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Nationale Katastrophe abgewendet: Ukraine verstaatlicht größte Bank des Landes zu 100%

Wir wählen bewusst so drastische Worte für diese Nachricht. Die Ukraine verkündet offiziell, dass der Staat 100% der Anteile an der größten Bank des Landes, der „Privatbank PJSC“ übernommen…

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FMW-Redaktion

Wir wählen bewusst so drastische Worte für diese Nachricht. Die Ukraine verkündet offiziell, dass der Staat 100% der Anteile an der größten Bank des Landes, der „Privatbank PJSC“ übernommen hat. Sie verwaltet 1/3 der Spareinlagen in der Ukraine. Das wäre exakt das selbe, als hätte die deutsche Bundesregierung mal eben so verkündet, dass man 100% an der Deutschen Bank übernommen habe um einen Kollaps zu verhindern. Die Worte der ukrainischen Notenbank, die die Meldung offiziell abgedruckt hat (im Wortlaut am Ende dieses Artikels), sind unmissverständlich.

Laut Notenbank ging es um den Schutz von 20 Millionen Bankkunden. Auch sei es darum gegangen für 3,2 Millionen Pensionäre und 1,6 Millionen sozial schwache Haushalte die Einlagen zu retten. Sie hätten nun weiter uneingeschränkt Zugang zu ihren Geldern. Man habe mit der Verstaatlichung auch ein systemisches Risiko verhindert (oder nicht doch eher den Kollaps verhindert?). Laut Notenbank sollen alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten, und alle Filialen bestehen bleiben. Die Bank soll alle Verpflichtungen weiter normal erfüllen können.

Wie so oft in der Vergangenheit scheint auch in diesem Fall das zu passieren, was in der Ukraine anscheinend der Normalzustand im Bankensektor ist. Dubiose private Eigentümer benutzen die Banken quasi als persönliche Registrierkasse. Einfach auf Enter drücken, und dann Geld entnehmen. Der bisherige Bankeigentümer, der Milliardär Igor Kolomoiskij, wurde schon länger von der Notenbank aufgefordert selbst die Bank mit frischem Geld zu rekapitalisieren (Eigenkapital stärken). Das tat er (natürlich) nicht.

Denn auch hier berichten ukrainische Medien, dass wir in vielen vorangegangen Bankskandalen der letzten Jahre anscheinend der Bankeigentümer dafür sorgte, dass Firmenkunden der Bank Kredite gewährt wurden, die wohl eh nicht zurückgezahlt werden sollten. Eigentümer dieser Firmen wiederum ist der Bankeigentümer selbst. Die Zeche zahlen dann die Einlagen-Inhaber der Bank. Da dies eine nationale Katastrophe verursachen würde, zahlt die Katastrophe letztlich der ukrainische Staat. Da der auch de facto pleite ist, zahlen die Katastrophe letztlich (ohhh Wunder) IWF, EU und USA, so unsere nachvollziehbare Betrachtung der Gesamtlage!

Hier die ukrainische Notenbank im Wortlaut:


At its meeting held on 18 December 2016, the Cabinet of Ministers of Ukraine approved a decision on state participation in the recapitalization of PrivatBank PJSC. In accordance with this decision, 100% of the bank’s shares will be held by the state represented by the Ministry of Finance of Ukraine. This move will ensure the security of funds and savings deposits placed with this Bank, help avert systemic risks to the banking system and will pave the way for preserving financial stability in the country.

This decision will enable the protection of over 20 million Ukrainian citizens that use services provided by this Bank and hold their funds there. I primarily refer to 3.2 million pensioners and 1.6 million socially vulnerable households. They all will have unrestricted access to their accounts.

Currently, the Bank operates as usual and meets its obligations to its customers and partners.

The state was forced to assume responsibility for the future fate of PrivatBank PJSC and its customers to prevent it from sinking into a deeper crisis. Unfortunately, the problems faced by the Bank, which have been accumulated over many years, have recently deteriorated . These problems were mainly caused by imprudent lending policy pursued by the Bank, which led to capital losses.

Over the past two years, the NBU has held talks with the Bank’s shareholder, urging efforts to design and fulfil the recapitalization plan. However, the recapitalization plan was never implemented. The NBU established that total capital needs faced by PrivatBank currently amount to UAH 148 billion.

Being aware of all the problems faced by the Bank and given its systemic importance to the health of the domestic financial sector and the economy as a whole, the NBU could not wait any longer and declared the Bank insolvent. Therefore, the regulator approached the Government with a proposal to transfer this systemically important bank into the ownership of the state.

The Bank’s shareholders sent a letter to the Cabinet of Ministers of Ukraine requesting state equity participation in PrivatBank PJSC. The shareholders hereby undertook commitment to restructure loans issued to corporate clients by 1 July 2017, taking into account requirements set by the NBU.

PrivatBank will be transferred into the ownership of the state in accordance with Article 41.1 of the Law of Ukraine On Households Deposit Guarantee System.

“Compliance with the laws and regulations, prudential ratios and recapitalization plans are essential to the sustainable development of banks and the domestic financial system stability. Given the shareholders’ failure to implement the recapitalization program and keeping in mind the systemic importance of the Bank, the NBU has initiated a proposal on state participation in the recapitalization of the Bank,” said NBU Governor Ms Gontareva.

