen mit solchen dubiosen Geschäftsmodellen schnell aus dem Verkehr gezogen werden, dann wäre das Grundkonstrukt des Bankgeschäfts schnell verwässert. Dann könnte jeder Mensch sagen er nimmt Gelder an und gibt dafür Zinsen, einfach so. Das Problem dabei wäre vom Grundsatz her die mangelnde Kontrolle und Verlässlichkeit, wie mit den eingenommenen Geldern verfahren wird.

Die Quote der Betrügereien, Veruntreuungen etc würde extrem hoch sein. Daher ist die BaFin konstant dabei Menschen, die sich in diesem Bereich stümperhaft als Geldannehmer betätigen, ihr Geschäft zu verbieten. Und nein, falls Sie das denken sollten: Dieser Artikel ist kein verkappter Gastartikel der BaFin, auch kein gekaufter Artikel des Bankenverbandes. So sehr man Banken auch kritisieren kann für Milliardenverluste, staatliche Bankenrettungen usw. Wo würden Sie ihr Geld lieber sehen, auf dem Girokonto bei der Sparkasse, oder bei irgendeiner dubiosen Privatperson, die sie überhaupt nicht kennen, die Ihnen aber 3% Zinsen aufs verspricht, einfach so?

Regelmäßig veröffentlicht die BaFin, wem sie gerade mal wieder das „Einlagengeschäft“ untersagt hat. Man erinnere sich an einen der spektakulärsten Fälle, als einer der prominentesten „Reichsbürger“ Peter Fitzek, der sich selbst zum „König von Deutschland“ krönen ließ, einfach seine eigene Bank gründete, Sparbücher ausgab, und sogar eine Schalterhalle eröffnete, ganz ohne Gewerbeschein, ohne Fachkenntnis, ohne alles. Der Laden wurde natürlich von der BaFin dicht gemacht. Bei eurer Hoheit Fitzek (er betstand sogar gegenüber Richtern auf „Peter der Erste“) war es natürlich so offensichtlich, dass es so nicht weitergehen konnte mit der Einrichtung einer eigenen Schalterhalle der „Reichsbank“. Die meisten eingenommenen Gelder sind wohl weg.

Aber anders als Fitzek, der sogar ziemlich kreativ und wohl auch schauspielerisch talentiert war, nutzen die meisten Personen aus dem Umkreis des „Geldannehmens“ einfach nur Darlehensverträge, bei denen es der BaFin auf ein wichtiges Merkmal anzukommen scheint, nämlich dass die Darlehensnehmer „unbedingt rückzahlbare Gelder“ annehmen. Eine Bank, die Gelder auf Girokonten und Sparkonten entgegennimmt, ist letztlich auch nichts anderes als ein Darlehensnehmer, der dem Kreditgeber eine Rückzahlung der Einlage verspricht. Nimmt man von einem Kapitalanleger Eigenkapital entgegen, so handelt es sich um Risikokapital. Es gibt auch andere Formen der Geldanlage. Aber mit diesen Kreditverträgen, die aber gewerbsmäßig in besonders vielen Fällen gemacht werden, agiert der „Traumtänzer“ (so nennen wir diese Personen mal) wie eine Bank, nur eben völlig ohne Banklizenz.

Und wie schon gesagt: Oftmals stellt sich auch heraus, dass diese Personen nicht im Geringsten kaufmännische Grundkenntnisse mit sich bringen, und plump einfach drauf los über diese Darlehens-Masche Geld ansaugen. Ob beispielsweise ein gewisser Herr Dieter Kühn aus Nauort eine gewisse Vorbildung hatte, oder kaum wirklich wusste, gegen welche Gesetze er verstößt, wissen wir nicht. Jedenfalls ist bekannt, dass die BaFin ihm im November 2016 aufgab sein „ohne Erlaubnis betriebenes Einlagengeschäft“ sofort abzuwickeln. So schrieb die BaFin, dass Kühn auf der „Grundlage von Darlehensverträgen unbedingt rückzahlbare Gelder des Publikums entgegennahm.“ Damit betrieb er laut BaFin das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin, und wurde verpflichtet die Gelder unverzüglich und vollständig per Überweisung auf Konten der Geldgeber zurückzuzahlen.

Auch andere Personen und Unternehmen versuchen mit Darlehensverträgen oder sonstigen ähnlichen Konstrukten Geld anzunehmen. Dabei soll natürlich versucht werden an Gelder von Kapitalanlegern zu kommen, ohne dass man irgendwelche aufsichtsrechtlichen Erfordernisse als Vermögensverwalter, Anlage- und Abschlussvermittler etc vorweisen muss. Dass man sich mit dieser Masche aber als eine Art Bank darstellt, daran denken viele dieser Personen wahrscheinlich nicht. Dass es regelmäßig solche Fälle gibt, kann man zeitlich aufgelistet auf dieser Übersichtsseite der BaFin einsehen.

Was lernt man daraus als Anleger? Allzu hochinteressante Anlageberater, Vermögensexperten etc, die mit merkwürdig konstruierten oder gar plump dahin geschriebenen Darlehensverträgen winken, sollte man nicht auf den Leim gehen. Es ist nämlich wirklich ein großer Unterschied, ob man einmalig zwischen Bekannten oder Familienmitgliedern Geld verleiht, oder ob da jemand ist, der gewerbsmäßig Kredite einwirbt, die gegenüber dem Anleger als eine Art Kapitalanlage dargestellt werden.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Ralf

    17. August 2017 16:35 at 16:35

    Die Frage bleibt dann noch, wie geht man vor, wenn man ein Geschädigter ist? Welche Möglichkeiten hat man (wenn überhaupt), seine Einlage zurückzuerhalten?

