Folgen Sie uns

Allgemein

1,1 Million offene Stellen in der deutschen Wirtschaft – wahrscheinlich sind es deutlich mehr! Keine Chance für Langzeitarbeitslose?

Im 2. Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom 1. Quartal 2017 mit 1.064.000…

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Im 2. Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom 1. Quartal 2017 mit 1.064.000 offenen Stellen. Gegenüber dem 2. Quartal 2016 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen sogar um 114.000. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des “Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung” (IAB) bei 7.000 Arbeitgebern hervor.

Die IAB als Tochter der Bundesagentur für Arbeit macht wie gesagt eine Umfrage. Die Bundesagentur selbst kommt aber nur auf 750.000 offene Stellen, weil dies die Zahl ist, die die Arbeitgeber von sich aus bei der Agentur melden. Viele Arbeitgeber wissen oder denken wohl, dass sie übers Amt eh keine passenden Bewerber finden, und melden die offenen Stellen dort erst gar nicht.

Daraus kann man die Differenz von gut 350.000 offenen Stellen ableiten zwischen den Angaben der Agentur und der Umfrage bei den Arbeitgebern. Die Umfrage wird dabei deutlich realistischer sein. Aber wie wir vorhin schrieben: Es ist eine Umfrage bei gerade mal 7.000 Arbeitgebern. Rechnet man das hoch auf alle Arbeitgeber in Deutschland, auf welche tatsächliche Zahl offener Stellen kommt man dann? 1,5 oder 2 Millionen?

Unsere Dauerfrage (wir wissen es ja, es nervt langsam): Warum schafft es die Agentur nicht diese Zahl offener Stellen zumindest zu großen Teilen aus dem “Heer” der vorhandenen 3,5 Mio Arbeitslosen (offiziell nur 2,5) zu decken? Gut, teilweise kann man bestimmte gesuchte Fachkräfte wohl kaum unter den Langzeitarbeitslosen finden, aber wie das IAB heute selbst schreibt, werden von den 1,1 Millionen offenen Stellen nur 124.000 aus dem Verarbeitenden Gewerbe angeboten. 101.000 offene Stellen gibt es auf dem Bau.

Wie die folgende Grafik zeigt, stammt mehr als die Hälfte der offenen Stellen (grau und hellblau) aus den Bereichen “Unternehmensnahe Dienstleistungen” und “Sonstige Dienstleistungen”. Hierin findet man so ziemlich alles. Werkverträge, Zeitarbeit, Wachschutz, Gastronomie, Hotels und und und. Also alles, was relativ schlecht oder sogar sehr schlecht bezahlt ist, und wofür oft wenig bis gar kein Fachwissen benötigt wird. Warum also gelingt es dem deutschen Staat nicht dieses “Heer” von Langzeitarbeitslosen in die offenen Stellen hinein zu vermitteln? Es bleibt ein Rätsel…

Wie immer stehen natürlich mögliche Antworten parat: Zu schlecht qualifizierte Bewerber? Oder werden die willigen Bewerber nicht auf die passenden Jobs hingelotst? Dann wäre es in beiden Fällen ein Versagen der Agentur. Oder sind die Langzeitarbeitslosen zu faul? Vielleicht ein kleiner Teil von ihnen, wer weiß… aber herje, 3,5 Millionen Menschen, und dann vielleicht 1 oder 2 Millionen offene Stellen, da stimmt doch was nicht auf dem deutschen Arbeitsmarkt!

Glaubt man der folgenden Grafik der IAB, benötigt man als Bewerber für 20% der offenen Stellen sogar überhaupt gar keinen Schulabschluss. Wieso schafft man es also nicht 200.000 Stellen mit Langzeitarbeitslosen direkt zu besetzen? Genug “Weiterbildungsmaßnahmen” gibt es ja bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern…

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    rote_pille

    8. August 2017 14:29 at 14:29

    Weil es diesen Leuten nichts bringt zu arbeiten. So können sie chillen und kriegen alles Mögliche bezahlt. Wenn sie arbeiten gehen, müssen sie alles selbst bezahlen und der Staat nimmt ihnen zusätzlich so viel weg, dass die Differenz einfach viel zu klein wird.

