Folgen Sie uns

Allgemein

Rundfunkbeitrag bald +9,4% bei 0% Zinsen und 0% Inflation?

Avatar

Veröffentlicht

am

Von Claudio Kummerfeld

Dies ist kein Aprilscherz! Nein wirklich nicht! Sie zahlen voller Dankbarkeit einen immer noch so niedrigen Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro pro Monat? Haben Sie kein schlechtes Gewissen, dass ARD, ZDF und Co. unter so geringen Einnahmen leiden? Damit könnte bald Schluss sein. Demnächst könnte der Beitrag auf über 19 Euro steigen. Es ist wirklich kein Aprilscherz. Bitte weiterlesen…

Rundfunkbeitrag
Mehr Cash braucht man bei den Öffentlich Rechtlichen. Mehr, mehr, mehr, bitte! Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

Die Logik geht so: Durch die Änderung des Rundfunkbeitrags, den ja seit 2013 JEDER Haushalt in Deutschland zahlen muss, werden die Kassen der Öffentlich Rechtlichen seitdem mit mehr Geld überschwemmt als benötigt. Damals hieß es von allen Offiziellen sinngemäß, dass man bei evtl. Mehreinnahmen durch die neue Gebühr diese Gelder an die Gebührenzahler wieder ausschütten oder die Rundfunkgebühr pro Haushalt deutlich senken könnte. Zwei bzw. drei Jahre später ist davon keine Rede mehr. Allein für die ARD hat sich inzwischen eine Sonderreserve in Milliardenhöhe angehäuft, auf die sie direkt keinen Zugriff hat. Dieses Geld will sie sich aber komplett einverleiben (dazu weiter unten im Text mehr).

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), die den Bundesländern Vorschläge macht, wo dann letztlich der Rundfunkbeitrag festgesetzt wird, ist laut dem Fachportal Medienkorrespondenz gerade dabei konkrete Vorschläge und Prognosen zu erarbeiten, die dann den Ministerpräsidenten der Bundesländer vorgelegt werden sollen. Dabei geht es um die Zeiträume 2017-2021 und 2021-2025.

Die KEF sieht aufgrund der derzeit vollen Kassen die kurzfristige Möglichkeit einer Senkung des Beitrags von monatlich 17,50 auf 17,21 Euro ab nächstem Jahr. Hört sich erst mal gut an. Die KEF sagt aber auch, dass aufgrund des steigenden Finanzbedarfs in der Folgeperiode wohl so oder so der Beitrag drastisch steigen muss, da die vorhandenen Reserven gar nicht ausreichen würden. Die KEF betone aber auch, dass diese Gebührenerhöhung nur notwendig sei, wenn bei den Öffentlich Rechtlichen keine Strukturreformen vorgenommen würden. Den Rundfunkbeitrag sieht die KEF dann auf über 19 Euro steigen ab 2021, genauer gesagt auf 19,10 Euro.

Ab 2021 müsse der Beitrag laut KEF-Berechnungen auf 19,10 Euro steigen, bei Berücksichtigung der Teuerungsrate (welche Inflation bitte?), bei Berücksichtigung der derzeitigen Struktur der Sender und ihres derzeitigen Programmangebots. D.h. auf deutsch: Werden Strukturreformen gemacht, wird gespart wie überall anders auch, werden sinnlose Programmformate eingestellt und völlig überteuerte Talkmaster vor die Tür gesetzt, muss der Beitrag nicht steigen, oder zumindest nicht in diesem Umfang.

Von 17,50 auf 19,10 (+9,4%) ab 2021 laut KEF-Prognose! So wie man vor allem die Herren in der ARD-Chefetage zuletzt kennenlernen durfte („wir sparen jetzt schon wo wir nur können…“), darf man da glauben, dass gerade ein Herr Marmor (ARD-Vorsitzender) noch 5 Jahre wartet, bis er die 19,10 eindringlich fordert? Der Druck wird enorm werden. Schon in seinem großen „ARD Check“ im letzten Herbst hatte Marmor zusammen mit WDR-Chef Tom Buhrow gedroht, dass man seine Leistung so wie jetzt nicht mehr lange aufrechterhalten könne, bei so einem engen Budget. Man war während dieses Live-Auftritts als Zuschauer fast geneigt den beiden durch den TV-Bildschirm virtuell ein Taschentuch zu reichen, weil sie kurz vor einem Tränenausbruch standen.

