Folgen Sie uns

Asien

Nach dem OPEC + Non OPEC-Meeting: Warum der Ölpreis jetzt ansteigt

Der Ölpreis steigt heute früh kräftig. Warum? Die Zusage der Nicht OPEC-Länder kam wie erwartet, und eigentlich hätte der Markt jetzt wie am Freitag weiterlaufen müssen. Doch eine Überraschung lässt…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Ölpreis steigt heute früh kräftig. Warum? Die Zusage der Nicht OPEC-Länder kam wie erwartet, und eigentlich hätte der Markt jetzt wie am Freitag weiterlaufen müssen. Doch eine Überraschung lässt die Marktbeobachter aufhorchen. Aber erstmal die Fakten. Die Nicht OPEC-Länder haben zugestimmt ihre Fördermenge um 558.000 Barrels pro Tag zu kürzen (inkl. -300.000 durch Russland). Russland wird in das neu geschaffene „Kontrollgremium“ berufen um die Kürzung der Fördermengen zusammen mit Kuwait zu überprüfen. Auch interessant: Die Kürzung der Nicht OPEC-Länder gilt für sechs Monate ab Januar. Danach kann die Kürzung um weitere 6 Monate verlängert werden, abhängig davon, was sich beim Ölpreis bis dahin getan hat.

Was aber bewegt jetzt wirklich den Ölpreis so stark nach oben? Die Kürzung war erwartet worden. Saudi-Arabien aber als Antreiber der ganzen Fördermengen-Kürzung legte am Wochenende nach und gab bekannt man werde seine eigene Fördermenge wohl noch stärker kürzen als bisher offiziell versprochen! Die Rechnung der Saudis lautet wohl: Durch etwas weniger Fördermenge verliert man weniger Geld, als man insgesamt gewinnt durch kräftig steigende Ölpreise. Diese unausgesprochene Rechnung scheint zumindest in diesem Augenblick aufzugehen.

Obwohl noch nicht ein einziges Barrel gekürzt wurde, und obwohl niemand weiß, ob sich all die beteiligten Länder an die Kürzung halten werden, ist der Markt fest davon überzeugt, und legt vor allem wegen der Aussage der Saudis kräftig zu. Damit wird wohl endgültig eine Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage erreicht, so scheint die Marktmeinung zu sein. Wir bleiben vor allem deswegen kritisch, weil auch diesmal niemand eine wirklich beeindruckende Lösung für das Fracking-Problem präsentieren konnte, da die Fracker ja bei steigenden Ölpreisen ihre Förderung hochfahren wollen. Naja, was sagte man dazu? Die Saudis zum Beispiel glauben zumindest offiziell nicht an eine so schnelle Rückkehr der Fracker in 2017. Der Markt glaubt das für den Augenblick, und wir Kleingläubigen müssen hier und jetzt zur Kenntnis nehmen, dass der Ölpreis all das anerkennt! So sei es!

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier der wichtigste Teil des Original-Statement der OPEC vom Samstag:


The Meeting noted that OPEC Member Countries met on 30th November 2016 and decided to implement a production adjustment of 1.2 million barrels a day (mb/d), effective from 1st January 2017. The Meeting recorded that OPEC Member Countries, in agreeing to this decision, confirmed their commitment to a stable and balanced oil market and underscored the importance of other oil producing countries joining their efforts.

The Meeting recognized the desire of Azerbaijan, Kingdom of Bahrain, Brunei Darussalam, Equatorial Guinea, Kazakhstan, Malaysia, Mexico, Sultanate of Oman, the Russian Federation, Republic of Sudan, and Republic of South Sudan, as well as other non-OPEC producers, to achieve oil market stability in the interest of all oil producers and consumers. In this regard, the aforementioned countries proposed to adjust their oil production, voluntarily or through managed decline, starting from 1st January 2017 for six (6) months, extendable for another six (6) months, to take into account prevailing market conditions and prospects.

The aforementioned countries and OPEC, convinced of the necessity to jointly cooperate to help stabilize the oil market, reached the following.

