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Warum sich Sparen nicht mehr lohnt

Die Geldpolitik der EZB macht es Sparern beinahe unmöglich, ihr Geld sicher und rentabel anzulegen. Lohnt sich Sparen nicht mehr?

Redaktion

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Gastkommentar von Daniel Franke

Die Deutschen sind von Natur aus ein Volk der Sparer, aber in Zeiten der Niedrigzinspolitik der EZB gibt es für fleißige Sparer kaum Erfolgsaussichten. Die sicheren Spareinlagen wie Tages- und Festgeld oder Sparbuch können keine nennenswerten Erträge mehr erbringen, so dass sich bei vielen Menschen Wut über die Banken oder die Politik bemerkbar macht. Woran liegt das? Und wie sieht es in der Zukunft aus?

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Bild: Rosige Zeiten für Sparer gehören der Vergangenheit an. Mittlerweile fürchten viele Kunden sogar, dass sie auf ihr Erspartes Negativzinsen erhalten. Bildquelle: Rob Byron – 104828729 / Shutterstock.com

In diesem Zusammenhang treten immer wieder die Namen EZB (Europäische Zentralbank) und Mario Draghi auf. Draghi ist der aktuelle Präsident der EZB, unter dem die historisch niedrigen Zinsen der Zentralbank eingeführt wurden, und ist seither als Verantwortlicher immer häufiger Ziel von Kritik oder gar Groll. Denn durch die Zinspolitik nimmt die Währungsbehörde der EU massiven Einfluss auf die Zinsen der europäischen Banken, auch für Privatkunden.

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Bild: Die Zinsen sinken seit Jahren sukzessive. Das ist für Kreditnehmer von Vorteil, allerdings gelingt es Sparern kaum, die Inflation auszugleichen. Bildquelle: tagesgeld.de

Wie auch die Infografik zeigt, liegen die Zinsen nicht nur für Banken, sondern damit einhergehend auch für deren Kunden auf einem so geringen Niveau, dass sich die Bürger fragen, weshalb sie sparen sollten. Genau hierin liegt ein Beweggrund der EZB für die niedrigen Zinsen: Sparen weniger attraktiv machen.

Wirtschaftsaufschwung durch mehr Investitionen

Die EZB verfolgt mit ihrer Zinspolitik das Ziel, die Wirtschaft im europäischen Raum zu stabilisieren. Sie versucht konjunkturellen Schwächen entgegenzuwirken und die Inflation zu kontrollieren. Ein „gesundes“ Wirtschaftswachstum kann laut der EZB nur bei einer moderaten Inflationsrate erreicht werden. Die aktuelle Inflationsrate in Deutschland beträgt 0,8%. Im Jahr 2015 haben sich die Produkte in Deutschland um gerade einmal 0,3% verteuert. Der Richtwert liegt bei 2%. Um diese Entwicklung zu beeinflussen, dreht die EZB an mehreren (Zins-)Stellschrauben:

• Dem Hauptrefinanzierungssatz (Leitzins): aktuell bei 0,0%
• Dem Einlagezinssatz: aktuell bei -0,4%
• Dem Spitzenrefinanzierungssatz: aktuell bei 0,25%

Der unmittelbar von Verbrauchern spürbare Effekt ist mit dem Leitzins verknüpft. Über diesen Zinssatz reguliert die EZB die Zinsen, zu denen sich Banken neues Geld leihen können. Fallen hier geringe Kosten für die Finanzinstitute an, aktuell sind es 0,0%, können sie günstige Kredite anbieten. Dadurch sollen Investitionen gesteigert werden, die wiederum die Wirtschaftsleistung ankurbeln.

Die Banken sind allerdings nicht in der Lage, ihren Kunden gute Zinskonditionen auf Spareinlagen zu bieten. Das liegt an der geringen Zinsspanne (der Differenz zwischen Soll- und Haben-Zins) bei den Banken, die zu einem Rentabilitätsproblem führt. Die Banken müssen daher einsparen. Das trifft die Kunden ebenso wie Mitarbeiter, da die Finanzinstitute mit Schließungen von Filialen Geld einsparen.

Niedrige Zinsen für mehr Konsum

Kunden hingegen bekommen weniger für ihr Geld. Dadurch gestaltet sich das Sparen mit sicheren Geldanlagen als unrentabel. Zieht man etwaige Gebühren und Steuern ab, zahlen die Kunden am Ende sogar drauf. Der Umstand, dass Sparen unattraktiver wird, ist ebenfalls von der EZB gewollt. Dadurch sollen auch Privatpersonen zu mehr Konsum angehalten werden.

Denn wenn der aktuelle Konsum attraktiver angesehen wird als Sparen, in langfristiger Untersuchung als künftiger Konsum betrachtet, sollten die Menschen logischerweise mehr konsumieren und weniger sparen. Ökonomen bezeichnen dies als Substitutionseffekt. Das führt in der Masse zu einem Erstarken der Wirtschaft. Allerdings kann die Zinspolitik der EZB auch das Gegenteil bewirken.

