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US-Staatsschulden explodieren auf aktuell über 19 Billionen Dollar

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FMW-Redaktion

Die US-Staatsschulden explodieren und liegen aktuell über 19 Billionen US-Dollar, genauer gesagt bei 19,01 Billionen. Das zeigen die aktuellsten Daten des US-Finanzministeriums.

Setzt man diese Summe in Relation zum aktuellen US-BIP von 18,1 Billionen Dollar, ergibt sich eine Relation von 105% Staatsschulden bezogen auf das BIP. Hut ab, Präsident Obama macht neue Schulden in einem atemberaubenden Tempo. Kann ein Grund dafür sein, dass er aktuell keine Rücksicht auf eine Schuldenobergrenze nehmen muss, weil sich der Kongress Ende letzten Jahres auf ein Budget bis Anfang 2017 ohne Obergrenze einigte? Wer keine Grenze hat, kann richtig Gas geben bei der Neuverschuldung, und so geschieht es auch. Wie die zweite Grafik unten zeigt, stiegen die US-Staatschulden alleine in den letzten vier Monaten (!) um 1 Billion Dollar – das muss man erst mal schaffen. Zu berücksichtigen ist, dass bis zur Einigung über eine quasi-Aufhebung der letzten Obergrenze der US-Finanzminister viele neue Schulden versteckte, und nach Aufhebung der Grenze in die offizielle Berechnung nachbuchte – aber dennoch sind 1 Billion Dollar in vier Monaten eine stolze Hausnummer.

Seit Ende 2007 hat sich die US-Staatsverschuldung damit von 9 auf jetzt über 19 Billionen Dollar mehr als verdoppelt, auch ein stolzer Wert. Diese Daten zeigen ein Grundproblem der USA. Man importiert konstant mehr Waren als dass man exportiert (Handelsbilanzdefizit). D.h. Staat, Unternehmen und Konsumenten müssen aus dem Ausland über neue Schulden Geld ansaugen um ihren Konsum zu finanzieren. Ganz am Ende resultiert das in explodierenden Konsumentenschulden (steigen auch rasant), und in den explodierenden Staatsschulden. Das kann theoretisch immer so weiter gehen, oder die Chinesen und sonstige Käufer von US-Schulden drehen den Geldhahn ab. Dann gäbe es letztlich nur zwei Auswege für die USA. Entweder die Staatspleite verkünden und alle Gläubiger gucken in die Röhre, weil die US-Staatschulden einfach entwertet werden. Oder zweitens, was wahrscheinlicher wäre, die US-Notenbank Federal Reserve würde neue von der US-Regierung ausgegebene Staatsanleihen in ihre Bücher nehmen. Damit würde sich der Staat dann selbst finanzieren, aber was solls, geschah ja über die letzten 3 QE´s sowieso schon.

Aber Achtung, nein, das ist keine Staatsfinanzierung! Das Geld fliest nach und nach zurück, weil die USA als Schuldner die auslaufenden Anleihen an den Gläubiger Fed zurückzahlen, und die Fed ihre Bilanz dann absenken kann. Eine perfekte schöne Staatsfinanzierung würde entstehen, wenn die Fed ein Dauer-QE einrichten würde, eine Art Dauer-Kreislauf.

US-Staatsschulden 1
Grafik: US-Finanzministerium

US-Staatsschulden 2
Grafik: US-Finanzministerium

12 Kommentare

12 Comments

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    leser

    2. Februar 2016 12:48 at 12:48

    Sobald die Zinsen wieder steigen und/oder der Petrodollar das Zeitliche segnet, sieht es böse aus. Viel Spielraum für Einsparungen bieten die Verteidigungsausgaben, die höchsten der Welt.

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    Jochen Weidner

    2. Februar 2016 12:53 at 12:53

    Gibt es da nicht noch andere Möglichkeiten? z.B.:
    Die FED gründet eine Art „Bad-Bank“, lagert ihre uneinbringlichen Forderungen gegen den Staat dort hin aus und beginnt das Spiel von vorne bei 0 .
    oder:
    Die FED schreibt ihre Forderungen gegen den Staat ab, geht in Liquidation und gründet sich neu. Etwa entstehende Gesetze ließen sich ja leicht anpassen.
    oder:
    Statt einer Forderungsabschreibung wäre auch ein ganz einfacher Forderungsverzicht denkbar – und schon wäre der Staat insoweit schuldenfrei!
    Die FED als Gläubiger und der Staat als Schuldner sind machtpolitisch identisch! So gesehen ist dieser Teil der 19 Billionen Schulden gar keine wirkliche Belastung.

