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Fake-Inhalte auf Facebook abstellen: Da beißt sich die Katze in den Schwanz

Fake-Inhalte auf Facebook haben Donald Trump zum Präsidenten gemacht, so lautet momentan der unausgesprochene Vorwurf vieler Medien. Merkwürdig. Denn die Lawine von…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Fake-Inhalte auf Facebook haben Donald Trump zum Präsidenten gemacht, so lautet momentan der unausgesprochene Vorwurf vieler Medien. Merkwürdig. Denn die Lawine von Fake-Inhalten war auch schon vorher da, und hat so richtig noch niemanden gestört. Gut, in Deutschland hat sich Heiko Mass des Themas angenommen um unsägliche rechte Hetze zu unterbinden. Aber im Großen und Ganzen ist doch allen bewusst, dass gerade Social Media von Schrott lebt. Schrott-Fotos, Fake-Inhalte, lustige aber inhaltsfreie Texe und Videos.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Foto: Presidência do México/Wikipedia (CC BY 2.0)

Niemand braucht all das, aber es wird durch Klicks und Views schnell verkonsumiert, und generiert durch die Seitenaufrufe Platz für Werbung! Damit verdienen Facebook, Google und Twitter ihr Geld. Als Obama Präsident wurde, und noch mehr bei seiner Wiederwahl, waren Facebook und Twitter der Hort der Glückseligkeit, ein Instrument der Demokratie und der Bürgerrechte. Nur sind diese Personenkreise inzwischen alle verschwunden – oder nur verstummt?

Oder hat das konservative + rechte Lager inzwischen lediglich die „Meinungsvorherrschaft“ durch die schiere Masse an Posts übernommen, so dass alles andere untergeht? Dazu wird es mit Sicherheit keine Statistiken geben. Jetzt nach der Trump-Wahl häufen sich die Vorwürfe Facebook hätte zwar passiv, aber dennoch wissentlich zugelassen, dass unendlich viele Falschmeldungen, die dann von Usern verteilt wurden, Donald Trump unterstützt hätten – darauf hätte Facebook nicht reagiert.

Obwohl Mark Zuckerberg nach außen beteuert 99% des Contents auf Facebook seien keine Falschmeldungen (lach), scheinen intern viele Facebook-Mitarbeiter anderer Meinung zu sein. Ein Mitarbeiter einer Facebook-Arbeitsgruppe sagte (natürlich ohne Namensnennung) gegenüber Buzzfed, dass dies schon ein reales Problem sei, dass sich Fake-News in Windeseile verbreiten würden bei Facebook. Es sei falsch von Zuckerberg dies einfach so abzutun. Diverse Tech-Blogs aus den USA berichten über den internen Drang nach einer Veränderung der Geschäftspolitik von Facebook, also einen Filter, oder eine aktive Löschung von Fake-Inhalten oder deren Absendern. Laut Gizmodo sei man aber nach einer Analyse zu dem Resultat gekommen, dass so ein Vorgehen zu aller größten Teilen rechtskonservative Webseiten und Facebook-Seiten betroffen hätte – daher hätten man zunächst davon Abstand genommen.

Das bedeutet: Man will sich wohl nicht dem Vorwurf aussetzen als Filter eine Art Zensurmaschine im Sinne der demokratischen Partei zu sein. Und seien wir mal ehrlich: Dieser Vorwurf wäre dann definitiv auf Fox News das Dauerthema. Und seien wir noch ehrlicher: Solche Filter würden oder werden Facebook verdammt viel Klicks, Aufrufe und damit auch Geld kosten, wenn folgerichtig weniger Werbung ausgestrahlt werden kann.

Würde Facebook anfangen großflächig Inhalte oder Links zu externen Webseiten zu blocken, wäre das möglicherweise ein großer Block an Fläche, der für Werbeausstrahlung wegfällt. Gut möglich, dass das ein Grund dafür ist, dass man mit dem Thema so zögerlich umgeht. Und wenn man eine Seite des politischen Spektrums verprellt, könnte das eine Abkehr zahlreicher User vom Facebook-Universum nach sich ziehen, was noch mehr Verlust ausstrahlbarer Werbeflächen bedeuten würde.

