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Aktien

10 Aktien für den Re-Opening Trade

Kreuzfahrtschiff in der Karibik

Aktuell steigen die Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 weltweit wieder stark an. Doch auch die vierte Welle der Pandemie wird irgendwann abebben. In einigen Ländern ist dies bereits sichtbar. Daher macht es Sinn, sich schon jetzt Aktien anzuschauen, die von der Sonderstory Re-Opening der Wirtschaft profitieren. Zumal der Gegenwind für den Gesamtmarkt zunimmt.

Re-Opening Aktien sind aus mehreren Gründen interessant

Aktuell verbreitet sich die Delta-Variante des Coronavirus rasant und zwingt viele Staaten zu erneuten Restriktionen. Zudem könnte sich das weltweite Wirtschaftswachstum nach dem Abebben diverser Sonderstimuli und in Folge der anhaltenden globalen Lieferengpässen in den kommenden Monaten deutlich abkühlen. Die Unterstützung vonseiten der Notenbanken für die Aktienmärkte hat ihren Zenit ebenfalls überschritten. Auch wenn die Fed aktuell noch zögert, weniger Geld in die Märkte zu pumpen oder gar die Zinsen anzuheben. Die Aktien von Unternehmen, die von der Sonderstory Re-Opening der Wirtschaft profitieren, haben das Potenzial, den Aktienmarkt in dieser Phase der Unsicherheit zu schlagen.

Schaut man sich die Entwicklung der vierten Corona-Welle in Frankreich, Spanien, Japan und den Niederlanden an, dann wird deutlich, wie schnell sich die hohen Ansteckungszahlen wieder zurückbilden bzw. abflauen können. Diese Dynamik war auch in den vorherigen Wellen zu beobachten. Eine Vorwegnahme des Auslaufens der vierten Corona-Welle durch den Kauf von Re-Opening Aktien macht also durchaus Sinn. Zumal viele dieser Werte nach wie vor deutliches Aufholpotenzial besitzen – sowohl vom Kurs her als auch von der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen.

Tägliche neue Coronavirus-Fälle

Gastronomie, Casinos, Transport und Tourismus

In Bezug auf die Re-Opening Story sind v. a. Unternehmen interessant, die für den Zeitraum vor der Krise ein solides Wachstum vorweisen konnten und natürlich profitabel waren. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass noch ausreichend Potenzial in Sachen Kursentwicklung gegenüber den Ständen von vor dem Corona-Crash besteht. Erfüllt werden diese Kriterien zum Beispiel von folgenden zehn Unternehmen aus verschiedenen Branchen:

Fraport (DE)
Expedia (US)
Southwest Airlines (US)
Wynn Resorts (US)
Coca-Cola Company (US)
MTU Aero Engines (DE)
Boeing (US)
Airbus (EU)
Royal Caribbean Group (US)
Norwegian Cruise Line (US)

Drei Aktien aus dieser Liste stechen durch besonderes Kurspotenzial sowie im Falle von Boeing durch eine weitere Sonderentwicklung jenseits der Re-Opening Story hervor.

Das größte Potenzial haben die Kreuzfahrt-Aktien

Über das mit Abstand meiste Potenzial in Sachen Re-Opening verfügen die Aktien der beiden Kreuzfahrt-Unternehmen Royal Caribbean Group und Norwegian Cruise Line. Beide Werte befanden sich bis Anfang 2020 in einem Aufwärtstrend und profitierten vom Boom der Branche. Die Anteilsscheine der Royal Caribbean Group haben in Euro gerechnet nach wie vor 72 Prozent Luft bis zu den Ständen vor Ausbruch der Corona-Krise. Bei Norwegian sind es sogar noch 142 Prozent.

Der Grund für die starken Abstürze der Aktien der Kreuzfahrtunternehmen während der Pandemie-Lockdowns sind die hohen Fixkosten sowie die relativ hohe Verschuldung. Die Kombination aus diesen beiden Faktoren bedrohte zwischenzeitlich sogar die Existenz der Unternehmen und stellt nach wie vor ein signifikantes Risiko dar. Während der Shutdowns hatte Royal Caribbean eine Cash-Burn-Rate von ca. 300 Millionen US-Dollar pro Monat. Bei Norwegian waren es im ersten Quartal 2021 noch ca. 190 Millionen US-Dollar pro Monat.

Für das Geschäftsjahr 2020 wies die Royal Caribbean Group einen Nettoverlust gemäß US-GAAP in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar aus. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,9 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz ist von 10,95 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2019 auf nur noch 2,2 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2020 um 80 Prozent kollabiert. Zum Ende des zweiten Quartals 2021 verfügte das Unternehmen noch über ein Cash-Polster in Höhe von 5,0 Mrd. US-Dollar und damit 800 Millionen US-Dollar weniger als zum Jahresauftakt. Schulden von 25,8 Milliarden US-Dollar stehen momentan Vermögenswerte in Höhe von 33,7 Milliarden US-Dollar gegenüber.

