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Jetzt geht es ans Eingemachte: Italien bereitet Staatsrettung der „Monte dei Paschi“ vor

Diese Nachricht wird den Kleinsparer, der in Aktien und Anleihen der Problem Bank „Monte dei Paschi“ investiert ist, nicht gerade freuen. Die italienische Regierung hat bei der…

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FMW-Redaktion

Diese Nachricht wird den Kleinsparer, der in Aktien und Anleihen der Problem Bank „Monte dei Paschi“ investiert ist, nicht gerade freuen. Die italienische Regierung hat bei der EU-Kommission die Rekapitalisierung der Bank durch Staatsgelder beantragt, und gleichzeitig angefragt, wie man das ohne die dann folgenden negativen Auswirkungen hinbekommen kann. Beantragen kann man so eine Genehmigung in Brüssel jederzeit problemlos. Der Haken an der Sache ist nur: Laut den nach der Finanzkrise jetzt gültigen EU-Verträgen müssen erst einmal Gläubiger und Eigentümer von Banken auf ihre Ansprüche verzichten (ganz oder größtenteils), und erst danach darf der Staat retten. Das ist ja auch gut und richtig.

Nur gerade im Fall Italien würden eben nicht „die großen bösen Investoren“ bluten, sondern der brave italienische Kleinsparer, der als Ersatz fürs Sparbuch oft dazu aufgefordert wurde doch Aktionär oder Inhaber von Bank-Schuldverschreibungen zu werden. Laut heutiger Meldung der „Corriere della Sera“ versucht Rom derzeit in Brüssel zu erreichen, dass die Monte dei Paschi Staatshilfe bekommen darf, und gleichzeitig eine Vereinbarung zwischen Rom und Brüssel erzielt wird, wonach die Beteiligung der Gläubiger und Aktionäre eher gering ausfällt.

Mal wieder so eine wacklige Kompromiss-Nummer in der EU. Da lobt man sich doch die Amerikaner, die sich immer klar für etwas entscheiden… die EU-Kommission sei angeblich bereit zumindest für Kleinaktionäre die Lasten zu senken (weniger Anteilsverwässerung?). Dieser Versuch soll wohl eine Art Backup sein für den Fall, dass bei der gerade geplanten Kapitalerhöhung (Umwandlung von Schulden in Eigenkapital) nicht der erhoffte Erfolg eintritt. Dazu noch das am Sonntag durchgeführte Referendum, welches über Matteo Renzi´s Schicksal als Ministerpräsident entscheidet. Geht beides im Sinne der Finanzstabilität schief, braucht Rom wohl zügig diesen Rettungsanker einer Staatsrettung der Monte dei Paschi.

Mehr als die Hälfte der Aktien von „Monte dei Paschi“ werden von 150.000 Kleinaktionären gehalten – im Vergleich zu internationalen Banken eine äußerst ungewöhnliche Aktionärsstruktur, die eigentlich positiv zu bewerten ist. Aber gerade jetzt wo die Bank vor dem Aus steht, wird das der große Nachteil. Aktionäre sind in diesem Fall auch Wähler. Die Aktie von Monte dei Paschi verliert heute von 20,60 auf 20,08 Euro. Falls Sie sich fragen: Huch, 20 Euro? Notierte die Aktie nicht vor Kurzem noch bei 20 Cents? Ja, es gab am 28. November einen sogenannten Reverse-Split. Wer bisher 100 Aktien besaß, hat jetzt nur noch eine. Dafür ist diese eine Aktie 100 Mal so viel wert, und der Kurs springt wie von Zauberhand von 20 Cents auf 20 Euro. Optisch ist das für die Handelbarkeit und das Standing der Aktie eine gute Sache, und an der Marktkapitalisierung der Firma ändert sich ja auch nichts.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Steven

    4. Dezember 2016 08:46 at 08:46

    ReverseSplit

    -.- … Teufelszeug ! Und dann direkt mit Faktor 100.
    Das ist doch grobe Täuschung !

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Coronavirus: CNN berichtet über erste Erkrankung in USA – Wall Street reagiert

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Laut dem US-Sender CNN wird die amerikanische Behörde zur Abwehr von Epidemien (CDC; US Centers for Disease Control and Prevention) den ersten Fall einer Erkrankung eines US-Bürgers mit dem Coronavirus bekannt geben:

Und die Wall Street reagiert:

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Handelskrieg: Phase-1-Deal ist weltwirtschaftlich kein Erfolg

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Handelskrieg entschärft? Trump und Liu He im Weißen Haus

Für den Welthandel und für die beteiligten Parteien bedeutet der Phase-1-Deal kein Ende im Handelskrieg. Die Konflikte bleiben bestehen und Handelsströme werden lediglich zwangsweise umgeleitet.

Der Schaden im Handelskrieg bleibt größer als der Nutzen

Bis auf die Reduzierung eines Teils der Zölle bleibt der Großteil der „Punitive Tariffs“ und damit die Mehrkosten für Importeure und Verbraucher in den USA in Kraft. Das Gleiche gilt für die Vergeltungszölle aufseiten Chinas. Selbst nach dem Abkommen wird der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Importe aus China immer noch 19,3 Prozent betragen, eine marginale Senkung gegenüber dem Stand vor dem Abkommen von 21 Prozent und fast das Sechseinhalbfache vor dem Beginn des Handelskriegs in Höhe von 3 Prozent.
In dem vor einer Woche unterzeichneten ersten Deal verpflichtet sich China, in den nächsten zwei Jahren landwirtschaftliche und industrielle Gütern, Dienstleistungen sowie fossile Energieträger in einem jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu kaufen.

Bei der Unterzeichnungszeremonie zum Phase-1-Deal bezeichnete Trump das Abkommen als „Durchbruch“ und „historisch“, was beides natürlich übertrieben ist. Aber das ist man von der Trumpschen Rhetorik bereits gewohnt. Ungeachtet der Behauptung von Trump, dass die Zölle von den Chinesen bezahlt werden, sind sich die Ökonomen nun praktisch einig, dass sie stattdessen nahezu vollständig von den Amerikanern getragen werden. Selbst der Fed of New York zufolge bedeutete der Handelskrieg bisher höhere Preise für US-Verbraucher, ein geringeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und lediglich einen Rückgang der Agrarexporte. Im Jahr 2019, so die Notenbanker weiter, „verzeichneten die USA einen erheblichen Preisanstieg bei Zwischenprodukten und Fertigwaren aus China. Es kam außerdem zu einer Verringerung der Verfügbarkeit importierter Güter und die Zölle wurden vollständig auf die Inlandspreise importierter Waren umgelegt“. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion aus den USA bestätigen die Aussagen der Fed of New York.

Ob es einen weiterführenden zweiten Deal geben wird und ob der erste Deal, den der Staatspräsident der Volksrepublik Chinas, Xi Jinping, sich weigert, zu unterzeichnen, überhaupt wort- und zahlengetreu umgesetzt wird, ist fraglich. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Vertrag, sondern eine Aneinanderreihung aufgezwungener Zusagen und Wunschvorstellungen der Amerikaner. Aber Papier ist bekanntlich geduldig.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Trump: Rede auf dem Weltwirtschaftsforum Davos – Live-Feed

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Donald Trump spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – wird er wieder protektionistische Aussagen machen, nach dem Phase 1 Deal mit China eventuell Europa in den Blick nehmen mit der Androhung von Strafzöllen? Hier der Live-Feed zur Rede:

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