Dies als Todesurteil für Facebook bezeichnen zu wollen, geht wohl zu weit. Aber die philosophische Frage lautet: Was ist Fake-Content, wo hört die Kategorisierung auf? Wenn der Schreiber eines alternativen Blogs eine Nachricht nimmt, und sie mit seinem Kommentar versieht, wo ganz exakt will der Facebook-Algorithmus da die Grenze ziehen, der den Schrott von „echten Nachrichten“ trennt? Es ist nämlich kaum vorstellbar, dass bei dem Wust an News echte Menschen (das müssten hunderte oder tausende sein) in Echtzeit Artikel lesen und auf Echtheit checken.

Wer prüft, wer entscheidet, was noch echt ist, was Meinung ist, was Satire ist? Verdammt viel Inhalt wird wahrscheinlich zukünftig nicht mehr auf Facebook stattfinden, wenn ein allumfassender Filter versucht wirklichen Schrott zu entfernen. Was ist mit kritischem Jounralismus, mit Kolumnen? Wie damit umgehen, wie Schrott von Qualität unterscheiden? Da wird Facebook in Zukunft wohl unter dem Druck eines gewissen Teils der Öffentlichkeit zu einer Filtermaschine, die aussieht wie eine Zensurmaschine.

Laut WSJ will Facebook demnächst Betreiber von Fake-Newsseiten aus seinem „Audience-Netzwerk“ verbannen. Das bedeutet in der Praxis, dass diese Seiten von da an als irreführende Seiten eingeordnet sind, und nicht mehr die Möglichkeit haben über Facebook an Werbeerlösen mitzuverdienen. Trotzdem würden die Seiten aber weiterhin auf Facebook dargestellt.

Wie viel Werbeeinnahmen das kosten wird? Die Frage dürfte sich der Facebook-Aktionär dann vielleicht zwei drei Quartale später stellen, wenn sich so ein Filter weltweit in geringeren Nutzerdaten niederschlägt. Sinn und Zweck soll ja sein: Politische Irreführung zu vermeiden, also Wähler-Beeinflussung, sowie das Verbreiten von unsäglicher Hetzte. Das mag nachvollziehbar sein, schließlich würde man Hetze  zum Beispiel gegen Ausländer genau so wenig im TV oder in Zeitungen zulassen – letztlich ist Facebook nur eine andere Art von Medium.

Aber die schiere Datenmenge, die in Echtzeit auf Facebook und Co immer weiter auf uns hineinstürzt, birgt doch die reale Gefahr, dass sehr viel mit gelöscht wird, was in keinster Weise verwerflich ist. Auch wird es wohl folgendes passieren: Jetzt nachdem Zuckerberg ankündigte die Meldefunktionen für Schrott verbessern zu wollen, könnten politische Lager (egal ob in Deutschland oder in den USA) die Chance ergreifen um „die Gegenseite“ als Fake-Inhalt bei Facebook per Meldebutton zu „denunzieren“. Dann beginnt als Folgeschritt eine Rechtfertigungswelle des Content-Schreibers, warum sein Content doch kein Schrott ist. Und so könnte das immer weiter gehen.

Google

Neben Facebook will auch Google nun vermehrt gegen Schrott vorgehen. So will man zum Beispiel Webseiten von der Nutzung von Werbebannern ausschließen, bei denen der Betreiber der Webseite nicht klar erkennbar ist (unglaublich, warum das bisher überhaupt möglich war). Auch sollen Webseiten, die falsche Informationen posten, keine Werbebanner von Google Adsense mehr nutzen dürfen. Auch hier stellt sich die selbe Frage wie bei Facebook: Prüft das ein Mensch? Wohl kaum. Auch hier dürfte wohl ein Algorithmus darüber entscheiden, ob mangels Werbeeinnahmen künftig Webseiten vor dem Aus stehen. Andererseits ist es natürlich grundsätzlich in der alleinigen Entscheidungsgewalt von Google, wem man Zugang zu seinen eigenen Produkten gewährt, und wem nicht. Denn schließlich ist Google kein staatlich betriebenes Unternehmen.

Aber da wären wir beim Problem Monopol: Google ist de facto in vielen Bereichen Monopolist. Und kleine Seitenbetreiber sind oft von Google-Werbebannern abhängig. Da hat Google dann doch eine große Verantwortung, so lange man durch US-Justiz oder EU-Kommission nicht als Monopolist anerkannt und in Einzelteile zerlegt wird. Es geht bei dieser ganzen Sache ja darum inhaltlich unwahre Artikel zu löschen oder Seiten auszugrenzen, die solche Inhalte verbreiten. Das mag richtig sein. Aber die Verantwortung steigt mit solche Filtern, dass man trotzdem kritische und alternative Angebote nicht mit Fake-Müll in eine Tonne steckt.

