Folgen Sie uns

Aktien

Putin pokert – Russland zahlt

Avatar

Veröffentlicht

am

Von Claudio Kummerfeld

Wladimir Putin pokert hoch, und er pokert so lange es geht. In Kürze findet das Treffen in Minsk statt, von dem aus endlich ein Signal zur Befriedung der Ukraine-Krise ausgehen soll. Doch Russland spürt tagtäglich den Preis des Krieges „nebenan“: der Rubel hat in einem Jahr gut 70% an Wert verloren, Dollar und Euro werden für Russen immer teurer- Importwaren somit ebenfalls

Die Ruhe vor dem Sturm

Egal ob man sich den die Kursentwicklung beim Dollar gegen den Rubel an schaut, oder die Ölindustrie beim Kursverlauf von Rosneft, oder die Bankenkrise im Chart der Sberbank – alle haben eines gemein: seit Anfang des Jahres fallen die Kurse nicht weiter – es ist eine merkwürdige Ruhe eingetreten. Man könnte fast meinen es ist die Ruhe vor dem Sturm. Die Kurse sind vorher alle schon stark gefallen ( bei Dollar gegen Rubel spiegelverkehrt). Das heutige Treffen zwischen Russland, Ukraine und Europa kann entscheidend sein – Wladimir Putin könnte abblocken und weiter pokern, damit die Separatisten in der Ost-Ukraine Zeit haben noch mehr Geländegewinne zu erzielen. Aber je länger der Konflikt dauert, desto geringer wird im Westen die Bereitschaft vorhanden sein Sanktionen zu lockern – und die Wahrscheinlichkeit wird dann größer, dass die USA doch Waffen an die Ukraine liefern.

Öl, Banken, Rubel

Ein „Weiter so“ in der Ukraine-Krise würde wohl für eine zunehmende Schwäche im Rubel sorgen, denn der „Markt“ wartet auf eine Lösung, welche auch eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland zur Folge haben könnte, denn das kann u.a. Putins Preis für sein Einlenken sein. Der Dollar-Rubel-Kurs könnte bei Ausbleiben einer Lösung zügig die 70 überschreiten. Die dramatische Leitzins-Anhebung aus Dezember auf 17% half dem Rubel nicht wirklich, würgte dafür aber die Wirtschaft noch mehr ab. Hohe Zinsen = schlecht für neue Kredite. Die vor Kurzem erfolgte Absenkung von 17 auf 15% zeigt entweder ein Chaos in der Notenbank oder die politische Einmischung des Kreml. In jedem Fall verspielt man damit das, was die Wirtschaft am Meisten braucht: Verlässlichkeit.

Rubel

Die Aktie des Ölkonzerns Rosneft ist gleich doppelt getroffen. Der Ölpreis-Crash hat die Aktie mit voller Wucht getroffen, und dazu kommt noch die politische Unsicherheit. Auch hier heißt es „Abwarten“.

Rosneft

Der Aktienkurs der größten russische Bank „Sberbank“ hält nach dramatischen Kursverlusten in 2014 ebenfalls inne und wartet, was da kommt. Während des dramatischen Rubel-Verfalls im Dezember gab es die Situation, dass die Barabhebungen dramatisch anstiegen, und die Anfragen zum Kauf von Devisen sich verfünffachten. Die Menschen fingen also an das Geld in bar zu horten bzw. in Devisen umzutauschen und dann in bar zu horten. Ähnliches könnte bei einer Nicht-Lösung der Ukraine-Krise passieren. Die Aktie dürfte im Strudel einer solchen Krise ebenfalls weiter fallen.

Sberbank

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Tester

    12. Februar 2015 10:26 at 10:26

    Eigentlich ein Segen für Russland – sie können jetzt ihre ins Ausland verscherbelten Unternehmen sehr günstig zurück kaufen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktienmärkte: Geld ist gefährdet, nicht etwa Aktien!

