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Ein Einblick in die Heuchelei rund um ältere Arbeitslose

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das Statistische Bundesamt titelt aktuell mit der Headline „Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen hat sich in letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt“. Wummms, das ist mal eine positive Aussage. Die Entwicklung verläuft für ältere Arbeitslose (genauer gesagt „Erwerbslose“) basierend auf den Daten der Behörde kontinuierlich in die richtige Richtung, und das seit 10 Jahren. Warum aber tun die Bundesagentur für Arbeit wie auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dann so als gäbe es gar keine Arbeitslosen älter als 58 Jahre? Ein Skandal, der leider in der breiten Öffentlichkeit bisher kein Gehör findet…

Andrea Nahles ältere Arbeitslose
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Vermittlungschance zu gering, daher gar nicht mehr arbeitslos?

Auf den folgenden Umstand hatten wir schon mehrmals hingewiesen:

Im § 53a Abs. 2 Sozialgesetzbuch II heißt es Zitat:

„Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist, gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos.“

Auf Deutsch gesagt: Langzeitarbeitslose älter als 58 Jahren tauchen in der ach so sorgfältigen deutschen Arbeitslosenstatistik gar nicht als Arbeitslose auf. Sie werden einfach nicht mehr mitgezählt. Und warum? Das ist der Knaller. Sie gelten als schwer vermittelbar und stehen daher dem Arbeitsmarkt (irgendwie?) nicht mehr richtig zur Verfügung. Deswegen betrachtet man sie nicht mehr als arbeitslos. Merkwürdig, denn auch bei geringer Vermittlungschance sind sie trotzdem arbeitslos! Man könnte jetzt meinen mit so einer Begründung kann man ja auch Alkoholkranke, Analphabeten usw auch alle aus der Statistik entfernen, weil die ja aufgrund ihrer Probleme auch nicht direkt vermittelt werden können. Ein Wunder, dass alle diese Gruppen noch nicht ausgenommen wurden, aber vielleicht kommt das ja auch noch.

Versteckspiel unnötig

Das Versteckspiel von Arbeitsagentur und Bundesministerium, mit dem man ältere Arbeitslose einfach aus der Statistik löscht, ist nicht nur skandalös, sondern auch von der Grundannahme her fehlerhaft. Ältere Arbeitslose sind ganz im Gegenteil genau so gut vermittelbar wie Jüngere. Den Beweise dafür liefert heute eine andere deutsche Behörde, das Statistische Bundesamt. Laut ihrer aktuellsten Veröffentlichung hat sich die Erwerbstätigkeit bei der Gruppe von 60-64jährigen im Zeitraum von 2005-2015 fast verdoppelt. Das zeigt sehr anschaulich dieser Chart.

Erwerbstätige 1
Grafik: Statistisches Bundesamt

Dazu im Original das Statistische Bundesamt:

„Die Lage von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen nahm so stark zu wie in keiner anderen Altersgruppe. Sie hat sich in den letzten zehn Jahren von 28 % (2005) auf 53% nahezu verdoppelt.
Frauen von 60 bis 64 Jahren waren dabei seltener erwerbstätig als ihre männlichen Altersgenossen. Die Unterschiede sind in den vergangenen Jahren aber geringer geworden: Waren 2005 noch 21 % der Frauen und 36% der Männer dieses Alters erwerbstätig, lagen die Anteile 2014 bereits bei 46 % und 59 %.“

Also darf man davon ausgehen, dass es beim Weglassen der älteren Arbeitslosen definitiv nur darum geht, dass man irgendwie die veröffentlichte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland runterdrücken will, egal wie. Dazu streicht mal halt eben einzelne Personengruppen weg, einfach so. Und fertig ist die Vollbeschäftigung, optisch zumindest!


7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    26. Januar 2016 15:45 at 15:45

    Ich hab die Nales eh gefressen.
    Die ganze SPD ist ein ……haufen, ganz früher hatten die wenigsten noch Ideen.
    Aber das ist schon lange her – Es müssen neue Parteien her, Parteien mit neuer Innovationskraft.
    Vorschläge?