  2. Avatar

    Dreistein

    8. August 2017 15:02 at 15:02

    Sind das Voll Time Jobs oder 450€ Jobs wie werden diese bezahlt? Mindestlohn ca. 1400€ Brutto? da bleiben dann 1050€ Netto.
    Da kann ich die Harzer verstehen wenn sie nicht wollen, zurzeit leben sie von H4 gesichert, und wenn er oder sie nun Arbeiten geht, geht die ganze Sache doch los. Arbeiten gehen 8Std. jeden Tag und dann noch die Ämter zusätzlich besuchen wegen Wohngeldzuschuss also Aufstockung und da wird nicht viel bei rumkommen. Dazu die Fahrkosten und man hat dann vielleicht 1Jahr einen Job gehabt und rutscht wieder ins Harzer Land ab. Dann hat er / sie ein Jahr gearbeitet und im Grunde nicht viel mehr Geld als mit H4 und dafür jede Menge Rennereien. Ehrlich, ich würde auch lieber liegen bleiben. Lasst die Leute mal anfangen zu arbeiten die dafür ja gekommen sind und so hoch gelobt worden sind, diese Goldstücke!

  3. Avatar

    Gast

    8. August 2017 15:03 at 15:03

    “Es bleibt ein Rätsel…” Es ist für mich ganz und gar kein Rätsel, denn wir haben dieses üble Hartz IV. Menschen, die sich in diesem Hartz IV angesiedelt haben und damit klarkommen (und vielleicht noch mit etwas Schwarzarbeit “aufstocken”), die werden derart mies bezahlte Tätigkeiten nicht aufnehmen wollen. Man hat dann nämlich weniger oder das gleiche Gesamteinkommen wie im Hartz IV, dafür aber ohne jeden Stress.

  4. Avatar

    Pillenzerdrücker

    8. August 2017 15:07 at 15:07

    Vielen Dank für die Berichterstattung und die immer wiederkehrende berechtigte Frage!
    Gründe gibt es sicher einige (auch die genannten).,Aus eigener mehrjähriger Erfahrung kann ich bestätigen, dass man von stereotypen Denkweisen u. Vorurteilen der Arbeitgeber einerseits und von einem völligen Versagen “der Agentur” andererseits ausgehen kann. Null Initiative in Sachen Vermittlung. Reine Verwaltung des Elends und Aufbauen von teils rechtswidrigen Drohszenarien. Habe übrigens nach mehrjähriger Gängelung und Konfrontation mit der geballten Inkompetenz, durch Hartnäckigkeit in den 90ern und auch zuletzt, jeweils wieder in eine bürgerliche Existenz mit Anstellungsverhältnis zurückgefunden – trotz oder gerade wegen der Ignoranz solcher Kommentare (wie dem obigen) meinerseits und trotz der oftmals destruktiven Gängelung durch die Agentur. Mit “Gängelung” ist für die Nicht -Eingeweihten, die Androhung von Sanktionen (= existenzieller Bedrohung) und die als Lieblings-Instrumentarium gewünschte Vermittlung in sinnentleerte, an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes vorbeigehenden Fortbildungsmaßnahmen gemeint.

  5. Avatar

    Steve

    8. August 2017 15:13 at 15:13

    Mindestlöhne sind zu niedrig .
    Auch mit der letzten Erhöhung um 30ct !!!

    450€ Jobs ohne Weihnachtsgeld und 20tagen uralub im Jahr << davon brauch man dann mindestens 2 . dazu kommt man aber ein Haufen stress ,jedentag Spass mit den öffis (auto ist da nicht drin)

    ein rundum verkorkstes system .
    Aber für die einfachjobs haben wir ja jetzt Fachkräfte importiert . die fragen nicht nach Mindestlohn . der Staat stockt es dann auf.