OPEC maintains its decision made on 30th November 2016, whereby arrangements were recorded following the extensive understanding of OPEC’s adjustment;

Azerbaijan, Kingdom of Bahrain, Brunei Darussalam, Equatorial Guinea, Kazakhstan, Malaysia, Mexico, Sultanate of Oman, the Russian Federation, Republic of Sudan, and Republic of South Sudan commit to reduce their respective oil production, voluntarily or through managed decline, in accordance with an accelerated schedule. The combined reduction target was agreed at 558,000 barrels a day for the aforementioned producers;

That two participating non-OPEC countries shall join the OPEC Ministerial Monitoring Committee, consisting of oil ministers, chaired by Kuwait with the Russian Federation as alternate chair and assisted by the OPEC Secretariat;

To strengthen their cooperation, including through joint analyses and outlooks, with a view to ensuring a sustainable oil market, for the benefit of producers and consumers; and

To regularly review at the technical and ministerial levels the status of their cooperation.

Finally, the Meeting expressed its gratitude to the Government and to the people of the Republic of Austria, as well as the authorities of the City of Vienna for their warm hospitality and excellent arrangements made for the Meeting.

oelpreis
Der WTI-Ölpreis seit dem 5. Dezember. Gut sichtbar der große Sprung von Freitag Abend auf heute früh von 51,50 auf 54,17 Dollar.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Asien

Bruttoinlandsprodukt: China ist gewachsen, Deutschland und Europa hinken hinterher

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Shanghai ist die weltweit bekannteste Metropole in China

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Gesamtjahr 2020 um 5 Prozent gesunken (wir berichteten). Dieses Ergebnis war besser als gedacht. Für die Eurozone liegen die Erwartungen bei -7,5 Prozent. Und China? Wohl dank der schnellen und extrem harten Lockdown-Maßnahmen (Millionen Menschen wurden quasi zuhause eingesperrt) kam das Land schnell aus der Coronakrise heraus, und Wirtschaft und Handel waren relativ gering beeinträchtigt.

Ganz aktuell liegen staatliche Aussagen aus China vor, wonach das Bruttoinlandsprodukt in 2020 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent gestiegen ist! Während der Westen kräftige Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet, legt China als einziges bedeutendes Land also einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung hin. Im 4. Quartal 2020 lag das BIP-Wachstum in China im Jahresvergleich sogar bei 6,5 Prozent! Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zehn Jahre in blau die prozentuale BIP-Wachstumsrate für China, und in schwarz die für Deutschland.

Die Industrie in Deutschland kommt zwar ziemlich gut durch die Coronakrise. Aber wir alle sehen es. Die Dienstleistungsbranche leidet massiv unter den monatelangen chaotischen Maßnahmen, dem zweiten Lockdown, und ständig geänderten Regeln. Ist für so einen Krisenfall eine Diktatur wie China besser aufgestellt, weil man Lockdown-Maßnahmen dramatisch restriktiver umsetzen kann als in Europa oder Nordamerika? Danach konnten sich Wirtschaft und Konsum sehr schnell wieder erholen, anders als hierzulande.


source: tradingeconomics.com

weiterlesen

Asien

Sentix: Konjunkturhoffnung steigt auf Allzeithoch – Impfstoff..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Erwartungen an eine massive Konjunkturerholung nicht nur in Deutschland steigen auf neue Allzeithochs – das zeigt der sentix Konjunkturindex!

Dazu schreibt Sentix:

„Das Corona-Krisenjahr 2020 endet mit einem Paukenschlag, der für die Weltwirtschaft gleich mehrere Ausrufezeichen setzt. Uns liegen in den Dezember-Ergebnissen reihenweise Allzeithochs (!) in den Erwartungskomponenten verschiedener Weltwirtschaftsregionen vor. Die Hoffnung auf einen baldigen Einsatz von Impfstoffen schürt die Fantasie, dass die Wirtschaft in 2021 sich deutlicher als bisher vom Konsens erwartet erholen kann.

  • Die Erwartungskomponenten der sentix Konjunkturindizes gehen reihenweise durch die Decke: Wir messen in fünf verschiedenen Weltregionen ein Allzeithoch (!) in den Konjunkturerwartungen.
  • Asien ex Japan, USA, Japan, Osteuropa, sowie Deutschland legen in den 6-Monatswerten um rund 10 Punkte zu. Die Lagewerte verbessern sich ebenfalls, jedoch mit geringerem Tempo.
  • Der überraschend starke Anstieg fußt auf der Hoffnung, dass schon bald über einen Einsatz von Impfstoffen die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Dies setzt boomartige Wachstumskräfte frei. Der sentix Global Aggregate Gesamtindex legt um 6,1 Punkte zu und klettert damit auf den höchsten Wert seit Mai 2019.“

Sentix zeigt: Hoffnungen auf Konjunkturerholung immens, Lage meist mau

Für Deutschland steigen die Erwartungen im Dezember auf einen Wert von 34,3 (November war 22,0) – auffallend aber ist, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage kaum verändert hat mit -17,3 (Vormonat war -17,5). Faktisch also viel Hoffnung bei gleichzeitig bislang wenig eingetrtener Realität..

