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Saudi-Arabien: So gigantisch ist das Haushaltsloch in 2015 und 2016

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am

FMW-Redaktion

Schwarz auf weiß liefert Saudi-Arabien heute die Zahlen für das laufende Jahr und für 2016. Die Einnahmen aus Ölverkäufen brechen drastisch ein, und das Haushaltsdefizit ist mit fast 40% noch viel gigantischer als gedacht – dagegen sind die Eurozonen-Sünder harmlos. Schuld ist der Ölpreis – durchhalten kann man das so nur noch wenige Jahre, aber dann hat man wirklich ein Problem…

König Salman Saudi-Arabien
König Salman ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien muss anfangen zu sparen. Foto: Gemeinfrei

 

Saudi-Arabien erwartet für das Fiskaljahr 2016 ein Haushaltsdefizit von 326,2 Milliarden riyals, umgerechnet ca. 79 Milliarden Euro! Dieses Jahr sind es noch 89 Milliarden. Hut ab, bei Einnahmen von 513 Milliarden riyals (125 Milliarden Euro) sind das fast 40% Defizit in nur einem Jahr! ! ! Da wäre man wohl kein geeigneter Kandidat zum Beitritt in die Eurozone. Die Einnahmen aus Rohstoffexporten (also Öl) sind in 2015 gegenüber 2014 um satte 40,2% gesunken – verursacht durch den dramatischen Ölpreiseinbruch von über 100 auf jetzt 37 Dollar.

Das Staatsvermögen soll ja irgendwo um die 700 Milliarden Dollar liegen, wird aber bei diesem Tempo in Windeseile aufgebraucht sein. Vor Kurzem hat Saudi-Arabien zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder Anleihen ausgegeben und wird dies nach heutigen Angaben wahrscheinlich auch in 2016 tun um das Loch zu stopfen – bei z.B. in Aktien investiertem Vermögen ist es deutlich einfacher Anleihen auszugeben als Aktienanteile an großen Unternehmen unter Wert als Paket auf den Markt zu schmeißen.

Saudi-Arabien Budget 2016
Grafik: Finanzministerium von Saudi-Arabien. Obwohl oben 2015 steht, handelt es sich hier um die Daten für 2016.

Dementsprechend ist die Regierung gerade dabei staatliche Zuschüsse für die Bevölkerung zu kürzen u.a. in den Bereichen Benzinpreis, Strom- und Wassergebühren. Im Januar soll angeblich ein sogenanntes “National Transformation Program” verkündet werden – dabei soll es um die Diversifikation oder besser gesagt Neuausrichtung der Wirtschaft gehen – denn bisher lebt man in der Tat nur vom Öl.

Staatsausgaben senken, auf Kosten der Reserven leben, und hoffen dass die Fracking-Industrie in den USA und Kanada endlich vollends pleite geht – dann kann man in ein zwei oder drei Jahren die OPEC-Fördermenge endlich wieder anheben und das Haushaltsloch wird vom steigenden Ölpreis weggeblasen – so könnten wohl viele in Saudi-Arabien denken. Die Wirtschaft ernsthaft umbauen oder besser gesagt überhaupt erstmal aufbauen – dafür hat man ja noch ein paar Jahre Zeit – es ist kaum anzunehmen, dass der im Januar zu verkündende Plan der große Wurf in die industrielle Zukunft von Saudi-Arabien sein wird – noch leben dort zu viele Menschen zu sehr im Öl-Rausch.


Hier die Budgetzahlen für 2015 und 2016 vom Finanzministerium Saudi-Arabien.

2 Kommentare

2 Comments

  1. staatsanleihe

    29. Dezember 2015 09:28 at 09:28

    Hallo!

    Kann man denn als Privatmann Staatsanleihen von Saudi Arabien kaufen? Wenn ja, wo?

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Kreditzinsen für Unternehmen sinken im Rekordtempo – historisches Allzeittief!

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Die Kreditzinsen für Unternehmenskunden in Deutschland sinken in dramatischem Tempo Richtung Null-Linie. Bei Neukrediten mit fünf Jahren Zinsbindung liegt der Zins laut „Barkow Consulting Corporate Credit Index“ jetzt nur noch bei 0,93%. Am 4. August waren es noch 1,08%, im Mai waren es noch 1,43%. Damit erreicht der Wert aktuell ein Rekordtief! Und kommt es wie allgemein erwartet im September zu Zinssenkungen der EZB, dürfte sich dieser Trend bei den Kreditzinsen für Unternehmen weiter beschleunigen. Im Rekordtempo Richtung Null?