    Aber die Firmen sind auch schuld . warum muss ein Minister durch formen tingeln und bittebitte sagen damit mehr ausgebildet wird.?!
    Lehrlinge die nichts können kann man 6 Monate fristlos kündigen . liberaler gehts nicht ..aber das ist wohl auch noch zu teuer

  6. Avatar

    Emm wie Meikel

    8. August 2017 16:13 at 16:13

    Warum kommt niemand auf die Idee, daß die Nettogehälter, die für diese freien Stellen bezahlt werden, auf Hartz 4 Niveau (oder sogar noch darunter) und damit viel zu niedrig sind? Entweder müssen die horrenden Steuern und Abgaben deutlich runter, die Löhne deutlich rauf oder beides.

    Besonders lustig wird es, wenn jemand mit entsprechender Qualifikation zu einem Drittel oder der Hälfte des üblichen Lohns bei einer Firma anfängt und dafür ein langjähriger Angestellter, der noch den vollen Lohn bekommt, gehen muss. Vorreiter waren namhafte, deutsche Autohersteller, die einen Großteil ihrer Stammbelegschaft durch Zeitarbeiter ausgetauscht haben.

  7. Avatar

    Pillenzerdrücker

    8. August 2017 18:33 at 18:33

    Leute, Ihr geht alle scheinbar davon aus, dass Arbeitslose nicht ernthaft arbeiten wollen?!! Diese Kategorie Arbeitsloser mag es zwar auch geben. Aber diese Verallgemeinungen n einigen der Kommentare, ist nichts anderes als Diskriminierung!!! Ich war zuletzt 3 Jahre Arbeit suchend. 150 wirklich zielgerichtete Bewerbungen auf nahezu zu 100 % passende Jobs sowie eine Vielzahl von Bewerbungen auch auf die im Artikel beschriebenen mies bezahlten Jobs ohne besondere Anforderungen. Ich bin u.a. gut oder hochqualifiziert und ich hatte notgedrungen die Freude 1,5 Jahre von Hartz4 existieren zu müssen. Lasst Euch doch nicht von BILD und ähnlichen Meinungsmachern diesen Mist erzählen, dass es angenehm ist von Hartz4 zu leben. Man verliert alles! Insbesondere auch seine Menschenwürde! Mit diesem Schubladendenken wird letzten Endes dafür gesorgt, dass potentielle Arbeitgeber , sich diesen Vorurteilen (Hartz4 oder Arbeitslos oder Leiharbeiter = Unfähig und faul) “aus Prinzip” anschließen und die Betroffenen “aus Prinzip” keine Chance erhalten. Und ja, dass System der angeblich so hilfreichen Arbeitsmarktpolitik sozialdemokratischer Prägung funktioniert hinten und vorne nicht! Es ist ineffizient und kostet Unsummen, weil ein Riesen Apparat an Verwaltungsangestellten der Bundesanstalt unterhalten wird und eine in weiten Teilen ineffiziente Fortbildungsindustrie ebenfalls weitgehend den dort Beschäftigten selbst, von Nutzen ist und weil diese ganze Angelegenheit für die jeweils Regierenden reine Alibifunktion hat.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      8. August 2017 19:41 at 19:41

      Oftmals geht es heutzutage sogar direkt nach dem Studium in eine endlose Anreihung mies oder überhaupt nicht bezahlter Praktika oder gleich in die Arbeitslosigkeit. Manche landen auch als Burgerbrater bei McDonalds oder müssen bis ans andere Ende der Welt ziehen. Ein Studium oder eine gerade abgeschlossene Ausbildung sind längst kein Garant für eine Arbeitsstelle mehr. Der einstige Lebensstandard der Eltern und zum Teil auch der Großeltern ist schon heute für viele Deutsche ein unerreichbarer Traum geworden.

  8. Avatar

    Lutz Winter

    8. August 2017 19:23 at 19:23

    Da wird mal wieder Stimmung gemacht gegen die H4. Das passt zum plotischen System: Arbeitnehmer gegen Arbeitslose, Mann gegen Frau, Christen gegen Moslems usw. Die Politiker wollen mit dieser Masche, dass wir uns gegenseitig anfeinden und keine Einheit bilden. Denn wären wir uns alle einig, gäbe es schon längst wieder DEMOKRATIE in D.