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Die Aktienmärkte haben vor allem in den westlichen Ländern kaum reagiert auf den Ausbruch des Coronavirus – anders als etwa die Emerging Markets, vor allem deren Indizes auf Dollar-Basis. Das mache auch Sinn, sagt Folker Hellmeyer, denn der Anlagenotstand werde aufgrund wohl weiter sinkender Kapitalmarktzinsen und weiterer Zinsenkungen durch die Notenbanken (auch der Fed) immer größer. Insgesamt würden die ökonomischen Folgen des Coronavirus überschätzt, so Hellmeyer – und weiß sich mit dieser Einschätzung in renommierter Gesellschaft.

Wie werden sehen, ob Hellmeyer und die Aktienmärkte unterschätzen, was da auf uns zurollt – indem sie Vergleiche ziehen, die leicht schief hängen, etwa die Krise durch das Cornavirus mit der SARS-Krise zu vergleichen: nicht nur hat sich das weltwirtschaftliche Gewicht Chinas seit damals vervierfacht und ist das Coronvirus offenkundig weitaus infektiöser, sondern waren damals eben auch die Schutzmaßnahmen deutlich weniger ausgeprägt (und damit auch die ökonomischen Folgewirkungen).

Hellmeyer spricht auch über die kürzlich veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten und die massive Revision von über 500.000 Stellen nach unten – und weist auf die eher unzureichenden Erfassungsmethoden der amerikanischen Statistik hin, die nur quantitativ, aber nicht qualitativ arbeite. Überhaupt sei – im Gegensatz zu Europa und China, die Neuverschuldung in den USA vorwiegend konsumptiv und nicht investiv. Früher oder später würden sich die Emerging Markets daher vom Dollar als Leitwährung abwenden (auch wenn das noch dauern werde). Hellmeyer selbst aber investiert lieber in günstig bewertete Aktienmärkte wie die in Russland: dort findet er ein Land, das einen Haushaltsüberschuss ausweist bei gleichzeitig minimaler Verschuldung zum BIP und einem KGV unter sieben.

So oder so: Aktien, das habe die Große Depression der Jahre 1929 und folgende gezeigt, sei ein noch besserer Schutz in schweren Krissen als Gold, das damals zunächst stark stieg, aber später seien es vor allem die für eine volkswirtschaftliche Versorgung zentralen Unternehmen (Blue Chips) gewesen, die am besten performt hätten. Ganz anders als Geld, das durch Hyperinflation oder Währungsreformen viel weniger sicher sei:

Aktienmärkte und Aktien sind letztlich sicherer als Geld, meint Folker Hellmeyer

weiterlesen

Aktien

Mastercard betritt China – der Aktienmarkt bleibt aber noch gelassen!

Avatar

Veröffentlicht

am

Im Trubel rund um das Corona-Virus ging eine Meldung etwas unter, die das Zeug dazu hat, Mastercard einige Jahre mit außerordentlichem Wachstum zu bescheren. Nach jahrelanger Wartezeit beginnt China endlich, den eigenen Markt für ausländische Zahlkartenanbieter zu öffnen. Und das erste Unternehmen, das davon profitiert, ist Mastercard!

In China ist bargeldloses Bezahlen der Normalfall

Für nicht-chinesische Zahlkartenanbieter ist China ein riesiger, unerschlossener Markt. Denn bis vor kurzem war es ausländischen Unternehmen schlicht nicht erlaubt, Kreditkartendienstleistungen in China anzubieten. Alle Zahlungen mussten über die staatliche Clearinggesellschaft UnionPay abgewickelt werden. Dabei ist China ein hoch attraktiver Markt. Nicht nur, dass es dort 1,4 Milliarden potentielle Kunden gibt. Diese 1,4 Milliarden Menschen sind auch noch besonders „Bargeldersatz-affin“. In den Großstädten benutzen 92% der Menschen die Mobile Payment Lösungen von WeChat oder Alipay. 83% aller Zahlungen werden inzwischen über Mobile Payment abgewickelt.

Auch der Onlinehandel boomt und wächst mit 16% pro Jahr. Er wird 2020 wahrscheinlich 6 Billionen US-Dollar Marktvolumen erreichen! Die Affinität der Chinesen für elektronische Bezahlung ist das eine. Sie für neue Angebote zu begeistern, das andere. Wenn schon heute 92% der Menschen bestehende Angebote benutzen, wird es für Mastercard nicht leicht werden, in diesen bereits unter chinesischen Unternehmen aufgeteilten Markt einzubrechen. Andererseits ist es vermutlich leichter, Menschen, die ohnehin bargeldloses Bezahlen bevorzugen, vom Anbieterwechsel zu überzeugen als ihnen das elektronische Bezahlen überhaupt erst einmal schmackhaft zu machen.