Hier nochmal ein Ausschnitt aus unserem Artikel vom 20. Oktober 2015 bzgl. des legendären ARD Check:

Lutz Marmor erwähnte zwar mehrfach eindringlich, dass ohne mehr Geld bei der ARD nichts mehr ginge, aber Zahlen nannte er nicht! Hätte er es gemacht, wäre der Schock bei Publikum und TV-Zuschauern wohl groß gewesen. Er will sich die komplette Reserve von 1,16 Milliarden Euro einverleiben, die seit 2013 durch die Gebührenumstellung angesammelt wurde und jetzt auf einem Sperrkonto schlummert. Das Geld ist seitens der Politik eigentlich als Erstattungssumme für die Gebührenzahler gedacht. Dass er an DIESE 1,16 Milliarden Reserve ran will, hat er mit keinem Wort erwähnt. Viele Menschen haben noch nie etwas davon gehört, weil es in der Presse kaum erwähnt wird. Marmor sprach in der Sendung z.B. von „DEM VERFAHREN“, das da laufe, sagte den Zuschauern aber nicht, dass er damit meint, dass er Zugriff auf eben DIESE Reserve haben will. Von dieser Reserve als solche erwähnte er überhaupt nichts, auch gab es keine Zuschauerfrage geschweige denn moderierte Frage zu dieser Reserve. Nach unserer Meinung bewusst nuschelte er zwei Mal zu dem Thema vor sich hin, erwähnte die Zahl, den Reservetopf oder seine Forderung nicht. Er erwähnte nur einmal kurz, dass „die KEF tagt und etwas beschließen soll“. Wie gesagt, immer da, wo das Thema thematisch zur Sprache kommen sollte, nuschelte er komisch und stotterte sich um das Thema herum. Der Zuschauer, der die Sendung gestern gesehen hat und von dieser Cash-Reserve gar nichts weiß (da wird es verdammt viele geben), hat in der Sendung gestern davon überhaupt nichts erfahren. Auch sagte Marmor zu dem Thema „wir werden jetzt versuchen das geltend zu machen, es gibt ein solches Verfahren…“ und „der KEF haben wir dargelegt wir brauchen dieses Geld“. Aber welches Geld er meint, und welche Summe, erwähnte er nicht!

Lauf KEF-Prognosen sollen den Öffentlich Rechtlichen aus Mehreinnahmen von 2017-2021 sogar noch 526 Millionen Euro zufließen. Bedenkt man, dass die ARD davon einen guten Teil abbekommt, und die vorher erwähnten 1,16 Milliarden Euro irgendwie auch schon eingeplant hat, fragt man sich wo das ganze Geld abbleibt. Laut ARD steigen vor allem die Personalkosten und die Kosten für Technik so drastisch, und natürlich die allgemeine Teuerungsrate…  aber wie kann das sein? Die Inflation liegt derzeit nachweislich (bitte die EZB in Frankfurt fragen oder Eurostat in Brüssel) irgendwo knapp über 0%, je nach dem wie man sie berechnen will, oder welche Produkte man konsumiert. Und für einen Fernsehsender, der vor allem Technikkosten hat, dürfte es wohl eher Deflation bei den Kosten geben. Und die Zinsen liegen auch bei 0%. Wenn vor allem die ARD so einen massiven Finanzbedarf hat, warum macht sie dann keine Schulden? Warum verordnet sie ihren Mitarbeitern nicht einfach eine Gehalts-Nullrunde bei 0% Inflation? Fragen über Fragen.

Zum Schluss nochmal für Genießer die Endzusammenfassung: Es gibt bereits eine Milliardenreserve (grob geschätzt derzeit 2 Milliarden Euro?), die eigentlich für die Rückerstattung an die Gebührenzahler vorgesehen war. Diese Reserve wird aller Voraussicht nach zweckentfremdet und voll in die Budgets von ARD, ZDF und Co fließen. Dazu noch Mehreinnahmen von nochmal 526 Mio Euro von 2017-2021. Auch das reicht nicht. Nein, von heute aus gesehen soll der Rundfunkbeitrag nochmal um 9,4% steigen. Darf man da fragen: Wo sparen die Damen und Herren bei den Öffentlich Rechtlichen überhaupt? Wo bleibt das Geld tatsächlich? Darf man den weinerlichen Aussagen von Marmor, Buhrow und Co wirklich Glauben schenken, dass man bereits jetzt schon jeden Groschen drei Mal umdreht? Und man kassiert ja auch noch Werbeeinnahmen oben drauf, das hatten wir ja noch gar nicht berücksichtigt. Kann es sein, dass dieser ganze Apparat völlig aufgebläht und überteuert ist? Und wenn man trotz all dieser Gelder nicht auskommt, wie schaffen es da die RTL-Gruppe und die Pro7 Sat1-Gruppe zu überleben, wo man nur von Werbung lebt? Gehen die Damen und Herren etwa nachts noch heimlich Flaschen sammeln?

