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Griechenland: Fakten aus der Realität, Privatisierungen gehen voran

FMW-Redaktion

Wirtschaftswachstum rauf oder runter – harte Fakten zeigen das nach wie vor vorhandene Ausmaß einer Depression in Griechenland. Der Stromverbrauch geht laut „Hellenic Electricity Market Operator“ auf Jahresbasis um satte 7,22% zurück – ein deftiges Zeichen dafür, dass die Wirtschaftsaktivität real zurückgeht und dass auch die Privathaushalte weiter sparen wo sie nur können. Chinas Premierminister Li Keqiang  z.B. traut Chinas eigenen staatlichen BIP-Daten überhaupt nicht und schaut auch eher auf Daten wie Zu- oder Abnahme beim Stromverbrauch, um einschätzen zu können, wie in China die Wirtschaftslage aussieht. Und in der Tat – vertraut man den griechischen BIP-Daten nicht, kann der dortige Stromverbrauch ein interessanter Indikator für die Realität sein.

Laut griechischer Notenbank sind die Immobilienpreise in Griechenland von 2008 bis zum Ende 2015 um 41% gefallen, in Athen und Thessaloniki sogar um 43 – noch mehr als erwartet. Die angesehene Wirtschaftszeitung Kathimerini hat in einer Analyse gerade erst dargelegt, dass das Abwärtspotenzial bei den Immobilienpreisen noch lange nicht ausgeschöpft ist, da der Einbruch in der Relation zum Absturz des Bruttoinlandsprodukts viel zu gering ausgefallen ist, wenn man Griechenland mit anderen Krisenländern in Europa vergleicht.

Währenddessen machen die Privatisierungen in Griechenland klammheimlich Fortschritte – unglaublich! Bisher ging nur die Privatisierung von 14 griechischen Flughäfen per Pachtvertrag an die deutsche Fraport groß durch die Presse, für 1,2 Milliarden Euro. Dieses Geld ist auch bereits geflossen. Hinzu kommt jüngst der Verkauf der Hotelanlage Astir Palace für 400 Mio Dollar an ein türkisch-arabisches Konsortium – hiervon bekommt der griechische Staat 1/4 ab, so gehen weitere 100 Mio Dollar an den Privatisierungsfonds. Die Privatisierung des Gasversorgers DESFA bringt wohl im 1. Quartal 2016 187 Mio Euro. Die chinesische Cosco bietet aktuell für den Betrieb des Hafens von Piräus und soll angeblich noch im Januar 300-400 Mio Euro auf den Tisch legen – das ist aber noch nicht spruchreif. Sollte das klappen, geht man in Athen von einem Aufbruchsignal aus, wodurch weitere tatsächliche Privatisierungen folgen sollten. Klappt Cosco/Piräus, kommt man schon mal auf gut 2 Milliarden Euro Gesamterlös aus diesen vier Privatisierungen.



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