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Der Druck auf die Fed steigt 50 Basispunkte? Bessent fordert drastische Zinssenkung der Fed

50 Basispunkte? Bessent fordert drastische Zinssenkung der Fed
Grafik: ChatGPT

Die Debatte um die Geldpolitik der USA nimmt Fahrt auf: US-Finanzminister Scott Bessent fordert, dass die Fed schon im September eine kräftige Zinssenkung wagt – und stellt damit die bisherigen Entscheidungen der Notenbank offen in Frage. Auch Donald Trump erhöht den Druck und drängt auf sinkende Zinsen, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Bessent fordert große Zinssenkung der Fed

Laut einem Bericht von Bloomberg hat US-Finanzminister Scott Bessent angeregt, dass die Federal Reserve im kommenden Monat über einen größeren Zinsschnitt nachdenken sollte. Bei der letzten Sitzung hatte die US-Notenbank erneut auf eine Lockerung der Geldpolitik verzichtet, da man die Auswirkungen der Zölle auf die Inflation abwarten wollte.

Bessent und Trump fordern Zinssenkung durch die Fed
US-Finanzminister Scott Bessent. Fotograf: Bonnie Cash/UPI/Bloomberg

“Die eigentliche Frage ist jetzt: Sollten wir im September eine Zinssenkung von 50 Basispunkten haben?”, sagte Bessent am Dienstag in einem Interview mit Fox Business. Er erinnerte daran, dass die Fed am 30. Juli die Zinsen unverändert gelassen hatte – nur zwei Tage später aber revidierte Daten veröffentlicht wurden, die ein schwächeres Jobwachstum für Mai und Juni auswiesen als zuvor angenommen.

Die Fed “hätte im Juni, Juli schon senken können”, wenn sie diese neuen Inflationszahlen damals bereits gekannt hätte, so Bessent. Er äußerte sich wenige Stunden nach dem jüngsten Inflationsbericht, der nach seiner Einschätzung zeigte, dass Ökonomen die Auswirkungen der Zollerhöhungen falsch eingeschätzt hatten. Zwar fiel die Kernrate etwas höher als erwartet aus, aber die Gesamtinflation ist weniger gestiegen als befürchtet.

Der US-Verbraucherpreisindex stieg im Monatsvergleich um 0,2%. Der Kernindex ohne Lebensmittel- und Energiekosten legte wie erwartet um 0,3% zu. Während die Teuerung bei Dienstleistungen anzog, war die Inflation bei Waren trotz der von Präsident Donald Trump verhängten Zollerhöhungen verhaltener.

„Alle hatten erwartet, dass es zu einer Wareninflation kommen würde. Tatsächlich gab es aber diese sehr merkwürdige Dienstleistungsinflation“, erklärte Bessent. Hier ist das vollständige Interview von Bessent bei Fox Business zu den Themen Inflation, Fed, Zölle und China-Gespräche:

Zusammensetzung der Fed

Bessent zeigte sich zudem “hoffnungsvoll”, dass Trumps Kandidat für den derzeit offenen Posten im Fed-Board, Stephen Miran, rechtzeitig zur Sitzung am 16. und 17. September im Amt sein wird. Miran, Chef des wirtschaftspolitischen Beraterstabs des Weißen Hauses, muss noch vom Senat bestätigt werden. Seine Ernennung gilt zunächst bis Januar, könnte aber verlängert werden.

“Er wird eine großartige Stimme sein”, so Bessent. “Das wird die Zusammensetzung der Fed verändern.”

Zum Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet, sagte Bessent, dass “ein sehr weites Netz” ausgeworfen werde und Trump “sehr offen” sei. Er nannte drei Kriterien für die Auswahl: die Haltung zu Geldpolitik und Regulierung sowie die Fähigkeit, die Notenbank zu führen und zu reformieren. Die Fed sei “aufgebläht” und habe dadurch ihre geldpolitische Unabhängigkeit gefährdet.

Mit einem Seitenhieb auf die Kosten des Fed-Großprojekts zur Sanierung ihres Hauptsitzes in Washington erklärte Bessent, dass er sein eigenes Büro auf eigene Kosten renovieren lasse. Die Sanierung des Fed-Komplexes hatte bei Republikanern wegen ihres Preises von 2,5 Milliarden Dollar heftige Kritik ausgelöst und Trump sogar dazu bewochen eine Klage gegen Powell in Erwägung zu ziehen.

“Ich renoviere mein Büro im Finanzministerium – und ich bezahle es persönlich”, sagte Bessent.

Trump hatte Powell wegen der Baukosten bereits scharf attackiert – zusätzlich zu seiner regelmäßigen Kritik, dass der Fed-Chef in diesem Jahr noch keine Zinssenkung eingeleitet habe. Powell und viele seiner Kollegen hatten betont, erst mehr Belege dafür sehen zu wollen, wie sich die Zollerhöhungen auf Inflation und Inflationserwartungen auswirken.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Das einzige Bestreben der Trump – Regierung wird es sein…Dinge wie 1929…zu verhindern…

    Damals brachten fünf Zinserhöhungen der Fed..ausgeführt von 1927 bis 29.. die Blase zum platzen…

    Niemand will als zweiter Herbert Hoover enden…auch Trump nicht….

    Derweil wächst die Blase ungebremst weiter…Sie alle können diese gigantische Überbewertung selbst nachverfolgen..auf der Seite vom Buffet Indikator…

    Gestern neue historische All Time Highs..und heute geht’s vorbörslich ungebremst weiter….

    Die Fed wird sich irgendwann entscheiden müssen…was ist ihr wichtiger…die Blase am Leben zu halten oder die Inflation unter Kontrolle zu bringen…
    Macht sie nichts… dann wächst die Blase ungebremst weiter..Richtung der 250 oder sogar 300 Prozent..bis sie unter ihrem eigenen Gewicht kollabiert…
    Vor dieser richtungsweisenden Wahl steht die Fed…und diese Entscheidung nimmt ihr niemand ab….

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