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leser

    1. April 2016 09:43 at 09:43

    Alle Zwangssysteme (öffentl. Rundfunk, IHK’s, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung etc. pp.) gehören auf den Prüfstand. Den Zwang gibt es doch nur, weil es ohne ihn keine Beitragszahler gäbe. Der Markt hätte längst bessere Lösungen gefunden. Aber die Blockparteien sind dem Sozialismus verfallen und alle hoffen, dass dieses System noch eine Weile so funktioniert. Wie das sehr schnell enden kann, haben wir 1989 gesehen.

    • Avatar

      Rainer Thomas

      1. April 2016 19:25 at 19:25

      Das dumme Geschwätz vom „Markt“ der „unsichtbaren Hand“, die schon alle regeln wird. So ein Blödsinn. Dieser „Markt“ regelt immer alles im Interesse des Marktstärkeren.
      Deswegen verarmen ja auch immer mehr Menschen.

      • Avatar

        leser

        1. April 2016 20:11 at 20:11

        Ich kenne keine Politiker oder Partei, die jemals Computer, Autos, Medikamente oder sonst irgendetwas von Wert für die Menschheit erfunden oder hergestellt hätten. Das Handwerk des Sozialisten besteht im wegnehmen fremder Früchte und in der Umverteilung, mit andern Worten im Diebstahl.
        Richtig ist, dass die Marktwirtschaft nicht komplett ohne Regeln auskommt. Kluge Regeln und eine geringe Staatsquote, ein Geld, das diesen Namen verdient, alles Dinge, die es in dieser Form in Deutschland bisher nur ansatzweise gegeben hat. In diesen Zeiten hat man nicht über Verarmung gesprochen.

  2. Avatar

    Thomas

    1. April 2016 09:53 at 09:53

    Da setz ich noch einen drauf:
    12,9 % Erhöhung beim Briefporto (von 0,62€ auf 0,70€) bei 0% Zinsen und 0% Inflation!

  3. Avatar

    Jörg

    1. April 2016 10:02 at 10:02

    Vielleicht haben sie sich wieder verzockt – so wie es im Jahr 2009 bekannt wurde: http://www.merkur.de/tv/mm-unter-verdacht-zocken-gebuehrengeldern-195516.html

  4. Avatar

    reinerle

    2. April 2016 09:37 at 09:37

    …: “ gehen die Damen und Herren etwa nachts noch heimlich Flaschen sammeln“?
    Sammeln nun etwa, parlamentarisch demokratische Flaschen für Propagandaflaschen, oder
    umgekehrt Propagandaflaschen für parlamentarisch demokratische Flaschen?
    Fragt sich Reinerle!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

Avatar

Veröffentlicht

am

Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Allgemein

Aktuell – Larry Kudlow: Trump nicht bereit für Deal mit China

Avatar

Veröffentlicht

am

Soeben hat sich Larry Kudlow in einem TV-Interview

– Trump empfindet die China-Gespräche positiv

– Trump wird finalen Deal machen

– China muß sich in den schwierigsten Punkten weiter bewegen

– Trump nicht bereit, einen Deal mit China zu unterschreiben

weiterlesen

Allgemein

Neuer Krisenauslöser in den USA? Die Mega-Eruption des Vulkans rückt näher

Avatar

Veröffentlicht

am

Cadillac Escalade - Autokredite als der nächste Krisenauslöser?

Vulkan-Forscher können vor einer Mega-Eruption oft beobachten, wie sich der Berg aufbläht. Daran erkennt man oft, dass sich darunter ein Stau an Gestein und Lava bildet, der früher oder später ausbrechen wird. Nur wann genau diese Aufblähung eines Vulkans explosionsartig in einer Mega-Eruption mündet, das kann vom Zeitpunkt her kein Experte exakt vorhersagen. So ist es auch mit Zusammenbrüchen im Finanzsystem. Was wird der nächste Krisenauslöser sein?

Autokredite als Krisenauslöser statt Immobilien vor 12 Jahren?

Der letzte große Zusammenbruch kam vor zwölf Jahren ab 2007 durch den völlig kaputten Markt für US-Immobilien. Die Verbraucher hatten sich völlig überschuldet. Millionen Amerikaner hatten sich bei viel zu geringem Gehalt viel zu teure Häuser von Kredit-Verkäufern aufschwatzen lassen. Das System musste kollabieren. Man schaue auf die Daten der Federal Reserve. 2008 hatten die Immobilienschulden der Haushalte in den USA einen Höchstwert von 9,99 Billionen Dollar erreicht. Ende September 2019 liegen sie bei 9,83 Billionen Dollar. Nach einem „Tiefpunkt“ von 8,4 Billionen Dollar im Jahr 2013 hat die Verschuldung bei Immobilien jetzt wieder fast exakt das alte Hoch erreicht.

