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Italienische Banken mogeln sich vorbei am Kollaps – mit notwendiger Hilfe aus Brüssel und Frankfurt

Vorbei mogeln mit der Hilfe von EU-Kommission und EZB? Eigentlich sind die beiden doch quasi die politischen und finanziellen Hüter der einheitlichen Spielregeln in der EU? Schließlich muss doch auch gerade die kaputte HSH Nordbank zwangsverkauft…

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FMW-Redaktion

Vorbei mogeln mit der Hilfe von EU-Kommission und EZB? Eigentlich sind die beiden doch quasi die politischen und finanziellen Hüter der einheitlichen Spielregeln in der EU? Schließlich muss doch auch gerade die kaputte HSH Nordbank zwangsverkauft werden, sonst wird sie nächstes Jahr zwangsweise liquidiert – und das basierend auf dem Druck der EU-Kommission! Aber nicht so in Italien. Dort mogelt man sich mit dem Segen aus Brüssel und Frankfurt klammheimlich durch, im Sinne der europäischen und italienischen Staatsraison. Das italienische Finanzsystem muss am Laufen gehalten werden, egal wie.

Dabei läuft es letztlich wie immer. Die Zeche zahlt der Steuerzahler, in diesem Fall der italienische. Aber ein Schritt zurück. Seit einer gefühlten Ewigkeit zerbricht man sich in Rom, Mailand, Brüssel und Frankfurt den Kopf darüber, wie man die völlig mit Schrott überladene „Banca Monte dei Paschi di Sienna“ retten kann. Laut EU-Regeln darf Rom nur Steuergelder einschießen, wenn die Gläubiger der Bank vorher bluten. Das sind hier aber jede Menge Kleinsparer der Bank, die absichtlich dazu gebracht wurden die bankeigenen Anleihen zu kaufen. Eigentlich müssten sie zunächst für mindestens 8% der Gesamtverbindlichkeiten der Monte dei Paschi haften, bevor Steuergelder aus Rom fließen können.


Der Sitz der Banca Monte dei Paschi. Foto: Tango7174 / Wikipedia (GFDL)

Die europäische Öffentlichkeit guckt dieser Tage auf den Brexit, auf Frankreich, Wilders, Erdogan, Terror und Co. Da passt es gut, dass gerade jetzt Brüssel und Frankfurt auf die Idee kommen, dass Monte dei Paschi als „solvent“ eingestuft werden kann. Diese Ansicht ermöglicht es nämlich als Schlupfloch der Bank eine „vorsorgliche Rekapitalisierung“ (Artikel 32 BRRD) zukommen zu lassen. Solvente Institute können so Geld erhalten, wenn sie „lediglich“ für Stresssituationen zu wenig Kapital vorhalten. Auch muss das zu stützende Bankhaus wichtig für die Finanzstabilität des jeweiligen Landes sein. Jeder weiß, dass die Bank nicht solvent ist, aber egal. Wenn EZB und EU das behaupten, dann kann man eben vorbei an den neuen EU-Regularien trotzdem Staatshilfen reinpumpen, ohne Beteiligung der Gläubiger. Die EU wird alle drei Augen zudrücken.

Monte wird sich eines guten Teils seiner faulen Kredite entledigen, in dem man einen großen Block von Schrott zu einem deftigen Discountpreis an private Investoren verkauft. Man muss dann nur gucken, ob der Verlust durch die Kapitalstärkung gedeckt werden kann. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Nach dem jüngsten Stresstest der EZB stellt sich jetzt heraus, dass zwei weitere italienische Banken Kapitalbedarf haben. Die Banca Popolare di Vicenza braucht 3,3 Milliarden Euro, die Veneto Banca 3,1 Milliarden Euro. Auch diese beiden Banken sollen grundsätzlich „solvent“ sein, und damit auch für eine „vorsorgliche Rekapitalisierung“ in Frage kommen. Wenn man so die Zwischentöne aus Brüssel anschaut, wird auch das glatt durchgehen.

Beide hatten bereits eine Kapitalzufuhr von 3,5 Milliarden Euro vom privaten Rettungsfonds Atlante erhalten, aber auch das hat wohl nicht ausgereicht. Die beiden haben bereits Staatshilfe beantragt, und mit diesem nennen wir es mal „Dispo“ vom Staat für Banken könnte man bald auch diese beiden Banken versorgen. Die EU-Regularien wären damit de facto unterwandert, andere Staaten könnten mit so einer Argumentation nachziehen. Aber wie man aus Brüssel hört, wird dort „eingehend geprüft“ und beruhigt, dass es natürlich nicht zu einem italienischen Präzedenzfall für andere Mitgliedsstaaten kommen werde.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Wolfgang Koch

    6. April 2017 15:57 at 15:57

    Ist dieses gesetzlose Verhalten der wahre „Pulse of €urope“?Sind sich die Banditen der EZB & aller EU-Institutionen sicher,dass für Sie nicht gilt:Der Kelch geht solange zum Brunnen,bis er bricht!

  2. Columbo

    6. April 2017 16:19 at 16:19

    Wenn man diese Banken crashen und die Kleinsparer
    ihr Geld verlieren lassen würde, wäre das ein europäischer „Lehmann“. Italien wäre draußen und ich glaube nicht, daß die EU das überleben würde.
    Die italienische Bankenrettung ist also alternativlos.

    • Gerd

      6. April 2017 17:40 at 17:40

      Sehr richtig.
      Alternativlos. So wie vieles in den letzten Jahren.
      Die Griechenland/Bankenrettung. Die „Öffnung der Grenzen“ vor eineinhalb Jahren. Jetzt die Rettung der Italobanken.
      Und auch – ich glaube, ich erwähnte es schon mal – die Aktienanlage.