    Macht sich ein solcher Herrn Kühn strafbar (nach StGB)? Wenn ja, welche Staatsanwaltschaft spricht man dann an?

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So sehr weichen Preise in der EU ab – vier EU-Partner mit riesigen Unterschieden

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Die Preise für private Konsumausgaben innerhalb der EU weichen dramatisch voneinander ab. Das ergibt eine heutigen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Die Preise in Dänemark sind 37,9% höher als der EU-Durchschnitt (Spitzenwert!). In Bulgarien liegen die Preise 49,4% unter dem Schnitt (schlechtester Wert). Auch Polen und Tschechien sind mit -42,6% und -29,2% relativ günstige Länder!

Deutschland liegt 4,3% über dem EU-Schnitt. Die Grafik zeigt es. Skandinavien ist grundsätzlich eben ein sehr teures Pflaster, dazu natürlich auch Luxemburg. Erstaunlich ist, dass Irland mit +27,3% das zweit teuerste Land im Vergleich ist (Insel-Lage + Wirtschaftsboom?). Aber jetzt kommt der Oberhammer. Man schaue auf vier Länder außerhalb der EU, in direkter Nachbarschaft. Zitat Statistisches Bundesamt:

Bei den europäischen Staaten außerhalb der EU war das Preisniveau im Vergleich zum EU-Durchschnitt in Island (+56,1 %), in der Schweiz (+51,9 %) und in Norwegen (+47,7 %) am höchsten. Sehr viel niedriger war es in der Türkei (-56,6 %), bedingt durch den stark veränderten Wechselkurs der türkischen Lira zum Euro.

Preise innerhalb der EU

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Demografiewandel bremst Wirtschaft bis 2035, drei Bundesländer große Verlierer

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Der Demografiewandel bringt laut ifo-Institut (heutige Veröffentlichung für die Bertelsmann-Stiftung) einen massiven Arbeitskräftemangel. Untersucht hat man einen Zeitraum bis zum Jahr 2035. Am Schlimmsten betroffen sein sollen die Bundesländer Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Das jahresdurchschnittliche Wirtschaftswachstum der Bundesländer in den Jahren 2018 bis 2035 werde bei diesen drei Bundesländern sogar ein Minus aufweisen, und zwar -0,2%, -0,1% und -0,2%.

Dass zum Beispiel ostdeutsche Bundesländer auch nur zu den strukturschwachen westdeutschen Regionen aufschließen können, wird von der Studie arg bezweifelt. Ganz vorn erwarte man beim Wirtschaftswachstum bis 2035 die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie Baden-Württemberg und Bayern. Die regionalen Unterschiede bei der Wirtschaftskraft sowie beim Lebensstandard würden in den kommenden Jahren somit deutlich zunehmen. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dass regionale Wohlstandsunterschiede in überschaubarer Zeit abgebaut werden können. Auch die Schere zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland werde sich deswegen nicht weiter schließen, so die Aussage der Studie.

Selbst wenn die ostdeutschen Flächenländer lediglich bis zu den strukturschwachen westdeutschen Ländern aufholen wollten, bräuchten sie Produktivitätssteigerungen, die in einigen Ländern zwei- bis dreimal so hoch ausfallen müssten wie in den vergangenen zehn Jahren. Das ist wohl als nicht realistisch einzuschätzen, so die Studie. Erforderlich wäre auch langfristig eine deutlich stärkere Ausrichtung der Politik auf die Stärkung des Wachstums, insbesondere durch vermehrte Innovationen. Ob die Politik hierfür die Kraft aufbringen kann, sei allerdings fraglich.

Hier finden Sie die vollständige Studie auf 72 Seiten.

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Aktuell: Trump nennt konkreten Grund für Absage des Iran-Angriffs

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Ganz aktuell hat Donald Trump (nach dem Aufstehen kommt die aktive Twitter-Phase) verkündet, warum er gestern Abend die schon gestartete Militär-Aktion gegen den Iran in letzter Sekunde gestoppt hat. Und ja, soll man ihm die Begründung glauben? Entscheiden Sie selbst. Denn es klingt mehr als honorig.

Denn Trump sagt der Iran habe ja nur eine unbemannte Drohne der USA abgeschossen. Dann während des Angriffs (man sei bereit zur Rache gewesen) habe er seine Generäle gefragt, wie viele Iraner dabei ums Leben kommen würden. 150 war die Antwort. 10 Minuten vor der Ausführung des Angriffs habe er ihn dann abgeblasen. Denn, so Trump, 150 Menschenleben seien nun mal nicht verhältnismäßig im Vergleich zu einer unbemannten Drohne.

Wie wahr, möchten wir da sagen. Ist Donald Trump also ein mehr als honoriger Oberbefehlshaber, der mit klarem Kopf und Sinn für Gerechtigkeit Menschenleben verschont? Bilden Sie sich dazu gerne selbst Ihre Meinung. Auch sagt Trump, dass er es mit einem Angriff nicht eilig habe. Denn das US-Militär sei nun (dank ihm?) wieder erneuert, neu, und bereit einzugreifen. Es sei das beste Militär in der Welt. Die Sanktionen würden den Iran hart treffen, und letzte Nacht seien sie noch mal ausgeweitet worden. Der Iran könne niemals eine Atomwaffe haben, nicht gegen die USA, und nicht gegen die Welt.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: James N. Mattis – 180528-D-SV709-0123 CC BY 2.0

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