Mastercard wird in ein Joint Venture gezwungen

Wie meistens in China, läuft ohne ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner nichts für ausländische Unternehmen. So musste auch Mastercard mit NetsUnion Clearing Corp zusammenarbeiten, um in China Kreditkarten-Dienstleistungen anbieten zu dürfen. Mastercard hält am Gemeinschaftsunternehmen 51%. Doch noch darf Mastercard nicht damit beginnen, Banken die Ausgabe von Mastercard-Kreditkarten anzubieten. Erst einmal hat das Gemeinschaftsunternehmen nun ein Jahr Zeit, alle regulatorischen Vorgaben umzusetzen.

Mastercard ist nicht allein in China. Auch American Express gründete bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner. Das geschah sogar schon 2018. Die Erlaubnis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit bekam American Express im Gegensatz zu Mastercard jedoch noch nicht.

Nachdem Mastercard alle Vorgaben der Regulierungsbehörden umsetzte, kann das Unternehmen damit beginnen, an Banken heranzutreten und denen die Herausgabe von Kreditkarten mit Mastercard-Branding anzubieten. Mastercard selbst gibt keine Karten aus, sondern übernimmt nur gegen Entgelt von Geschäftsbanken die Abwicklung der Zahlungsströme. American Express ist hingegen in der Regel selbst der Herausgeber der Kreditkarte.

China zögerte die Öffnung ewig hinaus, doch jetzt dürfen Deutschland und die USA starten

Für China ist die Öffnung des heimischen Marktes das Ende eines schon achtjährigen Prozesses. Bereits 2012 urteilte die Welthandelsorganisation, dass China ausländische Zahlungsdienstleister diskriminiere. Die Abstellung der Diskriminierung folgt nun sicherlich nicht zufällig kurz nach Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA. Es kann auch als Zugeständnis an die USA angesehen werden, die mit Visa, Mastercard und American Express gleich drei Kreditkartengiganten hat, die sehnsüchtig auf die Öffnung des Marktes warten.

Der deutsche Zahlungsdienstleister WireCard konnte den chinesischen Markt bereits 2019 betreten, gibt allerdings auch keine Kreditkarten aus. Schon seit geraumer Zeit wickeln chinesische Unternehmen bargeldlose Zahlungen über die Systeme von WireCard ab. Doch bis Ende 2019 beschränkte sich die Dienstleistung darauf, für zum Beispiel Alipay und WeChat Zahlungen im Ausland abzuwickeln. Wenn ein chinesischer Kunde in einem Berliner Restaurant mit WeChat bezahlen kann, dann nur deshalb, weil die Zahlung über die Systeme von WireCard läuft.

Anfang November 2019 konnte WireCard schließlich den chinesischen Anbieter AllScore übernehmen und wickelt jetzt auch Zahlungen auf chinesischen Webseiten ab. Damit war der deutsche Anbieter noch vor den US-amerikanischen Finanzriesen in China aktiv! WireCards Lizenz beschränkt sich in China jedoch auch ausschließlich auf eCommerce, während Mastercard dieser Beschränkung nicht unterliegen wird.

Wie reagiert Mastercards Aktie auf die Nachricht? Sie notiert heute auf einem Allzeithoch. Doch das ist keine Reaktion auf die Erlaubnis aus China, sondern vielmehr das Ergebnis einer ohnehin seit Anfang 2019 bestehenden Entwicklung. Solange in China nur Kosten aber keine Umsätze anfallen, bleibt der Markt gelassen!

Die Metropole Shenzhen in China
Shenzen in China.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – gute Zahlen

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch berichtet im folgenden Video LIVE zum Handelsstart an der Wall Street. Es gibt gute Quartalszahlen! Und dank Feiertag in den USA am Montag könnte Markus Koch sich vorstellen, dass es heute Abend zu Gewinnmitnahmen in den US-Märkten kommen könnte.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen