Videoausblick: Trumps entscheidende Sätze

Von Markus Fugmann

Donald Trump hat in einem Interview gestern Abend entscheidende Sätze gesagt: der Dollar sei zu stark, er favorisiere eine Niedrigzinspolitik (zuvor hatte er die Fed genau für diese Niedrigzinspolitik kritisiert). Dazu ließ er offen, ob Janet Yellen nicht doch weiter Fed-Chefin bleiben werde – all das ändert nun die Situation völlig: die Fed wird, weil Trump nun schon bald zwei wichtige neue Fed-Stellen besetzen kann, abesehbar immer dovisher. China, so Trump, sei kein Währungsmanipulator – selten hat jemand so schnell und so direkt zentrale Wahlkampf-Themen in ihr Gegenteil verkehrt. Der Dollar jedenfalls wurde gestern abverkauft, US-Finanzwerte kamen unter Druck, die Renditen für US-Staatsanleihen erreichten den tiefsten Stand seit der Wahl Trumps im November..


Kommentare

Videoausblick: Trumps entscheidende Sätze — 12 Kommentare

  1. Trump ist wie gehirngewaschen. Der große Schock für alle Trump-Befürworter war der Syrien-Angriff. Jetzt mag er plötzlich noch Janet Yellen und bezeichnet China nicht mehr als Währungsmanipulator. Trump ist auf dem besten Weg sich in einen Establishment Politiker zu verwandeln…

      • Jeder US Präsi hat seine ein oder zwei Kriege , er reiht sich da nur ein.
        Ohne die Kriege ist die Wirtschaft am Ende….und irgendwie muss doch der Yankee $ in der Welt als Zahlungsmittel etabliert und gesichert werden.

        Schon Saddam hat den $ abgeschworen und wurde mit der Lüge von “ weapons of mass destruction (biological and chemical)“ und „killing kuwaitis babies“ beseitigt.

        Ähnliches hat ja Trump auch in seiner moralischen Taschentuch Verblödungs Rede geäußert. Tote Babies ziehen halt immer

      • …sind vermutlich die Medikamente die ihm seit Amtsantritt aufs Aug gedrückt werden, die kann er sich seither nicht mehr selbst aussuchen…wie im Russland der 1970er Jahre.

    • Der Trump bekommt jetzt Feuer von seinen Wählern weil es sich nicht mit dem deckt was er vor der Wahl von sich gegeben hat.
      Bannon scheint jetzt nur als nützlicher Idiot fungiert und patriotische Wähler für Trump mobilisiert zu haben. Die Comments auf Breitbart sind sehr interessant.

      „The guy in the White House is NOT the guy I voted for and went to two rally’s. I don’t know who this is in the White House but it damn sure isn’t the guy I voted for!!!!!!!!!!“

      Er wollte die Interventionspolitik der VSA beenden aber es geht munter weiter , in Osteuropa und anderswo.

      In Syrien konnte kein Vorwurf , wie auch die vorherigen bewiesen werden und der Kaspar gibt jetzt Kommentare ab, die nur noch als lächerlichen Unsinn zu bezeichnen sind.

      Entweder wurde er jetzt vom „Deep State“ vereinnahmt oder er sollte sein Verhalten mal mit seinen Doc in einer Therapiestunde durchsprechen

      • Die Ursache aller verbalen Irrungen ist seine überbordende Egomanie. Erst gestern: “ Dass der Dollar so stark geworden ist, liegt auch an mir, weil die Leute so viel Vertrauen….“Vergessen wir nicht, mit Trump kam ein absoluter Polit-Laie ins Amt. Wenig Ahnung von Geschichte, Weltpolitik, Weltwirtschaft u.s.w. Er ist seinen Beratern ausgeliefert, die er auch noch öfters wechselt. In Punkte Wirtschaft hört er sich die großen Dow-Bosse an, darauf die Regulierungsbehörden, dann wieder die Vertreter der Großbanken – alle erzähle eine andere Sicht der Dinge. Er will aber der große Macher sein, beratungsresistent und mitteilsam. Wenn er twittert oder Interviews gibt, wird es gefährlich, da es keine kontrollierten Texte gibt. Dies ist meines Erachtens ein Grund dafür, dass er ständig Widersprüchlichkeiten produziert. Aber seine Aktionen laufen immer mehr Richtung Establishment, da sich sein so genanntes Bauchgefühl und das Faktische und rechtlich Mögliche immer mehr widersprechen. Aber Trump möchte doch als „best president ever“ in die Geschichte eingehen!