Konsumschulden total in den USA

Aber die Schulden der Amerikaner außerhalb der Immobilienkredite, die sind nach einem Höhepunkt 2008 von 2,69 Billionen Dollar auf aktuell 4,12 Billionen Dollar kräftig auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Es geht immer weiter bergauf. Die folgende Grafik zeigt die „sonstigen Kreditarten“ im Detail. Oben in rot sieht man die explodierenden Studentendarlehen, welche den Amerikanern nach ihrem Studium die Luft zum Atmen nehmen. Sie sind systemisch aber kein Mega-Risiko, weil die meisten Forderungen nicht bei privaten Gläubigern liegen. Schaut man unten auf den grünen Bereich, sieht man die Entwicklung der Autokredite in den USA. Sie sind seit 2008 von 800 Milliarden auf jetzt 1,32 Billionen Dollar angestiegen. Noch lieber als sein Häuschen hat der Amerikaner sein Auto, und hier zunehmend seinen SUV, für den er/sie auch immer mehr Geld ausgibt.

Konsumschulden USA ohne Immobilienkredite

Die Amerikaner wollen immer neue Autos haben

Das Problem liegt auch in der Konsum-Struktur der Amerikaner. Wie bei Häusern ist es auch bei den Autos. Man kauft nicht und zahlt dann jahrelang ab, bis man schuldenfrei ist. Nein. Schon nach ein paar Jahren will man ein neues Haus oder ein neues Auto haben, auch wenn das aktuelle noch völlig in Ordnung ist. Es wird dann umgeschuldet. Das ist natürlich gut für die Autohersteller, die so ständig neu produzieren und verkaufen können. Damit wird aber das systemische Risiko immer größer, denn neben den neuen Schulden verbleibe ja auch die Altschulden. Der Schuldenberg wird immer größer. Bricht dieses Schuldenkarussell zusammen, stehen GM, Ford, Toyota und Honda in den USA ohne eine große Zahl konsumfreudiger Nachfrager da. Das könnte auf die US-Volkswirtschaft eine verheerende Auswirkung haben.

Von dem ständig schlimmer werdenden Schneeballsystem, wo Amerikaner trotz Altschulden immer weiter neue Autos kaufen, und so immer mehr in die Schuldenfalle geraten, berichtete SPON auch vor Kurzem sehr anschaulich im Gespräch mit einem Konkursanwalt in New Jersey. Auch wenn die Leute eigentlich wissen müssten, dass ihre Schulden immer weiter steigen, und dass ihre Autos eigentlich völlig ok und fahrtüchtig sind, wollen sie eben immer neue SUVs haben, alle paar Jahre.

In den letzten zehn Jahren sollen die inflationsbereinigten Ausgaben für ein Auto in den USA im Schnitt um 5.299 Dollar gestiegen sein, während die Löhne der Amerikaner nur um 3.646 Dollar zulegen konnten. Das zeigt ein strukturelles Problem. Trotz brummender Konjunktur in den USA – die Konsumausgaben (und somit die Schulden) steigen viel schneller als die Löhne. Dazu explodieren die Zinsen bei den Auto-Umschuldungen extrem nach oben. Und Autokredite werden in den USA als Pakete verbrieft (die Anleger reißen sich um diese „Geldanlage“) wie früher die Schrott-Hauskredite. Die immer deftigere Schuldenlast bei Autokrediten wandert also kreuz und quer durch das US-Finanzsystem, wie früher auch.

Die nächste große Krise?

Vielleicht können Banken und Paket-Aufkäufer auch wegen der geringeren Gesamtsumme im Vergleich zu den damaligen Immobilienkrediten eine große Finanzkrise abwenden. Aber: Sollte es diesen Autokredit-Crash in den USA geben, kommt hier noch hinzu, dass die Autohersteller in den USA erst einmal einen massiven Absatzeinbruch erleben werden – was bei den Herstellern, Zulieferern etc zu Massenentlassungen führen würde, was wiederum eine Kettenreaktion für die US-Volkswirtschaft auslösen könnte. Soweit das Szenario. Wie lange es noch so weiter geht mit der aktuellen Autoblase in den USA… das kann niemand sagen. So, nun genug Mießmacherei. Genießen wir alle erst einmal weiterhin die schöne Dauer-Hausse an den Märkten. Wir wollten die Sache mit den Autokrediten als möglichem Krisenauslöser ja „nur mal“ erwähnt haben!

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen