UK-House of Lords mit frischer Brexit-Abstimmung + Britisches Pfund auf wochenlanger Talfahrt

FMW-Redaktion

In der zweiten britischen Parlamentskammer, dem House of Lords, ist vor wenigen Minuten eine Abstimmung über die Ausgestaltung der Brexit-Verkündung zu Ende gegangen, die Theresa May demnächst gegenüber der EU verkünden will (Artikel 50 des Lissabon-Vertrags). Es ging um die Frage, ob der final zwischen UK und EU ausgehandelte Brexit-Deal dem britischen Volk zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Mit 336 gegen 131 Stimmen beschloss man aber vor wenigen Minuten den finalen Deal nicht dem Wähler vorzulegen.

Damit ist klar: Der bisher geplante Ablauf kann weitergehen. Im nächsten Schritt kommt das Brexit-Gesetz erneut ins Unterhaus, wo es aber problemlos durchgehen wird. Bis Ende März wird Theresa May planmäßig gegenüber der EU den Austritt erklären. Von da an dauert es maximal zwei Jahre, bis Großbritannien endgültig die EU verlassen hat. Wenn beide Seiten einverstanden sind, kann diese Frist auch ausgeweitet werden.

Der EU-Chefunterhändler Michel Barnier hat ein Team von 20 Experten zusammengestellt, mit dem er glaubt 18 Monate ab Anfang April zu benötigen für die eigentlichen Verhandlungen. In UK stimmt das Parlament dann dem endgültigen Vertrag zu, und in der EU ebenfalls das Parlament in Brüssel. Danach muss noch der EU-Rat abstimmen.

Britisches Pfund

Das britische Pfund gegen US-Dollar ist bis heute auf ein 7 Wochen-Tief gefallen. Bei einem anderen Abstimmungsergebnis heute hätte es gut und gerne kräftig steigen können, aber dazu kam es ja nicht. So geht es heute weiter bergab auf aktuell 1,2191. Im Langfristchart (seit August 2016) sieht es so aus, als ob sich das Pfund derzeit auf ein drittes Tief zubewegt (1. und 2. Tief eingekreist). Grob gesagt lagen die ersten beiden bei den Marken um die 1,21 und 1,20. Davon ist man jetzt nicht mehr weit entfernt.

Hält man diese Marken erneut, entsteht charttechnisch ein kräftiges Unterstützungsniveau. Hält man das Level nicht, ist nach unten mal wieder alles offen im Pfund. Den Flash-Crash im Pfund aus Oktober kann man nicht ernsthaft mitzählen in der langfristigen Betrachtung. In den letzten fünf Wochen hat das Pfund ohne großen Knall satte 500 Pips verloren von 1,27 auf jetzt unter 1,22. Das deutet auf eine strukturelle Schwäche hin, denn von den Fakten her hat sich zuletzt nichts verändert.


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