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Die Royal Caribbean Group betreibt über verschiedene Reedereien 70 Kreuzfahrtschiffe, zu denen auch die Größten der Welt zählen. Allein die Instandhaltung der Ozeanriesen verschlingt Unsummen und stellt knapp hinter den Personalkosten den zweitgrößten Ausgabenposten dar.
Nach 16 Monaten Stillstand sind aktuell wieder 36 Schiffe der Royal Caribbean Group auf den Weltmeeren mit Passagieren unterwegs. Die Auslastungsquote liegt bei ca. 60 Prozent. Bis zum Jahresultimo sollen 48 Schiffe wieder im Einsatz sein.

Zu den Marken des Unternehmens gehören: Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Silversea Cruises, TUI Cruises sowie Hapag Lloyd Cruises. An den TUI- und Hapag Lloyd-Schiffen ist Royal Caribbean zu 50 Prozent beteiligt. Das Unternehmen ist die Nummer zwei der Kreuzfahrtbranche hinter der Carnival Corporation mit 105 Kreuzfahrtschiffen.

Kursverlauf der Aktien von Royal Caribbean

Der kleinere Rivale Norwegian Cruise (NCLH), die Nummer drei weltweit, verfügt über eine Flotte von 28 Kreuzfahrtschiffen unter den Marken: Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises. Für das Geschäftsjahr 2020 wies NCHL einen Nettoverlust in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar aus, nach einem Gewinn von 930 Millionen US-Dollar im Jahr 2019. Der Umsatz schrumpfte von 6,5 Milliarden im Geschäftsjahr 2019 auf 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Das Unternehmen verfügt noch über 3,5 Milliarden US-Dollar Cash-Reserven.

Chart zeigt Kursverlauf der Aktien von Norwegian Cruise Line

Seit diesem Sommer sind wieder Schiffe der beiden Unternehmen unterwegs – mit stark steigender Tendenz. Reisende müssen geimpft oder genesen sein bzw. zwei negative Covid-19-PCR-Testergebnisse sowie einen negativen Antigen-Schnelltest vorweisen. Der Impffortschritt sollte sich für die Cruise-Liner perspektivisch positiv auswirken, vergleichbar zu der Situation bei den Airlines. Außerdem haben die Kreuzfahrtunternehmen massiv Kosten eingespart, unrentable Schiffe verschrottet oder abgestoßen und die Preise angehoben. Der hohe Nachholbedarf sollte dazu führen, dass die um ca. fünf Prozent höheren Reisepreise aufgrund strenger Präventionsmaßnahmen keine abschreckende Wirkung entfalten. Die Buchungszahlen für dieses und nächstes Jahr steigen jedenfalls steil an.

Zunächst müssen die beiden Kreuzfahrtunternehmen aber noch Corona-Altlasten abarbeiten: circa die Hälfte der Kunden verfügt über Gutscheine bereits bezahlter aber noch nicht angetretener Reisen. Das wird den Cash-Flow in diesem Jahr trotz der Wiederaufnahme des operativen Geschäftes belasten. Dennoch sind die Passagiere an Board für die Branche überlebenswichtig. So waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erstmals die mit Passagieren erzielten Onboard-Umsätze höher als die mit dem Verkauf von Tickets erzielten Einnahmen. Konkrete Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr scheuen die Unternehmen aufgrund der unsicheren Corona-Lage noch. Bei einem Engagement in diesen beiden hochpotenten Werten ist Geduld gefragt und eine relativ hohe Risikobereitschaft.

Positiv zu erwähnen ist noch, dass diverse kleinere Wettbewerber während der Pandemie aus dem Kreuzfahrtmarkt komplett ausgeschieden sind bzw. in die Insolvenz gingen, so z. B.: Pullmantur Cruises, CMV/Transocean, FTI Cruises und Blound Small Ship Adventures. Dadurch und durch die Verschrottung vieler älterer Kreuzfahrtschiffe wurde die Angebotskapazität verringert, die Flotten verjüngt und der Marktanteil der großen Kreuzfahrtschiff-Unternehmen ausgebaut.

Flugzeugbauer Boeing mit Re-Opening und Sonderstory

Der Aktienkurs des US-Flugzeugbauers Boeing befand sich bis März 2019 auf Höhenflug. Dann kam es zu den tragischen Abstürzen zweier Boeing 737 Max Maschinen mit insgesamt 346 Toten. In der Folge wurde ein 20-monatiges Startverbot für diesen Flugzeugtyp verhängt. Aufträge wurden massenhaft storniert und der Flugzeugbauer verlor seinen wichtigsten Umsatzbringer in der zivilen Luftfahrtsparte. Außerdem musste Boeing wegen Betrugs- und Verschwörungsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Skandal Strafzahlungen von mehr als 2,5 Milliarden Dollar zur Beilegung strafrechtlicher Verfahren leisten. Seit Ende letzten Jahres dürfen die Maschinen des Skandal-Typs wieder weltweit fliegen.

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