Für die USA und Asien steigen die von Sentix erfaßten Erwartungen ebenfalls auf neue Allzeithochs: für Asien von 30,8 im Vormonat auf nun 40,0, in den USA von 21,3 auf 32,3. Während in Asien auch die Einschätzung der aktuellen Lage steigt von 16,0 auf 19,8, fällt die Einschätzung der aktuellen Lage im Dezember im Vergleich zum Vormonat November sogar von -10,5 im November auf nun -11,8.

Diesen immensen Optimismus spiegeln auch die Aktienmärkte wider, die etwa in den USA breitflächig auf neue Allzeithochs gestiegen sind. Global gesehen bringen die Aktienmärkte nun eine Marktkapitalisierung von 100 Billionen Dollar auf die Waage – so viel wie noch nie. In Relation zum globalen BIP sind die Aktienmärkte nun mit 115% bewertet – nur auf dem Hochpunkt der Dotcom-Blase lag die Bewertung noch höher.

Da muß also alles gut gehen, die Beste aller Welten wird eingepreist. Was aber, wenn die immensen Erwartungen sich nicht erfüllen? Die in der Coronakrise massiv aufgehäufte Verschuldung von Staaten und Unternehmen macht zukünftiges Wachstum schwieriger, weil immer mehr Geld in die Bedienung von Schulden fließen muß. Und die von vielen Staaten aufgelegten Stimulus-Maßnahmen verlagern zukünftigen Konsum in die Gegenwart (siehe dazu hier mehr). Um das hohe Konsum-Niveau beibehalten zu können, bedarf es dann wiederum weiterer Stimuli und noch höherer Verschuldung – ein Teufelskreis, der letztlich kaschiert, dass die Schulden seit den 1980er-Jahren schneller wachsen als die Wirtschaft..

Das Sentix Sentiment zeigt, dass die Erwartungen für die Konjunktur auf neue Allzeithochs steigen

 

weiterlesen

Asien

China mit beeindruckenden Konjunkturdaten – asiatische Märkte beflügelt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Kulisse von Shanghai als Vorzeigemetropole in China

In China glänzen die Konjunkturdaten. Ein beeindruckendes Wachstum wird da hingelegt – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man den Zahlen auch wirklich trauen kann. Die Industrieproduktion in China wächst laut heute früh veröffentlichten Daten im Oktober im Jahresvergleich um 6,9 Prozent bei Erwartungen von 6,5 Prozent. Damit kann die Wachstumsrate aus dem Vormonat gehalten werden. Im Year-to-date-Vergleich, also Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019, ist die Industrieproduktion um 1,8 Prozent gewachsen. Also legt China trotz Coronakrise insgesamt schon in 2020 ein Wachstum hin!

Der Chart zeigt das Wachstum im Jahresvergleich – ein Balken steht für einen Monat. Beeindruckend höhere prozentuale Werte im Vergleich zum Vorjahr! Die Einzelhandelsumsätze sind in China im Oktober im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gestiegen, bei Erwartungen von +4,9 Prozent. Aber die Daten zeigen, dass die Lücke aus der Coronakrise in China längst überwunden wurde. Man hatte noch vor Europa und den USA einen extrem harten und kurzen Lockdown, und konnte danach schnell wieder die Volkswirtschaft hochfahren.


source: tradingeconomics.com

Japan meldet heute früh ebenfalls erfreuliche Konjunkturdaten. Im dritten Quartal gab es im Quartalsvergleich ein Wachstum bei der Wirtschaftsleistung (BIP) von 5 Prozent. Vier Quartale vorher gab es kein Wachstum. Schon kurz vor der Coronakrise hatte eine Mehrwertsteueranhebung in Japan die Wirtschaft geschwächt. Aber das jetzige Wachstum sorgt für Optimismus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt heute ein Plus von 521 Punkten oder 2,05 Prozent hin. Der Shanghai Composite steigt um 37 Punkte oder 1,1 Prozent. Gute Vorzeichen für den Wochenstart in Europa.


source: tradingeconomics.com

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage