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43,6 Mio Erwerbstätige in Deutschland – 900.000 Menschen zu faul sich um Arbeit zu bemühen?

Das Statistische Bundesamt hat heute früh Daten zur Erwerbstätigkeit für den Monat Januar vermeldet. 43,6 Millionen Menschen mit Wohnsitz Deutschland waren demnach erwerbstätig. Erwerbslos waren…

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FMW-Redaktion

Das Statistische Bundesamt hat heute früh Daten zur Erwerbstätigkeit für den Monat Januar vermeldet. 43,6 Millionen Menschen mit Wohnsitz Deutschland waren demnach erwerbstätig. Erwerbslos waren 1,76 Millionen Menschen. Damit lag die Zahl gut 900.000 Personen niedriger als die offizielle Arbeitslosenquote. Wie wir schon mehrfach berichtet hatten: Wer erwerbslos ist, ist per staatlicher Definition zwar arbeitslos, sucht aber nicht aktiv oder zumindest nicht aktiv genug nach Arbeit, und wird daher einfach nicht mehr mitgezählt als „erwerbslos“. Aus den Augen, aus dem Sinn.

So sinkt die Erwerbslosenzahl auf 1,76 Millionen Personen, obwohl ca. 2,7 Millionen Menschen offiziell (!) arbeitslos sind. Letztlich obliegt es den zuständigen Behörden im Detail zu definieren, ob sich ein Arbeitsloser nun oft genug und vor allem zuletzt häufig genug um Arbeit bemüht hat. Ist man eben der Meinung, dass dies nicht der Fall ist, geht man davon aus, dass kein unbedingter Wille vorhanden ist in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Folglich wird die Person ganz aus der Statistik gestrichen. Zitat Statistisches Bundesamt:

Im Januar 2017 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 43,6 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber Januar 2016 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 612 000 Personen oder 1,4 % zu. Erwerbslos waren im Januar 2017 rund 1,8 Millionen Personen, 88 000 weniger als ein Jahr zuvor. Im Vormonatsvergleich sank nach vorläufigen Ergebnissen der Erwerbstätigenrechnung die Zahl der Erwerbstätigen im Januar 2017 um 333 000 Personen oder 0,8 %. Der Rückgang gegenüber Dezember war somit etwas geringer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (– 340 000 Personen). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, nahm die Erwerbstätigenzahl im Januar 2017 gegenüber dem Vormonat um 58 000 Personen oder 0,1 % zu. Nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung lag die Zahl der Erwerbslosen im Januar 2017 bei 1,76 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vormonat nahm sie um 14,3 % oder 215 000 Personen zu. Bereinigt um saisonale und irreguläre Einflüsse, betrug die Zahl der Erwerbslosen 1,66 Millionen Personen. Sie war damit um rund 21 000 Personen niedriger als im Vormonat. Die bereinigte Erwerbslosenquote lag im Januar 2017 bei 3,8 %.

Die Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit für Februar wird auch gleich verkündet. Darüber berichten wir heute in einem Folgebericht ebenfalls im Detail.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Christian

    1. März 2017 11:07 at 11:07

    Ich bin ein diplomierter Chemiker, und finde seit Jahren kein Job, sei es bei den großen Konzernen oder kleinen mittelständigen Betrieben. Nach circa 250 Bewerbungen habe ich es aufgegeben, mich zu bewerben. Außerdem bekommt man dadurch erhebliche psychische Probleme. Es gibt Menschen, die nicht arbeiten wollen, aber der Großteil sucht aktiv nach Arbeit, findet aber keine. Ich finde es widerlich, dass die Statistiken so erstellt werden. Und nicht die Wahrheit gesagt wird.
    Macht weiter so, Finanzmarktwelt(:

    • Avatar

      Günter Mertens

      1. März 2017 13:59 at 13:59

      @Christian
      Hängt vielleicht von Deinem Alter ab.
      Komme auch aus dieser Branche und am besten kann ich „Kochen“ (das war das wichtigste im vergangenen Jahrhundert)- denke Du verstehst was ich meine.
      Aber heutzutage suchen sie Leute, die am Computer „synthetisieren“…
      Und – gerade in der Chemie / Pharmazie – haben die Personaler keine Ahnung. Manchmal waren sie zuvor bei einer Bausparkasse oder Versicherung. Kenne solche Fälle zu genüge.
      Tröstliche Grüße

