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Trump hat ein Wirtschaftsprogramm für die Wähler – Hillary nicht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Hillary Clinton´s Wirtschaftsprogramm lautet kurz zusammengefasst „let´s unite“ bla bla bla. Wir fassen uns alle an den Händen, tanzen fröhlich im Kreis, und dann wird alles gut. Dieses sinnfreie „Weiter so“ wie untern den letzten Präsidenten Bush und Obama, die ebenfalls keine Wirtschaftspolitik betrieben, sondern nur verwalteten, treibt immer mehr abgehängte US-Bürger in die Arme von Donald Trump. Ob seine Ideen wirklich etwas bringen, kann man bezweifeln, und man erfährt die Wirksamkeit seiner Ideen auch erst im Nachhinein – aber eines muss man ihm zu Gute halten. Im Gegensatz zu Hillary hat er wenigstens ein Wirtschaftsprogramm.

Trump
Donald Trump. Foto: Michael Vadon / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Und das ist etwas ganz Neues im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft seit der 2000er-Wende (zeitlich mal ganz grob umrissen). Wirklich konkrete Vorschläge die US-Industrieproduktion wiederzubeleben bzw. anzukurbeln hatten weder Bush noch Obama. Der aktuelle US-Präsident lebte nur vom Slogan „Yes we can“… das war´s. Als Resultat dieser „tiefgründigen“ Wirtschaftspolitik fanden nach 2008 zwar viele Amerikaner wieder Jobs, aber deutlich schlechter bezahlt als vor 2008, da es statt Industriejobs großteils Dienstleistungsjobs sind.

Trump bietet dem Wahlvolk klare Alternativen, ein klares Programm. Nochmal: Ob es funktioniert, wissen wir alle erst im Nachhinein. Trump lies schon durchblicken, dass er für die Umsetzung natürlich jede Menge richtige Wirtschaftsexperten anheuern werde. Man kann es sich auch schwer vorstellen, dass der Showman Trump sich im Oval Office stundenlang in Akten und Gesetzestexte vertieft.

Trumps 1. Leitlinie heißt Protektionismus. Dieses Abschotten nach außen brachte der US-Wirtschaft in grauer Vorzeit schon mal einen gigantischen Aufschwung, da sich durch die Abschottung die eigene Industrie überhaupt erst richtig entwickeln konnte. Aber natürlich haben sich die Zeiten längst geändert. In Sachen Freihandel will Trump die Schotten dicht machen. Abschottung gegenüber dem Ausland ist die Devise. Zölle rauf statt Zölle runter! Deswegen ist auch klar, warum Barack Obama TTIP noch vor der Präsidentschaftswahl durchboxen möchte! Trumps Theorie, die von der „neuen“ Lehre abweicht, dass Freihandel allen nur Vorteile bringt: Schotten wir uns ab und belegen die Chinesen mit hohem Importzöllen für den US-Markt, dann müssen Hersteller wie Apple wieder hochwertige Industrieproduktion zurückverlegen in die USA. Das könnte sogar funktionieren. Die Kehrseite der Medaille wären dann aber „Vergeltungsmaßnahmen“ der Länder, die von den Zöllen betroffen sind – die KP in Peking könnte dann US-Konzerne bei ihren Absatzbemühungen in China beschränken.

Auch kämpft Trump anders als Hillary Clinton und Barack Obama für den Erhalt der „alten“ Industrien wie Kohle. Gerade zuletzt war die US-Kohleindustrie im Insolvenzmodus. Aus Klimaabkommen will Trump als Präsident aussteigen, damit Kohleproduzenten und Energieunternehmen nicht beschränkt bzw. belastet werden. So sagte er es gestern auf einer Konferenz vor Fracking-Unternehmern im Fracking-Bundesstaat North Dakota. Auch sollen Umweltvorschriften gelockert werden – die USA würden sich unter seiner Präsidentschaft auf die fossilen Brennstoffe zurückbesinnen. Man werde die Kohle retten, so Trump. Auch werde er als Präsident eine erneute Prüfung der Pipeline Keystone XL in Auftrag geben, die von Obama wg. Umweltschutzbedenken abgelehnt wurde. Sein grundlegender Vorwurf an Hillary Clinton: Sie verweigere sich dem Rohstoffreichtum der USA!

