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Commerzbank hat bei Filial-Relaunch den selben Kasper gefrühstückt wie die Deutsche Bank

Vom Design lässt sich die CoBa genau wie die Deutsche Bank auf den ersten Blick gefühlt bei den Ikea-Probesitzgruppen inspirieren. Die Backsteinwand bringt das Flair des Startup-Büros in die Bankfiliale…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Commerzbank hat gestern das neue Design ihrer zukünftigen Filialen vorgestellt. Wir fühlen uns dabei sofort erinnert an die kürzlich erfolgte Eröffnung der ersten neuen Deutsche Bank-Filiale, wo beide „Konzepte“ fast identisch wirken. Da könnte man schnell auf die Idee kommen die selbe junge und dynamische Unternehmensberatung hat beide Banken hierbei „beraten“. Wenn man die Fotos der zukünftigen Commerzbank-Filialen betrachtet, muss man sich nach einem ersten Lacher vorstellen, wie wohl eine möglicherweise externe Beratung der Bankmanager hierfür ausgesehen haben muss. Was werden Berater den Damen und Herren Bankern geraten haben?

„Die Leute müssen in ihrer Filiale eine Mischung aus Startup-Büro und Starbucks-Filiale erkennen, das kommt gut an, das ist jung, das ist dynamisch, das ist derzeit voll trendy!“

Vom Design lässt sich die CoBa genau wie die Deutsche Bank auf den ersten Blick gefühlt bei den Ikea-Probesitzgruppen inspirieren. Die Backsteinwand bringt das Flair des Startup-Büros in die Bankfiliale. Das soll wohl den frischen Wind bringen? Die Commerzbank sagt dazu Zitat:

„Die Einheitsfiliale hat ausgedient“, so Mandel weiter. Das gilt auch beim Design. Mit urbaner Sichtbeton- und Backsteinoptik hebt sich die City-Filiale bewusst von bisherigen Bankfilialen ab.“

Auch spricht die Commerzbank davon, dass Lifestyle und Gefühl das Design bestimme – kein Witz… gelinge der Testlauf mit dieser Art von „City-Filiale“, würden 500 Filialen auf dieses „Design“ umgestellt.
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Foto: Commerzbank AG

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Foto: Commerzbank AG

Jetzt kann sich der geneigte Beobachter fragen: Warum überhaupt die ganze Mühe? Wenn doch die Filialbesuche der Kunden bei allen Banken Jahr für Jahr stark rückläufig sind, warum bemühen sich dann erst die Deutsche Bank und jetzt die Commerzbank mit ziemlich peinlichen „Filialkonzepten“ darum die Kunden zurück in die Filiale zu holen? Die Test-Filiale in Frankfurt hat nur eine Größe von 60 Quadratmetern. Warum wohl? Denken Sie nach, sie kommen drauf! Das sagt die Commerzbank war nicht, aber logisch ist doch: Je enger die Filiale, desto schwerer kann der Kunde, der nur schnell zum Geldautomaten will, dem jungen hippen Berater entfliehen, der ihm/ihr schnell ein „interessante Möglichkeit“ aufzeigen möchte. Nebenbei noch ein Kaffee im hier gereichten Mehrwegbecher gefällig? Das lockert die Atmosphäre doch gleich auf.

Ganz einfach: Es geht um den Verkauf. Bankfilialen sind sozusagen die Frontlinie beim Verkauf von Finanzprodukten. Es ist tausendmal einfacher einen Kunden in der Filiale in ein Gespräch zu verwickeln und dann schnell an einen Beratungstisch „überzuleiten“, als ihn durch Callcenter anrufen zu lassen. Wer erstmal am Tisch sitzt, kann schnell davon überzeugt werden Produkte zu kaufen, von denen er bisher gar nicht wusste, dass er sie benötigt. Aber natürlich möchten wir den Deutschbankern und CoBa-Bankern nichts Böses unterstellen!

Worum es geht bei dem „Filial-Relaunch“, kann man auch aus dem Titel dieser Offensive erahnen. Er heißt bei der Commerzbank vielsagend „Investitionen in Filialen sind Investitionen in Wachstum.“ Was also bedeutet Wachstum genau? Mehr Kunden, oder mehr Abschlüsse? Beantworten Sie sich die Frage selbst. Wir erinnern zum Ende dieses Artikels nochmal an den Leitfaden für Unternehmensberater, die der Commerzbank wie auch der Deutschen Bank möglicherweise dieses neue Filialdesign eingebrockt haben.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    gerd

    6. Dezember 2016 15:51 at 15:51

    Ob da ein Kaffee im Pappbecher ausreicht, um die Kunden zu umgarnen. Vielleicht ein Likörchen?

    Mag sein, wir sind zu alt und verkrustet um das neue System zu verstehen. Der Teen und Twen findet es möglicherweise ansprechend.

    Ich persönlich würde mir ja, wenn schon, lieber eine Filiale wünschen, die dem Motto frönt.: Sex sells.
    Vielleicht würde ich mein Onlinebanking dafür dann aufgeben.

  2. Avatar

    ubsb55

    6. Dezember 2016 17:04 at 17:04

    Oh ja, alles ganz hip und modern, damit nicht jemand auf die Idee kommt, dass da Beratung stattfinden soll.
    Ich werde jetzt der Consors-Bank den Rücken kehren. Deren „Design“ ist jetzt auch so hip, das mir bei dem Blick auf die Depotansicht fast die Tränen kommen. Der erste Rang im Wettbewerb, “ unübersichtlich, langsam und unbrauchbar „ist dieser Bank nicht mehr zu nehmen.

  3. Avatar

    Emm wie Meikel

    7. Dezember 2016 03:10 at 03:10

    Eine Atmosphäre wie im Knast. Zum Gruseln.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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