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2018 ist das Jahr der Aktienrückkäufe

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen!

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Ein Kommentar von Philipp Immenkötter, https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/

 

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen! Zum Ende des Jahres 2018 hat das Volumen der Aktienrückkäufe der DAX- und MDAX-Konzerne die acht Milliarden Euro Marke überschritten und betrug Anfang Dezember 8,4 Mrd. Euro.

Neun Konzerne sind in 2018 aktiv gewesen, allen voran die Allianz, die ganze drei Milliarden Euro in den eigenen Titel gesteckt hat.  Siemens weist mit rund 1,5 Mrd. Euro das zweithöchste Volumen auf, gefolgt von Covestro mit knapp 1,4 Mrd. Euro. Auch Adidas ist umfangreich aktiv gewesen und hat eine Milliarde für Rückkäufe aufgewendet und weitere zwei Milliarden Euro angekündigt.

Das Vorjahresvolumen von 5,5 Mrd. Euro wirkt im Vergleich zu der jüngsten Zahl recht überschaubar, obwohl bereits dieser Wert das höchste Volumen seit 2009 darstellte.

 

Warum haben die deutschen Konzerne in diesem Jahr verstärkt zu Aktienrückkäufen gegriffen? Um diese Frage zu beantworten, muss man die Kapitalallokation der Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen.

Eine Entscheidung für Aktienrückkäufe ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen Investitionen, gegen eine höhere Dividende, gegen die Bedienung von Schulden und gegen erhöhte Kassenhaltung. Daher ist es aus Investorensicht wünschenswert, wenn sich das Management erst dann zu Aktienrückkäufen entscheidet, wenn bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.

Die Entscheidung für Aktienrückkäufe ist im Fall von Adidas nachvollziehbar. 2018 ist für Adidas ein Rekordjahr. Bereits zum Ende des dritten Quartals fielen Gewinn und operativer Cash Flow deutlich höher als noch im Vorjahresquartal aus. Gleichzeitig wurde ins operative Geschäft investiert und auch die Bilanz macht einen soliden Eindruck. So ist es Adidas möglich, einen Teil, der während des Jahres eingenommenen Mittel, direkt für Aktienrückkäufe einzusetzen. Zusätzlich kann das Volumen flexibel an die operativen Einnahmen angepasst werden. Eine Sonderdividende würde dem Management diese Flexibilität nicht bieten.

Bei aller Freude über wohl begründete Aktienrückkäufe wie bei Adidas sollte man jedoch den pro-zyklischen Verlauf von Aktienrückkäufen nicht vergessen. Unternehmen können nur dann die eigenen Aktien kaufen, wenn sie über genügend überschüssige Liquidität verfügen. Meist trifft dies zu, wenn auch die Geschäfte gut laufen. Von guten Geschäften bekommt der Kapitalmarkt schnell Wind und lässt den Aktienkurs entsprechend steigen. Daher sind in der Regel nur dann die Voraussetzungen für Aktienrückkäufe erfüllt, wenn auch die Kurse hoch sind. So bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als zu hohen Preisen die eigene Aktie zu kaufen.

Dass dies nicht immer gutgeht, zeigt das historische Volumen der Aktienrückkäufe in Deutschland. 2008 wurden bisher die meisten Aktienrückkäufe getätigt und das zu Höchstpreisen. Kurze Zeit später setzte die Krise ein und die Kurse lagen am Boden.  Mit 8,4 Mrd. Euro in 2018 liegt man jetzt zwar erst bei der Hälfte des Volumens aus 2008, für die letzten 10 Jahre stellt es jedoch den Rekordwert dar.

So bleibt für Unternehmen und Investoren zu hoffen, dass keine baldige Rezession folgen und das Geld der Rückkäufe nicht bald an anderer Stelle fehlen wird.

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Tesla: Steigt die Aktie heute erstmals über 1000 Dollar?

Die Aktie von Tesla steigt vorbörslich mehr als 7% auf 925 Dollar nach einer Anhebung des Kursziels durch ein US-Analysehaus

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Steigt die Aktie von Tesla heute erstmals über die Marke von 1000 Dollar? Gestern sorgte die US-Bank Morgan Stanley für einen Anstieg der Aktien von Tesla von 7,3% auf 858 Dollar: die Bank erhöhte das Kursziel für den „bull case“ von 650 Dollar auf 1200 Dollar, wenn das Unternehemen von Elon Musk es schaffe, ein Drittel des weltweiten Elektroautomarkts für sich zu gewinnen. Darüber hinaus habe Tesla noch viel Potential bei der Produktion von Batterien. Gleichwohl bleibt Morgan Stanley skeptisch und behält die Aktie auf „verkaufen“, weil das Chance-Risiko-Verhältnis ungünstig sei.

