Trump-Rally: Auch JP Morgan erwartet jetzt die Korrektur!

FMW-Redaktion

Goldman Sachs hat den Bereich 2400 Punkte im S&P500 als vorläufiges Top der Trump-Rally ausgemacht, die RBS meint, die Märkte hätten die Fed falsch verstanden und die Aussagen des Statements und Yellens zu dovish interpretiert – und nun schließt sich auch der Platzhirsch der amerikanischen Banken-Branche, JP Morgan, den Warnungen an. In einer gestrigen Email an die Kunden der Bank empfiehlt man, den Anteil an US-Aktien zu reduzieren, weil die Märkte nun nach der Wahl in Holland zu vertrauensselig geworden seien.

Das Problem sei nun, so die Bank: nach dem schwachen Abschneiden von Gert Wilders bei den Wahlen in Holland würden die Märkte nun glauben, dass der Rechtspopulismus praktisch besiegt sei. Damit aber würden die Risiken unterschätzt, dass Le Pen bei dem ersten Wahlgang in Frankreich Mitte April im ersten Wahlgang stark abschneide. Daher sei das Risiko nun höher, dass die US-Märkte in den nächsten Wochen fielen, als dass sie stiegen. Zwar blieben US-Aktien langfristig attraktiv, jedoch sei ein Rückgang von 5% von den gegenwärtigen Niveaus wahrscheinlich. Investoren sollten daher US-Aktienpositionen reduzieren und im Gegenzug die viel günstigeren Aktien der Emerging Markets kaufen.

Warum die US-Aktienmärkte jenseits des Populismus-Arguments nun korrigieren sollten, sagt JP Morgan nicht. Aber der Auslöser einer Gegenbewegung oder einer schärferen Korrektur könnte der heutige Hexensabbat sein, bei dem massive Volumina zur Abrechnung kommen (alleine Optionen auf den S&P500 im Volumen von 1,4 Billionen Dollar). Seit Beginn der Trump-Rally hat es de facto keine nennenswerte Korrektur gegeben, weshalb Hedging-Positionen so gering ausgeprägt sind wie seit Dezember 2015 nicht mehr (man sah darin mangels Rücksetzer schlicht keine Notwendigkeit). Mithin ist das Verhältnis von Calls zu Puts beim VIX (Vola auf den S&P500) derzeit extrem gering, und Quant-Modelle von der RBS prognostizieren nun einen starken Anstieg der Volatilität nach dem Hexensabbat, nachdem sich der VIX in den letzten Wochen vom S&P500 abgekoppelt hatte (normalerweise verhalten sich VIX und S&P500 invers: steigt der eine, fällt der andere). Ein Grund dafür ist, dass nach dem Hexensabbat das Spiel neu beginnt und neue Absicherungs-Geschäfte getätigt werden müssen.

Charttechnisch hat etwa der Dow Jones nun die obere Begrenzung des seit 2009 laufenden Bullenmarkts erreicht:

Ziel einer solchen Korrektur wäre etwa der Ausbruchsbereich im Bereich der 18700er-Marke im Dow Jones:

Das wäre dann eine Korrektur von knapp über 10% – und damit würde nicht einmal der Bullenmarkt grundsätzlich in Frage gestellt..


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