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Vor dem G20-Treffen in China: IWF erhebt Zeigefinger in alle Richtungen!

Von Sonntag bis Montag tagen die G20-Staaten in China. IWF-Chefin Lagarde nutzt neben ihren eigenen Ökonomen auch höchstpersönlich diesen Zeitpunkt um allen nochmal kräftig ins Gewissen zu reden...

FMW-Redaktion

Von Sonntag bis Montag tagen die G20-Staaten in China. IWF-Chefin Lagarde nutzt neben ihren eigenen Ökonomen auch höchstpersönlich diesen Zeitpunkt um allen nochmal kräftig ins Gewissen zu reden. Nur es wirkt irgendwie alles zu viel. Alle sollen sich irgendwie reformieren, und jetzt mal „so richtig“ loslegen. So hatten die G20-Mitglieder (verkörpern 85% der globalen Wirtschaftsleistung) vor zwei Jahren beim Treffen in Australien eigentlich vereinbart, dass die Steigerung beim Wirtschaftswachstum bis 2018 „zwei Prozent stärker als vorher erwartet“ ausfallen sollte. Das werde man aber nicht schaffen. Die Ziele seien außer Reichweite. Daran seien die G20 selbst schuld. Es werde bis 2018 wohl nur ein Prozent Extra-Wachstum geben, so der IWF.

IWF
Grafik: IWF

Lustig oder eher traurig: Der IWF zeigt aktuell, dass er quasi ohne es zu hinterfragen die Wachstumsdaten aus China als echt erachtet. So sagt der IWF das chinesische Wachstum liege nach wie vor stabil bei den „vorhergesagten“ 6,7%. Na dann, alles gut in China? Andernorts ist man weniger zufrieden. Die G20-Staaten sollten doch bitte im Rahmen der Welthandelsorganisation Handelsbeschränkungen abschaffen, anstatt in „regionalen“ Freihandelsabkommen zu versuchen eine Liberalisierung des Handels zu erreichen. Deutschland solle untere Einkommensgruppen entlasten und mehr in Infrastruktur investieren, so der IWF. Die USA lobt man für die möglicherweise bevorstehende Anhebung des Mindestlohns auf 15 US-Dollar. Dazu fragen wir: Das führt dann auch bestimmt nicht zu Entlassungen bei einfachen Tätigkeiten und deutlich mehr Automatisierung? Von 7,25 auf 15 Dollar, das könnte nämlich vielen kleinen Arbeitgebern das Genick brechen!

Die USA könnten laut IWF mehr tun um die Ungleichheit zwischen Arm und Reich zu bekämpfen. Und Europa? Der IWF mahnt, man müsse endlich die kaputten Bankbilanzen bereinigen. In der Tat, solange zum Beispiel in Italien die Banken mit Schrott zugemüllt sind, werden sie auch bei noch so viel EZB-Geld keine Kredite an Mittelständler vergeben! Um es abzukürzen: Es ist immer die selbe Leier des IWF. Im Theoretiker-Labor des IWF hört sich das alles immer so einfach und schön an, Wachstum raufschrauben, Märkte liberalisieren, Effizienz steigen, mehr in Bildung investieren, Schulden abbauen. Irgendwie alles auf einmal, einfach so!

So müssten die G20 laut den aktuellen Aussagen des IWF den Welthandel durch mehr Liberalisierung ankurbeln. Nur nehme leider der Protektionismus in einigen Ländern eher noch zu. Tja Frau Lagarde, immer diese nervigen Wähler, die nicht so abstimmen, wie sie es eigentlich zu ihrem eigenen Wohl tun sollten! Welche konkreten Vorschläge macht Lagarde aktuell? Die Unterstützung der Nachfrageseite müsse verstärkt werden, was man zuletzt nur den Notenbanken überlassen hatte. Die Fiskalpolitik müsse übernehmen, denn eigentlich böten die niedrigen Zinsen exzellente Bedingungen für öffentliche Investitionen (als neue Schulden). Auch ermahnt Lagarde mal wieder zu mehr strukturellen Reformen! Drittens will sie eine „Neubelebung“ des Handels, Zitat:

„The third element is reinvigorating trade by reducing trade costs and rolling back temporary trade barriers. It is easy to blame trade for all the ills afflicting a country—but curbing free trade would be stalling an engine that has brought unprecedented welfare gains around the world over many decades. However, to make trade work for all, policymakers should help those who are adversely affected through re-training, skill building, and assisting occupational and geographic mobility.“

Und zu guter letzt sollen laut Lagarde die G20-Mitglieder dafür sorgen, dass die Einkommen vor allem am unteren Ende steigen – auch sei mehr soziale Absicherung notwendig. Zitat:

„Taxes and benefits should bolster incomes at the low end and reward work. In many emerging economies, stronger social safety nets are needed. Investments in education can raise both productivity and the prospects of low-wage earners.“

Also, irgendwie will Lagarde alles auf einmal erreichen. Liest sich wie ein schöner Traum eines Weltverbesserers. Das wird aber wohl so schnell nicht zu realisieren sein!



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