    • Avatar

      Bademeister

      1. März 2017 15:57 at 15:57

      @Christian
      Nicht aufgeben, auf keinen Fall!
      Es gibt zu Hauf namhafte Unternehmen, die über Jahre eine Position ausgeschrieben haben, und diese niemals besetzen.
      Dafür gibt es mehrere Gründe:
      1. Die zu besetzende Position existiert gar nicht.
      2. Man will über solche Stellenanzeigen der Konkurrenz generieren, dass alles besser als super ist, und man daher Leute suche.
      3. Das Unternehmen hält dadurch die eigenen Beschäftigten „klein“ bzgl. vorherrschenden Arbeitsbedingungen und Gehalt.
      4. Wenn ein Unternehmen sowieso schon „staatliche Subventionen“ in Anspruch nimmt, kann man durch das andauernde Suchen von neuen Arbeitskräften im Netz oder in Zeitungen diesen Stellen zeigen: „schaut her, wir tun etwas, und suchen…(wollen aber eigentlich gar nicht finden.)“
      5. Bei hoch qualifizierten Stellenangeboten versuchen manche Firmen, Arbeitnehmer der Konkurrenz abzuwerben und nach kurzer Zeit wieder loszuwerden. Damit kann man der Konkurrenz heute legal am meisten schaden. (siehe dazu auch Pkt. 1)

      Alter (mittlerweile ab 35 Jahren!!) ist ein grosses Problem.
      Hohe Qualifikation auch!
      Dabei geht es meist gar nicht um ein zu hohes Einstiegsgehalt (die meisten älteren und schon länger Arbeitslosen wären bereit, für den Einstiegslohn eines 20 jährigen arbeiten zu dürfen, mehr wird auch meist nicht freiwillig angeboten), sondern gelinde gesagt um “ wertschätzende Unternehmensphilosopie“ und „Jugendwahn“.
      Leider steht am Arbeitsmarkt praktisch branchenübergreifend dem zu besetzenden Angebot zu viel Nachfrage gegenüber.

      Nach 250 (hoffentlich qualifiziert geschriebenen Bewerbungen) gibst du meiner Meinung sicherlich nicht auf, wenn du weiterhin arbeiten willst.
      Du musst nur deine Einstellung ein wenig abändern, weg mit dem Tunnelblick!
      Mach was dir Spaß macht, und versuche damit Geld zu verdienen.
      Wenn das Bewerben nicht (mehr) funktioniert, pfeiff drauf…erst dann bist du wieder bereit für neue Herausforderungen.
      Abschließend noch ein Tipp: Schau dir den sozialen Bereich mal genauer an (z.B. dipl. Sozialarbeiter), ist so ziemlich die einzige Sparte, wo garantiert nicht automatisiert oder wegrationalisiert werden kann. Im kaufmännischen Bereich kracht es seit längerer Zeit (danke Bill Gates!), im technischen Bereich fängts gerade ordentlich an zu krachen….Gesundheits- und Sozialbereich hat Zukunft!!!!
      …und vergiss die in Arbeit stehenden Leute in deinem Umfeld, die keine Ahnung davon haben, wie schwer es heute sein kann, wenn….

  2. Avatar

    DREIMALDREI

    1. März 2017 12:58 at 12:58

    Also wenn man sich auf 250 Stellen bewerben konnte, dann gibt es wohl doch genug Betriebe die jemanden suchen. Soll kein Angriff sein, sondern ist wirklich ein gutgemeinter Tipp, von meiner Freundin die in der Personalabteilung arbeitet: Lasse mal deine Bewerbungsunterlagen von einem Profi checken ;)

    • Avatar

      gerd

      1. März 2017 13:34 at 13:34

      Das ist auf jeden Fall ein konstruktiver Rat, der Gold wert sein kann.

      Ausgeschlossen ist aber dennoch nicht, dass auf jede von diesen 250 offenen Stellen sich z.Bsp. drei oder mehr andere Hochqualifizierte beworben haben. Und da jeweils nur einer das Rennen machen kann, müssen die anderen halt außen vor bleiben. Selbst wenn sie nur graduell weniger geeignet gewesen sein mögen.

      Wer heutzutage anzweifelt, dass es angeblich einen extremen Fachkräftemangel gibt, liegt mit seinen Zweifeln bestimmt nicht ganz verkehrt.
      Es wird ja berichtet, dass aufgrund von Mehrfachzählungen die offenen Stellen viel zu hoch ausgewiesen werden, teilweise um den Faktor 5.
      Dass das so ist, liegt nicht in der Verantwortung des personalsuchenden Unternehmens, sondern bei den Statistikbehörden.

  3. Avatar

    Kopfschüttelnder

    1. März 2017 17:17 at 17:17

    Es ist sehr wohl möglich, sich ständig um Arbeit zu bemühen und trotzdem von der bunten Anstalt links liegen gelassen zu werden. Das liegt im System begründet und hat Methode. Sogenannte Fortbildungsangebote helfen bei den statistischen Tricksereien u. beschäftigen schließlich in nicht unerheblichem Maße irgendwelche Dozenten. Über die vielen anderen Möglichkeiten, die groteske anmutende Arbeitsmarktstatistik zu manipulieren und fehl-zu-interpretieren, wurde dankenswerterweise an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. War selbst in den 90ern „Langzeitarbeitslos“ und mit hunderten Bewerbungen erfolglos und zuletzt mit über 50 ebenfalls wiederum 3 Jahre in dieser Situation (nur ca. 130 sehr gezielte Bewerbungen). War schließlich doch noch erfolgreich.Trotzdem kann man das Pech haben, erfolglos zu bleiben – auch nach hunderten -, wohlgemerkt optimierten u. zielgerichteten Bewerbungen. Das kann unterschiedlichste Gründe haben, wie z.B. das Alter oder das die gebotene Qualifikation dank Strukturwandel, Globalisierung etc. nicht mehr gefragt ist. Dabei kann man natürlich sehr hoch qualifiziertes Expertenwissen haben. Eine hohe Qualifikation erschwert die Jobsuche zusätzlich. Wie in den vorherigen Kommentaren bereits angemerkt wurde: Man sollte auf keinen Fall aufgeben und sich keinesfalls auf die „geballte Inkompetenz“ der sogenannten Arbeitsvermittler oder Integrationsberater dieser überflüssigen Institution in irgendeiner Form verlassen. Die eigenen Unterlagen optimieren und die eigenen Ansprüche überdenken und sich im Zweifel im öffentlich-rechtlichen Sektor bewerben. Viel Glück u. Erfolg!

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Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

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Aktuell: Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen

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Kurzarbeit trifft besonders die Gastronomie

Die Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen. Es ist klar, der zweite Lockdown in der Coronakrise zeigt seine Auswirkung, auch wenn er als softer Lockdown bezeichnet wird. Laut vor wenigen Minuten veröffentlichten Umfragedaten (Rückmeldungen von 7.000 Unternehmen) des ifo-Instituts ist der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Insbesondere bei Hotels stieg der Anteil von 62,9 auf 91 Prozent der Unternehmen, in der Gastronomie von 53,4 auf 71,7 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern von 88,0 auf 91,1 Prozent. Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen werde wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren. Hier Details zur Umfrage im Wortlaut von ifo:

Der Anstieg zog sich durch fast alle großen Wirtschaftszweige. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24,0 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent und auf dem Bau von 7,4 auf 9,0 Prozent. Nur in der Industrie war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, von 31,9 auf 30,5 Prozent.

Einzelne Branchen meldeten gegen den Trend auch kräftige Rückgänge, so die Autobranche von 50 auf 36,7 Prozent, das Verlagswesen von 42 auf 34,7 Prozent oder die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften von 64,2 auf 52,5 Prozent der Unternehmen. Das gilt auch für die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (von 43,4 auf 34,9), für die Druckereien (von 47,6 auf 39,1 Prozent) oder für die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (von 49 auf 38,4 Prozent).

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ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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