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Deutsche Bank: Merkels eindeutige zweideutige Worte

Von beiden Seiten gibt es klare Absagen. Nein, die Deutsche Bank habe nicht bei der Bundesregierung um Hilfe erbeten. Keine politische Unterstützung gegen die 14 Milliarden Dollar-Forderung aus den USA, und selbstverständlich auch keine…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Von beiden Seiten gibt es klare Absagen. Nein, die Deutsche Bank habe nicht bei der Bundesregierung um Hilfe erbeten. Keine politische Unterstützung gegen die 14 Milliarden Dollar-Forderung aus den USA, und selbstverständlich auch keine Hilfen für die Deutsche Bank aus dem Bundeshaushalt. So weit so gut. Die Deutsche Bank ist ja kräftig genug um aus eigener Kraft durchzuhalten, richtig?

Angela Merkel sagte heute in Bezug auf die Deutsche Bank im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem Premierminister von Malaysia, dass die Deutsche Bank „ein Teil des deutschen Bank- und Finanzsystems“ sei. Natürlich wünsche man sich, dass temporär in Schwierigkeiten steckende Unternehmen wieder eine gute Entwicklung nehmen würden. Mehr wolle sie nicht zur Deutschen Bank sagen, so Merkel.

Wie kann man das deuten? Nun, eine klare Absage von Merkel für Staatshilfen an die Deutsche Bank sieht anders aus. Ganz im Gegenteil. Die Bank sei Teil des Finanzsystems. Das soll wohl bedeuten (so verstehen wir es jedenfalls), dass eine systemrelevante Bank auch gerettet werden muss, um das System als Ganzes zu erhalten. Und die Deutsche Bank ist DIE zentrale Säule dieses Systems, von dem Merkel da gesprochen hatte.

Da machen wir uns am besten alle nichts vor. Fällt der Aktienkurs weiter (es geht ja fast täglich weiter bergab), und schwindet das Vertrauen der Anleihemärkte ebenfalls weiter (Preise für Kreditausfallversicherungen), und wird die 14 Milliarden Dollar-Strafe aus den USA so durchgesetzt, ist es kein besonders langer Weg mehr zu einem Szenario, dass wir schon diverse Male in den letzten Monaten angesprochen haben. Die mit Abstand größte und wichtigste deutsche Bank ist mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 14,4 Milliarden Euro so spottbillig, dass Käufer zum Beispiel aus dem arabischen Raum doch eigentlich mal kurz shoppen gehen könnten um 14 Milliarden Euro Spielgeld loszuwerden, als neuer Eigentümer der Bank. Nur warum tun sie es nicht?

Gerade arabischer Käufer sind in den letzten Jahren schon oft reingefallen mit Investments in westliche Unternehmen, die sich als wenig werthaltig oder einfach nur überteuert erwiesen. Selbst ihnen dürfte aufgefallen sein, dass das Risiko bei dieser Aktie immens hoch ist. Eben dieses Risiko eines Desasters spiegelt sich im ständig fallenden Aktienkurs wieder. Fast wie bei einem ständig fallenden Anleihekurs scheint der Markt das stetig steigende Risiko für die Bank als Ganzes einzupreisen.

Machen wir uns doch alle mal ehrlich, wie es so schön heißt. Will eines Tages kein Anleiheinvestor mehr Geld in die Deutsche Bank stecken, und fangen erste Kunden an ihr Geld abzuziehen, muss Angela Merkel sofort mit gigantischen Milliardengarantien oder Kapitalzuschüssen handeln, um den Kollaps des deutschen Finanzsystems zu verhindern. Das würde natürlich gleichzeitig die EU-Regularien in Gang setzen, auf die Wolfgang Schäuble bezüglich der italienischen Banken so sehr beharrt. Aktionäre und Anleihegläubiger der Deutschen Bank müssten im Fall von Staatshilfen umfänglich für die Rettung der Bank mit herangezogen werden, was konkret bedeuten würde: Komplette oder zumindest größtenteils Wertlos-Stellung der Anleihen und/oder massive Kapitalverwässerung der Aktien. Aber herje, die Deutsche Bank-Aktionäre leiden ja eh schon massiv, bei den aktuellen Kursverlusten…

Ach ja, Stand 30. Juni hatte die Deutsche Bank ein Derivate-Buch im Volumen von 46 Billionen Euro. (nicht Milliarden, sondern Billionen).

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marc

    27. September 2016 17:07 at 17:07

    Auweia, sieht nach Endspiel aus. Dax und Gold haben das noch nicht kapiert, kann aber nicht mehr lange dauern.

  2. Avatar

    leser

    27. September 2016 17:17 at 17:17

    Draghi kauft den Laden. 14 Mrd., das geht noch vor dem Frühstück. Dann ruft er seine alten Kumpels bei GS an und die machen dann die Abwicklung. Die Provision wird mit den Strafzahlungen verrechnet. Problem gelöst! Einfach mal den nächsten Geburtstag im Kanzleramt feiern und das Ganze in Ruhe mit der Kanzleidernicht besprechen. Die hat auch leckere Kekse.

  3. Avatar

    N. Ritter

    27. September 2016 18:24 at 18:24

    Oh, oh, wenn die Bank mehrfach betonen muss, wie toll ihre Liquiditätslage ist und der Regierungssprecher sich wortreich keine Sorgen macht, dann wird’s wohl langsam Zeit in Deckung zu gehen….

  4. Avatar

    bauer

    27. September 2016 18:55 at 18:55

    …steht alles im ESM-Vertrag!!!
    What ever we takes…..Noch Fragen?
    I take my Bier u.nach mir die Sintflut,lol

  5. Avatar

    bauer

    27. September 2016 19:10 at 19:10

    Ferkel spricht mit gespaltener Zunge und deshalb siehts in DE dementsprechend aus.

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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