Letzteres aber haben die Investoren gestern geflissentlich überhört. Heute nun könnte das Analysehaus Piper Sandler Cos. für den nächsten Kursschub der Tesla-Aktie sorgen: Piper erhöhte das Kursziel auf 928 Dollar von zuvor 729 Dollar. Der Grund: Tesla verkaufe nicht nur Autos, sondern eben auch Batterien und Solar-Produkte, die bislang nur 6% des Umsatzes des Unternehmens ausmachen. Das Management von Tesla habe jedoch, so die Analyse von Piper Sandler Cos. prognostiziert, dass der Bereich Batterien und Solar eines Tages (!!) ähnlich bedeutsam für das Unternehmen wie der Verkauf von E-Autos.

Piper sieht vor allem viel Potential in der Speicherung von Sonnenenergie – man habe in einem Test, so das Analysehaus, ein solar-basiertes System für die Stromversorgung eines Model X installiert, und die Ergebnisse seien „beeindruckend“ gewesen.

Man kann sich jedoch nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass mit dem Bereich Batterien und Speicherung von Solarsstrom nun die nächste „Hoffnungs-Sau“ durchs Dorf getrieben wird, ganz nach dem Motto: „eines Tages“ werde dies und das passieren.

Zur Erinnerung: noch im Januar hatte Piper Sandler Cos. sein Kursziel für die Aktie von Tesla mit dem Argument angehoben, dass in China noch immens viel Potential für Elon Musk und sein Unternehmen liege. Nunja, könnte man einwenden: die Verkäufe von E-Fahrzeugen sind in China im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte eingebrochen, nachdem die Regierung steuerliche Anreize für den Kauf solcher Fahrzeuge gestrichen hatte. Damit sind die Verkäufe von E-Fahrzeugen noch deutlicher rückläufiger als die der „konventionellen“ Fahrzeuge!

Und in den nächsten Monaten, so kann man wohl getrost schlussfolgern, wird es Tesla in China aufgrund des Coronavirus auch nicht so furchtbar leicht haben – selbst wenn man in seiner Gigafactory in Shanghai wieder produziert: wer kauft derzeit angesichts des Stillstands des öffentlichen Lebens Tesla-Fahrzeuge im Reich der Mitte?

Aber was zählen derzeit Argumente, wenn das Prinzip Hoffnung entscheidend ist? Völlig logisch daher, dass die Aktie von Tesla vorbörslich bereits bei 925 Dollar gehandelt wird (mehr als +7% zum Vortagesschlusskurs) – fehlen nur noch ca. 50 Dollar bis zum Allzeithoch. Es sieht so aus, als wolle der Markt die 1000er-Marke bei der Aktie von Tesla bald sehen – vielleicht schon heute. Denn die Blase nährt die Blase..

Die Aktie von Tesla könnte schon heute über 1000 Dollar steigen

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Coronavirus: Erste Auswirkungen auf deutsche Firmen

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Nachdem vorgestern Abend Apple aufgrund des durch das Coronavirus weitgehend still stehenden China-Geschäfts eine Umsatzwarnung aussprechen mußte, zeichnen sich nun auch die ersten Folgen für deutsche Unternehmen ab!

So berichtet das in Thüringen und München ansässige Unternehmen Adva Optical (gelistet im SDAX) in einer Ad hoc-Mitteilung:

„Wie die aktuelle Situation in China aufgrund des COVID-19/Corona Virus verdeutlicht, unterliegen quartärliche Prognosen aufgrund temporärer Unsicherheiten oder exogener Einflussfaktoren insbesondere in ADVAs Industrie zu hohen Schwankungsbreiten.
Aufgrund der gegenwärtigen Situation in China erwartet der Vorstand Engpässe bei ADVAs Zulieferern. Aus Sicht des Vorstands führt dies höchstwahrscheinlich zu einer negativen Proforma Betriebsergebnismarge für das Q1 2020. Ob und in welchem Umfang sich die Situation in China noch weiter verschlechtern oder auch verbessern wird, kann gegenwärtig noch nicht belastbar vorhergesehen werden.“

Aufgrund dieser Gewinnwarnung fällt die Aktie von Adva Optical aktuelle um gut -9%.

