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Öl-Fördermenge: „Kritische Masse“ für Einfrierung erreicht (angeblich)…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Dieses Zitat stammt jüngst vom russischen Energieminister Alexander Novak. Eine „kritische Masse“ sei erreicht. Die Länder, die einer Einfrierung der Öl-Fördermenge auf aktuellen Niveaus zustimmen würden, repräsentierten 73% der weltweiten Ölproduktion, so Novak gestern nach dem Meeting mit Wladimir Putin und den russischen Ölproduzenten. Gegenüber denen hatte Putin sich extrem zurückhaltend geäußert.

Al-Naimi Freie Marktwirtschaft
Der saudische Öl-Minister Ali Al-Naimi ist der wichtigste Player in diesem Spiel. Foto: Paradoxicalengineer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Russland plant (irgendwie) mit Venezuela und anderen Ländern für Mitte März ein großes Produzenten-Meeting für OPEC- und Nicht OPEC-Mitglieder, wo eine richtig breit aufgestellte Einfrierung der Fördermenge angeblich beschlossen werden soll, nachdem vor Kurzem ja schon von diversen Produzenten eine halbherzige Einfrierung der Öl-Fördermenge verkündet wurde. Angeblich sollen hierbei auch Produzenten wie Eduador, Mexiko und auch einige afrikanische Länder teilnehmen. Noch wurde kein Termin und kein Ort für ein Treffen verkündet, aber irgendwie reden alle davon!?

Laut Novak´s Aussagen von gestern werde so eine Einfrierung auch etwas bringen, wenn der Iran seine Fördermenge weiter raufschraube. In Teheran ließen Personen aus dem Dunstkreis des Ölministeriums jüngst durchblicken bis August könne und wolle man seine tägliche Produktion sogar bis auf fast 4 Millionen Barrels pro Tag anheben (im Januar 3,4 Mio).

Bei einem derzeitigen täglichen Überangebot von 1 Millionen Barrels weltweit ist der Iran das große Problem im Nahen Osten. Weltweit gesehen sind der Iran, aber genau so die amerikanische Fracking-Industrie das Problem. Mangels zentraler Steuerung oder eines Produzentenverbandes sitzen die Amerikaner bei keinerlei Gesprächen mit am Tisch, sondern erhöhen oder reduzieren völlig ziellos ihre Ölförderung.

Alexander Novak sagte jetzt das Ziel der Produzenten (Russland, OPEC, Venezuela, Nigeria etc?) wäre es den Ölpreis auf einen Level von 50-60 Dollar pro Barrel zu „stabilisieren“. Aber erst vor Kurzem berichteten wir über Aussagen großer amerikanischer Fracking-Firmen, dass man momentan seine Produktion zurückfahre wg. den steigenden Verlusten, aber nur darauf warte, dass der Ölpreis auf 40 Dollar steige. Ab dann wolle man seine Produktionsmenge möglichst rasch aufstocken, weil grob geschätzt hier die aktuelle Gewinnschwelle der Fracker liegt.

Ein Paradoxon für alle. Begrenzt oder reduziert die weltweite „Produzentenfamilie“, steigt evtl. der Ölpreis und die Amerikaner greifen zu und erhöhen ihre Produktion, weil es sich für sie wieder rechnet. Dadurch würde der Preis aber wieder sinken. Hinzu kommen noch die vollen Öl-Lager, in den USA und auch in Europa, wie wir erst heute berichteten.

Was gab es denn zuletzt aus der OPEC-Familie zu hören? Der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Suhail Al-Mazrouei sagte jüngst die aktuellen Preise sollten jeden zwingen seine Produktion einzufrieren, ob ihm das gefalle oder nicht. Der saudische Öl-Minister Al-Naimi sagte richtige Kürzungen der Fördermenge seien aktuell gar nicht im Gespräch, weil sich die Produzenten untereinander nicht trauen würden. Denn, so meinen wir: Wer zuerst statt nur zu deckeln richtig kürzt, ist der Verlierer, alle anderen stehen nur da und lachen ihn aus. Allgemein lautet der Unterton bei der OPEC: Russland vertrauen wir nicht so richtig. Die fördern auf Rekordniveau, und werden die wirklich einfrieren, wenn wir es tun?

Der Ölpreis zeigt sich wie in den letzten Wochen auch wenig bis gar nicht beeindruckt von all diesen „Aktivitäten und Meetings“. WTI unter 34, Brent unter 37 Dollar. Russland wird relativ problemlos der Einfrierung seiner eigenen Öl-Fördermenge zustimmen, da man zuletzt auf absoluten Rekordniveaus gepumpt hat – man friert also auf Rekordniveau ein. Der Iran erhöht weiter seine Produktion, die Fracker senken langsam ihre Fördermenge (aus purer Not), aber auch die vollen Lager zeigen: Es ist keine Erholung in Sicht, weiterhin hängen wir derzeit irgendwo bei 1 Million Barrel pro Tag Überangebot – und diese Menge muss nach wie vor irgendwo gelagert werden. Die Lager und Tanker stehen aktuell ganz kurz vor der maximalen Auslastung. Wie Spötter in Chicago vor Kurzem sagten: Demnächst sind die Swimmingpools dran!

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