Devisen

2 Charts, die ganz viel Mut machen: Die Lira (Erdogan-Rakete) und Italiens Schuldenparty

Frohe Botschaften und Charts, die Verheißungen enthalten..

Der Mai ist ja bekanntlich der Wonnemonat, und im Norden Deutschlands, wo sich die Redaktion von finanzmarktwelt.de befindet, ist er derzeit besonders wonnig, weil sehr sonnig – im Gegensatz zum ansonsten so verwöhnten Süden. Nach dem miserablen Sommer 2017 ist das für uns Norddeutsche bzw. in Norddeutschland lebende Exilanten – wie einst die Sportmoderatorin Katrin Müller Hohenstein unter fröhlicher Verwendung alter, in den deutschen Sprachschatz lange verbliebener Nazi-Terminologie formulierte – ein „innerer Reichsparteitag“.

Aber nun ist es Zeit, etwas Aufmunterung zu betreiben für Wetter-geschädigte Süddeutsche – oder für verwöhnte Dax-Bullen, nachdem der Index heute leicht unter Druck geraten ist. Unser erster Tip lautet daher: drehen Sie doch einfach den Dax-Chart um, dann steigt doch gleich wieder die Laune!

Das weiß man auch im Präsidentenpalast in Ankara, also bei dem türkischen Präsienten Erdogan: der freie Fall der türkischen Lira (im Volksmund inzwischen auch als „Erdogan-Rakete“ bekannt) nämlich sieht sehr viel niedlicher aus, wenn man den Chart umdreht, also etwa Dollar zu türkischer Lira und nicht umgekehrt. Und so sieht das nach dem nächsten radikalen Abverkauf der türkischen Lira jetzt aus:


(Dollar-Lira, Chart durch anklicken vergrößern)

Aber wenigstens gibt es in der Türkei noch Renditen! So bekommt man für eine türkische Anleihe mit Laufzeit von einem Jahr satte 15,2%, für eine 10-jährige türkische Anleihe jedoch „nur“ 14,44% – das Musterbeispiel für eine invertierte Zinskurve, die bekanntlich als Vorbote für eine Rezession gilt. Bei Erdogan ist es ja so ähnlich wie bei Trump: schenke den Leuten Geld, die dafür aufgenommenen Schulden zahlt dann irgendwann der liebe Gott! Die Türkei jedenfalls ist derzeit das klar schwächste Glied in der Kette der Emerging Markets, deren Party auf Pump nun zu Ende geht!

Und nun gleich zum nächsten erfreulichen Chart: die 10-jährige italienische Anleihe. Aus purer Vorfreude auf die neue Regierung und die versprochene Neuaufnahme neuer Schulden bei gleichzeitiger Einführung einer Parallelwährung geraten die geneigten Investoren derzeit leicht in Erregung, wie der Chart zeigt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Leider kann man hier den Chart nicht umdrehen – aber gleichwohl liegt eben in diesem Chart eine ungemein frohe Botschaft: der Erlöser wird kommen, er ist gar nicht mehr weit, und sei Name ist Jesus Draghi! Wie heißt es doch so schön im Gebet: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Gläubigern“.

Also schon das Motiv des Schuldenerlasses als ein zentraler Punkt im Urchristentum – Mario, nur du kannst uns und die Italiener erlösen, also schreite zur Tat, bevor einer dieser strenggläubigen Teutonen der nächste EZB-Chef wird!

Also heute lauter frohe Botschaften – und das so kurz nach Pfingsten!



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1 Kommentar

  1. @Markus, einsame Spitze dieser Kommentar??

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