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Goldman Sachs: 2016 bringt einen Bullenmarkt für Rohstoffe

FMW-Redaktion

Im September stand Öl noch bei 45 Dollar – und Goldman Sachs schockierte die Märkte mit seinem Kursziel von bis runter auf 20 Dollar. Für viele damals unglaublich, aber inzwischen sind wir bei fast 29 Dollar angekommen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Aus dem selben Haus kommt heute nun die These:

Die Rohstoffmärkte sind weit gefallen, und in 2016 erleben sie einen neuen Bullenmarkt. Auf den ersten Blick klingt das nach „Wendehals“, aber die Kurse von Rohstoffen und Rohstoff-Aktien sind nun mal dramatisch gefallen in den letzten Monaten. Von einem tiefen Niveau aus kann natürlich ein „neuer“ Bullenmarkt leichter gestartet werden.

„The key theme for 2016 will be real fundamental adjustments that can rebalance markets to create the birth of a new bull market, which we still see happening in late 2016.“

Goldman untermauert das mit der Aussage, dass in 2016 reale fundamentale Anpassungen vorgenommen werden. Produzenten würden jetzt ihre Fördermengen reduzieren um Angebot und Nachfrage letztlich ins Gleichgewicht zu bringen. Die Globalisierung und die steigende Liquidität an den Rohstoffmärkten würden dabei helfen. Mit dem Bullenmarkt sei dann gegen Ende 2016 zu rechnen.

Die 20 Dollar-Ansage bei Öl von Goldman aus September war eine „runter bis auf 20“-Ansage – für das 1. Halbjahr hatte man bisher 40 Dollar im Durchschnitt aufgerufen. Der Ölpreis und Rohstoffpreise insgesamt seien inzwischen unter die Niveaus gefallen, wo die Produzenten normalerweise spätestens anfingen ihre Angebotsmenge zu reduzieren. Und so Goldman, solche Anpassungen bräuchten eine gewisse Zeit, das sei normal.

Ob sich Goldman mit dieser Ansage eines Bullenmarktes Ende 2016 mal nicht irrt? Im Augenblick (!) scheint es eine historisch einmalige Lage zu geben. Der Ölpreis als wichtigster Rohstoff fällt und fällt und fällt. Normalerweise müssten die Produzenten das Angebot verknappen, damit der Preis steigen kann – normalerweise. Aber die Golfstaaten pumpen mit Absicht auf Rekordniveau um die Frackingindustrie zu zerstören. Und der Iran kommt in Kürze auch neu hinzu als neuer Lieferant für den Westen. Auch Russland pumpt auf Rekordniveaus, und die Fracking-Firmen pumpen um ihre Zinslasten abzahlen zu können – mal leicht simplifiziert ausgedrückt. Wenn einer von all den Anbietern jetzt seine Fördermenge senkt, springt irgendjemand anders ein und erhöht einfach seine eigene – denn im Augenblick scheinen fast alle möglichst viel pumpen zu wollen, aus verschiedenen Motiven. Nur Länder wie Venezuela würden sich über eine geringere Fördermenge freuen.



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1 Kommentar

  1. Kann schon sein das die Rechnung aufgeht.Wenn der Iran anfängt Öl zu verkaufen wird sich der Preis möglicherweise noch mal um 10-12 US$ senken,wobei wir dann bei 16-18 US$ wären. Das wäre dann in dieser Analyse mit eingerechnet.
    Von 15 S$ auf 30 US$ wären ja dann immerhin eine 100% Steigerung.
    Warten wirs ab.

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