Gerade für die Commerzbank, die stark ist bei der Finanzierung des deutschen Mittelstands, dürfte dies eine dramatische Entwicklung sein. Die Zinserträge für die CoBa dürften wohl deutlich sinken, mehr schon als sowieso geschehen in den letzten Jahren! Was das für CoBa, Deutsche Bank, Sparkassen etc bedeutet? Dramatisch schrumpfende Erträge aus dem Firmenkundengeschäft! Verbände von Volksbanken und Sparkassen warnten jüngst schon, dass beispielsweise bei Privatkunden demnächst Negativzinsen für Einlagen bei der EZB an die Endkunden weitergereicht werden dürften. Und bei den errodierenden Kreditzinsenf für Unternehmen? Da brechen weitere Ertragsbringer weg, und die Lage für die deutschen Banken wird wohl noch dramatischer werden.

Kreditzinsen für Unternehmen
Quelle: Barkow Consulting Credit News, Barkow Consulting GmbH, www.BarkowConsulting.com

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US-Staatsverschuldung: Nach 292 Mrd Schub in kurzer Zeit weitere 71 Mrd Dollar

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Wir hatten die US-Staatsverschuldung gerade erst am 6. August angesprochen. Auf einen Schlag über Nacht stieg sie um 292 Milliarden US-Dollar. Monatelang seit März hatte sich die US-Staatsverschuldung offiziell überhaupt nicht bewegt, obwohl die Schulden in der Realität weiter wachsen.

Da die Schuldenobergrenze erreicht war, mussten neue Schulden optisch in die Zukunft gebucht oder sonst wie versteckt werden. Man sieht den unveränderten Wert rechts in der Grafik immer um die 22,02 Billionen Dollar.  Man sieht, dass ab dem 2. August der deutliche Sprung einsetzte um +292 Milliarden auf 22,314 Billionen Dollar. Denn kurz zuvor hatten sich die Abgeordneten in Washington DC darauf verständigt, dass die Bundesregierung der USA erstmal zwei Jahre weiter ordentlich auf die Schuldenpumpe drücken darf.

Die Daten des US-Finanzministeriums weisen immer eine Verzögerung von ca zwei Werktagen auf, deswegen sieht man jetzt den letzten Wert von Donnerstag letzter Woche. Schaut man die Datenreihe von 2. August bis letzten Donnerstag den 15. August durch, dann sieht man: Die US-Staatsverschuldung steigt jetzt zügig weiter an. Zwar gibt es nicht jeden einzelnen Tag einen Schub, aber man sieht unterm Strich immer weitere Anstiege. Alleine nach dem ersten Schub von 292 Milliarden Dollar am 2. August kamen seitdem weitere 71 Milliarden Dollar hinzu, auf jetzt insgesamt 22,385 Billionen Dollar.

 

US-Staatsverschuldung aktuell
Quelle: US Treasury

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Donald böse? Der gerade erst brav gewordene Nachbar senkt die Zinsen

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Mexiko war gerade erst „brav“ geworden. In der ersten Zeit seiner Präsidentschaft feuerte Donald Trump massiv gegen Mexiko, weil das Land den USA Wohlstand über das Freihandelsabkommen wegnehme, und weil Mexiko die illegalen Einwanderer Richtung USA nicht stoppe. Dann gab es ein neues Handelsabkommen, und seit Kurzem tut Mexiko laut Trump einen „deutlichen besseren Job“ an der Grenze, um Illegale aufzuhalten. Zuletzt war der südliche Nachbar laut Trumps Aussagen zu einem guten Nachbar geworden (sinngemäß ausgedrückt).

Ob das so bleibt? Seit Wochen schießt Trump eine Breitseite nach der anderen ab gegen seine eigene Notenbank. Die habe ihre Zinsen NUR um 0,25% gesenkt, während an vielen anderen Orten der Welt mehr gemacht werde auf den Weg nach unten. Somit würden ausländische Produkte attraktiver gegenüber US-Produkten. Und jetzt noch das. Mexiko hat gestern seine Zinsen gesenkt, und zwar von 8,25% auf 8,00%. Das ist die erste Zinssenkung seit fünf Jahren! Noch im letzten Jahr waren die Zinsen mehrmals erhöht worden.

Die Zentralbanker erwähnen in ihrem Statement ausdrücklich die schwache wirtschaftliche Lage in Mexiko und die Stagnation in der Wirtschaftsleistung. Bei einem Zinsniveau von jetzt 8,00%, da kann man bei nur -0,25% Zinssenkung und einem BIP direkt an der Schwelle zur Rezession, da darf man davon ausgehen, dass noch weitere Zinssenkungen folgen? Hat noch niemand Donald Trump von diesen sinkenden Zinsen in Mexiko erzählt? Damit hätte er noch ein Argument mehr, um die Fed nochmal anzustacheln für weitere Zinssenkungen.

 


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

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