    • Avatar

      Alexander Gliese

      2. Februar 2016 13:19 at 13:19

      Das erinnert stark an die Empfehlung an den Ertrinkenden, er möge sich selbst am eigenen Schopf aus dem Wasser ziehen.

  3. Avatar

    Helmut Josef Weber

    2. Februar 2016 13:28 at 13:28

    O—der, die USA „überzeugen“ ihre Vasallen die Staatsanleihen aufzukaufen und weiter Produkte gegen grüne Baumwolllappen zu liefern.
    Ein Tipp:
    China und Russland werden es nicht sein.
    Irgendwann wird es Niemand mehr sein.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  4. Avatar

    tre

    2. Februar 2016 14:26 at 14:26

    Da die meisten Schulden (über 80%) nur „an sich selbst“ sind, verstehe ich nicht, warum ein China mit paar Prozent überhaupt erwähnt wird. Es ist völlig irrelevant.

    Ebenso könnten diese von heute auf morgen gestrichen werden, wenn man das denn wollte.

    http://globalpublicsquare.blogs.cnn.com/2011/07/21/who-owns-america-hint-its-not-china/

  5. Avatar

    Jochen Weidner

    2. Februar 2016 15:38 at 15:38

    Warum soll es nicht so einfach sein!? Wenn sich die Staatsschulden zum großen Teil mit den Forderungen der Zentralbanken decken, ist die Privatwirtschaft aus diesem Teil der Schulden draußen. Die Zentralbanken sind in ihrer Funktion und ihren Bilanzierungsregeln gesetzgeberisch jeder Zeit veränderbar – wenn nur der politische Wille und die politische Macht da ist. Bevor den Amerikanern der US – $ als Weltwährung verloren geht, werden sie diese Macht ausüben und sich selbst, wie oben beschrieben, entschulden. Der $ wird wieder attraktiv. Andere (private) US – $ – Gläubiger profitieren also davon. Gegenargumente??

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

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Aktuell – Larry Kudlow: Trump nicht bereit für Deal mit China

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Soeben hat sich Larry Kudlow in einem TV-Interview

– Trump empfindet die China-Gespräche positiv

– Trump wird finalen Deal machen

– China muß sich in den schwierigsten Punkten weiter bewegen

– Trump nicht bereit, einen Deal mit China zu unterschreiben

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Neuer Krisenauslöser in den USA? Die Mega-Eruption des Vulkans rückt näher

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Cadillac Escalade - Autokredite als der nächste Krisenauslöser?

Vulkan-Forscher können vor einer Mega-Eruption oft beobachten, wie sich der Berg aufbläht. Daran erkennt man oft, dass sich darunter ein Stau an Gestein und Lava bildet, der früher oder später ausbrechen wird. Nur wann genau diese Aufblähung eines Vulkans explosionsartig in einer Mega-Eruption mündet, das kann vom Zeitpunkt her kein Experte exakt vorhersagen. So ist es auch mit Zusammenbrüchen im Finanzsystem. Was wird der nächste Krisenauslöser sein?

Autokredite als Krisenauslöser statt Immobilien vor 12 Jahren?

Der letzte große Zusammenbruch kam vor zwölf Jahren ab 2007 durch den völlig kaputten Markt für US-Immobilien. Die Verbraucher hatten sich völlig überschuldet. Millionen Amerikaner hatten sich bei viel zu geringem Gehalt viel zu teure Häuser von Kredit-Verkäufern aufschwatzen lassen. Das System musste kollabieren. Man schaue auf die Daten der Federal Reserve. 2008 hatten die Immobilienschulden der Haushalte in den USA einen Höchstwert von 9,99 Billionen Dollar erreicht. Ende September 2019 liegen sie bei 9,83 Billionen Dollar. Nach einem „Tiefpunkt“ von 8,4 Billionen Dollar im Jahr 2013 hat die Verschuldung bei Immobilien jetzt wieder fast exakt das alte Hoch erreicht.