  2. Einiges wurde schon angesprochen
    Wo hat er sich noch um 180Grad gedreht?
    eigentlich auf allen Gebiete!

    Ach ja,
    die NATO ist doch nicht obsolet, sondern sie wird jetzt hochgelobt.

    China betreibt keine Währungsmanipulation mehr

    Frau Merkel ist auch nicht mehr sinngemäß „geisteskrank“, sondern kriegte vor ein paar Tagen sogar schon ein verbales Kompliment.

    Dafür ist Putin jetzt auch nicht mehr ein good guy sondern die Beziehungen Russland/USA sind auf Langzeittief.

    Ich habe mich gewundert, dass sich unsere Regierungsspitze (und Medien) auch nach seiner Wahl weiterhin herablassend und kaltschnäuzig ihm gegenüber verhalten haben. Woher kam der Mut zur Aufmüpfigkeit?
    Die haben anscheinend gewusst, dass Trump, genau wie sie selbst (Merkel, Obama) in Kürze eindeutige Anweisungen bekommen würde – und zwar von ganz, ganz oben. Wo bei ich nicht den lieben Gott meine. Aber wer genau es ist, weiß ich leider auch nicht.

  3. Es ist schon seit geraumer Zeit wenig erträglich sich mit Trumps täglichen Äußerungen zu befassen. Heute hü -morgen hott. Die Märkte tun dies schon seit Wochen nicht mehr wirklich. Es geht um die Bilanzen der großen Unternehmen und vor allem um deren Ausblicke – ab heute wird es in den USA spannend. Die Aktienrallye wird bei Enttäuschungen ins Wanken geraten und nicht durch das Gerede eines egomanischen Präsidenten, der mehr und mehr durch das Establishment (Goldman Sachs u.co.) eingefangen wird.

    • @Wolfgang, das mag für die Aktienmärkte gelten, die ungleich größeren und daher wohl auch wichtigeren Devisen- und Anleihemärkte reagieren aber sehr wohl auf Trump, wie wir gestern Abend gesehen haben..

      • Ja kurzfristig. Der Dollar stand letzte Woche Donnerstag und Freitag genauso wie heute. Die Anleihenrenditen gehen in den USA schon seit 2 Wochen zurück, vielleicht weil die Märkte einpreisen, dass die US-Wirtschaft nicht ganz so robust läuft, wie manche Zahlen glauben machen. Bin echt gespannt, ob die US-Wirtschaft in Q1 tatsächlich um 9 % gewachsenen ist. Gruß

  4. Die Wählerenttäuschung (oder besser Wählertäuschung) ist das eine. Das wird die Innenpolitik negativ beeinflussen. Ist aber ja leider Standard, auch bei uns.
    Schlimmer ist die Unberechenbarkeit nach Außen. Der wechselt die Meinung schneller als die Unterhosen. Unberechenbarkeit schafft Unsicherheit. Da ist selbst der mit dem interessanten Haarschnitt aus Nordkorea leichter einzuschätzen. Die Börse mag keine Unsicherheit. Frohe Ostern an alle.

  5. Das mit Yellen ist doch nur Taktik. Sie soll nicht glauben, dass sie auf jeden Fall weg ist im Herbst und daher vorher noch die Zinsen anheben sollte. Stattdessen schön in Sicherheit wiegen, damit die Zinsanhebungen noch ein wenig nach hinten verschoben werden (wie so oft). Im Herbst ist sie dann trotzdem weg. Da bin ich mir ziemlich sicher.

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