Geschieht das nämlich, bleiben bei Google und Facebook langfristig nur noch Nachrichten der großen Verlage und TV-Sender übrig. Jetzt beginnt so langsam die heiße Phase. Die entscheidende Frage lautet: Wie wollen Facebook und Google ihrem Algorithmus beibringen, was Qualität und was Schrott ist, und wie wollen sie ihm beibringen, was grässliche Hetze ist, und was zur freien Meinungsäußerung oder zur kulturellen Entfaltung/Satire gehört? Da müssen eigentlich Menschen sitzen, die sowas entscheiden. Und dann müssten diese beiden Konzerne quasi als Internet-Regierung entscheiden, wo die Grenze zwischen Schrott und Qualität, und wo die Grenze zwischen Hetze und Meinungsäußerung zu ziehen ist. Eigentlich ist das eine hoheitlich Aufgabe (Gesetzgeber), aber in unser aller globalen Welt wird dies wohl von diesen beiden Unternehmen entschieden!

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    15. November 2016 16:56 at 16:56

    Seit der Trump-Wahl ist das Meinungsmonopol der MSM gebrochen. Es gibt kein Zurück mehr. Die „alternaitven“ Medien haben gesiegt.

  2. Avatar

    Dr. Watson

    15. November 2016 17:40 at 17:40

    Markus Fugmann würde sich auch gut als Qualitätsjournalist der öffentlich rechtlichen Medien machen.

  3. Avatar

    Günter Mertens

    15. November 2016 18:10 at 18:10

    Also Leute, wie und wer, welches Heer von Mitarbeitern (die es gar nicht gibt) soll da wo was kontrollieren? Vollkommen absurd! Soziale Medien wie Facebook, Google usw. haben eine Eigendynamik der Massen. Da kann man nicht in der Breite kontrollieren. Höchstens abschalten (was ja lokal, z.B. Türkei) schon gemacht wurde.
    An die Aktionäre solcher Aktien: Da gleiche gilt für den „Wert“ solcher Firmen. Sie sind Luft. Keine Substanz, nur zeitliche Einbildung, die (finanziell) so lange funktioniert, wie die Masse daran glaubt (ähnlich Papiergeld). Alles nur Computerzahlen (Null oder Eins) – mehr nicht. Wie bei Bitcoins. Die gibt’s real gar nicht. Nur solange man daran glaubt (solange haben sie natürlich Berechtigung). Ein heftiger Sonnensturm oder ein anderes globales Ereignis und alles ist Geschichte…

  4. Avatar

    Joachim

    15. November 2016 18:14 at 18:14

    :) oder als migrationspolitischer Sprecher des Regimes.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. November 2016 18:25 at 18:25

      @Dr.Watson, @Joachim, der Sinn Ihres Kommentars erschließt sich mir nicht! Was wollen Sie damit sagen?

  5. Avatar

    Joachim

    15. November 2016 18:48 at 18:48

    Sie verstehen es auf bemerkswerte Weise, das Kritische mit dem Alternativlosen zu verbinden und so den Leser subtil auf Linie zu halten ;)

  6. Avatar

    joah

    16. November 2016 08:25 at 08:25

    »Da müssen eigentlich Menschen sitzen, die sowas entscheiden.«

    Wenn man sich Erkennungsfähigkeit (Intelligenz) zu Ironie und Sarkasmus mancher Menschen ansieht, dürfte das ein Algorithmus bisweilen besser können – und nein: das ist definitiv kein Loblied auf irgendwelche Codezeilen. Wahrheitlich betrachtet kann es gar keiner entscheiden, denn – so ungern man es hören mag – auch „Müll“ gehört nun mal zur freien Meinungsäußerung dazu. Die Verantwortung der Informationsverarbeitung liegt beim Empfänger dieser selbst, welcher es im Falle einer Diskrepanz schlicht einfach besser wissen sollte. Alles andere bleibt immer Zensur.

    • Avatar

      Günter Mertens

      16. November 2016 13:28 at 13:28

      @joah
      Wow! Daumen hoch!

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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