      • columbo

        6. April 2017 18:06 at 18:06

        Der Rabbi Isaac bar Aha schrieb um 400 n.Chr. im Talmud folgende Investmentregel nieder: „Man soll sein Vermögen stets in drei Teile teilen: Ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren, ein Drittel bar zur Hand.“
        Solange es Gold und Immobilien gibt, sind Aktien nicht alternativlos.

        • gerd

          6. April 2017 20:54 at 20:54

          Ist schon klar, weil eigentlich gibt und gab es in den meisten Fällen tatsächlich auch Alternativen.

      • Lars

        6. April 2017 20:09 at 20:09

        Gerade in so unsicheren und stürmischen Zeiten noch auf die überhitzten Aktienmärkte zu setzen bzw. diese als „alternativlos“ zu bezeichnen, halte ich für wenig durchdacht und hoch risikobehaftet.
        Da gehe ich auch viel eher mit @columbo konform.
        Außer es geht Ihnen um den kurzfristigen Kick oder Sie sind jung und optimistisch und und fatalistisch genug, dass Sie Ihr letztes Lebensdrittel (noch) nicht interessiert.
        Denn sollte sich das Wutbürgertum des von @asyoulike erwähnten und irgendwann erwachten Michel-Landes nicht wie früher immer wieder gegen harmlose Unschuldige und Hilfesuchende wenden, sondern gegen diejenigen, die den Michel wirklich knechten, schröpfen, betrügen und für dumm verkaufen, wäre sehr schnell Schicht im Schacht an den geheiligten Aktienmärkten.

    • Gixxer

      6. April 2017 23:26 at 23:26

      Alternativlos! Ich kann es nicht mehr hören. Nichts ist alternativlos! Es gibt immer eine Alternative, es muss sie geben, denn an Recht und Gesetz MUSS man sich halten!
      Oder was wäre, wenn ich jetzt sagen würde: Es leben zu viele Menschen auf der Welt. Es ist daher alternativlos, dass die Weltbevölkerung schrumpfen muss. Lasst uns einfach 2 Milliarden umbringen. Es ist eben alternativlos.

  3. asyoulike

    6. April 2017 17:42 at 17:42

    Moin, moin,
    wieder eine obere Reihe im Kartenhaus gelegt. Es bleibt spannend, wie lange dieses „Spiel“ noch gut geht. Rien ne va plus!
    Exkurs: Wie laut muss eigentlich ein Knall sein, damit der BRD-Michel wach wird?

    • Lars

      6. April 2017 19:40 at 19:40

      Was hat das alles eigentlich immer mit dem „BRD-Michel“ zu tun? Der „Michel“ ist der normale Bürger, der Kleinstanleger, der Einflusslose. Die Kartenhäuser werden doch hauptsächlich von den vollkommen außer Kontrolle geratenen Freaks an den Börsen in London und NY aufgestapelt, mit weltweiter freundlicher Unterstützung ehemaliger Mitarbeiter großer Banken, die jetzt Zins“politik“ betreiben dürfen.
      Und was, wenn er wach wäre? Was sollte er dann tun? Was würde das ändern?
      Oder ist das nur wieder mal so eine inhaltsleere rechtspopulistische Schlagzeile à la @Gerd etwas weiter oben?

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FedEx-Quartalszahlen: Zahlen überzeugen, Ausblick unklar

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Die FedEx-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,8 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 17,3/erwartet 17,8).

Der Gewinn (Non GAAP) liegt bei 5,01 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 5,91/erwartet 4,80). Der nicht bereinigte Gewinn lag im Vorjahresquartal bei 4,15 Dollar pro Aktie. Jetzt ist es ein Verlust von 7,56 Dollar! Der drastische GAAP-Verlust pro Aktie resultiert laut FedEx aus einer buchhalterischen Anpassung bei einem Pensionsprogramm in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar. Sie wird als Sonderposten aus den Zahlen herausgerechnet. Daher gibt es bei der offiziellen Non GAAP-Zahl (Kerngeschäft) einen schönen Gewinn.

Der operative Gewinn (Non GAAP) liegt bei 1,72 Milliarden Dollar nach 1,85 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die operative Marge sinkt im Jahresvergleich von 10,7% auf 9,6%.

Die Aktie notiert nachbörslich mit -1,1%.

Man sei nicht in der Lage einen exakten Ausblick für das kommende Geschäftsjahr (2019 endete jetzt) zu geben, so FedEx. Außerdem erwähnt man, dass die operative Marge bei FedEx Express im kommenden Geschäftsjahr wohl negativ belastet werde, weil ein Kundenvertrag aus strategischen Gründen nicht erneuert wurde (Amazon?).

Der Ausblick werde laut FedEx negativ beeinflusst durch die Schwäche im globalen Handel und in der Industrieproduktion. Zitat:

“Our fiscal 2020 performance is being negatively affected by continued weakness in global trade and industrial production, especially at FedEx Express,” said Alan B. Graf, Jr., FedEx Corp. executive vice president and chief financial officer. “While we are adjusting our costs to mitigate revenue weakness and market shifts, we will continue to invest in areas that expand our capabilities, improve our long-term efficiencies and reduce our cost to serve.”

FedEx-Quartalszahlen
Foto: Peter Bakema – Gallery page https://www.jetphotos.com/photo/6924213 Photo https://cdn.jetphotos.com/full/2/25885_1282748710.jpg GFDL 1.2

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