Konsumschulden total in den USA

Aber die Schulden der Amerikaner außerhalb der Immobilienkredite, die sind nach einem Höhepunkt 2008 von 2,69 Billionen Dollar auf aktuell 4,12 Billionen Dollar kräftig auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Es geht immer weiter bergauf. Die folgende Grafik zeigt die „sonstigen Kreditarten“ im Detail. Oben in rot sieht man die explodierenden Studentendarlehen, welche den Amerikanern nach ihrem Studium die Luft zum Atmen nehmen. Sie sind systemisch aber kein Mega-Risiko, weil die meisten Forderungen nicht bei privaten Gläubigern liegen. Schaut man unten auf den grünen Bereich, sieht man die Entwicklung der Autokredite in den USA. Sie sind seit 2008 von 800 Milliarden auf jetzt 1,32 Billionen Dollar angestiegen. Noch lieber als sein Häuschen hat der Amerikaner sein Auto, und hier zunehmend seinen SUV, für den er/sie auch immer mehr Geld ausgibt.

Konsumschulden USA ohne Immobilienkredite

Die Amerikaner wollen immer neue Autos haben

Das Problem liegt auch in der Konsum-Struktur der Amerikaner. Wie bei Häusern ist es auch bei den Autos. Man kauft nicht und zahlt dann jahrelang ab, bis man schuldenfrei ist. Nein. Schon nach ein paar Jahren will man ein neues Haus oder ein neues Auto haben, auch wenn das aktuelle noch völlig in Ordnung ist. Es wird dann umgeschuldet. Das ist natürlich gut für die Autohersteller, die so ständig neu produzieren und verkaufen können. Damit wird aber das systemische Risiko immer größer, denn neben den neuen Schulden verbleibe ja auch die Altschulden. Der Schuldenberg wird immer größer. Bricht dieses Schuldenkarussell zusammen, stehen GM, Ford, Toyota und Honda in den USA ohne eine große Zahl konsumfreudiger Nachfrager da. Das könnte auf die US-Volkswirtschaft eine verheerende Auswirkung haben.

Von dem ständig schlimmer werdenden Schneeballsystem, wo Amerikaner trotz Altschulden immer weiter neue Autos kaufen, und so immer mehr in die Schuldenfalle geraten, berichtete SPON auch vor Kurzem sehr anschaulich im Gespräch mit einem Konkursanwalt in New Jersey. Auch wenn die Leute eigentlich wissen müssten, dass ihre Schulden immer weiter steigen, und dass ihre Autos eigentlich völlig ok und fahrtüchtig sind, wollen sie eben immer neue SUVs haben, alle paar Jahre.

In den letzten zehn Jahren sollen die inflationsbereinigten Ausgaben für ein Auto in den USA im Schnitt um 5.299 Dollar gestiegen sein, während die Löhne der Amerikaner nur um 3.646 Dollar zulegen konnten. Das zeigt ein strukturelles Problem. Trotz brummender Konjunktur in den USA – die Konsumausgaben (und somit die Schulden) steigen viel schneller als die Löhne. Dazu explodieren die Zinsen bei den Auto-Umschuldungen extrem nach oben. Und Autokredite werden in den USA als Pakete verbrieft (die Anleger reißen sich um diese „Geldanlage“) wie früher die Schrott-Hauskredite. Die immer deftigere Schuldenlast bei Autokrediten wandert also kreuz und quer durch das US-Finanzsystem, wie früher auch.

Die nächste große Krise?

Vielleicht können Banken und Paket-Aufkäufer auch wegen der geringeren Gesamtsumme im Vergleich zu den damaligen Immobilienkrediten eine große Finanzkrise abwenden. Aber: Sollte es diesen Autokredit-Crash in den USA geben, kommt hier noch hinzu, dass die Autohersteller in den USA erst einmal einen massiven Absatzeinbruch erleben werden – was bei den Herstellern, Zulieferern etc zu Massenentlassungen führen würde, was wiederum eine Kettenreaktion für die US-Volkswirtschaft auslösen könnte. Soweit das Szenario. Wie lange es noch so weiter geht mit der aktuellen Autoblase in den USA… das kann niemand sagen. So, nun genug Mießmacherei. Genießen wir alle erst einmal weiterhin die schöne Dauer-Hausse an den Märkten. Wir wollten die Sache mit den Autokrediten als möglichem Krisenauslöser ja „nur mal“ erwähnt haben!

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