Trump will US-Verschuldung in nur acht Jahren komplett abbauen. Ein Witz?

FMW-Redaktion

Vor den Wahlen hat Donald Trump versprochen, die Verschuldung der USA, die derzeit bei knapp 20 Billionen Dollar liegt, auf Null zu reduzieren. Dass die USA schuldenfrei waren, war zuletzt im Jahr 1835 der Fall. Kann das also gelingen? Alles spricht dagegen – vielmehr dürften die Schulden noch weiter ansteigen. Dafür spricht die Historie: immer, wenn in den USA eine Partei sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus die Mehrheit hatte, stieg die Verschuldung besonders stark an – schlicht deshalb, weil gemischte Mehrheitsverhältnisse gewissermaßen disziplinierend wirken.

Im Oktober hatte Trump sogar ein Wachstum von 5% bis 6% in Aussicht gestellt: “I think you can go to 5 percent or 6 percent.”. Sieht man sich nun den kürzlich vorgelegten Budgetentwurf der Trump-Administration an, geht man dort jedoch nur noch von einem durchschnittlichen BIP-Wachstum von 2,4% aus (was immer noch deutlich über den meisten Schätzungen liegt, so geht das Congressional Budget Office, also das Haushaltsbüro des Kongresses, derzeit von 1,8% aus).

Eines der Hauptargumente der Trump-Administration war bisher: die Wirtschaft wird so stark wachsen, dass die Verschudlung automatisch sinken werde. Mithin wird also eine völlig offene Zukunft als Begründung für sinkende Schulden angenommen – reichlich dünn!


Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

Was will Trump: zunächst die Absenkung der Steuern für Privatpersonen und Unternehmen, mithin generiert der Staat also erst einmal geringere Einnahmen. Gleichzeitig werden die Ausgaben für das Milität deutlich erhöht, solle eine Mauer zu Mexiko gebaut werden, Geld in die Infrastruktur inverstiert werden, vor allem aber die sehr teuren Sozialversicherungsprogramme und Medicare aus der Obama-Zeit nicht abgebaut werden. Im Klartext heißt das: die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen.

Trumps Agenda ist zweifelsfrei insofern populistisch, als sie allen alles verspricht: mehr Jobs, weniger Schulden, überhaupt wird alles besser, weil es vorher so schlecht war. In der Studie mit dem Titel „The Macroeconomics of Populism“ (von Rudiger Dornbusch und Sebastian Edwards) zeigten die Autoren, dass populistische Herrschaftssysteme etwa in Südamerika stets ein Muster aufwiesen: erst zog das Wachstum tatsächlich an, bevor dann jedoch die Inflation und die Defizite nach oben schossen. Aber diesmal ist sich alles ganz anders..


Kommentare

Trump will US-Verschuldung in nur acht Jahren komplett abbauen. Ein Witz? — 19 Kommentare

  1. Es wird diesmal auch nicht anders sein. Trump erzählt ein schönes Märchen. Ich frage mich schon lange, ob er denn selbst an sein Märchen glaubt. Die Realität wird ihn wieder einholen.

  2. Schulden abbauen? NA KLAR !!!
    Ein ordentlicher Bankrott muß her.
    Ein neues Weltgeld muß her.
    Dafür wurde er schließlich eingesetzt. Er ist der Spezialist dafür.
    Nach Chapter 11 mit Gläubigerschutz.
    Wer solls bezahlen? Der dumme Rest der Welt incl. der deutsche Michel.

  3. Ich frage mich weshalb fmw nun solche alten Geschichten von Trump auskramt? Aber Trump zieht wohl immer als Thema, Clickbait…; Andererseits sollte man die Absicht Trumps die Schulden abzubauen auch nicht lächerlich machen. Wenn es einer schafft dann er. Vielleicht meinte Trump lediglich dass er die Schulden auf ein vertretbares Maß bringt und nicht gleich auf Null. Wenn Trump es schafft die Wirtschaftsleistung signifikant zu steigern, sinkt das Schuldenverhältnis zum BIP. Wenn er dann noch eine Schuldengrenze wie Schäuble einführt, sinkt die Verschuldung noch weiter. So könnte er es schaffen, das ist keine Utopie. Im übrigen gibt es auch Länder die gar keine oder nur sehr wenig Schulden haben und somit viel unabhängiger sind, also ein ehrbares Ziel von Trump.

    • @frank.trg Kennen Sie Trump persönlich, da Sie so genau wissen, wozu der Mann fähig ist? Was man bisher von ihm weiß,ist, dass alles, was er bisher gesagt bzw. getwittert hat, reiner Blödsinn ist und innerhalb kürzester Zeit ins Gegenteil gelogen und gebogen wurde.
      Die Geschichten sind nicht alt, sondern hochaktuell. Wahlversprechen, die sich nach der 100-Tage-Schonfrist nun bestätigen müssen.
      Außer, Sie denken wie ein echter Börsianer: Wichtig ist, was er heute fantasiert, sch… auf die Wirklichkeit ô

  4. Moin, moin,
    wo liegt das Problem? Die US-Schulden sind nur durch das ewige Fehlverhalten der BRD entstanden. Das dürfte für den Trump-Wähler als Begründung ausreichen. Endlich deckt Trump diese Tatsache auf. Wie schon das Schulden „riesiger Summen“ der BRD gegenüber der NATO, nun auch sicher das Schulden „riesiger Summen“ gegen über den USA. Könnte man für einen Witz halten, aber der Witz wird Berlin noch vergehen. Wieso stehen wieder mehr US Militärs in der BRD?
    Genau, „freiwillig“ zahlen oder (neue) Besetzung mit Zwangsinkasso.

    • @asyoulike Meinen Sie das wirklich ernst, oder darf man das als feinste Ironie (die leider keiner mehr als solche erkennt) verstehen?
      Deutschland ist verantwortlich für die gigantischen Schuldenberge der USA??

  5. Wie oft muß man es noch wiederholen? Einer unserer Lehrmeister hier auf FMW hat gesagt: „Staatsschulden in eigener Währung sind eigentlich gar keine Schulden“. Bitte nicht immer wieder vergessen.

  6. Warum über Donald lästern und/oder aufregen ? Vielleicht einmal vor der eigenen Türe kehren. Wir haben Merkel und SCHULZ !!!!!!!!!!!

  7. Klar kann Trump die US-Verschuldung in nur acht Jahren komplett abbauen. Wenn man übers Wasser laufen kann, dürfte dies wirklich kein Problem sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.