Dem Substitutionseffekt wirkt nämlich der Einkommenseffekt entgegen. Wenn sich Menschen vorgenommen haben, eine bestimmte Summe für die Zukunftssicherung zu sparen, muss diese Rechnung neu erstellt werden. Aufgrund sinkender Zinsen sinken die Erträge auf die Ersparnisse ebenfalls und es muss aktuell mehr Geld zurückgelegt werden. Dementsprechend sinkt das Konsumverhalten dieser Menschen.

Welcher der beiden Effekte überwiegt, ist abhängig von

• der Bevölkerung,
• der Demographie und
• der wirtschaftlichen Stabilität des Landes.

Liegen die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau, macht sich Unsicherheit in der Bevölkerung breit, was dazu führt, dass Menschen mehr Rücklagen anlegen. Vor allem in Schwellenländern kommt es dadurch zur vermehrten Bildung von Ersparnissen. Das ist insofern kritisch zu betrachten, da die Zinsentwicklung in den Industrienationen auch einen Einfluss auf die Zinsentwicklung in Schwellenländern hat.

Dementsprechend hat sich die Geldpolitik der EU und der USA, da die FED (Federal Reserve System/ US-Notenbank) momentan ebenfalls eine Niedrigzinspolitik verfolgt, auch auf die Ersparnisse ausgewirkt. In Europa und den USA sind die Ersparnisse in den letzten Jahren leicht gesunken, während sie in Süd- und Mittelamerika sowie in Asien gestiegen sind.

Sparen wird zur Rechenarbeit

Um dennoch sein Geld gewinnbringend zu sparen, ist ein Zinsvergleich notwendig. Zum einen ist der Vergleich zwischen den unterschiedlichen Finanzinstituten unbedingt zu empfehlen, da sich die Zinsspanne der Banken beispielsweise beim Tagesgeld zwischen 0,0% und 1,1% bewegt. Nur wenn keine Kontogebühren erhoben werden, kann dies für Sparer einen Mehrwert bieten.

Denn um den konkreten Gewinn an Kaufkraft zu erhalten, muss vom Nominalzins die Inflationsrate abgezogen werden. Dadurch erhält man den sogenannten Realzins. Um die aktuelle Inflation zu „schlagen“, muss man sich also die besten Angebote sichern. Im Vergleich zum Tagesgeld ist es mit einem Festgeldkonto einfacher, einen positiven Realzins zu erzielen.

Bei einer Laufzeit von drei Jahren und einer Einlage von 5.000€ bieten die Banken einen Durchschnittszins von 0,81% an. Der Top-Zins liegt bei 1,75%. Allerdings sollte man momentan von langfristig gebundenen Anlagen absehen, um mögliche Zinserhöhungen in der Zukunft zu nutzen. Außerdem ist die aktuelle Inflationsrate im Begriff weiter zu steigen, so dass ein Zinssatz von 0,8% p.a. über drei Jahre nicht als empfehlenswert gilt.

Für eine langfristige Geldanlage beim Festgeld sollte man die Zinsentwicklung in den nächsten Monaten im Blick haben. Die FED hat im Dezember 2015 zum ersten Mal in den letzten sechs Jahren die Federal Funds Target Rate auf 0,25% – 0,5% angehoben. Vorher lag diese bei 0% – 0,25%. Bereits 2016 sollten weitere Erhöhungen folgen, bis jetzt wurde davon aber abgesehen. Erwartet wird jedoch, wenn die FED die Zinsen erhöht, wird die EZB folgen.

Bildquelle: Rob Byron – 104828729 / Shutterstock.com

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Tino

    13. Dezember 2016 21:01 at 21:01

    Wer kann denn heute überhaupt noch größere Summen zurücklegen, so daß sich daraus auch ein Nennenswertes Vermögen für das Alter aufbauen kann? Bzw konnte das vielleicht eh nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung?

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DIW-Konjunkturbarometer aktuell: Aussichten verdüstern sich

Claudio Kummerfeld

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Das DIW-Konjunkturbarometer wird vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung einmal im Monat veröffentlicht. Heute hat man das Barometer für Oktober präsentiert mit der Headline-Aussage „Rückschlag mit Ansage“. Die zweite Corona-Infektionswelle sei in Deutschland angekommen und drohe den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen. Nachdem die Wirtschaft im abgelaufenen dritten Quartal dem Konjunkturbarometer zufolge noch deutlich um etwa sechs Prozent gewachsen sein dürfte, würden sich die weiteren Aussichten erheblich verdüstern. Das DIW-Konjunkturbarometer fällt für das Schlussquartal dieses Jahres von 122 Punkten auf 105 Punkte. Das DIW im Wortlaut:

Der Aufschwung wird sehr wahrscheinlich deutlich ausgebremst werden“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Es drohen wieder schärfere Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens – das Pandemiegeschehen nimmt Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmen die Zuversicht. Und das in einer Zeit, in der viele Unternehmen noch mit den Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kämpfen und kaum noch finanzielle Reserven haben“, so Michelsen. Stand jetzt werde die Wirtschaftsleistung in Deutschland zum Jahresende noch leicht steigen, der kräftige Aufholprozess aus dem Sommer dürfte sich aber nicht fortsetzen.