    • Avatar

      Thomas

      8. August 2017 23:46 at 23:46

      Sie sprechen mir aus der Seele.

    • Avatar

      Peter

      9. August 2017 12:43 at 12:43

      Teile und Hersche war schon im alten Rom so.

  9. Avatar

    Peter

    9. August 2017 12:41 at 12:41

    Das totaler “bullshit” ich bin seit ich 18 bin Arbeitslos/Arbeitssuchende jetzt bin ich 32. Seit ich 18 bin lacht mich das Arbeitsamt aus wenn ich nur IT erwähne und jetzt angäblich durch die Digitalisierung *süß* brauchen sie FACHKRÄFTE *der war gut, haha*. Aber jetzt kommt es noch viel besser die JobCenter Genehmigen mir bis jetzt immer noch keine Weiterbildung. Von daher alles nur lug und Augenwischerei. Die Arbeiterklasse wird mit Absicht so manipuliert das sie auf die angäblich ach so faulen Arbeitslose sauer sind. Leute wacht endlich auf es gibt nicht genug Arbeit/Bildung für alle!!

    • Avatar

      Dieter G.

      9. August 2017 14:25 at 14:25

      Was läuft denn bei Dir schief? Fachkräfte, vor allem in der IT, werden seit Jahrzehnten händeringend gesucht. Die Betonung liegt aber auf „Fachkräfte”. Wer nur einen Rechner ein- u. ausschalten kann, kommt nicht weit.

      Und wieso suchst Du einen Job seit nunmehr gut 14 Jahren? Das gesamte Handwerk ist seit mittlerweile 20 Jahren völlig unterbesetzt. Problem ist natürlich hier: es wird und muss hart gearbeitet werden. Ich kann ein Lied davon singen, bin selbst im Bäcker-u. Konditorenhandwerk aufgewachsen.

      Nur scheinst Du dein Glück in die Hände der öffentlichen Verwaltung zu legen. Mangelnde Disziplin und Arbeitsbereitschaft kann auch ein Jobcenter nicht ersetzen.

      Und wenn Du wirklich in die IT rein willst, bietet MS$ tolle und hochqualifizierte Weiterbildungen an. Musst Du allerdings selbst bezahlen, mein MCSE schlug mit 14 TSD DM in den 90ern gut in die Kasse. Oder eine Zertifizierung für UNIX. Ist zwar nicht billiger, aber hier sind gute Leute gefragt und zudem Mangelware.

      Also, Ar… hoch, und per Eigeninitiative das Ruder in die richtige Richtung drehen.

      Alles Gute…..Dieter

      • Avatar

        Peter

        9. August 2017 19:02 at 19:02

        Wovon soll ein Hartz IV Empfänger ihrer Meinung diese Zertifizierung oder Weiter-/Fortbildung denn bezahlen. Kredit aufnehmen ist nicht mit Hartz IV. Davon ab hat ein Hartz IV Empfänger den angeblich vorhandenen Arbeitsmarkt zu Verfügung zu stehen. Sollte ein Hartz IV sich selbstendig Weiter-/Fortbildung drohen ggf Sanktionen wenn ein Brief von der Arge eintrudelt mit bitte am Tag X zur Maßnahme X oder bei Leibude X vorstellen. Anbei no ich kann Programmieren in Basic, C, C#, desweiteren beschäftige ich mit Reverse Engineering (Programme oder Spiel Hacken/Cracken und Analysieren) mit Diversen Disassemblern, Hex-Editoren. Computer selbst zusammenstellen kann ich ebenfalls. Sowie Video Spiel Konsolen mit Modchips aus China umbauen. Alles selbst beigebracht!

