Folgen Sie uns

Allgemein

500.000 neue Arbeitsplätze für 2017 erwartet – keine Bewerber mehr auffindbar bei mehr als 3 Mio Arbeitslosen?

Der Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erwartet nach eigener heutiger Aussage für das laufende Jahr 500.000 neue Arbeitplätze für Deutschland. Das hört sich doch…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erwartet nach eigener heutiger Aussage für das laufende Jahr 500.000 neue Arbeitplätze für Deutschland. Das hört sich doch gut an. Zitat DIHK:

Haupttreiber blieben die Dienstleistungsbranchen: „Die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steigt aufgrund des demografischen Wandels und des wachsenden Gesundheitsbewusstseins – ein Beschäftigungsplus von 130.000 ist die Folge.“ Auch unternehmensbezogene Dienstleister wie etwa Werbeagenturen, Marktforschungsinstitute oder Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen wollten kräftig einstellen – hier erwarte der DIHK ebenfalls einen Zuwachs von 130.000. „Die Bildungswirtschaft profitiert vom hohen Weiterbildungsbedarf im Zuge der Digitalisierung sowie durch den Qualifizierungsbedarf von Geflüchteten“, so Wansleben weiter, und: „Auch die Industrie will wieder stärker expandieren. Die Exporte und auch die Investitionen ziehen endlich wieder an. Wir rechnen dort mit 30.000 neuen Stellen.“

Laut DIHK sehe mehr als jeder zweite Betrieb seine Geschäftsentwicklung durch den Fachkräftemangel gefährdet. Deshalb falle das Beschäftigungsplus nicht in allen Branchen so groß aus wie 2016. Im Gastgewerbe, bei Gesundheits- ebenso wie bei Bildungsdienstleistern berichteten laut DIHK rund drei Viertel der Betriebe von entsprechenden Engpässen. Im Tiefbau zeigten sich mittlerweile vier von fünf Unternehmen besorgt, nicht die erforderlichen Arbeitskräfte zu finden. Wenn man sich das so anhört, könnte man fast meinen die Wirtschaft stehe kurz vor dem Zusammenbruch, weil sich offene Stellen einfach nicht besetzen lassen. Zitat DIHK:

Der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage zufolge wollten noch mehr Unternehmen neue Stellen schaffen als im vergangenen Jahr, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. „Es fällt ihnen allerdings zunehmend schwerer, ihre Beschäftigungspläne zu verwirklichen. Denn der Fachkräftemangel zementiert sich als Top-Risiko aus Sicht der Unternehmen – und zwar in allen Regionen und vielen Branchen.“ „In erster Linie fehlen dabei beruflich Qualifizierte“, betonte Wansleben, „daher ist eine Stärkung der dualen Ausbildung besonders wichtig.

Offiziell gibt es 2,5 Millionen Arbeitslose in Deutschland, tatsächlich sind es aber eher um die 3,5 Millionen Arbeitslose. Und da soll es nicht möglich sein für beispielsweise die Gastronomie oder Pflegeberufe Personal zu finden? Irgendwas kann hier nicht stimmen, so möchten wir es anmerken. Es wird vermutlich ein großflächiges Versagen der Ämter vorliegen bei einer wirklich inhaltlich sinnvollen Weiterbildung und Umschulung von Arbeitslosen, so dass die Arbeitgeber sie wirklich für ihre freien Stellen verwenden können.

Aber beispielsweise in Berufen wie Gastronomie, Wachschutz etc, also Berufen mit relativ niedriger Einstiegsschwelle in Sachen Qualifizierung, wie kann es hier angeblich so viele offene Stellen geben bei mehr als 3 Millionen Arbeitslosen? Die Frage stellen wir uns ganz ernsthaft. Ein Paradoxon.


Grafik: DIHK

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    ubsb55

    12. Juni 2017 14:31 at 14:31

    Ich verstehe das auch nicht. Wenn man mit einem Mickerlohn zufrieden ist und nicht viel über 50 Jahre alt, dann steht einem die Welt doch offen.

  2. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    12. Juni 2017 14:57 at 14:57

    Natürlich wird auch weiterhin die Mär des Fachkräftemangels weiter erzählt.

    • Avatar

      Hans Mueller

      12. Juni 2017 20:37 at 20:37

      Es ist keine Mär!
      Ich leben im Westerwald, hier gibt es Arbeit ohne ende, aber die ganzen Arbeits“suchenden“ zieht es ja lieber nach Berlin oder Hamburg und an stelle die Mieten in den Großstätten zu erhöhen um diese Arbeitslosenmigration zu beenden werden da jetzt Sozialwohnungen gebaut, während man in meiner Region über 6 Monate warten muss um einen Elektriker zu finden der Zeit hat den Herd anzuschließen. Was machen denn diese 3 Millionen Arbeits“suchenden“ in Berlin, Hamburg oder Bremen? Weiß man erst seit letzten Monat das es dort keine Arbeit gibt?

    • Avatar

      Michael

      12. Juni 2017 21:00 at 21:00

      Bei uns wird in der Nachbarschaft gerade gebaut (was auch sonst). Eine Anfrage beim Elektriker, der gerade vor Ort war, ob er bei uns eine Starkstromsteckdose bei bereits bestehender Kabelverlegung anschließen könne (15 Minuten, wenn überhaupt), wurde mit dem Argument Zeit- und Fachkräftemangel abgetan.
      Und das bei einem an den Kunden verrechneten Mickerlohn von 65,- EUR pro Stunde…

  3. Avatar

    oscar

    12. Juni 2017 16:21 at 16:21

    wie glücklich doch der deutsche naivling über die ach so tolle flüchtlingsindustrie sein darf. ein hoch auf alle hochstapler und lügner. das soll täuschlands neues ökonomosch, sozial, gesellschaftliches fundament werden? nackenhaare hoch…lol…spätestens jetzt sollte er bemerkt haben, dass es sich um eine verlogenen verbraucher transfer handelt. in 90 % der angeblichen fälle. nunja liebes schland, der naivling wird bitter bluten müssen. trotz aller perfider finanztricks und krimineller casinospielchen. am ende wird der steuerzahler geplündert und abgezockt. es leben hoch die lügenpresse und die verlogene politbande. selbstinszenierte elite, brrr….

