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100 Euro-Schein: „Allseits verhasst“, weg damit – das sehen wir anders!

Redaktion

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Der Handelsblatt-Korrespondent Frank Wiebe bezieht in einem am Dienstag verfassten Artikel klar Stellung. Der 100 Euro-Schein bringe nur Probleme. Egal wo man zahlen wolle, kaum ein Einzelhändler hätte noch genug Wechselgeld, er sei „allseits verhasst“. Am besten wäre es daher ihn einfach abzuschaffen, so Wiebe wortwörtlich.

Tja, so meinen wir. Der 500 Euro-Schein wird ja bereits nicht mehr neu gedruckt. So verschwindet er durch die natürliche Fluktuation nach und nach aus dem Bargeldverkehr. Denn er wurde ja aufgrund der angeblichen massiven Nutzung für Geldwäsche und Terrorfinanzierung abgeschafft, obwohl diese Behauptung nie belegt werden konnte. Verbleibt nun als größter Geldschein die 200 Euro-Note. Aber wie auch Frank Wiebe sagt, so kann man es selbst im Alltag wahrnehmen. Der 200er ist im Alltag kaum vorhanden, und wird fast nie genutzt. Wäre es daher der nächste Schritt der EZB zu sagen, dass der 200er abgschafft gehört, weil er einfach nicht genutzt wird?

Dann wäre der 100 Euro-Schein der größte Geldschein in Euroland. Und ja, mit welchem Argumenten bekäme man den weg? Ja, mit Argumenten a la Frank Wiebe, möchten wir behaupten. Bitte nicht falsch verstehen. Hier soll kein böses Blut entstehen. Aber es wirkt doch so, als habe der gute Herr Wiebe grundsätzlich ein Problem mit Bargeld. So schreibt er zum Beispiel, dass der 100er ein Schein sei, den „fast niemand haben möchte“. Also ehrlich gesagt, wir haben noch niemanden sagen hören, dass er den 100er nicht mehr haben möchte. Gut, Gastronomen mit zu wenig Wechselgeld könnten genervt sein von großen Scheinen. Aber das ist doch wohl deren Problem, oder?

Auch wird das Argument gebracht, dass in anderen Ländern ja eh weniger in bar gezahlt werde. Von daher werde man den 100er eh kaum vermissen. Was für ein Argument, möchte man da sagen! Man könnte dann auch so argumentieren: Schaffen wir 200er, 100er, 50er und 20er ab. Danach sagen wir: Hey, praktisch niemand zahlt noch in bar – dann können wir 10er und 5er doch auch abschaffen? Auch interessant ist, dass Wiebe schreibt, das „nur eine Konsequenz“ daraus zu ziehen sei, dass niemand den 100er mag – nämlich der Abschaffung der Note.

Auch wird darauf verwiesen, dass ausländische Besucher, die in Deutschland am Geldautomaten Bargeld abheben, oft einen 100er erhalten, und leider keine kleineren Stückelungen. Das sei dann oft ein Problem zum Beispiel beim Bezahlen in Taxis oder auch im Einzelhandel. Die Argumentation kann man nachvollziehen, dass es ärgerlich ist, wenn Einzelhändler nicht passend rausgeben können. Aber dies als Grundargumentation dafür zu nehmen, dass es zwingend notwendig ist den 100 Euro-Schein abzuschaffen – darauf wären wir nicht gekommen.

Was ist mit der verbrieften Freiheit von Bargeld? Wie wäre es damit? Die Freiheit des Bürgers mit einem 100 Euro-Schein zu bezahlen? Ist das nicht wichtiger als die Tatsache, dass mancher Einzelhändler nicht genug Wechselgeld vorrätig hat? Man könnte glatt glauben Herr Wiebe ist Beauftrager der Better than Cash Alliance, die von Prinzessin Maxima bis Bill Gates nun wirklich alles aufmarschieren lässt um Bargeld schlecht zu reden. Aber nein, das wollen wir Herrn Wiebe natürlich nicht unterstellen.

Er schließt mit den Worten „Auf einen Schein, den fast niemand haben möchte, kann man gut verzichten“. Tja, hat man irgendwann nach dem 500er auch den 200er und 100er abgeschafft, und zahlt dann „große“ Summen nur noch mit dem 50er… was dann? Dann könnte die Argumentation sich wiederholen nach dem Motto „wer zahlt denn heute noch so große Summen in bar, welcher Einzelhändler kann denn heute noch einen 50er wechseln? Leute, lasst uns doch einfach den 50er abschaffen“.

Nein, die Argumentation kann man als grotesk ansehen. Einige Einzelhändler mögen ihr zustimmen. Aber man frage doch mal 100 Menschen auf der Straße, ob sie für die Abschaffung der 100 Euro-Banknote sind? Wir tippen mal. 90 von 100 Leuten sind dagegen. Laut Wiebe müssten aber 99 von 100 Menschen für die Abschaffung sein. Man kann es ja mal drauf ankommen lassen.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    bademeister

    4. Juli 2019 10:35 at 10:35

    Sollte Bargeld (lt. Lagarde) in Zukunft tatsaechlich versteuert werden muessen, z.B. bei Abhebung und Einzahlung auf das eigene Konto, werden grosse Scheine praktisch ueberfluessig….wenn dann der Automat, wie im Beitrag angefuehrt, nur grosse Scheine spuckt, sind die Gebuehren entspechend hoch und…schon heute zahle ich in Oesterreich beim Wechseln eines 500 ers in den meisten Banken (sofern ich nicht Kunde der Bank bin) einen Unkostenbeitrag von 3 Euro fuers Wechseln…bekomme also 497 Euro in „Kleingeld“…der Anfang, um uns vom Baren zu kurieren…?

    • Avatar

      Labaude

      4. Juli 2019 12:58 at 12:58

      Nur EM ist Geld. Der Papierdreck ist noch nicht mal zum Hintern abwischen brauchbar.
      Es scheint sich bei de heutigen Zeitgenossen um eine besonders verblödete Spezies zu handeln. Bereit vor fast 100 Jahren sind Kluge durch Anlage in Gold jeder Inflation ausgewichen. Das wird bei der nächsten nicht anders sein.
      Die letzte allerdings, 2002/2003 die mit dem Euro die Halbierung der Kaufkraft vollzog, haben 99 % der Deppen nicht mitbekommen.

  2. Avatar

    Columbo

    4. Juli 2019 14:30 at 14:30

    @Labaude
    Die Klugen werden sich beim nächsten Goldverbot, Restriktionen, Besteuerung usw. wie die Deppen vorkommen.

  3. Avatar

    Drudenfuß

    4. Juli 2019 20:10 at 20:10

    Habe gerade meine Urlaubsunterkunft bezahlt: Acht Hunderter; nagelneu, wenn auch aus der alten Serie. Es ist, wie es ist: der Wirt hat sich gefreut und danke gesagt.

  4. Avatar

    joah

    4. Juli 2019 23:32 at 23:32

    „Haltungsmedien“…

  5. Avatar

    Jürgen

    5. Juli 2019 00:06 at 00:06

    Schickt mir die vehassten Huderter ich nehme das Zeug völlig gebührenfrei zur weiteren Vernichtung an

  6. Avatar

    Kurt Findeid

    10. Juli 2019 00:37 at 00:37

    Ich tausche aktuell meine Ersparnisse quasi komplett in Gold, Silber und BTC um! Und zwar im Verhältnis 50:25:25

    2020 wird uns die Eurozone um die Ohren fliegen! Ich bin da mittlerweile sehr sicher!

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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