  10. Avatar

    ilse

    2. April 2019 13:19 at 13:19

    früher gab es Journalisten, die recherchiert haben und Dinge hinterfragen konnten.
    Heute kommen die Meldungen Hinsichtlich offener Stellenangebote von den 3-5 großen Nachrichtenanbietern unter anderem REUTERS jeden Monat rein

    interessant sind immer die kommentarbereiche in den Meldungen. Diese spiegeln oft die realität wieder. Dort tummeln sich auch viele Rassisten aber man sollte sich mal fragen, warum die Leute im Osten zu rassisten wurden.

    Heute kostet es fast nix ein Stellenangebot zu schalten. Die in den Jobbörsen können fakes sein, das heisst sie dienen als Werbung, um zu suggerieren WIR WACHSEN UND EXPANDIEREN oder kriminelle Firmen die die Daten abgreifen wollen. Daten können pro Person 0,10-2,00 Euro wert sein. Bei Millionen von arbeitslosen kann sich ja jeder ausrechnen was die kriminellen da verdienen können

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dr. Jens Ehrhardt: Dax 2021 bei 16.000 Punkten, Deflation statt Inflation

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laut Dr. Jens Ehrhardt wird der Dax weiter kräftig ansteigen

Dr. Jens Ehrhardt (hier mehr zu seiner Person) ist ein anerkannter Börsianer. Aber auch seine Meinung ist nur eine von vielen. Er betont in einem ganz aktuellen Videobeitrag, dass er auch im Tief des Börsencrash im März diesen Jahres seine Prognose bestätigt hatte. Der Dax werde nächstes Jahr bei 16.000 Punkten notieren.

Dax 16.000 Punkte laut Dr. Jens Erhardt

Und heute erneuert er diese Prognose. 16.000 Punkte für das nächste Jahr, das sei für den Dax sogar eher eine bescheidene Prognose. Bei Börsenkursen gehe es nun mal nicht um wirtschaftliche Realitäten, sondern um Angebot und Nachfrage im Handel, so seine Aussage. Die Notenbanken würden immer weiter Liquidität in die Märkte pumpen. Und irgendwo hin müsse all dieses neue Geld fließen. Es treibe die Börsenkurse an. Auch bei seiner letztjährigen Gold-Prognose von 2.000 Dollar hätte ihn so mancher schief angeguckt. Und jetzt sei sie eingetreten. Und warum der Dax derzeit noch so gut aussehe? Die Börsianer würden nun mal in den Kursen die realwirtschaftliche Entwicklung ein halbes Jahr vorwegnehmen! Und wie Dr. Jens Erhardt schon richtig sagt im Video… so weit entfernt sind die 16.000 Punkte von heutiger Sicht aus gar nicht mehr. Nur noch ein klein wenig zusätzliche Euphorie… der Sprung von 12.500 Punkten rauf auf 16.000 ist ja nicht mehr so groß?

Inflation?

Wo viele andere Kommentatoren wie Markus Krall etc eine Hyperinflation oder zumindest eine deutlich spürbare Inflation anrollen sehen, da spricht Dr. Jens Ehrhardt heute eher von Deflation. Er nennt dafür auch konkrete Gründe. Ob er Recht hat oder doch eher die Krall-Fraktion? Wir werden das wohl erst in gut einem Jahr genauer wissen. Erhardt meint, dass Inflation für die nächsten 1-2 Jahre gar kein Thema sei.

weiterlesen

Allgemein

Künstliche Intelligenz: Die nächste Generation der Robo Advisor?

Avatar

Veröffentlicht

am

Künstliche Intelligenz pusht den Robo Advisor in der Geldanlage?

Vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist die Geldanlage über einen Robo Advisor für viele deutsche Verbraucher heute zu einer echten Alternative geworden. Jeder dritte Deutsche (29 Prozent) weiß bereits was ein Robo Advisor ist. Von denjenigen, die mit dem Begriff vertraut sind, kann sich sogar jeder fünfte (20 Prozent) vorstellen, sein eigenes Geld über einen Robo Advisor verwalten zu lassen. (Info: Begriffserklärung Robo Advisor) Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführte Studie ,,Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020“, welche von der European Bank for Financial Services in Auftrag gegeben wurde.

