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Venezuela verkauft massiv Gold um zu überleben

FMW-Redaktion

Venezuela hat im 1. Quartal des Jahres massiv Gold verkauft um zu überleben. Laut einem Bericht des Internationalem Währungsfonds hat das Land im Februar 34,2 und im März 8,5 Tonnen Gold verkauft um an Devisen zu kommen. Aktuell sind die gesamten Währungsreserven des Landes (inklusive Gold, das einen Großteil davon ausmacht) auf nur noch 12,1 Milliarden US-Dollar gefallen.

Venezuela Maduro
Venezuela´s Präsident Nicolás Maduro. Foto: Wilsom Dias/Agência Brasil / Wikipedia (CC BY 3.0 br)

Venezuela´s Goldreserven sinken auf einen historischen Tiefststand bzw. sind kaum noch vorhanden. Gut 95% der Exporteinnahmen stammen aus dem Ölgeschäft – und gerade der Ölpreis war in den letzten 1 1/2 Jahren massiv eingebrochen. Die aktuelle Preiserholung bringt nur wenig. Das Land wie auch die nationale Ölgesellschaft PDVSA müssen in 2016 nach nicht bestätigten Angaben wohl um die 6 Milliarden Dollar an Schulden und Zinsen zurückzahlen. Auch dafür reichen diese Goldverkäufe hinten und vorne nicht, wo das Land abseits von Schuldenbegleichung genug andere Sorgen hat.

Die Inflation in Venezuela sollte nach IWF-Schätzungen von Anfang des Jahres irgendwo über 700% liegen – aber in diesen Größenordnungen kann das wohl niemand mehr so genau erfassen. Die Wirtschaftsleistung soll dieses Jahr um die 8% einbrechen. Eigentlich geht nichts mehr. Da helfen Gerüchte zumindest ein klein wenig, dass China als Kreditgeber Verlängerungen und Aufschübe gewähren könnte.

Das Traurige an der Sache ist, wenn man das „große Ganze“ betrachtet: Venezuela hat größere Ölreserven im Boden als Saudi-Arabien. Man sitzt also quasi auf einer Goldader, hat aber bildlich gesprochen keine Bergbaugeräte um das Gold zu fördern. Die Technologie in Venezuela ist veraltet und ineffizient – verstärkt hat das Problem, dass die jahrelang regierende extrem sozialistisch ausgerichtete Regierung ausländische Ölunternehmen, die das entsprechende Know How besitzen, aus dem Land jagte – so fassen wir es mal in einer Aussage zusammen.

Ob so ein ausländischer „böser“ Ausbeuterkonzern wirklich Venezuela nur aussaugt, ist jetzt mal Nebensache. Man könnte intelligent wie es asiatische und arabische Länder machen, Know How von ausländischen Ölkonzernen einkaufen, in dem man ihnen 49%-Anteile an Joint Ventures gibt, bei denen der Staat Venezuela 51% behält – nur so ein Beispiel. So hätte der Staat jederzeit die Kontrolle über seine eigenen Ölvorkommen, und dennoch würde ausländische Fördertechnologie der eigenen Produktion helfen. Aber betrachtet man das Gesamtbild, sind ausländische Konzerne für Präsident Maduro und seinen Vorgänger Hugo Chavez einfach nur der Teufel, den man verjagen musste. Eigentlich schade, denn das Land könnte im Öl baden – dazu noch eine Währungsreform, und man könnte wirtschaftlich durchstarten – so fassen wir es mal ganz einfach und oberflächlich zusammen!



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