Wir meinen: Nicht besonders umweltfreundlich, dieses Konzept, aber es ist wenigstens ein Konzept!

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Marco

    27. Mai 2016 13:47 at 13:47

    @FMW Redaktion

    Ist das jetzt Comedy oder meinen Sie das ernst?

  2. Avatar

    Marcus

    27. Mai 2016 14:57 at 14:57

    Also ein wirkliches Zukunftskonzept ist das ja nicht. Nationalistisches Geplapper was meiner Ansicht nach allerhöchstens kurzfristigen Erfolg hat.

    • Avatar

      Steven

      28. Mai 2016 00:48 at 00:48

      Besser nationaler kurzfristiger Erfolg als international langfristiger Misserfolg !

  3. Avatar

    Mulinski

    27. Mai 2016 17:07 at 17:07

    Wer sind eigentlich die Populisten, die Politiker, die neue Wege und Ideen aufzeigen oder die Politiker, die nach dem Motto, „alles wird gut und wir schaffen das“ handeln?

  4. Avatar

    leser

    27. Mai 2016 17:31 at 17:31

    Wollte Obama nicht auch die Atomwaffen abschaffen, die Kriege beenden und Guantanamo schließen…?

  5. Avatar

    Vrs-Qabbaala-Dis-Order

    7. Oktober 2016 14:11 at 14:11

    DURCH WEG DAS TRUMPEN, DURCH WEG DAS ROD-HAMMEN, NICHT-QABBAALAN ZU VERMEIDEN UM DIE SIEBEN FLÜSSE DER BLUTUNGEN !!!

    Erblicken die letzte Karte-Bord Zeichen aufgehoben hinter Hellary, die zynisch und ungeheuerlich Bevölkerung einladen zu: „Liebe Trump’s Haß“ !!! Man sind offensichtlich beweisen, dass ich Vollkommen Recht gehabt habe, wenn ich im Schreiben habe erwartet die eminent voreingestellt, übertragen von H. Rod’Ham in die Anti-Emigranten Camp von D. Trump, innerhalb ihrer Bi-synchronisiert Chaos-schaffende Rahmen von deren versteckt Co-kombiniert Krypto-Grundstück, Gerichtet Auf Das Anstiften Und Schleppen Des Gewöhnlichen Amerikans IN DIE AMERIKAN AUSGABE DES „ARABISCHEN FRÜHLINGS“ HYPER-ZERSTÖRUNG !!! … (to be continued). — Full English language edition is posted under the title: BY WAY OF TRUMPING, BY WAY OF ROD-HAMMING, NON-QABBAALAS TO AVOID THE SEVEN RIVERS OF BLEEDING !!! — Herewith is an internet copy of that English edition:

    BY WAY OF TRUMPING, BY WAY OF ROD-HAMMING, NON-QABBAALAS TO AVOID THE SEVEN-RIVERS OF BLEEDING !!!

    Behold the latest card-board signs lifted behind Hellary that cynically and flagrantly invite people to: „Love Trump’s Hate“ !!! They are obviously proving that I have been Perfectly Right when I have writtenly expected the eminent pre-set Transfer Of H. Rod’Ham Into The Anti-Emigrants’ Camp Of D. Trump, Within Their Bi-Synchronized Chaos-Generating Framework Of Their Hidden Co-Combined Crypto-Plot, Aimed At The Instigating And Dragging Of The Ordinary Amerikans INTO THE AMERIKAN EDITION OF THE „ARAB SPRING“ HYPER-DESTRUCTION !!! When this jump-transfer of Hellary fully occurs, and everybody understands then that the “Says Of The ‚Trumpy‘ Were In-Fact The Says Of The ‚Crypto-Unified Establishment‘ Of The Qabbaala“, those emigrants of The Non-Qabbaala who had unwisely or foolishly accepted the TRUMPING\ROD’HAMMING WAY OF DECEPTION, shall suddenly feel that they are being pan-betrayed and left-in-the-cold, and hence subjected to the Hyper-Bleeding Super-Desolation Consequences Of Not Rejecting The Trump-Plus-Rodham Lethal Qabbaaly Bi-Styles Way Of Deception.

    According to a number of virtual ‚By Way Of Deception‘ sources: “The Amerikan flag consists of thirteen horizontal stripes, seven red alternating with six white. The stripes represent the original thirteen colonies…“. The second phrase looks like a Huge Deceitful Lie, in view of the historical past omission of the previous blue stripes of a former flag of the 18th centuary and the keeping of the white ones, and in view of what was said repeatedly about the red stripes representation of the „RIVERS OF BLOOD“ or the „SEVEN RIVERS OF BLOOD“ !!! Asserting this acutely-horrific threat, is the mega-shocking scene in the Qabbaala-produced „I, Pet Goat II“ cartoon film, where the Amerikan Flag Is Being Torn Into Two Halves and then Two Human-Shaped Towers Get Demolished From Top To Bottom !!! This is no-doubt a Qabbaaly Proclamation of „A Pan-Amerikan Massacre Against The Goyeem’s Whole In Amerika“ !!!

    I have previously warned against the Severe Dangers Of The Non-Qabbaala Emigrants’ Extended Stay Inside The Ex United States Of Amerika, and against their uncareful subjecting of themselves to the same mercilessly executed types of the drilled and rehearsed brutal acts that we have painfully beheld in THE „ARAB SPRING“ COUNTRIES, like: Iraq; Syria; Libya; al-Yemen; Tunisia; Egypt; Sudan; etc. Now, if the expected shutdowns of numerous landports and airports and seaports are started up, the selling of the Non-Qabbaala Emigrants’ possessions and their escaping out of the U.S.A. territories shall become sadly badly difficult. If so shall become the critical situation for them, then at least The Non-Qabbaala Emigrants’ Families May ‚INSIST‘ Among Themselves On Side-Stepping The Hazardous ‚Sleep-Walking‘ Acts Behind The Qabbaala Tyrants’ Chaos-Begining Gangs, as they try to lure them to follow them into their Trappy and Artificial: Demonstrations; Sit-Ins; Clashes; Sabotage-Blows; etc.

    FOR YOUR SERIOUSLY ENDANGERED SAFTIES, DO NOT DO AS THOSE GOVERNMENTAL SECRET AGENTS DO AT ANY SITUATION WHAT SO EVER. THE GOVERNMENTAL FORCES SHALL SPARE THEM, WITH THEIR MARKED CAPS AND BALA’KLAVAS AND SHAMLAS AND BACK BAGS, AND THEIR HIDING CONTROLLERS SHALL ORDER THEM TO LEAVE THE CHAOTIC SCENES THROUGH SILENT MOBILE RINGINGS AND TEXT MESSAGES, AND THAT SHALL HAPPEN WHEN THOSE CONFRONTATION SCENES ARE FILLED WITH NON-QABBAALA VICTIMS. THEN THOSE GOVERNMENTAL FORCES SHALL START TO HIT HARD AND HARSH AT THE TRICKED TRAPPED PEOPLE. ARTIFICIAL ESCALATIONS SHALL FOLLOW SOON, LARGELY BY USE OF MIMIC-TERRORISM OPERATIONS, AND IF THE ORDINARY AMERIKAN EMIGRANTS SHALL NOT REJECT THOSE SLY NEFARIOUS FORGERIES AT ONCE, THE QABBAALAS SHALL ESCALATE ALMOST ENDLESSLY, UNTILL THEY SHED THEIR FLAG-DEPICTED „RIVERS OF BLEEDING“, BY WIDE USE WEAPONS OF MASS DESTRUCTION INSIDE THE EX UNITED STATES OF AMERIKA !!!!!

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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