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40% der Angestellten in Deutschland arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit und Minijobs

Der offizielle Begriff lautet „atypische Beschäftigung“. Laut der gewerkschaftlichen „Hans-Böckler-Stiftung“ liegt die Zahl der Anteil von Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit an allen abhängigen Hauptbeschäftigungsverhältnisse…

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FMW-Redaktion

Der offizielle Begriff lautet „atypische Beschäftigung“. Laut der gewerkschaftlichen „Hans-Böckler-Stiftung“ liegt die Zahl der Anteil von Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit an allen abhängigen Hauptbeschäftigungsverhältnisse (ohne Beamte und Selbständige) Ende 2016 bei genau 39,6%. Damit ist es der höchste Anteil seit 13 Jahren, so die Stiftung. 2015 lag der Anteil bei 39,3%.

Von allen Beschäftigten entfallen 23% auf Teilzeitjobs. 14,1% haben einen Minijob, wobei ihre Zahl um 46.000 auf 5,14 Millionen zurückgegangen ist. 2,6% sind Leiharbeiter. Wobei wir betonen möchten, dass Leiharbeit sicher die schlechteste aller Arbeitsformen für die Arbeitnehmer ist, da sie nie irgendetwas planen können in ihrem Leben. Keine Häuser kaufen, keine Autos finanzieren, keine Lebensplanung, gar nichts. Bei Leiharbeit sind 46% der Arbeiter von Niedriglöhnen betroffen, wie es die aktuellsten Zahlen für 2015 hergeben.

Aus diesen drei Teilbereichen ergibt sich der Gesamtanteil der „atypischen“ Beschäftigung von 39,6% an allen Arbeitsplätzen. Man stelle sich vor, dass wohl kein einziger Teilzeitarbeitnehmer oder Minijobber nur von dieser Entlohnung leben kann. Die meisten Leiharbeiter werden trotz voller Arbeit wohl auch kaum mit ihren Löhnen zurecht kommen, und verdienen oft deutlich schlechter als Festangestellte im selben Betrieb.

Man muss sich das nochmal vor Augen führen. Fast 40% der arbeitenden Bevölkerung (vereinfacht ausgedrückt) kann nur von dieser Tätigkeit nicht wirklich leben. Viele werden mit staatlichen Leistungen aufstocken, wohnen noch zuhause, oder der Lebenspartner verdient ebenfalls usw. 40% aller arbeitenden Menschen, das ist eine verdammt große Hausnummer! Das wirft doch gleich ein ganz anders Licht auf Schlagzeilen, wie man sie zuletzt jeden Monat hört, die da lauten „Beschäftigung in Deutschland so hoch wie sei der Wiedervereinigung“ oder „Rekordbeschäftigung“. Alles schön und gut, aber was für eine Art Beschäftigung ist das denn? Diese heutigen Zahlen zeigen ein klareres Bild.

By the way: Über solche flexiblen Modelle Geld hinzuverdienen zu können, mag für viele ein guter Zuverdienst sein, wenn sie beispielsweise nicht Vollzeit arbeiten können, und der Partner hauptberuflich arbeiten geht. Von daher sollte man flexible Arbeitsmodelle nicht pauschal verdammen, aber 40%… herje…

Allgemein gesprochen, da möchten wir die Frage in den Raum stellen, ob man die Höhe des Anteils der atypischen Beschäftigung als Gradmesser für Armut in einer Region ansehen kann? Wie die Studie der Stiftung ausweist, hat die Stadt Delmenhorst einen Rekordanteil von 55,9%. Der Kreis Ursel folgt mit 51,6% und Plön mit 50,9%. Schleswig-Holstein liegt unter den Bundesländern mit einem Anteil von 43,3% vorne, danach folgen Rheinland-Pfalz mit 42,6% und Niedersachsen mit 42,1%. Die Grafik zeigt eindeutig, dass die atypischen Jobs in Westdeutschland deutlich stärker (rosa) vertreten sind als in Ostdeutschland.


Grafik: Hans-Böckler-Stiftung
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Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Mulinski

    18. Mai 2017 18:06 at 18:06

    Nicht nur ein Ost/West Gefälle, sondern auch ein starker Unterschied zwischen Norden und Süden. Überaschenderweise ist das Ruhrgebiet gar nicht dunkelrot.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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