Zwei Etagen höher (sprich im Dax) gibt heute adidas eine erste Einschätzung zum Stand der Dinge in  Sachen Coronavirus: seit dem chinesischen Neujahr (25.Januar) liegt laut Aussagen des Konzerns der Umsatz 85% unter dem Umsatz des Vorjahres. Viele eigene Geschäfte, aber auch die von Geschäftspartnern, die adidas-Produkte vertreiben, seien geschlossen, so der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Auch in Japan und Südkorea laufe das Geschäft schlecher als üblich, während andernorts bislang jedoch noch keine Rückgänge zu verzeichnen seien..

Wie schwierig die Lage einzuschätzen ist, gibt adidas in schönstem Bürokraten-deutsch dabei offen zu: „Angesichts der sich täglich verändernden Lage lässt sich das Ausmaß der Gesamtauswirkungen auf unser Geschäftsjahr 2020 zu diesem Zeitpunkt nicht zuverlässig quantifizieren“.

Die Aktien von adidas, lange der Highlyer im Dax, sind heute bei den Schlußlichtern im Dax. Die Aktie vollzog Mite und Ende Januar eine Top-Bildung im Bereich 310 bis 315 Euro und handelt derzeit im Bereich 284 Euro.

Derartige Meldungen werden sich, so viel scheint sicher, in den nächsten Tagen und Wochen häufen. Besonders gespannt darf man etwa auf die Aussagen von Volkswagen sein, das bekanntlich in China seinen mit Abstand größten Absatzmarkt hat.

Was aber machen die Aktienmärkte daraus? Steigen sie weiter, im Ur-Vertrauen auf den Notenbanken-Put? Oder obsiegen die Kennzahlen der Firmen, wie sie die Berichtssaison bzw. Gewinnwarnungen dann zeigen werden? So oder so: je länger die Krise durch das Coronavirus andauert, umso absurder wirken – trotz Anlagenotstand – die derzeitigen Allzeithochs der Aktienindizes..

Adidas verzeichnet massive Umsatzrückgänge ein China aufgrund des Coronavirus

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Deutsche Telekom mit Quartalszahlen: Gut geliefert

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Deutsche Telekom Telefonzelle Beispielfoto

Die Deutsche Telekom hat ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 21,36 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 20,26).

Der Gewinn (Konzernüberschuss) liegt bei 654 Millionen Euro (Vorjahresquartal -431).

Im Gesamtjahr 2019 ist die Mitarbeiterzahl gegenüber 2018 gesunken von 215.675 auf 210.533.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +1,6%.

Hier zum Ausblick für das begonnene Jahr im Wortlaut von der Telekom:

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet die Deutsche Telekom mit einem erneut steigenden Umsatz. Das bereinigte EBITDA AL soll auf rund 25,5 Milliarden Euro wachsen, davon rund 13,9 Milliarden Euro aus dem Geschäft außerhalb der USA. Hier wird wie schon 2019 Wachstum in allen operativen Segmenten erwartet. Beim Free Cashflow rechnet der Konzern mit einem Wert von rund 8,0 Milliarden Euro. Alle Werte gelten auf Basis konstanter Wechselkurse und eines unveränderten Konsolidierungskreises.

Hier das Headline-Statement zu den aktuellen Zahlen, im Wortlaut von der Telekom:

Umsatzrekord, Gewinnwachstum in allen operativen Segmenten und ein erneutes Plus bei den Investitionen: Die Deutsche Telekom schaut auf das erfolgreichste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück. Der Umsatz legte 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 80,5 Milliarden Euro zu. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,2 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Der Free Cashflow AL kletterte um 15,9 Prozent auf 7,0 Milliarden Euro. Die Deutsche Telekom erreichte damit ihre im November angehobene Prognose für das Jahr 2019.

„Das ist ein historischer Tag für die Deutsche Telekom“, sagte Vorstandsvorsitzender Tim Höttges. „Mit diesen Rekordzahlen haben wir unsere Position als klare Nummer eins der Branche in Europa bestätigt.“

Die Investitionen gemessen am Cash Capex ohne Ausgaben für Mobilfunkspektrum lagen 2019 bei 13,1 Milliarden Euro und damit um 7,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Grund für den Anstieg war der beschleunigte 5G-Ausbau in den USA. Der Konzernüberschuss stieg um 78,5 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Negativen Sondereinflüssen wie der Vergleichsvereinbarung im Maut-Schiedsverfahren und Wertminderungen im Vorjahr standen 2019 unterschiedliche Effekte in deutlich geringerer Größenordnung gegenüber. Bereinigt um Sondereinflüsse errechnet sich ein Plus beim Konzernüberschuss von 8,9 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Deutsche Telekom Quartalszahlen aktuell

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