370,10 Prozent Anstieg des Anlagevolumens bis 2024 erwartet

Belief sich das Anlagevolumen im Segment Robo Advisor im Jahr 2017 in Deutschland noch auf 756 Millionen Euro, wird für das Jahr 2024 ein satter Anstieg auf insgesamt 29,860 Milliarden Euro Anlagevolumen prognostiziert. Bereits in diesem Jahr (2020) wird mit einem Anlagevolumen von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland gerechnet. (Quelle: Statista.com) Kein Wunder also, dass Banken und Finanzdienstleister weiterhin massiv in Neuentwicklungen und Verbesserungen der Analysefähigkeiten der digitalen Berater investieren. Nachdem anfängliche Kinderkrankheiten nach und nach beseitigt wurden, sollen Robo Advisor in Zukunft deutlich cleverer werden als ihre ,,Vorfahren“.

Die nächste Generation kommt – mit ihr die Künstliche Intelligenz

War der Anlagevorschlag der „ersten Generation“ noch aufgrund einer einfachen Risikoabfrage und Auswahl an möglichen Anlageklassen relativ statisch und konnte sich bei kurzfristigen Marktveränderungen nur bedingt schnell anpassen, wird die nächste Generation schneller und individueller arbeiten.

Die laufenden Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz bieten besonders im Segment Robo Advisor ein enormes Potenzial. Es ist bereits in naher Zukunft denkbar, dass Robo Advisor eine smarte Steuerung des Portfolios durch eine Echtzeit Risikosteuerung ermöglichen und besondere Anlegerwünsche wie ESG-Investing (Environment, Social and Governance – sprich: Ethisches Investieren) vermehrt berücksichtigen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte mittel- und langfristig ganzheitlichen Charakter erlangen, welcher ein solides Cashflow-Management, einen entscheidenden Teil der Altersvorsorge, die übergreifende Investitionsplanung, das Finanzrisikomanagement und individuelle Steuerplanungen des Anlegers begleitet.

Fazit: Wo führt das hin?

Dort wo Wachstum stattfindet, wird investiert. Dort wo investiert wird, entstehen neue Möglichkeiten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nie wieder so langsam sein wird wie heute. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Zukunft viele Chancen bieten, aber auch enorme Risiken in sich bergen, die heute noch kaum vorstellbar sind. Eine kritische Betrachtung möglicher Veränderungen ist daher durchaus gesund.

weiterlesen

Allgemein

TikTok: Opfer des US-Monopols? Trump und Microsoft in Aktion

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

TikTok App auf einem Smartphone

Achtung Verschwörungstheorie? Oder jede Menge heiße Luft? Nein, hier geht es um mehr als nur ein Geschmäckle. Offiziell zumindest geht es um Datenschutz. Es ist ja bekannt, dass der Social Media-Dienst TikTok mit Sitz in China auch im “Freien Westen” eine ernsthafte Gefahr für Instagram und YouTube geworden ist. Noch schlimmer. TikTok ist erfolgreicher und beliebter. Mit alleine 46 Millionen Downloads in den USA alleine im Jahr 2019 ist TikTok als Plattform für kurze Videos richtig angesagt. Die allermeisten Nutzer konsumieren nur Inhalte, wie auf anderen Plattformen auch.

TikTok als einzig ernsthafte Gefahr für das US-Monopol

Damit ist TikTok die erste wirklich ernsthafte Gefahr für das Social Media-Monopol der USA. Denn mal ehrlich. Es ist ein Monopol, wenn man danach geht, aus welchem Land die Anbieter kommen. YouTube, Google, Twitter, Instagram, Facebook, Whatsapp, LinkedIn. Was man in Europa und Nodamerika und in den meisten anderen Teilen des Planeten nutzt, kommt aus den USA. Und TikTok wird offenbar immer beliebter und erfolgreicher. In den App Stores wird die App häufiger geladen als die Apps von den großen US-Anbietern. Und das auch noch völlig ohne Zwang. Die Kids und jungen Erwachsenen in Europa und den USA finden etwas aus China viel besser als etwas aus den USA?