Das DIW-Konjunkturbarometer lässt den Rückschlag bereits erahnen, obwohl sich die zweite Infektionswelle in vielen aktuellen Zahlen noch so gut wie gar nicht widerspiegeln kann. Lediglich die jüngst veröffentlichten Unternehmensumfragen weisen auf die zunehmende Sorge vor einem erneuten Lockdown hin. „Das Wirtschaftsgeschehen wird wohl stellenweise wieder lahmgelegt werden – wenn auch nicht in dem Maße wie im Frühjahr,“ warnt Michelsen. Das Risiko, dass die Produktion – abhängig vom konkreten Infektionsverlauf – wieder deutlich zurückgefahren wird, sei in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

DIW-Konjunkturbarometer als Grafik

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Kettenreaktion: Corona stärkt US-Dollar – türkische Lira, Ölpreis und Goldpreis leiden

Claudio Kummerfeld

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Kurse

Man kann es Kaskadeneffekt nennen, oder auch eine Kettenreaktion. Die zweite Corona-Welle rollt, die Restriktionen nehmen europaweit zu, und heute wird Deutschland wohl neue verschärfende Maßnahmen ankündigen. Das schwächt die Wirtschaft. Seit Freitag fallen die Aktienmärkte. Der Dax hat seit letzte Woche Freitag Mittag bis jetzt gut 1.000 Punkte eingebüßt. Der US-Dollar wird gestärkt, und in Folge leiden auch die türkische Lira, der Goldpreis und der Ölpreis. Hier die aktuelle Lage.

In Zeiten von Unsicherheit sucht der Anleger derzeit nicht die Rettung im Gold, sondern im größten globalen Fluchthafen, der vermeintliche Sicherheit bieten soll, nämlich dem US-Dollar. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) ist seit gestern Abend bis jetzt von 92,80 auf 93,28 Indexpunkte gestiegen. Je stärker der US-Dollar, desto schwächer läuft alles, was gegen ihn gehandelt wird.

Türkische Lira im Abwärtsrausch

Die türkische Lira leidet seit langer Zeit. Aber jüngst wird es immer schlimmer. Die türkische Währung fällt derzeit täglich von Rekordtief zu Rekordtief. Klicken sie bitte hier für mehr Hintergründe zu diesem Thema. Erdogans jüngste verbale Ausfälle in Richtung Europa und zahlreiche andere politische Abenteuer geben dem Devisenmarkt viele Gründe gegen die türkische Lira zu spekulieren. Dazu kommt vor allem die jüngst ausgebliebene Zinsanhebung der türkischen Zentralbank, und jetzt noch die Dollar-Stärke. Ein übler Cocktail, der aktuell der Lira kräftig zusetzt. Alleine seit letztem Donnerstag (Zinsentscheid) ist der US-Dollar gegen die türkische Lira gestiegen von 7,80 auf jetzt 8,28. Noch vor genau einem Jahr musste man für 1 US-Dollar nur 5,75 Lira aufbringen.

Ölpreis fällt

So wie die sich verschärfende Coronakrise aktuell die Aktienkurse in Mitleidenschaft zieht, ist auch der Ölpreis betroffen. Weniger konjunkturelle Aktivität und weniger private Unternehmungen senken auch die weltweite Öl-Nachfrage. Dazu noch der stärkere US-Dollar. Darunter leidet Öl doppelt, und somit fällt der Ölpreis aktuell. Lag der WTI-Ölpreis gestern Abend noch bei 39,79 Dollar, so sind es aktuell nur noch 37,90 Dollar! Hinzu kommt noch, dass gestern Abend die privat ermittelten API-Daten zeigen, dass die Lagerbestände für Rohöl in den USA im Wochenvergleich um 4,6 Millionen Barrels gestiegen sein sollen (Erwartungen lagen bei +1,2). Auch das deutet auch weniger Öl-Nachfrage hin, wenn produziertes Öl nicht abgenommen wird, sondern in den Lagern verschwindet. Der Ölpreis leidet. Heute um 15:30 Uhr berichten wir über die offiziellen Lagerdaten aus den USA.

Goldpreis

Tja, und auch der Goldpreis leidet aktuell unter dem starken US-Dollar. Das Edelmetall kann gerade nicht als Fluchthafen dienen. Gestern und auch heute früh sah man noch Kurse von 1.910 Dollar, aber aktuell ist der Goldpreis wieder auf glatt 1.900 Dollar zurückgefallen. Mal wieder will die Krise dem Edelmetall nicht zum großen Durchbruch verhelfen. Noch nicht? Denn falls Joe Biden die US-Wahl gewinnt, könnte sich die Lage ändern. Im Chart sehen wir seit gestern früh in blau den steigenden US-Dollar gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt US-Dollar Verlauf gegen Goldpreis

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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