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Der IWF mit Diagnosen und Behandlungsempfehlungen für die Weltwirtschaft (VIDEO)

FMW-Redaktion

Wo sieht der IWF die derzeitigen Probleme der Weltwirtschaft? Erstens im rückläufigen Welthandel. Dies ist ja offenkundig der neue Trend, dessen aktuellstes Beispiel der Brexit ist. Protektionismus ist angesagt. Immer mehr Freihandel bedeutet letztlich auch immer weniger Selbstbestimmungsrechte einzelner Nationen oder Wirtschaftsräume, was derzeit immer mehr zu politischen Problemen führt. Der Rückgang des Welthandels bremst laut IWF das Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene.

Als zweites Problem sieht der IWF die weltweit auftretenden deflationären Tendenzen, was nach unserer Meinung das mit Abstand wichtigste Problem ist. Die großen Notenbanken glauben immer noch dieses Problem mit exzessivem Gelddrucken lösen zu können, was aber weder in Japan, noch in der Eurozone funktioniert. Vor allem die EZB beharrt immer wieder darauf, dass diese Politik funktioniert – aber ihre eigenen Zahlen beweisen immer wieder das Gegenteil.

Indirekt weist man auch auf die Gefahr eines Donald Trump hin, der den Welthandel abwürgen könnte, so sagen wir es mal überspitzt. Wir hatten bereits darüber berichtet: Vor allem für die USA erwartet der IWF schon dieses Jahr einen deutlichen Rückgang beim Wirtschaftswachstum – ansonsten in allen wichtigen Volkswirtschaften anständiges Wachstum, oder zumindest keinen Rückgang. Was fordert man? Das selbe wie immer. Die Industrienationen sollen gefälligst mehr investieren in Infrastruktur. Gestern erwähnte Christine Lagarde in einer Gesprächsrunde in Washington vor allem Kanada, Deutschland und Südkorea (die drei haben genug Geld?) sollten endlich mehr investieren. Wolfgang Schäuble, der neben Lagarde saß, sagte darauf hin „das tun wir doch schon“ und klopfte sich demonstrativ selbst auf die Schulter.

Grundlegend hört man vom IWF immer das selbe Konzept. Die Industrienationen sollen gefälligst mehr Schulden machen, damit mehr investieren und das Wirtschaftswachstum anheizen. Zum Thema Automatisierung hieß es gestern von IWF und Weltbank gerade die armen Ländern sollten mehr „in die Menschen“ investieren. Ach so, na klar, jetzt verstehen diese Länder es sicher – so einfach geht das mit der Lösung der Probleme beim IWF. Wenn dann viele Länder (arme wie reiche) kräftig Schulden machen sollten, was erzählt der IWF dann? Diese Nationen sollten sich darum kümmern ihre Neuverschuldung auf ein erträgliches Maß zu senken! Wie immer, die Diagnosen des IWF sind durchaus brauchbar. Die Behandlungsempfehlungen kommen aber daher wie schlecht gemachte Placebos!

Hierzu der IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld im Video.



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1 Kommentar

  1. Nun, die Legarde’s und Drahgi’s dieser Welt haben noch nicht kapiert, dass ein Großteil der aktuellen Deflation durch der Digitalisierung – es ja nicht seit zwei Jahren gibt – und natürlich auch neuen Produktionsverfahren geschuldet ist. Also dem technologischen Fortschritt. Die Internet-Suchmaschinen tragen auch ihren Teil dazu. Zudem gibt es gewissen Sättigungstendenzen. Wenn ich mir andererseits verdeutliche, welche Kosten die jungen Leute haben (Internet, Mobiltelefon usw.) dann wird mir Angst und Bange. Allerdings bedeuten z.B. Streaming-Dienste, wie auch alle Cloud-Anwendungen, dass diese x-mal dupliziert werden können, ohne dass manuelle Transaktionen notwendig sind. Dies führt auf Dauer zu einer Preissenkung dieser „Produkte“. Also zu einer permanenten Deflation. Unsere Elite hat dies methodisch einfach noch nicht im Griff. Lassen Sie mich einen „draufsetzen“. Dadurch dass die Wertschöpfungskette kostengünstiger wird – weil manuelle Tätigkeit oder logistische Transaktionen wegfallen – werden natürlich auf Dauer die Löhne sinken müssen. Also Deflation in höchster Güte….demnach brechen uns die falschen Methoden das Genick….

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