“Given the systemic importance of the country’s largest bank, it was decided to transfer PrivatBank PJSC under control of the state. This move will make it possible to protect deposits and rescue the domestic financial system. The Government will allocate funds to stabilize the bank and the required amount of financing for the recapitalization of the Bank have been earmarked in the budget. However, the budget will remain balanced. The budget parameters will remain within the targets set by the IMF program,” stressed Finance Minister Mr Oleksandr Danyliuk.

The international financial institutions and financial market participants have been been informed on the developments.

The situation is kept under control as PrivatBank PJSC is already run by the state. PrivatBank continues to perform operations as usual. The former management team have agreed to contribute to efforts by the crisis response managers appointed to lead the Bank out of the crisis.

For reference:

The bank will be transferred from the private shareholders into the ownership of the state as part of a special procedure set forth in Article 41-1 of the Law of Ukraine On Households Deposit Guarantee System.

In this connection, the Managing Board and the Supervisory Board of PrivatBank PJSC will undergo a reshuffle. The Bank will continue to perform operations as usual. All its branches will continue operating, with employees performing their duties.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    leser

    19. Dezember 2016 09:47 at 09:47

    Man kann den alten Artikel rauskramen, http://finanzmarktwelt.de/ukraine-kleinsparer-werden-vom-deutschen-steuerzahler-gerettet-12949/
    Das passt auch in diesem Fall.

  2. Avatar

    frank.trg

    19. Dezember 2016 12:29 at 12:29

    interessant, eine Bank am Abgrund von der man hierzulande nur sehr selten was gelesen hat. Aber ukrainische Banken kann man wohl kaum mit westeuropäischen vergleichen. In der Ukraine sind Banken rein Finanzierungshäuser für Oligarchen und Verbrecher aller Art. Auf Wikipedia kann man über diese „Privatbank“ und dessen Eigentümer ein paar interessante Sachen erfahren…

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    Gixxer

    19. Dezember 2016 13:42 at 13:42

    Was gibt es eigentlich neues zu den Forderungen Russlands an die Ukraine.
    Das müsste doch inzwischen vor Gericht sein oder?
    Normalerweise wäre die Ukraine daher schon pleite. Aber was ist schon normal.

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Coronavirus: CNN berichtet über erste Erkrankung in USA – Wall Street reagiert

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Laut dem US-Sender CNN wird die amerikanische Behörde zur Abwehr von Epidemien (CDC; US Centers for Disease Control and Prevention) den ersten Fall einer Erkrankung eines US-Bürgers mit dem Coronavirus bekannt geben:

Und die Wall Street reagiert:

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Handelskrieg: Phase-1-Deal ist weltwirtschaftlich kein Erfolg

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Handelskrieg entschärft? Trump und Liu He im Weißen Haus

Für den Welthandel und für die beteiligten Parteien bedeutet der Phase-1-Deal kein Ende im Handelskrieg. Die Konflikte bleiben bestehen und Handelsströme werden lediglich zwangsweise umgeleitet.

Der Schaden im Handelskrieg bleibt größer als der Nutzen

Bis auf die Reduzierung eines Teils der Zölle bleibt der Großteil der „Punitive Tariffs“ und damit die Mehrkosten für Importeure und Verbraucher in den USA in Kraft. Das Gleiche gilt für die Vergeltungszölle aufseiten Chinas. Selbst nach dem Abkommen wird der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Importe aus China immer noch 19,3 Prozent betragen, eine marginale Senkung gegenüber dem Stand vor dem Abkommen von 21 Prozent und fast das Sechseinhalbfache vor dem Beginn des Handelskriegs in Höhe von 3 Prozent.
In dem vor einer Woche unterzeichneten ersten Deal verpflichtet sich China, in den nächsten zwei Jahren landwirtschaftliche und industrielle Gütern, Dienstleistungen sowie fossile Energieträger in einem jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu kaufen.

Bei der Unterzeichnungszeremonie zum Phase-1-Deal bezeichnete Trump das Abkommen als „Durchbruch“ und „historisch“, was beides natürlich übertrieben ist. Aber das ist man von der Trumpschen Rhetorik bereits gewohnt. Ungeachtet der Behauptung von Trump, dass die Zölle von den Chinesen bezahlt werden, sind sich die Ökonomen nun praktisch einig, dass sie stattdessen nahezu vollständig von den Amerikanern getragen werden. Selbst der Fed of New York zufolge bedeutete der Handelskrieg bisher höhere Preise für US-Verbraucher, ein geringeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und lediglich einen Rückgang der Agrarexporte. Im Jahr 2019, so die Notenbanker weiter, „verzeichneten die USA einen erheblichen Preisanstieg bei Zwischenprodukten und Fertigwaren aus China. Es kam außerdem zu einer Verringerung der Verfügbarkeit importierter Güter und die Zölle wurden vollständig auf die Inlandspreise importierter Waren umgelegt“. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion aus den USA bestätigen die Aussagen der Fed of New York.

Ob es einen weiterführenden zweiten Deal geben wird und ob der erste Deal, den der Staatspräsident der Volksrepublik Chinas, Xi Jinping, sich weigert, zu unterzeichnen, überhaupt wort- und zahlengetreu umgesetzt wird, ist fraglich. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Vertrag, sondern eine Aneinanderreihung aufgezwungener Zusagen und Wunschvorstellungen der Amerikaner. Aber Papier ist bekanntlich geduldig.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Trump: Rede auf dem Weltwirtschaftsforum Davos – Live-Feed

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Donald Trump spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – wird er wieder protektionistische Aussagen machen, nach dem Phase 1 Deal mit China eventuell Europa in den Blick nehmen mit der Androhung von Strafzöllen? Hier der Live-Feed zur Rede:

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