Das kommt noch hinzu zum Angriff auf das Monopol der USA. So was darf doch nicht sein, dass die Chinesen etwas anbieten, was die Leute im Westen besser finden? Und dann wie gesagt noch das schöne Monopol der USA, das bedroht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden? Schon seit Wochen gab es Drohungen gegen TikTok vorzugehen, zum Beispiel seitens des US-Kongress oder durch US-Außenminister Pompeo. Als Grund führt man Datenschutzbedenken an. Nutzerdaten könnten bei der chinesischen Regierung landen. Ob es so ist? Man weiß es nicht. Aber dass gerade die US-Regierung nun mit dem Datenschutz kommt (Thema NSA-Skandale), ist schon witzig, oder eher traurig?

Trump droht, Microsoft will kaufen

Und jetzt ganz frisch droht Donald Trump damit TikTok als App in den USA komplett verbieten zu wollen. Und upsss, ohhhh Wunder. Exakt zur selben Zeit, nämlich am letzten Wochenende, wird bekannt, dass Microsoft mit dem chinesischen Betreiber von TikTok (der Firma ByteDance) in Verhandlungen stehe (hier die offizielle Mitteilung von Microsoft). Man wolle der Firma das TikTok-Geschäft für die USA, Kanada, Australien und Neuseeland abkaufen. Offenbar geht es um eine Kaufsumme in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Bis zum 15. September wolle man eine Einigung erreichen. Warum bis dahin? Laut Berichten soll die Trump-Administration bis dahin Zeit gegeben haben. Schafft Microsoft bis dahin keine Einigung zur Übernahme, wolle man TikTok in den USA verbieten. Was für ein zeitlicher Zufall zwischen aktueller ganz konkreter Verbotsandrohung und der Microsoft-Verhandlung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Denn was wäre ohne die Verbotsandrohung durch Donald Trump passiert? Welchen Grund hätte ByteDance haben sollen, nun womöglich zügig TikTok für die angelsächsischen Märkte verkaufen zu müssen? Gar keinen. Aber gibt es keinen Käufer und die USA verbieten TikTok im eigenen Markt einfach, dann ginge ByteDance ein gigantischer Milliardenbetrag durch die Lappen, beziehungsweise ein beträchtlicher Wertverlust für den chinesischen Anbieter als Gesamtunternehmen.

Nur eine dumpfe Verschwörungstheorie rund um TikTok?

Ist es ein abgesprochenes Spiel hinter den Kulissen? Ich (Trump) drohe mit Verbot, und damit wird TikTok genötigt sein Geschäft für die USA schnell und günstig zu verkaufen, und zwar an einen US-Konzern? Wenn nicht, drohe ich einfach weiter mit Verbot? Ja, das ist natürlich rein spekulativ und klingt schon stark nach Verschwörungstheorie. Aber der zeitliche Zusammenhang von ganz konkreter Androhung eines schnellen Verbots von TikTok, und der Kaufverhandlung durch Microsoft, das wirkt sehr, sehr, sehr stark wie Geschmäckle hoch 10!

Natürlich kann man auch argumentieren, dass die Trump-Administration derzeit ja eh grundsätzlich die Krallen ausfährt gegen China, siehe die Konsulats-Schließung, verschärfter Handelskrieg, Vorwürfe in Sachen Covid-19 usw. Da könnte TikTok nur ein weiterer Eskalations-Baustein sein. Aber ich denke mal: Man sollte das bisherige Social Media-Monopol der USA nicht außer Acht lassen, und dass TikTok derzeit in der Tat dem Monopol den Rang abläuft. Holt man TikTok in die USA und bringt die App in die Hände eines US-Konzerns, kann die Monopol-Party weitergehen, im Zugriffsbereich der NSA versteht sich. Aber, da darf man wenigstens beruhigt sein… dann gäbe es immerhin keine Datenschutzbedenken mehr, dass die chinesische Regierung Daten abgreift.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage