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Vermögen und Ungleichheit: So sieht die aktuelle globale Entwicklung aus

Vor allem der globale Bevölkerungszuwachs und der Boom am Immobilienmarkt spielt anscheinend derzeit eine entscheidende Rolle beim globalen Anstieg der Gesamtvermögen. So kann man es ablesen aus…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Vor allem der globale Bevölkerungszuwachs und der Boom am Immobilienmarkt spielt anscheinend derzeit eine entscheidende Rolle beim globalen Anstieg der Gesamtvermögen. So kann man es ablesen aus dem aktuellen „Credit Suisse Global Wealth Report“. Aktuell soll sich das weltweite Vermögen auf 256 Billionen US-Dollar belaufen – ein Anstieg von 1,4% gegenüber dem Vorjahr. Basieren tut diese Zahl laut CS auf den Daten von 4,8 Milliarden Menschen aus 200 Ländern. Noch vor der Finanzkrise wuchsen die Vermögen im zweistelligen Prozentbereich. Jetzt aber steigt das Vermögen prozentual genau so schnell an wie das weltweite Bevölkerungswachstum.

Daher errechnet die CS, dass im Schnitt auf globaler Ebene das Vermögen pro Erwachsenem mit 52.800 US-Dollar gegenüber letztem Jahr nicht gestiegen ist. Ist es so einfach? Wenn man einfach nur einen Durchschnittswert auf globaler Ebene errechnet, kann es in der Tat so einfach sein! Aber natürlich ist es in der Realität doch schon etwas anders! Im globalen Vermögensranking ist Deutschland auf Platz 19. Das Durchschnittsvermögen hierzulande stieg statt global +1,4% um 2,8% auf 185.175 US-Dollar. Das ist weltweit der drittstärkste Zuwachs. Der Grund? Vor allem die kräftig steigenden Immobilienpreise!

Das Vermögen der Japaner wuchs in Dollar-Betrachtung am Stärksten um 19% – ohne Währungsveränderung nur um 0,1%. Ganz vorne beim Vermögen pro Person ist wie die Grafik unten eindrucksvoll zeigt die Schweiz mit 562.000 Dollar. Die untere Hälfte der globalen Bevölkerung besitzt weniger als 1% des Gesamtvermögens. Die oberen 1% besitzen 50%, und die oberen 10% besitzen satte 89% des globalen Vermögens. Die Mittelklasse streitet sich demnach um die Reste!

Laut CS soll das globale Gesamtvermögen bis zum Jahr 2021 von 256 auf 334 Billionen US-Dollar steigen. Profitieren sollen davon vor allem Entwicklungsländer, viel eher als Industriestaaten. Sie bekommen vom Wachstum noch 1/3 ab. Besonders kräftig zunehmen soll das Wachstum an Vermögen laut CS vor allem in Indien und China. Aber nochmal kurz zurück nach Europa. Seit der Brexit-Abstimmung Ende Juni haben die Briten 1,5 Billionen Dollar Vermögen verloren um 33.000 auf 289.000 Dollar. UK hat 406.000 Dollar-Millionäre weniger.

Die Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland hingegen stieg in den letzten 12 Monaten um 44.000 auf 1,6 Millionen Menschen. Bis 2021 soll diese Zahl auf 2,1 Millionen steigen. Also, alles gut? Wohl kaum. Wie der geneigte Beobachter weiß: Bei den großen Geldvermögen, wo es vor allem um Anleihe-Investitionen geht, stehen den Vermögen auch immer Schulden gegenüber – anders geht es gar nicht. Erlöse aus Immobiliengewinnen kann man in Staatsschulden investieren, und umgekehrt. So ist der Zuwachs an Schulden auch immer parallel der Zuwachs an Vermögen bei Privatpersonen!

vermoegenszuwachs
Der globale Vermögenszuwachs pro Jahr. Credit Suisse Global Wealth Report.

vermoegen-pro-person
Vermögen pro Person in Tsd US-Dollar. Credit Suisse Global Wealth Report.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    23. November 2016 10:03 at 10:03

    Dazu fällt mir ein weiser Spruch ein: Laut Statistik haben ein Millionär und ein Habenichts beide jeweils eine halbe Million.

    • Avatar

      Marc

      23. November 2016 11:34 at 11:34

      Wenn man einen Fuss in kochendes Wasser, den anderen in Eiswasser steckt, müssten sich die Füsse angenehm anfühlen. Das ist auch Statistik, aber nicht besonders weise?.

      • Avatar

        frank.trg

        23. November 2016 12:22 at 12:22

        Genau das wollte ich mit dem oberen Spruch ausdrücken. Nämlich das Statistik nicht immer klug oder angebracht ist. Faktisch ist ein Habenichts arm und hat kein Geld. Ein Millionär ist reich. Laut Statistik sind beide zusammen aber reich mit jeweils einer halben Million Vermögen. Aber eben nur laut Statistik. Faktisch bleibt der Habenichts arm.

  2. Avatar

    Quintus

    23. November 2016 12:50 at 12:50

    Und noch einer:
    Schießt der Jäger einmal links und einmal rechts am Hasen vorbei, so hat er ihn rein statistisch einmal getroffen ?

    Übrigens möchte ich mich mal an dieser Stelle ganz herzlich für die Beiträge von Hr.Fugmann bedanken, bitte weiter so ?

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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