    • Avatar

      manni

      27. Januar 2016 10:30 at 10:30

      Ob Nahles oder wer auch immer….
      Nach Schröder’s Abwahl mussten halt die Arbeitslosenzahlen besser werden, ein Aufschwung her – und so wird getrickst und wir belogen, dass sich die Balken biegen.
      Neue Parteien? -> deutsche-mitte.de
      Vielleicht entwickelt sich da was. Aber die werden von den Etablierten bestimmt geauso zerlegt werden, wie die Piraten und die Afd unter Lucke. Unbedingt kpl. ansehen:
      youtube: „geopolitik 2016 christoph hörstel“

  2. Avatar

    EuroTanic

    26. Januar 2016 16:51 at 16:51

    Dieses System, in dem wir grade leben, hat Dimensionen erreicht, die den Illiusionen der DDR und des Orwellschen Staates bei weitem übertreffen. Wir leben in einem Massenwahn, einer Massenpsychose, einer Massentäuschung.
    Wer „normale“ Gefühle, logische Denkweisen und ein gesundes Mass an Realitätsbewusstsein und Gerechtigkeitsgefühl hat wird gnadenlos euthanasiert. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

  3. Avatar

    oscar

    26. Januar 2016 22:57 at 22:57

    leider wird es auch so bleiben und sich eher noch zuspitzen. dafür sorgt die mischpoke schon. wer gibt den solch ein sorgenfreies immer gefüttet werden auf? solange dieses sogenannt demokratische wahl und politsystem so wir bisher funktioniert, neee da geht gar nix. das ist die lausige wahrheit ! da nährt die hydra die hydra, abgesichert, immunität genießend, dumm schwätzend, hauptsache zirkus fürs michelvolk, alles demokratisch…na klar. demokratie ist immer die macht des starken..z.b. der partei. ja und da nur alle 5 jahre das dummgeschwätzte volk mal wählen darf, immer die gleichen übrigens ;-) hat es mächtig mitsprache. halt demokratisch. ach ja, wenn eine enfesslte kanzlerin jahrzehnte ungerührt und belästigt ihre diktatur ausleben kann, dann sagt das irgendwie auch etwas über die laufzeit aus. auf vernetztem filz sitzt sichs gut. wenns sein muss, bis es das land nicht mehr gibt. das system ist der pferdefuß…nicht nur die parteien. macht, macht alles nieder…..leider !

  4. Avatar

    cource

    27. Januar 2016 12:00 at 12:00

    macht euch doch nichts vor, 1. einen älterer arbeitsnehmer lässt sich nicht mehr so gut ausbeuten wie ein jüngerer 2. die gut bezahlten jobs sind alle weg nur noch jobs im niedriglohnsektor und dafür sind sich dann die qualifizierten älteren auch zu schade
    3. die vormachtstellung deutschlands in der weltwirtschft hat eben halt auch gravierende nachteile in der lebensqualität was aber partout keiner wahrhaben will

  5. Avatar

    Leffringhausen

    8. Oktober 2016 14:15 at 14:15

    Hallo,
    ich würde mir wünschen,das man abgelehnt an die 58 iger Regelung,beispielsweise die 61 iger Regelung einführt,
    damit würde man der Heuchelei ein Ende setzen,jeder ältere Arbeitslose kann dann selbst entscheiden,

    • Avatar

      Karl

      30. März 2018 21:27 at 21:27

      Wünsch ich mir auch nach 40 Arbeitsjahren, aber das wird eh nix,weil Die ( Das System CSU/CDU Merkel) ja eine panische Angst davor haben , das der (körperliche ) Arbeiter überhaupt seine Rente erleben darf und wenn dann nur im Seniorenheim( 3500 Euro) und dann verdienen wieder alle im System an den alten Deppen mit.Wenn ich mir überlege, was ich, mein Arbeitgeber im Laufe der Jahre eingezahlt haben und was dabei rauskommt, ist das für ein Land, das behauptet eines der reichsten der Welt zu sein ,erbärmlich, da sich ja alle aus der Rentenkasse bedienen, für was auch immer. Normalerweise könnte in Deutschland jeder Arbeitnehmer mit 55 in den Ruhestand gehen , wenn die Geier endlich mal die Rentenkasse in Ruhe lassen würden.

      Ist aber ein frommer Wunsch

      Viele herzliche Grüße auch noch an Herrn Gerhard Schröder, dank Ihm kommt die SPD (Gottseidank !!!) auch nicht mehr über 17 % und hoffentlich merken sich die Wähler den Gerd.
      Mir taucht er schon im Wahllokal auf, bevor ich mein Kreuz mache, Danke nochmal für Deine Agenda Gerd !!

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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