    • Avatar

      Lars

      12. Juni 2017 20:17 at 20:17

      @oscar, einen goldenen Oskar Lafontaine für diesen Kommentar :)
      Flüchtlingsindustrie, endlich mal der richtige Ansatz. Verprügelt, chasst und hasst keine Flüchtlinge, sondern diejenigen, die daraus Profit schlagen. Den Einzelhandel, der an Nicht-Bleichgesichter Waren verkauft, die Unternehmer, die auch untätowierte Nicht-Glatzen einstellen, die Vermieter, die im Monat tausende von EUR für Schrottimmobilien kassieren, die sie noch vor kurzem hätten sanieren oder abreißen müssen. Die Containervermieter, die sich rigoros an sog. menschlichen Unterkünften bereichern.
      Der sog. Steuerzahler wird immer am Ende für Maßnahmen bitter bluten müssen, so ist das nun mal in einer demokratischen Gesellschaft mit Marktwirtschaft. Fragt sich nur, ob der mit 1000,- oder der mit 250.000,- p.m.
      Es sollte einfach der sein, der auch von gewissen Entwicklungen profitiert und ohnehin mehr als genug hat.
      Lügenpresse ist ein vollkommen sinnloses und idiotisches Konstrukt. Es gibt inzwischen soviel „Presse“ und Informationsquellen, dass eine derartige Pauschalisierung schon fast antiquiert wirkt.
      Oscar, selbstinszenierter Kritiker, brrr….

  4. Avatar

    Tino

    12. Juni 2017 17:11 at 17:11

    Hängt auch mit der Region zusammen, in Bremen werden sicher kaum welche geschaffen aber in Bayern etc.evtl.schon, außerdem müssen die Lobbyisten ja ihre Arbeit machen

  5. Avatar

    Matthias

    12. Juni 2017 23:00 at 23:00

    Tja, über Fachkräftemangel klagen die immer wieder. Immer nur alles mögliche zum Nulltarif fordern:
    – Immer nur fertige Fachkräfte möchte. Selbst ausbilden? Neee, die sollen fertig und genau passend bei mir ankommen. Sonst kostet mich die Ausbildung ja Geld!
    – Am Lohn kann man den Fachkräftemangel nicht feststellen. Dann muss der Mangel ja wirklich dramatisch sein, wenn man einfach weiter auf einen günstigen Mitarbeiter wartet.
    – Gerade im Pflegebereich profitieren extrem viele Mitarbeiter in meiner Region vom Mindestlohn. Und dann wundern, dass man keine Leute findet. Z.B. in Pflegeheimen dafür aber Feiertagsarbeit und Wochenendarbeit verlangen. Klar, für den Mindestlohn total toll… nicht.

    Aber klar, man kann einfach nicht mehr zahlen. Man gibt schon alles aus was man kann. Ernst nehmen kann man die nicht mehr wirklich…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

weiterlesen

Allgemein

Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

weiterlesen

Allgemein

Old Economy: Gewinnexplosion voraus – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

welche Unternehmen werden zwischen 2020 und 2022 die größten Gewinnzuwächse verbuchen? Netflix, Amazon, SAP oder etwa Nvidia? Was ist Ihre Prognose?

Ich lehne mich aus dem Fenster: In den kommenden 2 bis drei Jahren werden die großen „Gewinndynamiker“ nicht aus der Technologie-Branche kommen, sondern – ja Sie lesen ganz richtig – aus der Old Economy. Alt eingesessene Unternehmen, die wir alle schon seit Jahrzehnten kennen, stehen vor einem beispiellosen Gewinnschub. Hier steht eine Erholung bevor, wie wir sie selbst in den Boomjahren der Nachkriegszeit nicht gesehen haben. Ich habe Ihnen drei Beispiele aus der DACH-Region mitgebracht.

Beispiel BASF: Der deutsche Chemie- und Ölkonzern wird aller Voraussicht nach das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von mindestens 1 Euro je Aktie abschließen. Dann wird BASF allerdings eine mächtige Aufholjagd starten und im Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn je Aktie von rund 3,70 Euro ausweisen. Das ist noch weit entfernt vom Niveau der Vorkrise, als man rund 9 Euro je Aktie verdiente. Aber von unter Null auf 3,70 Euro je Aktie ist sehr viel Holz.

Beispiel Wienerberger: Die Österreicher haben in diesem Coronajahr auch nur wenig Spaß gehabt. Das Unternehmen der Baustoff-Branche wird den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich fünfteln. Aber danach wird man wieder mächtig durchstarten. So erwarten die Analysten, dass Wienerberger seinen Gewinn bis 2022 um rund 360 % steigern wird.

Ein kleiner Vergleich: Der Video-Streaming Spezialist Netflix erwartet bis 2022 eine einfache Gewinnverdopplung. Auch das natürlich eine großartige Zahl, aber verglichen mit den erwarteten Gewinnzuwächsen von BASF oder Wienerberger nimmt sich die eher bescheiden aus.

Beispiel Swatch: Der Schweizer Uhrenhersteller litt ebenfalls erheblich unter der Pandemie und erlebte einen Gewinneinbruch wie noch nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Das klingt nicht gut, oder? Nun, die Swatch Group erwartet eine mächtige Gewinnexplosion. So wird man in den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage